24.05.06: BAO-MAO-Aktuell 22/06

Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten
von Professor Brökelmann

++++ Gesetzliche Krankenversicherung ++++

+++ Größte Ärztedemonstrationen am 19. Mai 2006 +++
Auszüge aus der Ärzte Zeitung vom 23.05.2006:
+ 40.000 demonstrieren: Wir geben nicht nach! +
Mit der größten Demonstration in der Nachkriegsgeschichte haben Ärzte am vergangenen Freitag den Druck auf Gesundheitspolitiker erhöht.
"Die Ärzte sind nicht mehr bereit, die Unterfinanzierung des Gesundheitswesens durch unbezahlte Mehrarbeit zu kompensieren", sagte Dr. Andreas Crusius, Vize-Chef der Bundesärztekammer, vor 25.000 Demonstranten in Berlin.
+ Eine Demonstration der Geschlossenheit +
25.000 Ärzte, Arzthelferinnen und Patienten protestieren am Brandenburger Tor / Jetzt sollen neue Protestformen erprobt werden / Regionale Praxisschließungen geplant
Es ist das dritte Mal in kurzer Zeit, dass die Niedergelassenen in Berlin ihrem Unmut über Budgetierung und Bürokratie Luft gemacht haben.
+ Baumgärtner: Treten Sie in die Verbände ein, die den Protest tragen +
"Es ist etwas faul in Deutschland, wenn die Kassen-Verwaltung soviel kostet wie die hausärztliche Versorgung.“
“Politiker setzen auf unsere Uneinigkeit und wollen Ärzte oder Arztgruppen einkaufen. Aber die Politik hat die Rechnung ohne uns gemacht. Mein Appell: Treten Sie in die Verbände ein, die die Proteste unterstützen. Denn die Aktionen sind kein Selbstläufer."
+ Montgomery: 2006 wird in die Geschichte der Ärzteschaft eingehen +
"Wir sind in einem schnellen Brüter der Solidarität. Wir werden immer schlagkräftiger. Dieses Frühjahr 2006 wird in die Geschichte der Ärzteschaft eingehen. Weil wir angefangen haben, uns zu emanzipieren. Weil wir die Fesseln abstreifen, die uns die Politik angelegt hat. (...)
Was die Lernfähigkeit von Politik betrifft, habe ich negative Erfahrungen gemacht. Wir bekommen unsittliche Angebote, die ärztliche Arbeit wird sogar abgewertet. (...)
Auf Grundlage des von uns abgelehnten Angebotes, will Verdi jetzt die Ärzteschaft verkaufen. Die Arbeitgeber habe ich gewarnt: Wenn ihr mit Verdi abschließt, dann beginnt ein Flächenbrand. Dann streiken alle Unikliniken."
(...) Diese Solidarität, die wir jetzt spüren, das Gefühl des Frühjahrs 2006 wird weit über diesen Tag hinaustragen. Jeden Tag werden wir mächtiger. Jeden Tag werden wir kräftiger. Jeden Tag werden wir selbstbewusster. Das wird die Politik merken. (...)
Ich bringe die Solidarität der Krankenhausärzte und ich nehme die Solidarität der niedergelassenen Kollegen wieder mit. Wir werden uns brauchen."

