02.08.06: BAO-MAO-Aktuell

BAO-MAO-Aktuell; Nr. 32/06, vom 2. August 2006
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten von Prof. Brökelmann

Gesetzliche Krankenversicherung

4. Nationaler Protesttag am 22. September 2006
Da die Politik ein weiteres Kostendämpfungsgesetz plant und unsere berechtigten Forderungen nicht ohne verstärkten Druck erfüllen wird, wird eine Eskalation des Protestes nötig werden.
Die großen Verbände haben daher den nächsten großen bundesweiten Protesttag auf den 22. September 2006 gelegt.
http://www.protesttag.de/

Tarifeinigung für Klinikangestellte wollen Ärzte nicht akzeptieren
Hart kritisiert haben führende Vertreter des Marburger Bundes die Einigung, die Verdi, die dbb Tarifunion und die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) für die Bezahlung der Beschäftigten in kommunalen Kliniken erzielt haben.
"Das ist eine absolute Bankrotterklärung für eine Gewerkschaft", sagte MB-Hauptgeschäftsführer Armin Ehl der "Ärzte Zeitung". Verdi sei nicht in der Lage, ohne Hilfe des MB arztspezifische Tarifklauseln zu erarbeiten.
Außerdem sei es ein Armutszeugnis, wenn die Dienstleistungsgewerkschaft nur zehn Monate nach Abschluss eines Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) das Paket wieder aufschnüren müsse, um Fehler zu korrigieren.
Quelle: Ärzte Zeitung 2.08.2006

Intransparent und ungeeignet: Vertragsgebührenordnung muss überarbeitet werden„Die Vertragsgebührenordnung (V-GO), in der Form, in der sie von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vorgelegt wurde, muss von deren Vertreterversammlung abgelehnt werden“, erklärt der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Maximilian Zollner, vor der Sondersitzung der KBV-Vertreterversammlung diesen Freitag in Berlin.
„Wir lehnen dieses von der KBV entwickelte neue Honorarsystem ab. Die darin weitgehend über Pauschalen vorgesehene Abrechung halten wir für intransparent und nicht geeignet für einen Einstieg in das System der Kostenerstattung“, betont Dr. Zollner.
Für den Patienten sei das Leistungsgeschehen innerhalb einer Abrechnungspauschale nicht nachvollziehbar.
Quelle: http://www.nav-virchowbund.de/

Allianz kritisiert EckpunktepapierÄrzte gegen Pauschalvergütung und für mehr Eigenverantwortung der Patienten
Die Allianz Deutscher Ärzteverbände fordert mehr Selbstbestimmungsrechte für Patienten. Angesichts der geplanten Reformen sei Eigenverantwortung eine Notwendigkeit, sagte Allianzsprecher Dr. Maximilian Zollner.
"Wir brauchen den Mut zum Systemwechsel", so Zollner in einer Mitteilung.
Die Ärzte-Allianz ist mit der geplanten Beibehaltung des bisherigen Sachleistungsprinzips und der Bildung von Komplexvergütungen nicht einverstanden. Mit Pauschalen werde nur der durchschnittliche Aufwand einer Behandlung abgebildet, argumentieren die Ärzte.
In einem pauschalierten Vergütungssystem könnten Patienten zudem die angebotenen Leistungen nicht beurteilen.
Vor allem hoch spezialisierte Arztgruppen bräuchten eine, für Patienten nachvollziehbare, auf der tatsächlichen Leistung basierende Gebührenordnung.
Die Ärzte-Allianz droht damit, dass einige Arztgruppen eher aus dem System aussteigen werden, als künftig "in einem staatlichen System als Erfüllungsgehilfen einer Rationalisierungsspirale", missbraucht zu werden.
Quelle: Ärzte Zeitung 27.07.2006

