07.06.06: BAO-MAO-Aktuell

Wochen-Nachrichten von Professor Brökelmann für Ambulante Operateure und Anästhesisten:
BAO-MAO-Aktuell 24/06

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Prof. Dr. med. Jost Brökelmann

Gesetzliche Krankenversicherung

+++ „Allianz deutscher Ärzteverbände gegründet +++
Sechs große freie ärztliche Verbände haben heute in Berlin die „Allianz deutscher Ärzteverbände“ gegründet. Dieser auf der Rechtsform der Arbeitsgemeinschaft agierende Zusammenschluss will die Interessen und die Schlagkraft der einzelnen Verbände bündeln und der Politik gegenüber als Gesprächs- und Verhandlungspartner der Ärzteschaft auftreten. Gründungsmitglieder sind der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI), der Bundesverband der Ärztegenossenschaften, die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB), der Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands, MEDI Deutschland und der NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands.
Darüber hinaus will sich die Allianz weiteren fachübergreifenden Verbänden öffnen und wird demnächst den Marburger Bund, die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung als kooptierte, also beratende Mitglieder ohne Stimmrecht aufnehmen.
Als erster Sprecher wurde der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Maximilian Zollner gewählt. Die Allianz wird vertreten durch ein dreiköpfiges Sprechergremium, dem der jeweils amtierende, der vorangegangene und der nachfolgende Sprecher angehören sollen. In die weiteren zwei Sprecherfunktionen wurden Dr. Klaus Bittmann (Bundesverband der Ärztegenossenschaften) und Dr. Kuno Winn (Hartmannbund) gewählt. Die Funktion des Sprechers alterniert zwischen den Vorsitzenden der sechs Gründungsmitglieder. Die Amtszeit beträgt ein halbes Jahr.
Die Allianz deutscher Ärzteverbände veröffentlichte heute ihre Grundsätze mit folgendem Wortlaut:
„Der Arztberuf ist ein Freier Beruf, er dient der Gesundheit des Einzelnen und der gesamten Gesellschaft. Diese Freiheit der ärztlichen Berufsausübung setzt Therapiefreiheit, eine vertrauensvolle Patienten-Arzt-Beziehung sowie eine leistungsgerechte Vergütung voraus.
Quelle: http://www.nav-virchowbund.de/

+++ Warum brauchen wir die Verbändeallianz? +++
Die Gründung der Allianz Deutscher Ärzteverbände war überfällig und dringend notwendig. Politiker reagieren nur auf Druck, nicht auf Vernunft und Sachargumente. Die große Politik ist selbst von parteipolitischen Interessen geprägt und nicht mehr am Gemeinwohl orientiert.
Wir werden nur dann eine Chance haben, wenn wir unsere Interessen bündeln, Trennendes zurückstellen und überwinden, uns auf unsere wesentlichen Gemeinsamkeiten besinnen und unsere Forderungen geschlossen Politik und Krankenkassen übermitteln. Aber auch hier muss unsere Gangart eine andere werden: Drohungen, konkrete Aktionen bis zum Lahmlegen des Systems bei Aufrechterhaltung einer Notfallversorgung. Nur gemeinsam sind wir stark, gemeinsam sind wir eine Macht.
Quelle: Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverband Deutscher Internisten und Gründungs- und Vorstandsmitglied der Allianz Deutscher Berufsverbände. Ärzte Zeitung 30.05.06

+++ Operation Streik - Die Ärzte kämpfen nicht nur für mehr Geld und Freizeit, sondern auch gegen die Herrlichkeit ihrer Chefs +++
(...) Dabei sind die Bedingungen für weitergehende Veränderungen günstig. Die Ära des feudalen Chefarztes geht zu Ende. Zug um Zug fallen seine Privilegien und die Insignien der Macht. Betten werden abgebaut, das Recht zur Privatliquidation ward beschnitten oder gleich ganz einkassiert. Und auch seine Herrschaft über die Assistenten bröckelt. In ostdeutschen Kliniken können Tausende Stellen nicht besetzt werden; wer ausharrt, droht mit Auswanderung. Der Chefarzt wird lernen müssen, dass er nur noch ein leitender Angestellter ist, der sich an das Wohl seiner im Wettbewerb stehenden Klinik kümmern muss.
(...) Mediziner, die dagegen rebellierten, lebten und leben gefährlich. Die allmächtigen Chefärzte, selbst durch diese harte Schule gegangen, dulden keinen Widerspruch. Wer aufmuckt, riskiert die Verlängerung seines Zeitvertrags oder handelt sich Schwierigkeiten in der Facharztausbildung ein. Heute haben die Klinikärzte ihre Ängste und Skrupel abgestreift und kämpfen nun für ihre Rechte wie jeder andere Angestellte auch. Es ist eine kleine Revolution. Sie lässt hoffen, dass die Ärzte endlich ihr Duckmäusertum überwinden und selbstbewusst ihr Schicksal mitbestimmen.
Quelle: Harro Albrecht, Die Zeit 23, 1. Juni 2006

