21.06.06: BAO-MAO-Aktuell

Wochennachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten von Professor Brökelmann.

++++ Gesetzliche Krankenversicherung ++++

+++ Grundversorgung: Hovermann fordert ehrlichen Dialog +++
Für eine Illusion hält es der Gesundheitsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Eike Hovermann, dass mit sinkenden Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) noch alles medizinisch Notwendige nach dem Stand der Forschung bezahlt werden könnte.
Aus diesem Grund plädiert er dafür, über eine Grundversorgung nachzudenken, die durch zusätzliche Versicherungspakete ergänzt werden könne. Mit einer solchen Regelung ließen sich auf Dauer die ständigen Erhöhungen von Zuzahlungen, die immer neuen Überlegungen über die Ausgrenzung von Leistungen und die immer wieder erforderlichen Nachregulierungen verhindern.
Mit dem schon lange notwendigen Dialog über die Grundversorgung, könne, so Hovermann auf dem 7. Krankenhaustag in Hamburg (8.6.), "auch der Dialog über Priorisierung von Leistungen, also eine ehrliche Debatte über das Thema Rationierung, beginnen". Er halte nichts davon, "von einem solidarischen Ordnungssystem in der GKV zu sprechen". Angesichts des immer stärker werdenden Wettbewerbs unter den GKV-Kassen sei es nicht solidarisch.
Hovermann geht davon aus, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die GKV-Kassen in absehbarer Zeit aufgrund von Entwicklungen im europäischen Gemeinschaftsrecht ihren Status als Körperschaften des öffentlichen Rechts verlieren. Langfristig seien deshalb auch kassenübergreifende Großfusionen nicht ausgeschlossen.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 19. Juni 2006, Nr. 49/2006, 6- 7

+++ Reformgespräche in Berlin sind festgefahren +++
Entgegen der Beteuerungen der Koalitionäre, sich in ihren Positionen "nahe gekommen" zu sein, sind die Verhandlungen zur Gesundheitsreform festgefahren.
"Im Augenblick ist alles wieder offen", hieß es gestern in Koalitionskreisen. Da die SPD massiv darauf dränge, die privaten Krankenversicherer am geplanten Finanzierungsmodell für die gesetzlichen Kassen zu beteiligen, würden selbst Grundsatzentscheidungen (wie zur Honorarreform) wieder in Frage gestellt, die intern schon als Konsens abgehakt waren.
Noch bleiben Schwarz-Rot zwei Wochen Zeit, ihren Reformstreit beizulegen. Den 2. Juli haben die Koalitionäre als letzten Termin vor der Sommerpause für eine Entscheidung eingeplant.
Quelle: Ärzte Zeitung 20.06.2006

+++ Norden rüstet für Großdemo in Berlin +++
Im Norden laufen die Vorbereitungen für eine geschlossene Teilnahme aller Gesundheitsberufe an der nächsten bundesweiten Großdemonstration. Das Bündnis Gesundheit ruft zur Fahrt nach Berlin am 22. September auf.
Quelle: Ärzte Zeitung 20.06.2006

+++ Freie Ärzteschaft informiert: +++
Die nächste Pflichtveranstaltung für freie Ärztinnen und Ärzte ist am:
28. Juni 2006 – 11 Uhr Protestveranstaltung in Mainz/Bhf.-Vorplatz
Der Widerstand wird verstärkt. Bei dieser Politik wird der Protest einen langen Atem haben.
Vorankündigung:
22. September 2006 – Nationaler Protesttag
An diesem Tag bleiben alle Praxen bundesweit geschlossen, keine Termine in der Folgewoche vereinbaren!
Freie Ärzteschaft – Der Vorstand
Grauduszus, Meuser, Loula, Proll, Kroll
Weitere Infos unter: http://www.freie-aerzteschaft.de

+++ Sorge um ambulante Fachärzte +++
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe Dr. Ulrich Thamer warnt eindringlich davor, die Versorgung durch niedergelassene Fachärzte abzuschaffen und durch eine ambulante Krankenhausversorgung zu ersetzen.
"Einige Politiker haben schon den Begriff doppelte Facharztschiene geprägt, der nahe legen soll, dass unser bewährtes System der Verschwendung von Ressourcen Tür und Tor öffnet", sagte Thamer. Ohne niedergelassene Fachärzte müssten Patienten längere Anfahrtswege und lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Die bisherige Versorgung sei preiswert, eine zentralisierte Behandlung an Kliniken wesentlich teurer.
Nur bei hochspezialisierten Leistungen sei eine Zentralisierung der fachärztlichen Versorgung sinnvoll, sagte der KV-Chef.
Quelle: Ärzte Zeitung 20.06.2006

