17.03.06: BAO-MAO-Aktuell 12/06

BAO-MAO-Aktuell; Nr. 12/06, vom 17. März 2006
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

                    ++++ Gesetzliche Krankenversicherung ++++

+++ Letzte Meldung: Einigung im Streit um ambulante Op +++
In Niedersachsen entspannt sich der Streit um die ambulanten Operationen: Fachärzte und ambulante Operateure erhalten von den Ersatzkassen 20,5 Millionen Euro zusätzlich; 1,8 Millionen Euro sind für ambulante Operationen vorgesehen.
Das ist der Kompromiss zwischen der KV Niedersachsen und den Ersatzkassen des Landes. Die Operateure hatten zuletzt aus Protest Patienten nur noch in Notfällen behandelt. Von den 20,5 Millionen Euro soll zudem unter anderen die Steigerungsrate der allgemeinen Löhne und Gehälter der Jahre 2004 bis 2006 beglichen werden.
Quelle: Ärzte Zeitung 17.03.2006

+++ 98,4 Prozent der Ärzte für Streiks an Unikliniken +++
Pressemitteilung Marburger Bund 15. März 2006
Mit einer deutlichen Mehrheit von 98,4 Prozent haben sich die Ärzte an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern bei den zweitägigen Urabstimmungen des Marburger Bundes (MB) für Streiks ausgesprochen.
Der Marburger Bund rechtfertigte die Gehaltsforderung der Ärzte mit massiven Einkommenseinbußen der vergangenen Jahre. „Herr Möllring hat uns durch die Kürzung des Weihnachtsgeldes, die Streichung des Urlaubsgeldes, die Erhöhung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich und durch die systematische Nichtvergütung millionenfacher Überstunden bereits weit über 30 Prozent der Gehälter gestohlen“, so Ehl an die Adresse des TdL-Vorsitzenden.
http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/presse/pressemitteilungen/pm2006/pm15_06.php


+++ Statement des Präsidenten der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, zu dem Ergebnis der Urabstimmung des Marburger Bundes: +++
Schluss mit Ausbeutung im Krankenhaus
Der Streik der Krankenhausärzte zeigt unmissverständlich, dass mit der Ausbeutung im Krankenhaus Schluss sein muss. Wenn 98,4 Prozent der im Marburger Bund organisierten Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern für einen unbefristeten Streik stimmen, dann ist das ein in der deutschen Sozialgeschichte einmaliges Alarmsignal. Wer in der Politik jetzt nicht die Zeichen der Zeit versteht, treibt die Ärzte aus der Patientenversorgung.
Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und unbezahlte Überstunden in Millionenhöhe dürfen nicht länger Grundlage ärztlicher Arbeit im Krankenhaus sein. Die Bundesärztekammer unterstützt deshalb ausdrücklich den Kampf des Marburger Bundes für bessere Arbeitsbedingungen und eine leistungsgerechte Vergütung der Ärzte.
http://www.bundesaerztekammer.de/25/15Reden/Aktuelles/45Streik.html


+++ DKG zu den geplanten Streiks an Universitäts- und Landeskliniken +++
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat vor einem großflächigen Zusammenbruch der Patientenversorgung für den Fall eines Arbeitskampfes an Kliniken in Deutschland gewarnt. Hintergrund ist der Aufruf der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) zu Streiks von Ärzten an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern ab dem 16. März 2006. DKG-Präsident Dr. Rudolf Kösters: „Wenn die 22.000 an Universitäts- und Landeskliniken beschäftigten Ärzte in einen unbefristeten Ausstand treten, wird die Krankenhausversorgung an diesen Standorten zusammenbrechen“.
http://www.dkgev.de/dkgev.php/cat/35/aid/1630/title/Arbeitsniederlegungen+lassen+Patientenversorgung+zusammenbrechen