+++ Ärzte auf die Felder ... +++
das Budget ist erschöpft, dann stechen wir Spargel in Brandenburg oder ernten Erdbeeren für 5 Euro die Stunde, so können wir die Familie auch noch am Quartalsende ernähren. Denn wenn wir an diesen Tagen in der Praxis sind, bezahlen wir die Behandlung der Patienten aus unserer Tasche.
MediBerlin ist bereit, wenn sich mindestens 100 Kollegen bereit erklären an dieser Aktion mitzumachen, Busse von der KV aus starten zu lassen, Zeitungsredakteure mitzunehmen und dann ab ins Jrüne.
Die Aktion soll während der Bürokratietage 26.06. – 30.06.2006 stattfinden.
Bitte melden Sie sich umgehend, wenn Sie mitmachen möchten!
Quelle: Ärzte auf die Felder

+++ Große Solidarität für die streikenden Klinikärzte +++
76 Prozent der Bürgerinnen und Bürger finden die Streiks der Klinikärzte richtig. Aber auch zahlreiche Fachverbände, Politiker im In- und Ausland sowie Parteien unterstützen die Mediziner in ihrem Kampf für bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Gehälter.
(05.06.2006)
Quelle: http://www.marburger-bund.de/

+++ Sozialkassen mit 3,3 Milliarden Euro im Minus +++
Die gesetzlichen Sozialversicherungen haben im Jahr 2005 ein Defizit von 3,3 Milliarden Euro verzeichnet. Im Jahr zuvor hingegen wiesen die Sozialkassen noch ein Plus von 2,1 Milliarden Euro aus, teilte das Statistische Bundesamt gestern mit.
Die Ausgaben von Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung betrugen insgesamt 469 Milliarden Euro, 0,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Als einziger Zweig schrieb die GKV mit einem Plus von 1,5 Milliarden Euro schwarze Zahlen.
Allerdings hatte der Überschuss im Jahr zuvor vier Milliarden Euro betragen. Bei der Rentenversicherung erhöhte sich das Defizit von 2,9 auf 4,3 Milliarden Euro. Die Pflegeversicherung wies ein Minus von 400 Millionen Euro auf (2004: 800 Millionen Euro).
Quelle: Ärzte Zeitung 31.05.2006

+++ KV Berlin einig mit der IKK über ambulante OPs +++
Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin hat den Eckpunkten zu einem Strukturvertrag mit den IKKen in ihrer letzten Sitzung zugestimmt. Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres werden krankenhausersetzende Strukturleistungen extrabudgetär mit einer Einzelleistungsvergütung von 4,45 Cent pro Punkt vergütet.
Alle übrigen ambulanten Operationen und belegärztliche Leistungen werden mit einem extrabudgetären Punktwert von 3,5 Cent bezahlt.
Quelle: Ärzte Zeitung 7.06.2006

+++ Südwest-KV geht mit 5,11 Cent in die Verhandlung +++
Der Vorstand der KV Baden-Württemberg wird mit der Forderung nach einem festen Punktwert von 5,11 Cent im Regelleistungsvolumen in die Verhandlungen mit den Kassen ziehen.
Damit werde die Forderung der Vertreterversammlung nun umgesetzt, kündigte Vorstandsvize Dr. Wolfgang Herz an. Bereits im November 2005 hatten die Vertreter einen Kurswechsel in der Honorarpolitik gefordert. Bislang gibt es einen floatenden Punktwert im Regelleistungsvolumen.
Quelle: Ärzte Zeitung 1.06.2006