+++ Ekkehard Ruebsam-Simon: Rede zum dritten nationalen Protesttag der deutschen Ärzte in Berlin 19.5.2006 +++
(...) viele von uns niedergelassenen Ärzten wissen offenbar noch nicht, dass sie de facto zu GKV-Sklaven geworden sind, sie hängen buchstäblich von Quartal zu Quartal am GKV-Tropf… – und versuchen palliativ, ein unhaltbares System durch ihre unbezahlte Zusatzarbeit zu reanimieren bzw. dessen nahen Tod zu verzögern.
Ich rufe zuerst zur Solidarität auf für uns baden-württembergische Ärzte: Wir schreiben massenhaft seit drei Monaten keine neuen DMP-Patienten mehr ein, da wir die Kassen dazu zwingen wollen, endlich ernsthafte Verhandlungen über einen festen Punktwert von 5,11 €- Cent zu führen.
Der nächste Schritt folgt ab 1. Juli: wir werden alle laufenden DMPs kündigen ...Wir sind als Ärzte keine Vollstreckungsbeamten für zweifelhafte und in ihren Folgekosten und Kollateralschäden nicht abschätzbare Bürokratiemonster… Friert die DMPs ein!!!
Die 5,11 €-Cent Punktwert sind eine eminent politische Forderung, da sie genau das verlangen, was uns zusteht und da sie den Wortbruch der Kassen bei den EBM 2000 plus-Verhandlungen offenbar machen – gebrochen wie die meisten Versprechen. Wir wollen erst einmal das haben, was uns zugesagt wurde!!! Das bedeutet nebenbei 25 Prozent mehr Geld für die ärztlichen Honorare.
Unsere ambulanten Operateure werden ab 1. Juli die Patienten zur Kasse schicken zwecks Kostenerstattung – wenn sie die zugesagten 5,11€Cent nicht bekommen…Das betrifft dann auch mittelbar die Anästhesisten… Unterstützt diese Ärztinnen und Ärzte!
Es geht zurzeit nämlich schlicht um die entscheidende Machtfrage: Wer darf im System entscheiden, wer hat die Definitionsgewalt über medizinische Leistungen und Tätigkeiten, über ihre Qualität und Bewertung? Sind das wir oder die Kassen? Wollen wir denn wirklich einen Kassenstaat mit subalternen Bürokraten-Regularien?
Kostenerstattung und Erhalt der Privaten Kranken-Versicherung sind zwei Seiten der gleichen Medaille: sie sorgen für Klarheit und Transparenz in einem völlig undurchsichtigen Sachleistungssystem. Nur mit einem System, das demographiefest ist, und das ist sicher nicht das Sachleistungssystem, können wir die Zukunft gewinnen.
... die entscheidende politische Zielsetzung die wir für die Ärzteschaft verfolgen, ist der langfristige Ausstieg aus dem maroden und insolventen GKV-System.
Mit dieser Grundentscheidung werden die Würfel fallen für ein freies System für freie Ärzte – wir sind nicht bereit, uns lächelnd enteignen und entsorgen zu lassen von Politikern, die nicht verstehen, was sie tun und von Krankenkassenstrategen, deren Perspektive am Geldbeutel ihrer Organisation endet…
Wir werden hier allerdings mit Sicherheit nicht alle mitnehmen können – das wissen wir und bedauern wir.
Ich grüße hier unsere Kolleginnen und Kollegen an den Krankenhäusern, die für dieselben Ziele wie wir kämpfen: für eine humane Medizin zu würdigen Bedingungen.
Wir sind freiwillig-ungewollt Sklaven dieses Systems geworden, ausbeutbar und gefügig auch den unsinnigsten Forderungen von Politik und Kassen gegenüber. Mit dem Bild des freien Arztes, stolz in seinem Wissen und Können, hat das oft nichts mehr gemein. Ändern wir dieses Bild nachhaltig und eindrücklich durch unseren Protest und insbesondere unsere konkreten Maßnahmen, die wir beschließen werden. Nur dann werden wir eine würdige Zukunft haben! Wir werden dieses System verlassen, wenn Politik und Kassen nicht einlenken – denn wir sind von ihm schon verlassen worden“!
Quelle: http://www.buschtelefon.de/

+++ "Wir sind mit deutschen Ärzten solidarisch!" +++
Frankreichs niedergelassene Ärzte zeigen Flagge und sind solidarisch mit deutschen Kollegen: Eine Delegation französischer Ärztefunktionäre hat das bei der Großdemonstration am Freitag in Berlin unmissverständlich klargestellt.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.05.2006

+++ Erfahrungen von Kieferorthopäden zeigen, wie Kassen auf einen kollektiven Zulassungsverzicht reagieren +++
So populär der Ruf nach kollektiven Zulassungsverzicht durch Vertragsärzte oder ganze Arztgruppen auch ist: Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass dieser Schritt mit erheblichen finanziellen Risiken einhergeht. Dies berichtet der Kieler Rechtsanwalt Frank Schramm, der Kieferorthopäden aus Niedersachsen berät. Kassen versuchen einer Gruppe von etwa 40 Kieferorthopäden, die nun außerhalb des GKV-Systems arbeiten, das Leben so schwer wie möglich zu machen. Den Vergütungsanspruch in Höhe des einfachen GOÄ-Satzes mussten sich viele Ärzte erst vor Gericht erstreiten. Aber auch dann ist es schwer für die Betroffenen, ihre Ansprüche gegen die Kassen auch durchzusetzen.
Quelle: Anja Krüger. Ärzte Zeitung 23.05.2006