+++ Zahlen und Fakten zur Situation von Krankenhausärzten +++
Einkommen
Junge Klinkärzte im öffentlichen Dienst erzielen im Durchschnitt ein monatliches Nettoeinkommen von 1.978 Euro, für alle Ärzte sind es 3.093 Euro. Im Vergleich dazu verdienen sonstige Akademiker unter 35 Jahren im öffentlichen Dienst lediglich 1.678 Euro, alle anderen Akademiker des öffentlichen Dienstes 2.552 Euro. Das Gehaltsniveau aller Klinikärzte liegt um 21,2 Prozent über dem der übrigen Akademiker im öffentlichen Dienst. Die Einkommen der Klinikärzte liegen sowohl absolut als auch pro Stunde deutlich über dem Niveau der anderen Akademiker im öffentlichen Dienst.
Tarifvertrag öffentlicher Dienst
So verdient ein Berufsanfänger im ersten Jahr gemäß TVöD knapp 4.200 Euro brutto im Monat (3.060 Euro Monatsentgelt einschließlich 1.100 Euro Bereitschaftsdienstvergütung). Ein erfahrener Assistenzarzt kommt auf 5.100 Euro Brutto-Monatsgehalt. Der Facharzt im Krankenhaus erzielt monatlich knapp 6.300 Euro brutto.
http://www.dkgev.de/pdf/1093.pdf


+++ Aufruf des BAO zur Demonstration am 24. März 2006 in Berlin +++
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Der erste Protesttag am 18.1. hat ein Signal gesetzt. Mehr als 22.000 Ärzte haben in Berlin und in der gesamten Republik gegen die unhaltbaren Zustände des Gesundheitssystems protestiert. Sie haben gegen Rationierung, Mangelversorgung und unzumutbare Bürokratie demonstriert. Vor allem haben sie für den Erhalt einer hochwertigen, wohnortnahen und flächendeckenden Versorgung ihrer Patienten demonstriert. Das Echo in der Medienlandschaft und bei der Politik war eindrucksvoll. Man hat gesehen, dass Ärzte keine willfährige Masse sind, die nach Belieben in staatliche Repression genommen werden können. Aber: Die Politik hat sich vom ersten Schrecken schnell erholt und versucht, unbeeindruckt wieder in gewohntes Fahrwasser zurückzukehren.
Das werden wir nicht zulassen. Der Protest hat nichts an Aktualität verloren. Die Argumente sind unverändert richtig. Die notwendige Reform ist nach wie vor auch nicht im Ansatz zu erkennen.
Deshalb gehen wir am 24.3. erneut auf die Straße.
Kommen Sie alle am 24.3. nach Berlin
Demonstrieren Sie gegen die Zwänge, die unsere Arbeit behindern
Demonstrieren Sie für die Freiheit unserer Patienten, von uns so behandelt zu werden, wie es notwendig ist.
Zeigen Sie Geschlossenheit, denn nur ein unüberhörbarer Protest von Zehntausenden zeigt Wirkung.
Bringen Sie Ihr Praxispersonal mit und fordern Sie auch Ihre Patienten auf, sich dem Protest anzuschließen, denn schließlich geht es um deren zukünftige Versorgung.
Dr. Jörg-A. Rüggeberg, Präsident des BAO


+++ Klinik macht beim OP-Stop mit +++
Die ambulanten Operateure in Niedersachsen, die nicht mehr unter einem Punktwert von 5,11 Cent operieren wollen, bekommen Unterstützung von Seiten der Kliniken: Auch das Diakoniekrankenhaus Rotenburg will ambulante Operationen nur noch gegen Kostenübernahmeerklärung der Krankenkassen erbringen.
Quelle: Ambulante Chirurgie, 10. Jahrgang, Heft 1/2006


+++ Ist der körperschaftliche Status der KVen ein Hindernis? +++
Leonhard Hansen: "Die KV ist ein Schutzraum für Ärzte im entfesselten Wettbewerb"
Es war zu allen Zeiten schwierig, den Status der Körperschaft mit dem Auftrag der Interessenvertretung im Gleichgewicht zu halten. Mittlerweile ist diese Balance durch eine maßlose Intervention der Politik strukturell gestört. Sollte die Regierung an diesem Kurs festhalten, könnte unsere Akzeptanz bei den Kollegen schon bald eine kritische Masse unterschreiten. Dann hätte sich die körperschaftliche Variante von ärztlicher Teilhabe und Mitbestimmung in der Tat - und zum Schaden aller - überlebt.
Ekkehard Ruebsam-Simon: "Die kastrierte Selbstverwaltung hat keinen Mut zum Widerstand"
Ja, als halbstaatliche Struktur, die an die Weisungen des Sozialministeriums gebunden ist, wird die KV zur staatlichen Exekutionsbehörde gesundheitspolitischer (Fehl-) Entscheidungen. Dies gilt insbesondere für das Kerngeschäft, die Honorarverteilung. War früher der Terminus "angemessene Vergütung" sozialrechtlich abgesichert, so wurde dies inzwischen aus dem SGB V gestrichen - die KV erwartet von ihren Zwangsmitgliedern ein pflichtgemäßes Verhalten, das sie eventuell berufs- oder disziplinarrechtlich durchsetzt, ohne dass die dazu nötigen Grundlagen, nämlich betriebswirtschaftliche Kalkulation bei angemessener Arbeitszeit, vorliegen würde. Hier liegt ein Systemversagen der ärztlichen Selbstverwaltung vor, die diese drängenden Rechtsfragen nicht geklärt hat. Interessenvertretung meint ein politisches Mandat, das die Körperschaften abgelehnt haben, als sie es noch hatten. Heute ist dieses Mandat mit der so genannten Professionalisierung der Selbstverwaltungen endgültig wegrationalisiert worden.
Quelle: Ärzte Zeitung 13.03.2006