+++ IV-Vertrag setzt auf Organisation durch Netzärzte +++
Niedergelassene Ärzte des Praxisnetzes Süderelbe (PNS) stehen im Zentrum eines Integrationsvertrags mit den Betriebskrankenkassen (BKK). Ziel des Vertrages ist es, Patienten die Entscheidung für eine ambulante Operation zu erleichtern.
Die 84 Ärzte des Praxisnetzes organisieren künftig die Behandlungskette für Patienten, die einen ambulanten allgemeinchirurgischen, urologischen, nephrologischen oder einen HNO-Eingriff benötigen. Außer der haus- und fachärztlichen Anamnese und Untersuchung kümmern sich die Netzärzte auch um die Operationstermine, die postoperative Phase und die Nachuntersuchung.
Im Detail sieht das so aus, dass Hausärzte ihre Patienten über die Möglichkeiten einer ambulanten Operation informieren. Danach klären die Operateure die Patienten über Leistungen und Qualitätsstandards auf. Nach dem Eingriff können die Patienten auch in einer von drei Vertragskliniken übernachten. Rehamaßnahmen schließen nahtlos an.
Die Vertragspartner erwarten, dass die enge Abstimmung zu kürzeren Behandlungs- und Nachsorgezeiten und zu geringeren Arbeitsunfähigkeitszeiten führt. Außerdem rechnen sie mit niedrigeren Kosten und weniger Verwaltungsaufwand im Unterschied zu stationären Aufenthalten.
Quelle: Ärzte Zeitung 1.06.2006

+++ KBV will eigene Honorarreform entwickeln +++
Die Spitzen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wollen jetzt doch noch kurzfristig Vorschläge für eine eigene Honorarreform vorlegen.
Das kündigten die beiden Vorstände Dr. Andreas Köhler und Ulrich Weigeldt in Berlin an.
Damit geht die KBV auf ein Angebot von Ulla Schmidt ein, eine Gebührenreform nicht gesetzlich vorzuschreiben, wenn sich Ärzte und Krankenkassen bis Ende des Jahres eigene Vorstellungen einigen. Einfach wird es nicht für die KBV, ihre Ankündigung einzulösen. Die Arbeiten an der Honorarreform stockten bislang an der Frage, wie die Morbidität der Versicherten zu messen ist und wie Leistungsmengen begrenzt werden können.
Quelle: Ärzte Zeitung 1.06.2006

+++ Marburger Bund droht Ausweitung des Streiks an +++
Der Marburger Bund (mb) droht mit Ausweitung der Ärztestreiks von den Unikliniken auch auf die kommunalen Krankenhäuser.
Dies kündigte der Marburger-Bund- Vorsitzende Dr. Frank Ulrich Montgomery gestern in Essen für den Fall an, dass die kommunalen Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen am 9. Juni kein "substantielles Angebot" vorlegen sollten. Nach Angaben des mb liegt bisher noch kein Tarifangebot auf dem Tisch.
An den 700 kommunalen Kliniken arbeiten etwa 70.000 Mediziner.
Quelle: Ärzte Zeitung 1.06.2006

+++ NAV ruft auf, Praxen mittwochs stets zu schließen +++
Niedergelassene Ärzte sollen aus Protest gegen die Gesundheitspolitik und den Bürokratismus der Krankenkassen die Praxen bis Ende des Jahres mittwochs komplett schließen und nur noch an vier Tagen in der Woche öffnen.
Dazu ruft der Landesverband des NAV-Virchow-Bundes Westfalen-Lippe die Ärzte in der ganzen Bundesrepublik auf. "Ich hoffe, dass wir wie bei den Krankenhausärzten mit den Protesten sukzessive an Fahrt gewinnen", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Ernst-Rüdiger Osterhoff, Landarzt in Preußisch Oldendorf.
Niedergelassene Mediziner müssten ein Zeichen setzen gegen die Zumutungen durch Politiker und Krankenkassen, sagte Osterhoff. "Die Politiker säen gezielt Misstrauen gegen einen Berufsstand, der helfen will."
Quelle: Ärzte Zeitung 2.06.2006

