06.03.06: BAO-MAO-Aktuell

BAO-MAO-Aktuell; Nr. 10/06, vom 6. März 2006
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten


                 ++++ Gesetzliche Krankenversicherung ++++

+++ Eckpunkte für eine Gesundheitsreform +++
Gemeinsames Eckpunktepapier von MEDI Deutschland, Bundesverband der Ärztegenossenschaften, Hartmannbund Deutschland, NAV-Virchow-Bund, Freie Ärzteschaft e.V.
Auszüge:
§ Erhalt der PKV als kapitalgedeckte Krankenversicherung.
§ Weiterentwicklung der bisherigen GKV-Finanzierung, befreit von versicherungsfremden Leistungen bei festgeschriebenen Arbeitgeberanteilen.
§ Keine duale Finanzierung ambulanter Krankenhausleistungen.
§ Schluss mit den Quersubventionierungen aus den GKV-Kassen zur Sanierung anderer Sozialversicherungen. Ohne diese seit Jahren gängige Praxis lägen die Beitragssätze der GKV um einige Prozentpunkte niedriger.
§ Der Gesetzgeber legt einen Katalog von Leistungen fest, welchen jede Kasse verbindlich versichern muss = Solidarleistungen (Grundleistungen). Alle übrigen Leistungen werden Individualleistungen (Wahlleistungen) ...
§ Ansonsten werden die Individualleistungen von PKVen und GKVen als Zusatzversicherung angeboten (Kassenwettbewerb).
§ Alle Kassen sind im freien Wettbewerb und dürfen Gewinne machen.
§ Der körperschaftliche Status entfällt im Sinne der Harmonisierung des EU-Rechts.
§ Konsequente Umsetzung der Prämisse ambulant vor stationär.
§ Erhalt der wohnortnahen haus- und fachärztlichen Versorgung.
§ Feste Vergütung in Euro im ambulanten Bereich.
§ Umsetzung der Forderungen des Marburger Bundes für den stationären Bereich.
§ Dienstbereitschaft ist Arbeitszeit in Klinik und Praxis.
§ Gleiche Vergütung in Euro für ambulante Leistungen, unabhängig ob in Klinik oder niedergelassener Praxis erbracht.
§ Regelmäßige Weiterentwicklung der GOÄ wie bei anderen freien Berufen auch üblich.
Quelle: http://files.medi-deutschland.de/artikel/2006-03-03_gemeinsames_eckpunktepapier.pdf und www.arzt-in-europa.de


+++ NATIONALER PROTESTTAG +++
Am 27. Februar erging der offizielle Aufruf zum Nationalen Protesttag. Zahlreiche Verbände haben diesen übernommen und an ihre Mitglieder weitergeleitet. Die zentralen Forderungen
Ø für freie Arztwahl,
Ø für Therapiefreiheit,
Ø für eine wohnortnahe Versorgung durch Haus- und Fachärzte,
Ø für den Erhalt der ärztlichen Schweigepflicht,
Ø für eine fortschrittliche Medizin für alle Patienten
Ø gegen eine Wartelisten-Medizin und
Ø gegen die katastrophalen Rahmenbedingungen in der ärztlichen Praxis
stehen im Mittelpunkt der Protestveranstaltung, die um 12.00 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus in Berlin-Mitte beginnt. Dort wollen Ärzte, Arzthelferinnen und Patientenvertreter schildern, warum sie auf die Straße gehen.
Anschließend (ab ca. 13.00 Uhr setzt sich der Protestzug in Richtung Brandenburger Tor in Bewegung.
Die Marschroute:
Rotes Rathaus, Spandauer Straße, Unter den Linden, Behrenstrasse, Ebertstraße, Platz des 18. März (Brandenburger Tor - Westseite).
Vor dem Brandenburger Tor findet gegen 15.00 Uhr eine Abschlusskundgebung statt, auf der nochmals vier Redner zu hören sein werden.
Internetseite
Die Internetseite http://www.protesttag.de/ ist die zentrale Homepage zum Protesttag. Die Inhalte der Homepage wurden innerhalb der Planungsgruppe abgestimmt und sind in den beteiligten Verbänden Konsens. Allen teilnehmenden Verbänden wird empfohlen, von deren Homepage auf diese Seite zu verlinken.
Quelle: http://www.protesttag.de