+++ "Jeder Monat mehr kostet 120 Millionen" +++
Das Gesetz für mehr Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung (AVWG) kann nicht wie vom Bundestag beschlossen am 1. April in Kraft treten. Der Bundesrat hat das Gesetz am Freitag (10. März) an den Vermittlungsausschuss überwiesen. Die AOK hat den Ausschuss aufgerufen, rasch über das Arznei-Sparpaket zu entscheiden. "Jeder Monat Verzögerung kostet die Beitragszahler der Kassen rund 120 Millionen Euro, weil die vorgesehenen und dringend notwendigen Einsparungen ausbleiben" sagte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Hans Jürgen Ahrens, am Freitag in Bonn.
Quelle: http://www.aok-bv.de/


+++ "Kaputtsparen führt zu Demotivation" +++
"Das deutsche Gesundheitswesen entwickelt sich mehr und mehr zu einem System der staatlichen Mangelverwaltung auf Kosten der Gesundheit der Patienten und der Beschäftigten in der ambulanten und stationären Versorgung", warnten die Vertreter der rund 40 Verbände in der Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen, die gestern in Berlin zu ihrer 18. Sitzung seit 1989 zusammen kamen. Der permanente Kosten- und Wettbewerbsdruck in der gesetzlichen Krankenversicherung werde seit Jahren auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen und führe zu Rationierungen in der Patientenversorgung.
Quelle: http://www.arzt.de/Aktuelles/20060315/200603151.html


+++ Die Lösung: Kostenerstattung! +++
Warum eine praktikable, EU-konforme Kostenerstattung die Lösung für viele Probleme im Deutschen Gesundheitswesen bedeutet:
Ø die Kostenerstattung führt zu einem nachhaltigen Bürokratieabbau bei den Kassenärztlichen Vereinigungen
Ø die Kostenerstattung fördert einen fairen Wettbewerb unter den Krankenkassen und bei den Ärzten
Ø die Kostenerstattung stärkt die Eigenverantwortung bei den Patienten
Ø die Kostenerstattung ermöglicht eine leistungsgerechte Bezahlung für ärztliche Leistungen
Ø die Kostenerstattung zeigt die Transparenz und Wirtschaftlichkeit der abgerechneten ärztlichen Leistungen
Ø die Kostenerstattung macht Wirtschaftlichkeits- und Plausibilitätsprüfungen überflüssig

Außerdem wäre ein Großteil der Praxisbürokratie dann wieder dort, wo sie hingehört: bei den Gesetzlichen Krankenkassen! Und für genügend "Verwaltung" haben diese ja bereits wohlweislich vorgesorgt: Trotz sinkender Bevölkerungszahlen stiegen bei den Gesetzlichen Krankenkassen die Verwaltungskosten von gut 5 Milliarden Euro (1991) auf sage und schreibe über 10 Milliarden Euro im Jahre 2004 (Quelle: BMGS P25).
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
GenoGyn Rheinland
http://www.genogyn-rheinland.de/content_gg/cont_10029.februar.php