+++ Protest der deutschen Ärzteschaft geht weiter - Verbände planen gemeinsam weitere Aktionen +++
Die „Steuerungsgruppe Ärzteproteste“ hat gestern in Berlin die Fortsetzung ihrer gemeinsamen Protestaktionen beschlossen. Danach sollen zunächst in der zweiten Juniwoche, vom 12. bis 16 Juni, im Rahmen einer Protestwoche Praxen in einzelnen Regionen Nordrhein-Westfalens tageweise geschlossen bleiben.
In der letzten Juniwoche werden diese Aktionen auf weitere Regionen im Bundesgebiet ausgeweitet. Größere Kundgebungen finden dazu am 28.6. in Mainz sowie am 30.6. in Sindelfingen statt.
Der nächste große bundesweite Protesttag soll nach den Vorstellungen der Verbände am 22. September 2006 stattfinden. Die Vorbereitungen dazu haben ebenfalls begonnen.
Quelle: Pressemitteilung Steuerungsgruppe Ärzteproteste, 1.06.2006, c/o Klaus Greppmeir (030-28 87 74 22) & Michael Rauscher (030-206 208 11)

+++ Ärzteprotest: Praxen machen Mitte Juni dicht +++
Der Ärzteprotest soll fortgesetzt werden. In der zweiten Juniwoche, also ab dem 12. Juni, sollen die Praxen in ausgewählten Regionen von Nordrhein-Westfalen tageweise geschlossen bleiben. Darauf hat sich die "Steuerungsgruppe Ärzteproteste" gestern geeinigt.
In der letzten Juniwoche sollen diese Aktionen auf weitere Regionen ausgedehnt werden. Größere Kundgebungen sind für den 28. Mai in Mainz und den 30. Juni in Sindelfingen geplant. Der nächste bundesweite Protesttag soll am 22. September stattfinden. Die Vorbereitungen seien bereits angelaufen.
Quelle: Ärzte Zeitung 2.06.2006

+++ 1,2 Milliarden Defizit - der Reformdruck steigt +++
Befürchtungen, dass die gesetzlichen Krankenkassen zum Jahresbeginn ins Defizit gerutscht sind, haben sich gestern bestätigt: Im ersten Quartal 2006 liegen die Ausgaben um 1,22 Milliarden Euro über den Einnahmen.
Quelle: Ärzte Zeitung 7.06.2006

++++ Privatversicherer ++++

+++ Der Kampf der PKV gegen alle Reformideen +++
Private Krankenversicherer warnen vor Systemwechsel
Wenn die Reformarbeitsgruppe der großen Koalition nach Pfingsten die GKV-Finanzen zu ordnen versucht, geht es auch um die Zukunft der privaten Krankenversicherer. Fast sämtliche Vorschläge, die dazu kursieren, stellen ihre Existenz in Frage. Die Alternative des PKV-Verbandes lautet, die Systemgrenzen zu erhalten und den GKV-Leistungskatalog zu kürzen.
Das Wort "Leistungskürzung" gehört nicht zum Vokabular von PKV-Verbandschef Reinhold Schulte. Er spricht von einer "neuen Balance zwischen Subsidiarität und Solidarität". Gemeint ist dasselbe.
Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sollten GKV-Leistungen gestrichen, übers Steuersystem bezahlt oder von privaten Kassen abgesichert werden, forderte Schulte gestern auf der PKV-Mitgliederversammlung in Berlin. "Alles in höchster Qualität für alle an jedem Ort bereitzustellen, wird in der umlagefinanzierten GKV nicht möglich sein", so der PKV-Verbandschef.
Die Pläne, die zurzeit zur GKV-Sanierung kursieren, sehen anders aus. Fast alle lehnt die PKV ab:
Ÿ Das Fondsmodell: Wenn die Beiträge aller Versicherten erst zentral gesammelt und dann als Pauschalen an die Kassen überwiesen werden, fürchtet die PKV massenhafte Mitgliederverluste. Grund: Die Pauschalen würden deutlich geringer ausfallen als ihre risikoäquivalenten Prämien. Ihre Versicherten müssten draufzahlen - oder die Kasse wechseln.
Ÿ Die Angleichung der Vergütung: Wenn für die Behandlung von PKV- und GKV-Versicherten gleiches Honorar bezahlt würde, gäbe es weder für Ärzte noch für Patienten einen Unterschied zwischen den Versicherungssystemen. Deshalb lautet die Alternative der PKV, die Budgets im GKV-System aufzuheben und die Privat-Gebührenordnung weiterzuentwickeln. So könne Zwei-Klassen-Medizin verhindert werden.
Ÿ Die Portabilität der Alterungsrückstellungen: Bei einem Kassenwechsel individuell Rücklagen auszuzahlen, die im privaten Versicherungssystem für ganze Altersgruppen gebildet wurden, halten die PKV-Chefs für schlicht unmöglich. Dieser Wettbewerbsrahmen sei systemfremd.
Ÿ Eine Abschlagszahlung in den Risikostrukturausgleich: Die privaten Versicherungen in den Finanzausgleich der gesetzlichen Kassen einzubeziehen, hält Verbandschef Schulte für eine "unzumutbare Zusatzbelastungen" der PKV-Versicherten. Zum einen dürfe es einen Risikoausgleich nur innerhalb eines Systems wie der GKV geben, in dem keine risikoäquivalenten Beiträge erhoben werden. Und außerdem würden PKV-Versicherte mit höheren Honoraren und Preisen schon jetzt zur Solidarität mit GKV-Versicherten beitragen.
Ÿ Das Anheben der Versicherungspflichtgrenze: Wenn die Einkommensgrenze, ab der ein Angestellter die Wahl zwischen PKV und GKV hat, weiter angehoben wird, hätten Angestellte kaum noch die Wahl zwischen den Systemen. "Das würde den Wettbewerb zwischen PKV und GKV beenden", sagt Schulte.
Quelle: Hanno Kautz. Ärzte Zeitung 1.06.2006