+++ Kassen-Chef hält Einzelpraxen für "Auslaufmodell" +++
Der Vorstandschef der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) Herbert Rebscher hat Einzelpraxen vor allem in Ballungsgebieten als "Auslaufmodell" bezeichnet.
Vertragsärzte würden mit ihren Protesten gegen "ebenso notwendige wie unausweichliche Realitäten demonstrieren", sagte der Kassenchef der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Praxen gerieten zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten, stellte Rebscher fest. Dies macht aus seiner Sicht deutlich, dass nicht der betriebswirtschaftlich "besonders teuren Einzelpraxis", sondern ärztlichen Kooperationsformen die Zukunft gehöre.
Quelle: Ärzte Zeitung 02.03.2006


+++ Kollegen sind sicher - neuer EBM bringt noch mehr Bürokratie +++
Der Zeitaufwand für die KV-Abrechnung ist durch den neuen EBM größer geworden. Das sagen fast 84 Prozent von 1600 Kollegen, deren Antworten zur EBM-Bilanz-Umfrage der "Ärzte Zeitung" bisher ausgewertet wurden.
Ein Trend ist unverkennbar: Eine Arbeitserleichterung hat der neue EBM bei den meisten Kollegen, die geantwortet haben, nicht gebracht.
Von den meisten Umfrage-Teilnehmern wird der EBM insgesamt negativ bewertet.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.02.2006


+++ Kassendefizit setzt große Koalition unter Zeitdruck +++
Die gesetzlichen Krankenkassen befinden sich erneut in den roten Zahlen. Der Überschuss, den sie im vergangenen Jahr erwirtschaftet haben, wird nicht reichen, um ihre restlichen Schulden komplett abzubauen.
Die desolate Kassenlage bringt die große Koalition unter Zugzwang. Soviel steht fest: Ohne Gesundheitsreform werden die Kassenbeiträge spätestens kommendes Jahr steigen.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.02.2006


+++ Ärzte in Sachsen protestieren gemeinsam gegen Spargesetz +++
Die Landesärztekammer und die KV Sachsen (KVS) haben für den kommenden 8. März erstmals in ihrer Geschichte gemeinsam eine außerordentliche Vertreter- und Kammerversammlung in Dresden organisiert.
Die Ärztevertreter wollen darüber beraten, wie sie sich gegen das Arzneimittel-Spargesetz (AVWG) wehren können. Außerdem stehen das Eckpunktepapier des Bundesgesundheitsministeriums zum Vertragsarztrecht, die von SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt geplante Reform der ärztlichen Vergütung und die Folgen der Hartz-IV-Gesetzgebung auf der Tagesordnung.
Quelle: Ärzte Zeitung 27.02.2006


+++ Veranstalter hoffen auf 20 000 Kollegen beim Protesttag +++
Gleich mit einem ganzen Sonderzug werden Kollegen aus Baden-Württemberg zum Ärzteprotest-Tag am 24. März nach Berlin reisen. Der Ärzteverbund Medi hat einen solchen Sonderzug bereits gechartert. Insgesamt hoffen die Veranstalter auf 20 000 Teilnehmer, aus allen Gegenden Deutschlands werden viele Busse erwartet.
Von der Demonstration soll ein noch deutlicheres Signal ausgehen als vom nationalen Protesttag im Januar, hoffen die Veranstalter. Damals hatten etwa 24 000 Ärzte in der Hauptstadt demonstriert. Auf den Kundgebungen am 24. März werden auch die Spitzen von KBV und Bundesärztekammer erwartet.
Getragen werden die Proteste von den Ärztegenossenschaften, dem Facharztverband, der Freien Ärzteschaft, dem Freien Verband Deutscher Zahnärzte, der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände, dem Hartmannbund, dem Marburger Bund, Medi, dem NAV und dem Ärztinnenbund.
Quelle: Ärzte Zeitung 27.02.2006