+++ Schade, Frau Schmidt, ... +++
... dass Sie nicht GKV-Patientin sind. Denn als Mitglied einer Gesetzlichen Krankenkasse hätten Sie laut einer Meldung der Zeitschrift BRIGITTE ("Wellness auf Rezept") sonst Anspruch auf einen Zuschuss von bis zu 150 Euro pro Jahr für bestimmte Beauty- und Wellness-Reisen, die offiziell dann natürlich "Präventionsreisen" genannt werden. Ihrem Standing als SPD-Bundesministerin entsprechend hätten wir auch schon einen Vorschlag für Sie: z.B. das Fünfsternehotel Hotel & Spa in Warnemünde oder das Viersternehotel Hotel & Beautyfarm in Bad Salzelmen.
Besonders praktisch: Beauty24 http://www.beauty24.de übernimmt die Abwicklung mit der Krankenkasse. "Also", so BRIGITTE, "keine Bürokratie, sondern pure Erholung".
Quelle: http://www.genogyn-rheinland.de/content_gg/cont_10029.februar.php


+++ Auch Ärzte in Hannover protestieren weiter +++
Nach dem Aktionstag am 24. März sollen Praxen eine Woche geschlossen bleiben / Ärzte sammeln für Kampfkasse
Hannovers Ärzte bleiben dran. Etwa 400 Kollegen aus der Region der niedersächsischen Landeshauptstadt wollen im Anschluss an den Aktionstag am 24. März ihre Praxen für eine Woche schließen. Das haben sie mit nur drei Gegenstimmen auf einer Informationsveranstaltung der KV Niedersachsen am vergangenen Freitag in Hannover beschlossen.
Der Streik ist nur ein Teil des geplanten Aktionsprogramms. "Wir werden aus den DMP-Verträgen und den Hausarztverträgen aussteigen, wir werden die Besuche der Pharmareferenten einschränken, und wir werden eine Woche streiken", fasste Hausarzt Axel Brunngraber aus Hannover die Aktionen zusammen.
Die Ärzte wollen Gruppen von je fünf Praxen bilden, von denen je Streiktag nur eine geöffnet haben wird, um die Notversorgung zu gewährleisten. Außerdem gründeten die Ärzte eine Kampfkasse, um etwa Zeitungsannoncen finanzieren zu können. "Wir werden bald 35.000 Euro gesammelt haben", sagte Brunngraber, "die Basis wehrt sich. Wir sind nicht Angestellte in ambulant-medizinischen Kettenbetrieben. Wir sind Ärzte."
Quelle: Ärzte Zeitung 16.03.2006


+++ Umfrage belegt Frust der Kollegen +++
Das Stimmungsbild ist eindeutig: Mehr als 86 Prozent der Kollegen, die bei der EBM-Bilanz-Umfrage der "Ärzte Zeitung" mitgemacht haben, bewerten nach einem Jahr den EBM 2000plus negativ.
Die Resonanz auf die große EBM-Umfrage war überwältigend. Mehr als 4100 Kollegen haben den Fragebogen der "Ärzte Zeitung" genutzt, um ihre Meinung über den neuen EBM zu äußern.
Das Gesamtbild, das aus der nicht repräsentativen Umfrage entsteht, ist dabei unmissverständlich. Der Frust über die Kassenabrechnung ist in vielen Praxen groß.
Dafür gibt es offenbar zwei Hauptgründe: Zum einen klagen viele antwortende Kollegen darüber, dass der Zeitaufwand für die Abrechnung durch den neuen EBM erheblich größer geworden ist. Zum anderen fragen sich die meisten, warum diese arbeitsintensive Umstellung überhaupt nötig war, wenn sich das Kassenhonorar dadurch nicht spürbar verbessert hat.
KBV-Pressesprecher Roland Stahl weiß um den Frust in vielen Arztpraxen: "Durch den neuen EBM ist kein neues Geld ins System gekommen. Der EBM hat die zu knappen Mittel nur neu verteilt. Es ist selbstverständlich, dass mit den Auswirkungen dieser Neuverteilung niemals alle zufrieden sein können."
Quelle: Ärzte Zeitung 16.03.2006


+++ "Arzneispargesetz könnte Mitte Mai in Kraft treten" +++
Das neue Arzneispargesetz wird nach Ansicht von Gesundheits-Staatssekretär Klaus Theo Schröder etwa Mitte Mai in Kraft treten können.
Im Vermittlungsausschuss werde das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) am 8. April beraten, sagte Schröder gestern bei einer "Handelsblatt"-Veranstaltung in Frankfurt. Zu Änderungen des Gesetzes durch das Vermittlungsverfahren werde es aber nicht kommen: Der Einspruch der Länder sei keine "politische Option", die Erfolg haben werde, sagte Schröder.
Quelle: Ärzte Zeitung 16.03.2006