Bundesregierung rechnet nicht mit mehr Honorar
Die Bundesregierung hat bislang weder die Honorarreform für Niedergelassene noch die Gehaltserhöhungen für Klinikärzte bei der Kalkulation der anstehenden Gesundheitsreform berücksichtigt.
Das geht aus dem Finanztableau zu den Eckpunkten hervor. Danach wird eine "leistungsgerechte Honorierung" unter dem Punkt "Reformmaßnahmen, deren finanziellen Wirkungen zur Zeit nicht quantifizierbar sind" aufgeführt.
Mit der Kalkulation wird die Angst der Vertragsärzte genährt, dass ihr Honorarsystem umgestellt wird, ohne dass die Budgets fallen. Damit würde der Sinn der Reform, dass Ärzte nach Leistung bezahlt werden, in den Augen von KBV-Chef Dr. Andreas Köhler konterkariert.
Köhler hatte wiederholt Mehrausgaben von fünf Milliarden Euro fürs Arzthonorar als realistisch bezeichnet, wenn das System von Punkten auf Eurobeträge umgestellt wird und die Krankenkassen das Morbiditätsrisiko übernehmen.
Quelle: Ärzte Zeitung 27.07.2006

Im Netz organisieren Niedergelassene die IV-Versorgung
Die Integrierte Versorgung bringt bei niedergelassenen Ärzten neue Organisationsstrukturen hervor. So sind in Berlin vier neue Ärztenetze entstanden mit dem Ziel, den Einzelpraxen die Teilnahme an Integrationsverträgen zu ermöglichen.
Ein Grund für die Netzgründung war nach Angaben des ambulanten Operateurs, dass die finanzielle Situation der Einzelpraxen in der Regelversorgung immer schwieriger wurde. Besonders bei ambulanten Operationen haben Ärzte in Berlin gegen Unterfinanzierung protestiert.
Einzelne Mitglieder des Landesverbands Ambulantes Operieren hatten bereits Integrationsverträge geschlossen. Doch der Verband als Ganzes erscheint dazu aus Sicht vieler Ärzte zu schwerfällig. So wollen die Netz-Ärzte einen Mittelweg zwischen Einzel- und Kollektivverträgen gehen.
Der COV hat sich im Februar 2005 als Verein gegründet. Anfangs gehörten ihm 30 Chirurgen und Orthopäden im Norden Berlins an. Inzwischen haben sich mehr als 70 Ärzte aus Berlin in dem Verbund organisiert. Der Gründung des COV vorausgegangen waren Bunge zufolge positive Erfahrungen anderer Facharztgruppen mit einem Ärztenetz. Bereits im Juni 2003 ist der Netzverbund der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte entstanden.
Im Herbst 2004 folgten die Frauenärzte mit der Gründung des gynäkologischen Netzverbunds. Quelle: Ärzte Zeitung 27.07.2006

"Kostenerstattung für Hausärzte keine Option"
Im Streit um das Thema Kostenerstattung hat der Hausärzteverband Position bezogen: Mit Blick auf die Einführung einer weitgehend pauschalierten Euro-Gebührenordnung spricht sich der Verband für Hausärzte gegen die Kostenerstattung aus.
Kötzle: "Wir favorisieren unser einfaches Honorarkonzept mit einer bundesweit einheitlichen Grundpauschale von 75 Euro pro Patient und Quartal."
Quelle: Ärzte Zeitung 27.07.2006

Streikrekord - fast 15.000 Krankenhausärzte im Ausstand
Im Tarifstreit der Klinikärzte mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) zeichnet sich weiter keine Lösung ab. Nachdem die Arbeitgeber es abgelehnt hatten, einen Schlichter anzurufen, eskalierten die Streiks weiter.
Allein gestern befanden sich nach Angaben des Marburger Bundes (MB) 14.800 Mediziner in insgesamt 122 Städten im Ausstand.
Quelle: Ärzte Zeitung 27.07.2006

Kassenexpertise stützt Kampagne gegen Reform
Gesetzliche Krankenkassen und ihre Verbände dürfen zur Gesundheitsreform öffentlich Stellung nehmen. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Heinz-Dietrich Steinmeyer von der Universität Münster in einem Rechtsgutachten für den AOK-Bundesverband.
"Insgesamt sind die Krankenkassen und ihre Verbände berechtigt und (...) auch verpflichtet, über die Gesundheitsreform 2006 zu unterrichten und zu informieren", heißt es ein einer vorläufigen Fassung des Gutachtens, das der "Ärzte Zeitung" vorliegt. Auch gegenüber der Öffentlichkeit dürften die Kassen Stellung zur Reform beziehen. "Das Verbot der Wahrnehmung eines allgemeinpolitischen Mandats wird nicht verletzt."
Quelle: Ärzte Zeitung 2.08.2006