+++ Spargesetz - KV-Vorstand droht mit Rücktritt +++
Der Vorstand der KV Rheinland-Pfalz will das politisch stark umstrittene Arzneimittel-Verordnungswirtschaftlichkeits-Gesetz (AVWG) nicht umsetzen. Im Zweifelsfall wollen die vier Vorstandsmitglieder ihre Ämter niederlegen.
"Die vorgesehene Bonus-Malus-Regelung ist für uns aus ethischen Gründen nicht hinnehmbar. Dieses Gesetz werden wir als Vorstand in Rheinland-Pfalz nicht umsetzen. Dies auch bis zur letzten Konsequenz der Aufgabe unserer Ämter", sagte KV-Chef Dr. Carl-Heinz Müller auf einer Veranstaltung in Mainz.
Quelle: Ärzte Zeitung 27.02.2006


+++ Patienten lehnen Bonus-Malus-Regel für Ärzte ab +++
Emnid-Umfrage: Bürger wünschen, dass Ärzte ihre Therapie unabhängig von ökonomischen Erwägungen festlegen Patienten wollen, dass das Einkommen ihrer behandelnden Ärzte unabhängig ist von den Arzneimittel, die sie verschreiben. Das ist der Kern einer repräsentativen Emnid-Umfrage unter 1007 Bürgern im Februar, die vom Unternehmen Janssen-Cilag in Auftrag gegeben wurde. Dabei stimmten 93 Prozent der Befragten der Aussage zu, der Arzt solle "die Therapie verordnen, die aus seiner Sicht die beste für den Patienten ist". Sechs Prozent stimmten dieser Aussage nicht zu.
Damit wendet sich eine sehr große Mehrheit der Bürger gegen die am meisten umstrittene Regelung im Arzneimittel-Spargesetz, das am 17. Februar verabschiedet worden ist.
Quelle: Ärzte Zeitung 27.02.2006


+++ Aufregung um Privatrezepte +++
Für viel öffentliche Aufregung sorgte am Wochenende der Vorschlag eines Vertreters des NAV Virchow-Bundes in einem Zeitungsinterview, wegen des Arznei-Sparpaketes ab 1. April nur noch auf Privatrezept Arzneimittel zu verordnen.
Der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, Klaus Vater, sagte dem Blatt: "Ärzte sind verpflichtet, Versicherten Kassenrezepte für medizinisch Notwendiges auszustellen." Wenn die Ärzte sich nicht daran hielten, handelten sie rechtswidrig, sagte Vater.
Quelle: Ärzte Zeitung 27.02.2006


+++ KV-Chef Thamer fordert von KBV mehr Protest-Unterstützung +++
Die Ärzte in Westfalen-Lippe erwarten von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) einen klaren Schulterschluss mit der ärztlichen Protestbewegung. "Wir fordern eine eindeutige Stellungnahme und Unterstützung durch die KBV", heißt es in einer Resolution, die am Samstag von der Vertreterversammlung der KV Westfalen-Lippe (KVWL) mit großer Mehrheit verabschiedet wurde.
Quelle: Ärzte Zeitung 28.02.2006


+++ Muschelwährung ade - wer hätte etwas dagegen? +++
Der Deutsche Hausärzteverband hat mit seinem Vorschlag für eine Gebührenordnung in Euro und Cent die Diskussion um eine EBM-Reform belebt.
Selbst die Forderung nach einem festen Punktwert von 5,11 Cent sei im Prinzip überholt, weil dieser Betrag auf eine Kalkulationsgrundlage des Jahres 1999 zurückgehe.
Nach Auffassung von Dr. Jörg-A. Rüggeberg sind vielmehr diagnosebezogene Fallkomplexe mit obligaten Leistungsanteilen sinnvoll. Hinzugenommen werden sollten Einzelleistungskomplexe, um so auf patientenindividuelle Probleme eingehen zu können. Eine Eins-zu-eins-Übernahme der stationär geltenden DRGs lehnt Rüggeberg kategorisch ab.
Der GFB-Präsident im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung": "Das System muss so flexibel sein, dass zusätzliche Einzelleistungen erbracht werden können, die man dann durch Zu- oder Abschläge regeln kann."
Konzeptionelle Grundlage für eine fachärztliche Euro-Gebührenordnung könnte der so genannte Uro-EBM sein, der in der zweiten Hälfte der 90er Jahre für die häufigsten Symptome und Krankheiten in einer urologischen Praxis entwickelt worden war. Kernstück des Uro-EBM waren Diagnose- und Betreuungskomplexe. Sie sollten dem Urologen als Haupteinnahmequelle dienen.
Darüber hinaus waren Einzelleistungen und ein eigenständigen Operationskapitel vorgesehen.
Quelle: Ärzte Zeitung 01.03.06