+++ Offener Brief: Schmidt gegen Deutsches Ärzteblatt +++
Dicke Luft herrscht zwischen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und dem Deutschen Ärzteblatt. Schmidt wirft dem Blatt vor, „aus vordergründigen Erwägungen“ ihren „Offenen Brief“ nicht als Anzeige veröffentlicht zu haben.
Der „als Anzeigenauftrag verpackte Offene Brief“ sei erst, so der Verlag, „weit nach Anzeigenschluss im Verlag eingegangen“. Grundsätzlich veröffentliche das Deutsche Ärzteblatt ohnehin keine Anzeigen mit politischem Inhalt. Ausnahmen würden von den Herausgebern geprüft.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst 13. März 2006 Nr. 22/2006, 9


+++ Ulla Schmidt: Offener Brief an die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte +++
Sehr geehrte Damen und Herren,
von Seiten der Ärzteschaft wurde besonders die ethische Vertretbarkeit des Gesetzes (AVWG d.Red.) angezweifelt. Diesen Vorwurf weise ich aus mehreren Gründen zurück. Es ist nicht vertretbar, Versichertengelder unwirtschaftlich einzusetzen und Gelder für Leistungen auszugeben, die in gleicher Qualität auch günstiger zu haben sind.
Die medizinische Versorgung der Patienten leidet darunter in keiner Weise. Es ist im Interesse aller Beteiligten, wenn mit den vorhandenen Mitteln effizient umgegangen wird. Dem verordnenden Arzt darf es nicht zu viel sein, so zu handeln wie Millionen Menschen jeden Tag handeln: sich bei gleicher Qualität für das günstigere Produkt zu entscheiden. Viele Ärzte tun dies bereits, aber die erneut um 15 % gestiegenen Kosten im Januar 2006 zeigen, dass Handlungsbedarf besteht und die Ärzteschaft umfassender den Aspekt der Wirtschaftlichkeit berücksichtigen muss.
Quelle: http://www.bmg.bund.de/cln_040/nn_599776/sid_84A80043D8F48D4BA24DF99310A9AFAD/DE/Presse/Pressemitteilungen/Presse-BMG-1-2006/pm-10-03-06,param=.html__nnn=true

                     ++++ Praxismanagement++++

+++ Großeinsatz für 300-Kilo-Mann +++
Mit einem Kranwagen musste die Feuerwehr Hannover in der Nacht zum Dienstag einen extrem übergewichtigen Mann aus seiner Wohnung hieven. Der nach eigenen Angaben 300 Kilogramm schwere Mann hatte einen Schwächeanfall erlitten, teilte die Feuerwehr gestern mit.
Erst ein 60-Tonnen-Kran mit Rettungskorb konnte die Last des Mannes tragen. Ein Spezialfahrzeug für den Transport übergewichtiger Personen brachte ihn in die Medizinische Hochschule. Nach über drei Stunden hatten 35 Feuerwehrleute, drei Rettungsassistenten und ein Notarzt den Einsatz bewältigt.
Quelle: Ärzte Zeitung 15.03.2006


+++ Desinfektion von US-Vaginalsonden! +++
In einem Schriftwechsel zwischen dem GenoGyn-Mitglied Dr. A. Maucher aus Hürth und Prof. Dr. F. Daschner (Freiburg) wurde die Desinfektion von Ultraschall-Vaginalsonden thematisiert. Da die neuerliche Einstufung der Sonden als "Endoskope der Risikoklasse II" eine 10-minütliche Flüssigkeitsdesinfektion verlangt, schreibt Maucher sinngemäß und richtigerweise, dass so eine unsinnige Vorschrift nur einem "Theoretiker" hätte einfallen können.
Denn, so fragt er zu Recht, "... worin besteht im Kontaminationsrisiko der Unterschied zwischen einer Vaginalsonde mit übergestreiftem Kondom und den Untersuchungshandschuhen des Arztes?"
Kommentar: Bürokratenunsinn der Klasse II . - Grundschule natürlich!
Quelle: http://www.genogyn-rheinland.de/content_gg/cont_10028.januar.php