+++ Zahl der MVZ steigt deutlich auf 420 Einrichtungen +++
Die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren ist im ersten Quartal um 23 Prozent auf 420 gestiegen. Darin arbeiten 1648 Ärzte, das sind 353 mehr als Ende vergangenen Jahres.
980 Ärzte, also weit mehr als die Hälfte, arbeiten im Angestelltenstatus. Wichtigste Träger nach Angaben der KBV sind Vertragsärzte mit einem Anteil 68,6 Prozent und Krankenhäuser mit 28,1 Prozent.
(...) Kliniken kaufen gegenwärtig aktiv Kassenarztzulassungen und können die Investitionen über die so genannte duale Finanzierung, das heißt mit Staatszuschüssen, bezahlen.
KBV-Chef Andreas Köhler fordert deshalb eine Finanzierung der Krankenhäuser nur aus einer Quelle, um den Wettbewerbsnachteil der niedergelassenen Fachärzte auszugleichen.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.05.2006

+++ Hartmannbund-Pressemeldung (22.05.2006): Scharfe Kritik an SPD-Fraktionsvorsitzendem +++
Mit ungewöhnlicher Schärfe hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Kuno Winn, auf Äußerungen des SPD Fraktionsvorsitzenden Struck reagiert, auch bei Ärzten sei im Gesundheitssystem noch Speck abzubauen und die Politik müsse dabei Mut vor Fürstenthronen zeigen.
Angesichts der objektiven Lage sei eine solche Äußerung eine gezielte Provokation mitten hinein in eine Ärzteschaft, die um ihre Existenz und die Aufrechterhaltung der Versorgung ihrer Patienten kämpft
Quelle: http://www.hartmannbund.de/main.php?acthttpion=voll&id=1224

+++ Zehn Milliarden Euro Minus? +++
Karl Lauterbach prognostiziert hohes Kassendefizit
Das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen könnte kommendes Jahr noch größer ausfallen, als bisher vermutet. Davon geht der SPD-Abgeordnete Professor Karl Lauterbach aus.
Quelle: Ärzte Zeitung 17.05.2006

+++ Höhere Beiträge oder reduzierte GKV-Leistungen? +++
Bevölkerungsbefragung ergibt kein einheitliches Bild
Bei einer Grundsatzentscheidung über die zukünftige Gestaltung des Gesundheitswesens ist die Bevölkerung offensichtlich gespalten: 43 Prozent wünschen, dass die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht weiter gekürzt werden, selbst wenn dafür die Beiträge steigen.
Dagegen wollen 41 Prozent für konstante Beiträge Einschnitte in den Leistungskatalog in Kauf nehmen. Das hat eine aktuelle repräsentative Umfrage von tns infratest im Auftrag der Continentale Krankenversicherung ergeben.
Quelle: Ärzte Zeitung 19.05.2006

+++ Hartmannbund gegen Einführung der E-Card +++
Der Hartmannbund in Nordrhein fordert Politik und Krankenkassen auf, die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zu stoppen.
"Die geschätzten Kosten der Einführung von bis zu 4,5 Milliarden Euro stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen", heißt es in einer von der Landesdelegiertenversammlung verabschiedeten Resolution.
Die Kosten dürften auf keinen Fall aus vertragsärztlichen Mitteln finanziert werden. Außerdem seien die datenschutzrechtlichen Probleme der Karte nicht gelöst. Zuvor hatte bereits die Vertreterversammlung der KV Westfalen-Lippe eine Resolution gegen die E-Card verabschiedet
Quelle: Ärzte Zeitung 19.05.2006