+++ PKV-Finanzen werden von Behörde gelobt +++
Die deutsche Finanzaufsicht macht sich keine Sorgen über die Finanzlage der privaten Krankenversicherer (PKV). "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt rechnet die Aufsicht bei keinem Krankenversicherer mit einer wirtschaftlichen Schieflage", heißt es im Jahresbericht 2005 der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Auch bei einer denkbar ungünstigen Entwicklung der Finanzmärkte wären alle PKV-Gesellschaften nach Prüfungen der BaFin in der Lage, ihre Verpflichtungen bei ihren Versicherten und die gesetzlichen Anforderungen an das Eigenkapital zu erfüllen.
Quelle: Ärzte Zeitung 2.06.2006

++++ Rechtliches ++++

+++ Kasse darf Patienten nicht zum Arztwechsel auffordern +++
Medizinrechtler nennt Verhalten der Barmer rechtswidrig
Fordert ein Kassenmitarbeiter einen Patienten auf, den Arzt zu wechseln, weil dieser nicht an einem DMP teilnimmt, so handelt die Kasse rechtswidrig. Diese Auffassung vertritt der Medizinrechtler Dr. Bernd Halbe aus Köln in einer Expertise für den Ärztebund Medi.
Im vorliegenden Fall hatte eine Mitarbeiterin der Barmer Ersatzkasse eine Versicherte aus dem Neckar-Odenwald-Kreis über ein Disease-Management-Programm informiert.
Als die Kassen-Mitarbeiterin erfuhr, dass der behandelnde Arzt nicht an dem DMP teilnimmt, riet sie zum Wechsel des Arztes. Der Ärztebund Medi, dessen Mitglieder vielfach die Programme ablehnen, beauftragte den Medizinrechtler Dr. Bernd Halbe mit der Prüfung dieses Vorgangs.
"Beanstandungswürdig" ist dieser aus Sicht des Juristen deshalb, weil die Kasse kein Recht habe, den Versicherten zum Arztwechsel aufzufordern. So sei die Freiwilligkeit der Versicherten, an einem DMP teilzunehmen, ausdrücklich im SGB V (Paragraph 137 f Absatz 3 Satz 1) und in den DMP-Verordnungen festgehalten. Gerade die Freiwilligkeit solle das Recht der Patienten sichern, sich einen Arzt frei wählen zu können.
Zwar müssen Patienten vor der Einschreibung über Modalitäten, Mitwirkungspflichten und andere Inhalte des Programms informiert werden, doch zur Aufklärungspflicht der Kasse gehöre es nicht, den Versicherten zum Arztwechsel aufzufordern, heißt es in der Stellungnahme.
Außerdem berührten die Regelungen in Paragraph 137 SGB V nicht den Sicherstellungsauftrag der KV. Entsprechend gebe es für Vertragsärzte "keine unmittelbare oder mittelbare Pflicht, an derartigen DMP teilzunehmen".
Die Kasse dürfe nur darüber informieren, dass ein bestimmter Arzt nicht bei einem DMP mitmacht. "Welche Schlüsse jedoch ein Versicherter hieraus zieht, bleibt (...) ihm selbst überlassen", schreibt Halbe.
Quelle: Ärzte Zeitung 2.06.2006