+++ Radiologische "Fachkräfte"! +++
Nach einer Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom 25.11.2005 können beim Mammographie-Screening, um "Versorgungsengpässe zu vermeiden", zukünftig auch Arzthelferinnen und Arzthelfer ohne Fachkunde im Strahlenschutz die Mammographie-Aufnahmen erstellen ...
Das ist "KBV-Qualität". Vorschlag: Einsatz von ABM- oder von 1-Euro-Kräften. Einfach Kittel überziehen und dann ran an die Brust.
Quelle: http://www.genogyn-rheinland.de/content_gg/cont_10028.januar.php


+++ Online-Liste mit etwa 2500 Ärzten, die koloskopieren +++
Bürger, die an der Darmkrebs-Vorsorge teilnehmen wollen, können sich im Internet einen Spezialisten mit Abrechnungsgenehmigung für die Vorsorge-Koloskopie suchen. Berechtigte Ärzte haben die Möglichkeit, sich dort kostenlos listen zu lassen.
Unter http://www.darmspezialisten.de werden derzeit etwa 2500 zur Koloskopie berechtigte Ärzte im gesamten Bundesgebiet gelistet. Die Arztsuche ist zum Beispiel per Postleitzahl möglich. Die aufgeführten Ärzte werden mit Adresse und Kontaktdaten inklusive Routenplaner, Fach- und Spezialgebieten aufgeführt (kostenloser Grundeintrag).
Quelle: Ärzte Zeitung 13.03.2006 http://www.darmspezialisten.de/index.php?on=10

                   ++++ Allgemeines ++++

+++ Deutschland mit weltweit niedrigster Kinderzahl +++
Deutschland hat weltweit die niedrigste Kinderzahl je 1000 Einwohner. Das hat eine Erhebung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung ergeben.
Statistisch gesehen bringt hierzulande jede Frau nur noch 1,36 Kinder zur Welt.
Damit hat die Geburtenrate den Tiefstand des letzten Kriegsjahres 1945 erreicht. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung Berlin-Institut am Mittwoch bei der Vorstellung der Untersuchung "Die demographische Lage der Nation". Die negative Entwicklung nehme an Geschwindigkeit noch zu. Bis 2050 werde die Zahl der in Deutschland geborenen Kinder schätzungsweise nur noch halb so groß sein wie heute.
Quelle: http://portale.web.de/Schlagzeilen/Gesellschaft/


+++ Geburtenrückgang verläuft dramatisch +++
Die Zahl der Geburten ist in Deutschland im vorigen Jahr so stark gesunken wie seit 15 Jahren nicht mehr. Wie die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf Prognosen des Statistischen Bundesamtes berichtete, kamen 2005 weniger als 676.000 Kinder zur Welt.
Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von gut 4,2 Prozent. Damals waren es 706 000 Neugeborene. Selbst im Nachkriegsjahr 1946 waren es noch 922 000 Geburten. Im Vergleich zum Jahr 1964, als in der Bundesrepublik und in der DDR mit insgesamt 1,357 Millionen Kindern ein Geburtenrekord erreicht wurde, hat sich die Zahl der Babys sogar halbiert.
Quelle: Ärzte Zeitung 15.03.2006

        ++++ Termine / Kongresse ++++
+++ BAO-Kongress Berlin +++
Gemeinsam Stärke zeigen in Berlin - BAO
Samstag, den 27.05.2006, Kaisersaal am Potsdamer Platz
http://www.operieren.de/content/e3247/e7791/index_ger.html


+++ XVI. Symposium 2006 für Ambulante Gynäkologische Chirurgie +++
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische und Geburtshilfliche Endoskopie und des Velener Arbeitskreises Ambulantes Operieren (VAAO)
19. bis 21. Mai 2006 ELYSEE Hotel Hamburg, Rothenbaumchaussee 10, 20148 Hamburg
http://www.vaao.de/ger_symposium.html

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren - BAO
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 93, Ausgabe 3 – August 2019
Wundbehandlung: Erfolgreiche Therapie chronischer Wunden im interdisziplinären Netzwerk
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Bundeskongress Chirurgie 2020

Bundeskongress Chirurgie vom 07. – 08. Februar 2020 im NürnbergConvention Center. Anmeldung, Programm, Seminare/Kurse
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Helmsauer Gruppe

Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...
+ Kompetenz aus jahrzehntelanger Erfahrung + Spezialisierung auf Ihre Bedürfnisse + Mehrwerte über exklusive Rahmenverträge
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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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