+++ "Ärzte dürfen nicht zur Rationierung gezwungen werden" +++
Volles Verständnis für die erneute Protestveranstaltung der Ärzte am 24. März in Berlin hat Bundesärztekammerpräsident Professor Jörg-Dietrich Hoppe signalisiert.
"Es darf nicht sein, dass Ärzte zur Rationierung gezwungen werden, weil Politiker meinen, man könne auch mit begrenzten Mitteln unbegrenzte Leistungsversprechen abgeben." Wie die KBV wird auch die BÄK am Tag der Proteste ihre Sitzungen in Berlin unterbrechen, um die Demonstrationen zu unterstützen.
Den Anlass für die Proteste, den Unmut der Ärzte über das Arzneimittelsparpaket, kann dagegen das Gesundheitsministerium nicht nachvollziehen. Die Ärzteschaft habe ihre bestehende Verantwortung zur wirtschaftlichen Verordnung von Arzneimitteln nicht wahrgenommen, heißt es dort. Deshalb habe man sich auf ein Gesetz geeinigt, dass zur Verhaltensänderung zwingt.
Unterdessen laufen die Vorbereitungen für die Demonstration auf Hochtouren. Resolution, Rednerliste und weitere Protestaktionen sind in Arbeit. Eine Internetseite zum 24. März ist unter http://www.protesttag.de freigeschaltet.
Quelle: Ärzte Zeitung 03.03.2006


+++ Koalition streitet über mehr Berufsfreiheit für Ärzte +++
Union will Vertragsarztrecht erst später reformieren
"Die Liberalisierung des Vertragsarztrechts sollte nicht weiter verschoben werden", sagte eine Ministeriumssprecherin. Sie reagierte damit auf die Entscheidung der Union, das Vertragsarztrecht nur zusammen mit den GKV-Finanzen zu reformieren.
(...) in der Union ist man verärgert über den Versuch Ulla Schmidts, die Reform des Vertragsarztrechts mit Vorentscheidungen zur ärztlichen Vergütung zu überfrachten. "Es kann nicht sein, dass uns Schmidt weiter so behandelt, als wären wir Opposition", heißt es in der Union.
Ähnlich kontrovers geht es beim Thema Gesundheits-Soli zu. Schmidt lehnt es ab, mit einem Steuerzuschlag die Kindermitversicherung in der GKV zu finanzieren. Sympathien für diese Idee äußerte dagegen die CDU-Gesundheitspolitikerin Annette Widmann-Mauz.
Quelle: Ärzte Zeitung 03.03.2006


+++ Schiedsamt: Kein Zusatz-Honorar für ambulante Ops +++
Ambulante Operateure bekommen in Niedersachsen kein zusätzliches Honorar. Das Schiedsamt lehnte eine extrabudgetäre Vergütung von ambulanten Ops auf Basis von 5,11 Cent pro Punkt ab und forderte eine Umverteilung des Honorars aus anderen ärztlichen Bereichen.
Gegen den Schiedsspruch hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen rechtliche Schritte angekündigt. "Kostendeckende Eingriffe sind damit nicht mehr möglich", sagt KV-Chef Eberhard Gramsch.
Die Operateure wollen am Wochenende beraten, wie sie weiter vorgehen werden. Zuletzt hatten sie aus Protest Patienten nur noch in Notfällen behandelt.
Quelle: Ärzte Zeitung 03.03.2006