"Mit Beiträgen keine Propaganda"
Bei einem Gespräch mit den Spitzen der Kassen hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gestern Kassenfunktionäre beim Agitieren gegen die Gesundheitsreform in die Schranken gewiesen.
Die Kassen dürften keine Propaganda machen, sagte Schmidt vor dem Treffen im "ZDF".
Quelle: Ärzte Zeitung 2.08.2006

Kassenkampf um die Macht im System
Schon vergangenes Wochenende hatte die Bundeskanzlerin eine klare Marschrichtung vorgegeben. Mit Beitragsmitteln Protestaktionen gegen die Gesundheitsreform zu organisieren, sei "nicht in Ordnung", sagte Angela Merkel. Dagegen werde sie "sehr, sehr entschlossen" vorgehen. Mit diesem Machtwort stellte sich die Regierungschefin demonstrativ hinter ihre Gesundheitsministerin. Mit aller Macht versucht Ulla Schmidt derzeit zu verhindern, dass die Krankenkassen gegen die Reform agitieren. Doch die scheinen sich davon kaum beeindrucken zu lassen.
Quelle: Hanno Kautz. Ärzte Zeitung 28.07.2006

Niedergelassene bei Gründungen von MVZ führend
Die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) steigt in Deutschland stetig. Im zweiten Quartal 2006 zählte die KBV bereits 491. Das waren 71 mehr im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres - eine Steigerung um 17 Prozent.
Die Zahl der in MVZ tätigen Ärzte erhöhte sich von 1648 auf 1934. Mehr als die Hälfte von ihnen arbeitet in einem Angestelltenverhältnis. Im Durchschnitt arbeiten vier Ärzte in einem MVZ. Am häufigsten vertreten sind Hausärzte, Internisten und diagnostisch tätige Radiologen.
61 Prozent der MVZ werden von niedergelassenen Ärzten betrieben, 26 Prozent von Krankenhäusern.
Quelle: Ärzte Zeitung 28.07.2006

Kostenerstattung: KBV gegen generelle Einführung
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) plädiert bei der Diskussion über Kostenerstattungs- und Sachleistungsprinzip für einen Mittelweg, während die freien Ärzteverbände weiterhin die generelle Einführung der Kostenerstattung fordern.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 31. Juli 2006, Nr. 62/2006, 15

HB will Unterschriften gegen Gesundheitsreform sammeln
Der Hartmannbund-Vorsitzende in Hamburg, Dr. Klaus Wagner, fordert eine bundesweite Unterschriftenaktion gegen die Eckpunkte der Gesundheitsreform. Grund: Die Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenkassen werden nach Wagners Ansicht mit der Reform nicht gelöst.
Wagner schlägt als Alternative zu den Plänen der Koalition eine Abkoppelung der Beiträge vom Lohn und eine kapitalgedeckte Krankenversicherung vor.
Quelle: Ärzte Zeitung 31.07.2006

Reform wird von Ministerium harsch kritisiert
Erstmals kommt nach einem Pressebericht auch aus der Bundesregierung Kritik am Kompromiss von Union und SPD zur Gesundheitsreform. In einer internen Analyse des Bundeswirtschaftsministeriums fällen Experten ein verheerendes Urteil über den Gesundheitskompromiss, schreibt die "Bild am Sonntag".
"Für einen Beitragssatzanstieg hätte es einer solchen Reform nicht bedurft", heißt es in der Analyse des Wirtschaftsministeriums, berichtet das Blatt. Auch die Abkopplung der Gesundheitskosten von den Arbeitskosten werde "nicht ansatzweise erreicht". Die Folge sei, dass Kostensteigerungen bei der Gesundheit auch künftig die Arbeitskosten erhöhten "und die Beschäftigung bremsen".
Ulla Schmidt setzte am Wochenende auf klare Worte: Sie drohte erneut damit, Kassenchefs in Haftung zu nehmen, wenn Versicherten-Gelder für eine Kampagne genutzt würden.
Quelle: Ärzte Zeitung 31.07.2006

Die Streikbereitschaft der Ärzte wächst
Weil sich die Arbeitgeber einer Schlichtung verweigern, rücken die streikenden Klinikärzte noch enger zusammen.
Quelle: Ärzte Zeitung 31.07.2006