+++ Positivliste: Als Vereinbarung der Selbstverwaltung +++
Für eine Positivliste hat sich der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, der selbst Arzt ist, ausgesprochen. Allerdings dürfe es sich nicht um eine staatliche Reglementierung handeln.
Nach Ansicht Böhmers sollten sich die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) „für ihren Bereich facharztspezifisch auf eine Liste einigen und sagen, über diese Liste einigen wir uns mit den Kassen“. Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wiederum könnten dann über Mengenrabatte mit den pharmazeutischen Firmen reden.
Für eine Positivliste hat sich auch der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, ausgesprochen. Dann wüssten Arzt und Patient ganz genau, auf welche Medikamente sie Anspruch hätten. Das schaffe klare Verhältnisse und „legt auch mögliche Rationierung offen“.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 22. Mai 2006, Nr. 41/2006, 12-13

+++ Korruption: Fehlverhalten Einzelner nicht verallgemeinern +++
Im Zusammenhang mit dem Vorwurf von Transparency International Deutschland, das deutsche Gesundheitswesen sei stark von Korruption geprägt, verweist der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) auf die von seinen Mitgliedern selbst initiierten Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung.
Die deutsche Fassung des „Global Corruption Report“, die unter dem Titel „Jahrbuch Korruption – Schwerpunkt: Korruption im Gesundheitswesen“ erschienen ist (16.5.), behauptet, Betrug, Verschwendung und Korruption im Gesundheitswesen hätten sich in Deutschland im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlichen Wirtschaftswachstums in die Strukturen unseres auf Länderebene organisierten Gesundheitswesens regelrecht eingefressen.
Für Transparency International herrscht im deutschen Gesundheitswesen eine strukturelle Korruption. Dieser sei aber allein mit neuen Gesetzen, reformerischen Maßnahmen, größeren Ermittlungsanstrengungen und besserer Strafverfolgung nicht beizukommen.
Es müsse eine Kultur entstehen, die Korruption im Medizinbereich ächte.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 18. Mai 2006, Nr. 40/2006, 10 – 12

+++ Rürup fordert Struktur- und Finanzreform: "Wir brauchen beides" +++
Regierungsberater kritisiert Spardiktat der Regierung
Der Chef der Wirtschaftsweisen, Professor Bert Rürup, hat die Forderung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) kritisiert, mit 250 Milliarden Euro pro Jahr für das Gesundheitswesen auskommen zu müssen. "Das ist der falsche Ansatz", sagte Rürup gestern.
Ökonomisch sei ein Kostenanstieg im Gesundheitswesen kein Problem, wenn er durch geänderte Präferenzen von Patienten, neue Produkte oder die steigende Nachfrage einer alternden Gesellschaft zu erklären sei, so der Regierungsberater.
Rürup forderte dagegen eine Struktur- und eine Finanzreform. Zwar sei es richtig, das Honorarsystem der Ärzte neu zu sortieren, die Arbeit der Niedergelassenen und Klinikärzte besser abzustimmen und mehr Wettbewerb zwischen den Leistungsanbietern zuzulassen.
Allerdings müsse die Regierung auch eine Antwort auf die Alterung der Gesellschaft und die Massenarbeitslosigkeit finden. Deswegen dürften die Beiträge zur Krankenversicherung nicht mehr so stark wie bisher auf Lohneinkommen erhoben werden.
Hoffnung, diesen Ansatz zu verwirklichen, sieht Rürup in dem Fondsmodell, das Unionsfraktionschef Volker Kauder und Ulla Schmidt präferieren (wir berichteten). Dabei sollen die Anteile von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gesammelt und als Durchschnittsbeiträge an die Kassen gezahlt werden. Zusätzlich sollen die Kassen eine Pauschale erheben dürfen.
Die privaten Krankenversicherungen (PKV) forderte Rürup auf, mehr Wettbewerb zuzulassen. Die PKV habe keine Existenzberechtigung, wenn sie nicht allen Versicherten den Wechsel ermögliche. Bislang scheitert der Versuch, eine private Versicherung zu verlassen, zumeist daran, dass man seine Alterungsrückstellungen nicht mitnehmen kann. Genau dies fordert aber Rürup. Sein Fazit: "Die PKV wird sich ändern müssen."
Quelle: Ärzte Zeitung 18.05.2006