+++ Urologen in Nordrhein planen die Zulassungsrückgabe +++
Nordrheinische Urologen bereiten die gemeinsame Rückgabe ihrer Zulassung als Vertragärzte vor, um Druck auf die Politik und die KV Nordrhein (KVNo) auszuüben.
Die urologischen Netze Nordrheins und der Landesverband des Berufsverbandes sammeln bis zum kommenden Frühjahr über einen Rechtsanwalt Verzichtserklärungen von Kollegen. Die Urologen fordern die Abschaffung der Budgets, einen festen Punktwert von mindestens 5,11 Cent, die Abschaffung der Arzneimittelvereinbarung der KVNo und die Eindämmung der nach ihrer Auffassung gerade in Nordrhein ausufernden "Prüforgien".
Quelle: Ärzte Zeitung 20.06.2006

+++ Bedrohte Art: Ärztliche Freiberuflichkeit in Theorie und Praxis +++
(...)
Ein Gesetzgeber, der den Grundsatz der Beitragssatzstabilität in der GKV zu Lasten der Angemessenheit der Vergütung von Leistungserbringern verabsolutiert und sich zugleich einer wirklichen Strukturreform entzieht, die die Prinzipien von Wettbewerb und Eigenverantwortung stärkt, verstößt meines Erachtens gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.
(...)
Das "Übel Sachleistungsprinzip"
Letztlich liegt die Wurzel für dieses und andere Übel im so genannten Sachleistungsprinzip. Dieses Prinzip wird "als tragende Säule, als Ursache für das Entstehen von Rechtsbeziehungen zwischen Ärzten und Kassen" angesehen. Es bedeutet in diesem Verständnis eine notwendige Bedingung für die Existenz des Vertragsarztrechts an sich. Nach den einschlägigen sozialgesetzlichen Bestimmungen müssen die Krankenkassen den Versicherten ärztliche Behandlung zur Verfügung stellen; insoweit hat der Gesetzgeber eine staatliche Aufgabe begründet. Die Krankenkassen (...) bedienen sich zur Erfüllung ihrer Verschaffungspflicht regelmäßig der Vertragsärzte als Freiberufler. Dieser Umstand führt zu einem "Vertragsarztsystem", das die Beziehungen der Krankenkassen zu Ärzten und damit unter anderem deren Verpflichtung zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung regelt. Das Sachleistungsprinzip hat auf diese Weise insbesondere Regelungen der Berufsausübung von Ärzten mit teilweise erheblicher Wirkungsintensität zur Folge. Besonders schwerwiegend unter dem Gesichtspunkt der Berufsfreiheit ist das Erfordernis einer eigenständigen Zulassung als Vertragsarzt (vgl. § 95 SGB V). Dieses wirkt sich für einen niedergelassenen Arzt regelmäßig wie eine zur Approbation hinzutretende zweite Berufszulassung aus. Denn etwa 90 Prozent der Bevölkerung sind bekanntlich in den Versicherungsschutz durch die GKV einbezogen. Das Sachleistungsprinzip bedarf aus den genannten verfassungsrechtlichen Gründen einer Rechtfertigung. Es muss erforderlich sein, um der Verfassung gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach einer möglichen Alternative - etwa dem Kostenerstattungsprinzip, das für die private Krankenversicherung charakteristisch ist. Nach Letzterem schuldet die Krankenversicherung den Versicherten lediglich die Erstattung der durch die Inanspruchnahme ärztlicher Behandlung entstandenen Kosten. Eine generelle Anwendung des Kostenerstattungsprinzips auf die GKV hätte zur Folge, dass die Krankenkassen die ärztliche Behandlung ihren Versicherten nicht mehr zur Verfügung zu stellen hätten; insoweit bestünde dann keine staatliche Aufgabe mehr. Von einem solchen Schritt ist die Politik aber noch weit entfernt. (...)
Das Eigenverantwortungspostulat des SGB V
Der Hauptgrund für das Festhalten am Sachleistungsprinzip dürfte staatlicherseits darin liegen, den finanziellen Aufwand für die GKV durch unmittelbare Einflussnahme der Krankenkassen auf die Festlegung zu gewährender Leistungen und die diesbezüglichen Vergütungen zu steuern. Entgegen einer verbreiteten Auffassung bedarf es aber zur Kostensteuerung nicht des Sachleistungsprinzips. Im Gegenteil. Bei genauerem Hinsehen ist es gerade dieses Prinzip, dass die Finanzierbarkeit der GKV gefährdet. Es muss sogar als wesentliche Ursache für deren Probleme angesehen werden. Es bietet nämlich den Versicherten keine wesentlichen Anreize für eine sparsame Inanspruchnahme der Leistungen. Vielmehr fördert es die Bereitschaft der Versicherten zu der aus ihrer Sicht optimalen Nutzung der - vielfach hohen - Versicherungsbeiträge. Die Einführung des Kostenerstattungsprinzips auf Grund von Rechnungen der Leistungserbringer in Verbindung mit Sparsamkeitsanreizen wie der Einführung von Selbstbehalten der Versicherten bei gleichzeitiger deutlicher Senkung der Krankenkassenbeiträge könnte der durch das Sachleistungsprinzip begünstigten "Null-Tarif-Mentalität" vieler Versicherter entgegenwirken. Damit kann die Verwirklichung der Zielsetzung in § 1 Satz 2 SGB V gefördert werden: Danach sollen die Versicherten unter anderem "durch eine gesundheitsbewusste Lebensführung" dazu beitragen, "den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden". Wer sein Leben nicht gesundheitsbewusst führt, wird seiner Eigenverantwortung nicht gerecht.
Quelle: Niedersächsisches Ärzteblatt (nä) 05/2006, aktualisiert am: 02.05.2006
http://www.haeverlag.de/nae/n_beitrag.php?id=1222