Same procedure as every year: Die KBV als williger Helfer der Politik oder wie man sich aus Angst vor dem Tode selbst umbringt
Wenn wir die Logik des Papiers zusammenfassen ergibt sich:
- Die Eckpunkte sind der Einsstieg in die Staatsmedizin, der wettbewerbliche Gesichtspunkt wurde beinahe völlig verlassen.
- Durchgesetzt hat sich vor allem die SPD, die CDU hat verloren.
- Der Gesundheitsfonds, der in den Details noch völlig unklar ist, wird ein Bürokratiemonster werden.
- Mehr Geld wird nicht im System sein.
- Für die Ärzteschaft wird die Logik des DRG-Systems mit allen Folgen cum grano salis auch im niedergelassenen Bereich gelten.
- Die Selbstverwaltung wurde nachhaltig kastriert, verdient den Namen nicht mehr: sie ist nur noch Zwangsverwaltung und wird auf die Aufgaben: Qualitätssicherung (die elende Lumpenebene der Kontrolle) und Dienstleistung reduziert.
- Der Preisdumping-Mechanismus der Kassen gegenüber den Leistungserbringern wird ausgeweitet werden.
Fazit des Gesamtkunstwerkes der KBV und der Regierungskoalition:
- Die KBV hat sich aus Angst vor dem Tode selbst entleibt und sollte sich darüber klar werden, dass sie die ärztlichen Gesamtinteressen verraten und verkauft hat. Die Führung sollte aus Anstand zurücktreten.
- Die Ärzteschaft muss jetzt erst recht zusammenrücken und über Alternativen, wie Kostenerstattung und Ausstieg aus dem System ernsthaft nachdenken und diese Totalverweigerung systematisch vorbereiten – also uns folgen in der Aktion 50.000plus.
- Die von Köhler geforderten 10 Prozent mehr Geld für die ärztliche Vergütung sind ein Treppenwitz, da die Unterdeckung des Systems zwischen dreißig und fünfzig Prozent beträgt. Dieses mediale Gelärme kann man nur für die ganz Dummen ernst nehmen.
- Wer wirklich glaubt, dass langfristig eine bessere ärztliche Vergütung kommt, die den Namen „gerecht“ verdient, macht sich der eigenen Verblödung schuldig: Alzheimer-Demenz mit frühem Beginn.
- Vor allem die Fachärzte werden aus den Praxen getrieben werden – wenn sie jetzt immer noch in der Frontstellung gegen die Hausärzte verbleiben, so sind sie selbst daran schuld – sie müssen sich mit den fortschrittlichen Hausärzten bei Strafe des Untergangs verbünden. Die fachärztliche Phantasie, so unersetzlich zu sein, dass man als kleine Fachgruppe Sonderregelungen durchsetzen könne ohne Rücksicht auf die anderen, wird nicht mehr lange halten.
- Die große Koalition ist trotz CDU/CSU arztfeindlich geblieben, dominiert wird die Gesundheitspolitik von der SPD und ihren Seilschaften. Ob die regierenden Politiker die ordnungspolitische Katastrophe, die sie mit ihrem Machwerk installieren überhaupt intellektuell überblicken, sei dahingestellt.
Quelle: Ekkehard Ruebsam-Simon http://www.nai-ev.de/aktuelles/kommentare/2006/Kommentar7-2006.pdf

Abschluss ver.di/VKA: Marburger Bund lehnt Tarifverhandlungen für Ärzte ohne Beteiligung der Ärzte ab!
Der Marburger Bund hat heute in Berlin das Vorhaben der Arbeitgeber scharf kritisiert, mit ver.di einen Abschluss für die 70 000 Ärzte an den kommunalen Kliniken schließen zu wollen und damit die Streiks für beendet zu erklären.
Die Gewerkschaft der Klinikärztinnen und -ärzte spricht ver.di die Legitimation ab, für Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern zu verhandeln. ver.di vertrete weniger als 1.000 Ärzte, während im Marburger Bund von den insgesamt 145.000 Ärzten 110.000 organisiert seien.
Im September 2005 hatte sich der Marburger Bund von ver.di getrennt, weil die Ärztinnen und Ärzte sich durch ver.di nicht gut vertreten sahen.
Quelle: Pressemitteilung vom 31. Juli 2006
http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/presse/pressemitteilungen/pm2006/pm55_06.php