++++ Praxismanagement ++++

+++ E-Card-Kosten bei monatlich etwa 100 Euro? +++
Die laufenden monatlichen Aufwendungen für den Betrieb der elektronischen Gesundheitskarte werden für Praxen zwischen 90 und 120 Euro liegen. Diese Prognose hat Jens Naumann, Geschäftsführer von DOCexpert, bei der ITeG IT-Messe & Dialog im Gesundheitswesen in Frankfurt gegeben.
Breitband-Internet-Anschluss (DSL), sichere Online-Verbindungen (VPN) und der neue Arztausweis, ohne den die E-Card nicht nutzbar sein wird - die Nutzung dieser Dienste werde insgesamt etwa diese Summe kosten, so die Annahme Naumanns.
Bisher ist geplant, dass Vertragsärzte Zusatzkosten für die E-Card, die über die Modernisierung der EDV-Anlagen hinausgehen, von den Krankenkassen über Transaktionsgebühren zurückbekommen - in Form eines noch nicht festgelegten Betrags unter anderem für jedes E-Rezept.
Quelle: Ärzte Zeitung 2.06.2006

+++ Gründung einer GmbH wird erleichtert +++
Das Bundesjustizministerium will mit der umfassendsten Reform des GmbH-Rechts seit über 25 Jahren Firmengründungen in Deutschland vereinfachen.
Das Stammkapital einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) werde künftig von 25.000 auf 10.000 Euro abgesenkt, die Eintragung ins Handelsregister beschleunigt, teilte Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) in Berlin mit. In der Bundesrepublik gibt es etwa eine Million GmbHs.
Zudem soll mit dem überarbeiteten Gesetz die Gesellschaftsform, die vor allem im Mittelstand genutzt wird, besser gegen Missbrauch geschützt werden. Bislang gebe es "Firmenbestatter", die in Krisenzeiten den Geschäftsführer entließen oder das Geschäftslokal dicht machten, um eine ordnungsgemäße Insolvenz zu verhindern, berichtete das Ministerium.
Der Vizechef der Unionsfraktion, Wolfgang Bosbach, warnte jedoch, die Neuregelung dürfe nicht zu einer Abwertung der bestehenden GmbH und damit zu einer "GmbH light" führen.
Quelle: Ärzte Zeitung 31.05.2006

Eine Telefon-Flatrate lohnt sich nur selten für Arztpraxen +++
Flatrates machen die Telekommunikation preiswert. Für Arztpraxen ist die Auswahl allerdings gegenwärtig noch ziemlich beschränkt. Denn die Internet-Telefonie birgt Sicherheitsprobleme und kommt deshalb für die Praxis kaum in Frage. Und die günstigen Flatrates fürs normale Telefonieren sind bei einigen Anbietern privaten Nutzern vorbehalten.
Internet-Gespräche sind nicht per Telefongeheimnis geschützt
Quelle: Thomas Hammer. Ärzte Zeitung 6.06.2006

++++ Europa ++++

+++ Einigung über Mahnverfahren in EU-Ländern +++
Das Eintreiben kleinerer Schuldbeträge im EU-Ausland, etwa bei Privathonoraren von Ärzten, wird einfacher. Die Justizminister der 25 EU-Staaten einigten sich auf eine Verordnung zu geringfügigen Forderungen.
Dabei geht es um Beträge bis 2000 Euro.
Quelle: Ärzte Zeitung 6.06.2006

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 93, Ausgabe 3 – August 2019
Wundbehandlung: Erfolgreiche Therapie chronischer Wunden im interdisziplinären Netzwerk
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Bundeskongress Chirurgie 2020

Bundeskongress Chirurgie vom 07. – 08. Februar 2020 im NürnbergConvention Center. Anmeldung, Programm, Seminare/Kurse
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Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...
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autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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