+++ Warum Protest? Warum wir weitermachen müssen +++
Die Ärzteschaft ist in Bewegung.
Die ALLIANZ DER FREIEN ÄRZTEVERBANDE, die jüngst gegründet wurde, unter erheblicher geistiger Mittäterschaft von MEDI, ist die Antwort auf die unselige Zersplitterung der Niedergelassenen.
(...) Die Allianz muss jetzt durch Politisierung der Ärzteschaft und durch politisches Handeln – i. e. Gespräche mit den maßgeblichen Politikern ihre Notwendigkeit beweisen. Hierbei ist eine gewisse Radikalität (siehe Marburger Bund) unverzichtbar, denn wir haben es mit Gegenspielern zu tun, die keine besondere Sentimentalität für Ärzte hegen. Frau Schmidt wurde gnadenlos unterschätzt von den Standesvertretern – sie hat sich als hartgesottener und beratungsresistenter erwiesen, als uns lieb sein kann. Sie will die Sozialisierung des Gesundheitswesens – zumindest in ihrer Vision der Bürgerversicherung. Und zur Erreichung dieses Ziels sind ihr alle Mittel recht. Sekundiert wird sie dabei bekanntlich durch den „Quasselkasper“ Lauterbach (so die Bezeichnung auf einem Plakat der Demonstration in Berlin) der sich zum Großberater gefragt und ungefragt aufschwingt. Da das Geld an allen Ecken fehlt und der Sozialstaat auf dem Weg in den Bankrott ist, werfen viele jetzt begehrliche Blicke auf die PKV, die Vorsorge betrieben hat mit ihren Altersrückstellungen. Auch CDU-Vertreter sind nicht dagegen gefeit, hier einen Verfassungsbruch zu riskieren – Geld muss her lautete die Devise. Und es gibt nirgendwo noch welches… Ich zitiere einen bekannten Gesundheitspolitischen Nachrichtendienst: "Die neueste Narretei dieses Polit-Schwätzers (i. e. Lauterbach ERS) ist die unglaublich dreiste Behauptung, die GKV subventioniere die PKV, weil die Ärzte und Krankenhäuser allein von Privatpatienten nicht leben könnten. Deshalb gehöre die PKV abgeschafft. Von unterschiedlich hohen kalkulatorischen Fixkostendeckungsbeträgen hat dieser Scharlatan vermutlich noch nie etwas gehört. Da kann es nicht verwundern, dass bei der Privaten Krankenversicherung höchste Alarmstufe herrscht."
Wer jetzt noch meint, nicht aktiv werden zu müssen, hat die Zeichen nicht erkannt. Die Forderungen die wir gestellt haben sind plausibel, sie sind sinnvoll und sie setzen politische Wegmarken. Sie tun weh – nicht zuletzt einem selbst, aber sie sind unverzichtbar.
Also: Keine Angst vor dem Ausstieg aus den DMP. Langfristig wird jede Praxis davon profitieren!
Quelle: Dipl.-Pol. Ekkehard Ruebsam-Simon
http://www.busch-telefon.de/artikel/1150792626t65.pdf