Mehr Honorar für viele ambulante Operateure in Nordrhein
Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) hat mit der AOK Rheinland und den Ersatzkassen einen Vertrag zum ambulanten Operieren abgeschlossen, der einem großen Teil der betroffenen Mediziner deutliche Honorarzuwächse beschert. Gefördert werden ab dem zweiten Quartal 2006 Operateure und Anästhesisten, die bestimmte Mindestfrequenzen bei stationsersetzenden Leistungen nachweisen können.
Diese Mediziner erhalten für ihre Leistungen eine zusätzliche Vergütung außerhalb der Individualbudgets, die auf festen Punktwerten basiert. Sie betragen bei der AOK Rheinland 5,11 Cent und bei den Ersatzkassen 4,9 Cent.
"Es ging den Kassen darum, besonders die leistungsfähigen Praxen zu fördern", so Enderer. Deshalb sind im Vertrag Mindestfrequenzen festgelegt worden. Chirurgen und Orthopäden müssen eine bestimmte Tracer-Diagnose mindestens einmal im Quartal abrechnen und mindestens 50 Operationen im Quartal nachweisen, bei Gemeinschaftspraxen sind es 75 Eingriffe. Von den HNO-Ärzten werden 30 (45) Eingriffe erwartet, von Gynäkologen und Urologen mindestens 20 (30).
Anästhesisten, die von der zusätzlichen Förderung profitieren wollen, müssen 150 Narkosen nach den EBM-Nummern 31822 bis 31827 erbringen.
Quelle: Ärzte Zeitung 01.08.2006

Rechtliches

Unsachgemäße Narkose: Arzt erhält Bewährung
Ein Gynäkologe ist vom Landgericht München I wegen fahrlässiger Tötung einer Patientin in zweiter Instanz zu 20 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.
Der Gynäkologe hatte 2002 in seiner Praxis eine Ausschabung unter Vollnarkose vorgenommen - ohne die Hilfe eines Anästhesisten. Mangels ausreichender apparativer Ausstattung der Praxis bemerkte er den Atem- und Herzstillstand nicht. Die Patientin starb nach zweiwöchigem Koma.
Landgericht München I, Az.: 16 Ns 125 Js 10620/04
Quelle: Ärzte Zeitung 28.07.2006

Schadenersatz – Eintritt der Verjährung
Ein durch medizinische Behandlung verursachter Körperschaden ist dem Patienten schon dann bekannt, wenn er den Schaden in groben Umrissen kennt. Die Detailkenntnis von Einzelheiten ist nicht erforderlich. Der Patient kann den Eintritt der Verjährung deshalb nicht mit der Behauptung abwehren, er habe spezielle Risiken der Behandlung erst später erfahren. (OLG München, Az. 1 U 3940/03)
Quelle: Arzt&Wirtschaft 07/2006, 32

Zulage darf widerruflich und freiwillig sein
Grundsatzurteil des BAG
Ärzte, die ihren Arzthelferinnen eine "freiwillige und jederzeit widerrufliche Zulage" zahlen, können auch künftig den Extra-Bonus wieder einstellen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) in einem jetzt veröffentlichten Urteil.
Das BAG wies nun die Klage eines Chemiewerkers ab, dessen Arbeitgeber eine "freiwillige, jederzeit widerrufliche und anrechenbare" monatliche Zulage auf Tariflohnerhöhungen angerechnet hatte. Bei einer solchen Anrechnung wird die Zulage entsprechend der Lohnsteigerung abgeschmolzen, so dass der Zahlbetrag gleich bleibt.
Urteil des Bundesarbeitsgerichts, Az: 5 AZR 363/05
Quelle: Ärzte Zeitung 27.07.2006

Praxismanagement

Arztbesuche: seit 2004 ein Minus von 13 Prozent
Nach Einführung der Praxisgebühr Anfang 2004 ist die Zahl der Arztbesuche um 13 Prozent gesunken. Das teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit.
Auf einen Rückgang um zehn Prozent 2004 folgte nach KBV-Angaben eine Verminderung um drei Prozent im Jahr 2005.
Quelle: Ärzte Zeitung 2.08.2006