+++ Arzthelferinnen solidarisieren sich mit ihren Chefs +++
Der Berufsverband der Arzthelferinnen (BdA) unterstützt die große Protestaktion der niedergelassenen Ärzte am 24. März in Berlin.
"Wir werden weiterhin solidarisch die Proteste der Praxischefs unterstützen, weil sich die verantwortlichen Politiker nach unserer Meinung bisher überhaupt nicht bewegt haben", sagte BdA-Präsidentin Sabine Rothe.
"Wir zittern um unsere Jobs, wenn die wirtschaftliche Basis in den Arztpraxen nicht stimmt. Und wir sind es, die gemeinsam mit unseren Chefs unsinnige Entscheidungen der Gesundheitspolitiker ausbaden müssen."
Als besonders schlimm bewertet die BdA-Präsidentin die geplante Bonus-Malus-Regelung im Arzneimittel-Spargesetz: "Wir sind als Arzthelferinnen davon genauso unmittelbar betroffen wie die Praxischefs: Denn die Patienten haben Angst, dass sie Medikamente, die sie dringend brauchen, nicht mehr bekommen. Und die Diskussionen darüber laufen am Praxistresen und in den Sprechzimmern, wir müssen ein falsches Gesetz erklären."
Quelle: Ärzte Zeitung 03.03.2006

                  ++++ Privatversicherer ++++

+++ Privatliquidation: Ministerin will die Gebühren senken +++
Ärzte sollen Beihilfeberechtigte zu den Bedingungen des Standardtarifs behandeln müssen. Die Bundesärztekammer bewertet dies als „Affront gegen die Ärzteschaft".
Hintergrund: Die Amtliche Gebührenordnung für Ärzte ist veraltet. Viele Leistungsbeschreibungen stammen noch aus dem Jahr 1982. Dies verursacht Anwendungsprobleme und begünstigt Fehlinterpretationen, weil die moderne Medizin mit ihren verbesserten und neuen diagnostischen sowie therapeutischen Verfahren nicht abgebildet wird. Für eine Aktualisierung der GOA ist das Bundesgesundheitsministerium zuständig. Es kommt dieser Aufgabe jedoch seit Jahren nicht nach. Die Zusage des früheren Bundesgesundheitsministers Horst Seehofer (CSU). der Teilreform von vier Kapiteln des GOÄ-Gebührenverzeichnisses im Jahr 1996 die Aktualisierung der anderen zwölf folgen zu lassen, konnte wegen des späteren Regierungswechsels nicht eingehalten werden.
Hinzu kommt: Von 1983 bis 2005 ist die Amtliche Gebührenordnung für Ärzte nur um 14 Prozent angehoben worden (GOÄ-Punktwertanhebung). Die Betriebsausgaben im Bereich der privatärztlichen Tätigkeit stiegen hingegen nach Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung im gleichen Zeitraum um 72,5 Prozent (Quelle: Kostenstrukturstatistik).
Bundesärztekammer: „(...) es ist unzumutbar, den Ärzten eine Behandlungspflicht für Beihilfeberechtigte und Standardtarifversicherte aufzuerlegen. Dies sei mit der freiberuflichen Berufsausübung nicht vereinbar. Die Bundesärztekammer hat sich diese Auffassung übrigens durch ein verfassungsrechtliches Gutachten bestätigen lassen.
Quelle: Jens Flintrop, Deutsches Ärzteblatt 103, Heft 9, 3. März 2006, A507

                     ++++ Rechtliches ++++
 
+++ „Zwei-Klassen-Medizin" oder „Mediziner Zweiter-Klasse"? +++
Zur Diskussion um unterschiedliche Arzthonorare in der GKV und PKV - von Rechtsanwalt Peter Wigge
Quelle: siehe http://www.arzt-in-europa.de

                     ++++ Praxismanagement++++

+++ Im Gesundheitsmarkt boomen die Minijobs +++
Zuwachs um 12,8 Prozent / Zahl der Vollzeitstellen ging zwischen 2003 und 2004 um 2,3 Prozent zurück
Der Gesundheitsmarkt in Deutschland ist ein Jobmotor, allerdings fast nur für Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte. Vollzeitstellen dagegen werden immer weiter abgebaut.
120 000 Arbeitsplätze wurden zwischen 1997 und 2004 im Gesundheitswesen geschaffen. Ende 2004 waren nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes 4,2 Millionen Menschen im Gesundheitsbereich beschäftigt.
Quelle: Ärzte Zeitung 28.02.2006