+++ Ärzte in Westfalen-Lippe machen Front gegen die E-Card +++
Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in der Vertreterversammlung der KV Westfalen-Lippe (KVWL) stehen der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte skeptisch gegenüber. Bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung verabschiedeten die Delegierten eine Resolution, mit der die Karte zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt wird.
Der Gynäkologe Dr. Hans-Jürgen Bickmann, Vorsitzender des Telematik-Ausschusses der KVWL, schockte die Zuhörer mit Berechnungen über den zusätzlichen Aufwand, der mit der Einführung der Karte verbunden ist. Ohne die Anfangsinvestitionen könnten auf jede einzelne Praxis durch die zeitliche Mehrbelastung und die Pflege der Systeme jährliche Kosten von 9000 Euro zukommen. "Es kann nicht sein, dass Arztpraxen für Regelungen bezahlen müssen, die im wesentlichen den Krankenkassen zugute kommen", sagte Bickmann.
Quelle: Ärzte Zeitung 18.05.2006

++++ Privatversicherer ++++

+++ Gebührenordnung: PVS fordert leistungsgerechte Vergütung +++
Nach Ansicht des Verbandes der Privatärztlichen VerrechnungsStellen (PVS Verband) dürfen die Gebührenordnungen für Ärzte (GOÄ) und Zahnärzte (GOZ) nicht weiter zur Disposition gestellt werden. Sie seien ein unverzichtbares Instrument, um Kostentransparenz und Rechtssicherheit für ärztliche Leistungen zu gewährleisten.
Medizinische Leistungen werden nach Ansicht Tilgners künftig (...) selbst bezahlt werden müssen. Auch dürfe nicht übersehen werden, dass Gesundheitsdienstleistungen in Deutschland zunehmend international nachgefragt würden. Hierfür seien im Sinne eines aktiven Verbraucherschutzes, aber auch als Beitrag zur Qualitätssicherung, amtliche Gebührentaxen für den ärztlichen und den zahnärztlichen Bereich notwendig, die eine jeweils adäquate Honorierung garantierten und transparent das Leistungsgeschehen abbilden würden.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 22. Mai 2006, Nr. 41/2006, 6-7

+++ Mehr Beteiligung für Klinikärzte an Privatliquidation +++
Nicht nur Chefärzte, sondern auch die nachgeordneten Klinik-Ärzte müssen an den Honorareinnahmen aus Privatliquidationen leistungsgerecht beteiligt werden. Das fordert der Hartmannbund Landesverband Baden-Württemberg.
Der Hartmannbund hat sich schon an die Landesregierung und die Krankenhausgesellschaft gewandt. Grund für diesen Appell sind die neuen Verträge, die den leitenden Medizinern bei der Neubesetzung eines Chefarztpostens derzeit überwiegend angeboten werden.
Anders als früher rechnen dadurch in immer mehr Häusern nicht mehr die Chefärzte selbst direkt mit den Patienten privat die erbrachten Leistungen ab, sondern die Krankenhausverwaltungen. Die Chefärzte sind somit nur noch prozentual an den Einnahmen aus Privatliquidationen beteiligt.
Früher war es umgekehrt. Da mussten die Chefärzte einen Teil ihrer Privateinnahmen an das Haus und an die nachgeordneten Mitarbeiter abtreten. Der Rest floss ihnen zu.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.05.2006

+++ Beim Behandlungsfall nach GOÄ lassen Kollegen noch einiges Abrechnungspotential ungenutzt +++
Quelle: Jürgen Lutz. Ärzte Zeitung 10.05.2006
siehe: http://www.mao-bao.de/artikel/2006JL_Behandlungsfall.htm

++++ Rechtliches ++++

+++ Aufklärung zu Schönheits-Op am Vorabend ist zu spät +++
Werden Patienten erst am Vorabend einer Schönheitsoperation über mögliche kosmetische und medizinische Folgen aufgeklärt, kann das einen Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadenersatz begründen. Das gilt nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main selbst dann, wenn die Operation fachgerecht ausgeführt wurde.
Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main, Az.: 8 U 47/04
Quelle: Ärzte Zeitung 18.05.2006

++++ Praxismanagement ++++

+++ IAAS book "Day Surgery – Development and Practice" +++

Diese praktische Handbuch der International Association for Ambulatory Surgery IAAS können Sie über die BAO-Geschäftsstelle (baobonn@t-online.de) bestellen. Der Preis beträgt etwa 10 bis 15 Euro und wird voraussichtlich im August 2006 lieferbar sein.
Editors: Paulo Lemos, Paul Jarrett, Beverly Philipp
Dieses Buch kann auf dem BAO-Kongress in Berlin eingesehen werden.