Keine IGeL ohne Infos über die Kosten!
Schriftliche Infos haben sich in der Praxis bewährt
Wenn Sie in Ihrer Praxis IGeL-Angebote offerieren, müssen Sie die Patienten immer vor der Leistungserbringung über die voraussichtlichen Kosten informieren. Da Sie bei IGeL ohnehin in jedem Fall einen schriftlichen Behandlungsvertrag abschließen müssen, ist es ohne großen Zusatzaufwand möglich, die wirtschaftliche Aufklärung schriftlich zu dokumentieren und durch die IGeL-Patienten abzeichnen zu lassen. So vermeiden Sie Ärger bei der Abrechnung.
Quelle: WirtschaftsTip, Juli 2006, 4

Arzthelferinnen können sich zur Praxismanagerin fortbilden
In 100 Stunden von der Arzthelferin zur rechten Hand des Chefs - die Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf hat den bundesweit ersten Lehrgang zur Praxismanagerin zertifiziert. Acht Arzthelferinnen haben ihn bereits abgeschlossen.
Quelle: Ärzte Zeitung 26.07.2006

Personalsuche für Praxis wird schwieriger
Bei Stellenausschreibungen und der Auswahl von Bewerbern sollten niedergelassene Ärzte ab morgen mehr Sorgfalt walten lassen. Grund ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das am 1. August in Kraft tritt.
Niedergelassene sollten Arbeitsstellen nur noch tätigkeitsbezogen ausschreiben und neutral formulieren. Die Suche nach einer "jungen, dynamischen Mitarbeiterin" verbietet sich also künftig. Außerdem rät Rechtsanwalt Wüst, auf die Zusendung von Bewerbungsfotos zu verzichten und die Gründe der Ablehnung genau zu dokumentieren. "Das sollten auch nur fachliche Merkmale sein", betont der Arbeitsrechtler.
Quelle: Ärzte Zeitung 31.07.2006

Toll Collect lässt grüßen
Vortrag von Dr. med. Eckehard Meissner. Der niedergelassene Pneumologe ist Vorstandssprecher des Praxisnetzes Flensburg, das unabhängig von der bundesweiten Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, 90 Ärzte, 2 Kliniken und 10 Apotheken in einem eigenen elektronischen Netz miteinander "verknüpft" hat.
Nach wie vor sei nicht geklärt, wer die Kosten für die Einführung der eGK – geschätzte 2 bis 4 Milliarden Euro – übernimmt, monierte Meissner. Nach seinen Berechnungen summieren sich die Ausgaben für neue Soft- und Hardware, Online-Zugang, jeweils ein Kartenleser pro Arbeitsplatz sowie die notwendigen Schulungsmaßnahmen schnell auf mehrere Tausend Euro. Demgegenüber stünde ein zu erwartender Nutzen, der kaum der Rede wert sei.
Quelle: Martin Steinberg. der niedergelassenen arzt 7/2006, 14

Briefversand - prüfen Sie Alternativen!
Wenn Sie sehr viele Briefe an Zuweiser versenden, sollten Sie prüfen, ob es in Ihrer Stadt nicht eine günstige Alternative zur Deutschen Post gibt. Beispiel Düsseldorf: Der Anbieter First Mail transportiert dort einen Standardbrief für 45 Cent plus Mehrwertsteuer (Deutsche Post: 55 Cent). Konkurrenz für die klassische Post gibt es in vielen Städten, viele Anbieter holen die Briefe auch in der Praxis ab. Testen Sie aber vor einem Wechsel die Zuverlässigkeit des Post-Konkurrenten!
Quelle: WirtschaftsTip, Juli 2006, 4

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 93, Ausgabe 3 – August 2019
Wundbehandlung: Erfolgreiche Therapie chronischer Wunden im interdisziplinären Netzwerk
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Bundeskongress Chirurgie 2020

Bundeskongress Chirurgie vom 07. – 08. Februar 2020 im NürnbergConvention Center. Anmeldung, Programm, Seminare/Kurse
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Helmsauer Gruppe

Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...
+ Kompetenz aus jahrzehntelanger Erfahrung + Spezialisierung auf Ihre Bedürfnisse + Mehrwerte über exklusive Rahmenverträge
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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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