+++ Kommission von KV und AOK sichtet Formulare +++
Um die Bürokratie in den Arztpraxen deutlich zu reduzieren, haben die KV Baden-Württemberg und die Landes-AOK eine gemeinsame Kommission gegründet. Ziel beider Seiten ist es, unnötige Dokumentationsanforderungen aufzuspüren und bislang zu aufwendige Abläufe zu vereinfachen.
Quelle: Ärzte Zeitung 02.03.2006

                    ++++ Europa ++++

+++ In Irlands Krankenhäusern fehlen mehr als 1600 Ärzte +++
In Irland fehlen landesweit mehr als 1600 Krankenhausärzte. Das gab kürzlich die irische Gesundheitsministerin Mary Harney erstmals öffentlich zu. Irische Facharztverbände verlangen seit Jahren die Einstellung von zusätzlichen Klinikärzten.
Wie die Gesundheitsministerin in Dublin sagte, fehlten in fast allen Kliniken des staatlichen irischen Gesundheitswesens Ärzte. Irland hat ein Primärarztsystem und die Fachärzte praktizieren in den Krankenhäusern.
Quelle: Ärzte Zeitung 02.03.2006


+++ US-Ausgaben für Gesundheit steigen langsamer +++
Die Gesundheitsausgaben der USA sind im Jahr 2004 um 7,9 Prozent gestiegen - langsamer als in den drei vorangegangenen Jahren.
Die Krankenhausausgaben stiegen um 8,6 Prozent und die Ausgaben für ärztliche Dienstleistungen um neun Prozent, was in beiden Bereichen dem stärksten Anstieg seit 1993 entsprach.
Das Gesundheitssystem verschlang damit zum ersten Mal 16 Prozent des Bruttosozialprodukts.
Weitere Details zur Ausgabenentwicklung in den USA können unter http.www.healthaffairs.org abgefragt werden.
Quelle: Ärzte Zeitung 02.03.2006

                     ++++ Allgemeines ++++

+++ Gesundheit wichtiger als Liebe +++
Gesundheit ist für 70 Prozent der Deutschen nach einer repräsentativen Umfrage wichtiger als Liebe, Partnerschaft und Freunde. Direkt nach der Gesundheit komme für fast jede zweite Frau eine stabile Partnerschaft (49 Prozent), hat das Institut F&S Medienservice im Auftrag des Gesundheitsmagazins "My Life" ermittelt.
Bei den Männern stehen gutes Essen und Trinken (45 Prozent) an zweiter Stelle. Zu einem guten Leben gehört nach dem Ergebnis der Studie für 34 Prozent der Männer auch Sex, jedoch nur für 14 Prozent der Frauen. Befragt wurden 1000 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 55 Jahren.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.02.2006

                     ++++ Termine / Kongresse ++++

+++ BAO-Kongress Berlin +++
Gemeinsam Stärke zeigen in Berlin - BAO
Samstag, den 27.05.2006, Kaisersaal am Potsdamer Platz
http://www.operieren.de/content/e3247/e7791/index_ger.html


+++ XVI. Symposium 2006 für Ambulante Gynäkologische Chirurgie +++
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische und Geburtshilfliche Endoskopie und des Velener Arbeitskreises Ambulantes Operieren (VAAO)
19. bis 21. Mai 2006 ELYSEE Hotel Hamburg, Rothenbaumchaussee 10, 20148 Hamburg
http://www.vaao.de/ger_symposium.html

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren - BAO
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 93, Ausgabe 3 – August 2019
Wundbehandlung: Erfolgreiche Therapie chronischer Wunden im interdisziplinären Netzwerk
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Bundeskongress Chirurgie 2020

Bundeskongress Chirurgie vom 07. – 08. Februar 2020 im NürnbergConvention Center. Anmeldung, Programm, Seminare/Kurse
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Helmsauer Gruppe

Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...
+ Kompetenz aus jahrzehntelanger Erfahrung + Spezialisierung auf Ihre Bedürfnisse + Mehrwerte über exklusive Rahmenverträge
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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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