+++ Buch: Ambulantes Operieren – Praktische Hygiene +++
Dieses Buch ist erschienen im Verlag für Medizinische Praxis ISBN 3-938999-201 und kann zum Preis von 89 Euro zzgl. Versand und Verpackung bestellt werden unter: http://www.verlag-medizin.de/html/bestellung_.html
Autoren: Georg-Christian Zinn, Ernst Tabori, Peter Weidenfeller

+++ Überörtliche Gemeinschaftspraxis +++
Quelle: Ärzte Zeitung vom 10.05.2006
siehe: http://www.mao-bao.de/artikel/2006AZ_Gemeinschaftspraxis.htm

+++ Was können Praxismanager leisten? +++
Quelle: Andrea Scheer 2006; persönliche Mitteilung
siehe: http://www.mao-bao.de/artikel/2006AS_Praxismanager.htm

++++ Europa ++++

+++ EuGH: Kassen müssen Operation im Ausland bezahlen +++
Wenn Patienten im Inland sehr lange auf eine Operation warten müssen, können sie sich im EU-Ausland behandeln lassen.
Denn Wartezeiten, die den medizinisch vertretbaren Rahmen überschreiten, verstoßen gegen Europäisches Recht, urteilte gestern der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Allerdings müssen die Kassen nur die Kosten einer vergleichbaren Operation im Inland erstatten. Reise- und Unterkunftskosten müssen sie zumindest nach europäischem Recht gar nicht bezahlen. Urteil des EuGH, Az: C-372/04
Quelle: Ärzte Zeitung 17.05.2006

++++ Allgemeines ++++

+++ Der Gesamtvorstand des Hartmannbundes hat in seiner Sitzung in Magdeburg den Klinikärzten seine Solidarität erklärt +++

Wörtlich heißt es in der Erklärung:
"Der Gesamtvorstand des Hartmannbundes unterstützt ausdrücklich die Proteste der Klinikärzte.
Alle geleisteten Arbeitsstunden müssen bezahlt werden.
Ein Vergleich mit anderen Berufsgruppen im Krankenhaus ist schon deshalb nicht zulässig, weil Ärztinnen und Ärzte als Einzige seit Jahrzehnten unbezahlte Mehrstunden leisten."
Quelle: http://www.hartmannbund.de/main.php?acthttpion=voll&id=1224

+++ Sabine Rothe wieder gewählt +++
Der Berufsverband der Arzthelferinnen (BdA) setzt auf personelle und politische Kontinuität: Bei der Hauptversammlung wurde Sabine Rothe (Zittau) als Präsidentin des wichtigsten Verbandes für Praxismitarbeiter bestätigt.
Die Wahl von Sabine Rothe war auch eine Richtungsentscheidung: Die alte und neue Präsidentin gilt als Garantin dafür, dass der BdA weiter auf gemeinsame Protestaktionen mit den Praxischefs baut.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.05.2006

++++ Termine / Kongresse ++++

+++ BAO-Kongress Berlin +++
Gemeinsam Stärke zeigen in Berlin - BAO
Samstag, den 27.05.2006, Kaisersaal am Potsdamer Platz
9 CME-Punkte bei Teilnahme an der Lernerfolgskontrolle mittels Fragebogen
http://www.operieren.de/content/e3247/e7791/index_ger.html

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 93, Ausgabe 3 – August 2019
Wundbehandlung: Erfolgreiche Therapie chronischer Wunden im interdisziplinären Netzwerk
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Bundeskongress Chirurgie 2020

Bundeskongress Chirurgie vom 07. – 08. Februar 2020 im NürnbergConvention Center. Anmeldung, Programm, Seminare/Kurse
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Helmsauer Gruppe

Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...
+ Kompetenz aus jahrzehntelanger Erfahrung + Spezialisierung auf Ihre Bedürfnisse + Mehrwerte über exklusive Rahmenverträge
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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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