++++ Privatversicherer ++++

+++ PKV: Einbeziehung in den Gesundheitsfonds ist Abschaffung +++

Mit Blick auf die auch in der Union vorhandenen Sympathien für einen Gesundheitsfonds bezeichnet der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) diesen Weg als eine Verwirklichung der Bürgerversicherung.
Bei einer Pressekonferenz (14.6.) kritisierte der PKV-Verbandsvorsitzende Reinhold Schulte "die politischen Planspiele zur Einbeziehung der Privatversicherten in den derzeit diskutierten Gesundheitsfonds" scharf. Die PKV werde dann ausgetrocknet und "ihr zukunftsfestes Geschäftsmodell" eliminiert. Man spreche zwar von Einbeziehung der PKV, in der Konsequenz gehe es aber um die Abschaffung.
Schulte bringt im Blick auf Eingriffe in das PKV-System auch verfassungsrechtliche Bedenken ins Spiel. Eine entsprechende Prüfung sei bereits in Auftrag gegeben. Die faktische Zerstörung des Geschäftsmodells der PKV sei ein unzulässiger Eingriff in die Berufsfreiheit und ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Freiheitsrechte des Versicherten.
Unverhältnismäßig vor allem deshalb, weil der Eingriff zu unzumutbaren Belastungen führen würde. Nicht einmal der Zweck könnte in diesem Fall das Mittel rechtfertigen.
Die SPD bleibt bei ihrer Forderung mit dem Hinweis, in die Finanzierung müsse mehr Solidarität und nicht weniger. Bei einem Treffen der gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Fraktionen von Bund und Ländern (13.6.) wurde eine Beteiligung der PKV "in irgendeiner Form" gefordert.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 15. Juni 2006, Nr. 48/2006, 6

+++ Gesundheitsfonds: PKV-Versicherte müssten 400 Euro mehr zahlen +++
Auf bis zu 400 Euro schätzt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenversicherung (DKV), Günter Dibbern, die monatliche Mehrbelastung für privat Versicherte, wenn diese in den Gesundheitsfonds einzahlen müssten.
Als Beispiel gilt ein 52-jähriger allein stehender Arbeitnehmer mit einem Monatseinkommen von 4.000 Euro, der seit 20 Jahren privat krankenversichert ist. Er müsste monatlich bis zu 394 Euro mehr bezahlen (Einkommensteuererhöhung beziehungsweise Gesundheits-Soli einberechnet). Bei einem Selbstständigen wäre eine Zusatzbelastung von bis zu 380 Euro monatlich zu erwarten. Für Selbstständige wäre die Differenz noch höher, da sie den Arbeitgeberanteil selbst zahlen müssten.
Eine solche Doppelbelastung ist nach Ansicht von Dibbern niemandem zuzumuten. Sie würde deshalb "faktisch die Abschaffung der PKV und die Einführung einer staatlich gelenkten, umlagefinanzierten Einheitskasse bedeuten". "Die Anhänger der Bürgerversicherung hätten, unter einem anderen Namen, ihr Ziel erreicht."
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 15. Juni 2006, Nr. 48/2006, 8- 9

++++ Rechtliches ++++

+++ Airline haftet für die Folgen eines Flugausfalls +++

Eine Fluggesellschaft haftet grundsätzlich für die Folgen eines gestrichenen Fluges. Das hat das Amtsgericht Frankfurt klargestellt.
Die Richter sprachen dem Kläger 400 Euro Schadenersatz zu. Er wollte von Frankfurt über Paris nach Martinique fliegen. Aus betriebsinternen Gründen entfiel jedoch der Flug von Frankfurt nach Paris, so dass er auf einen späteren Flug ausweichen musste, den Anschluss nach Übersee verpasste und dort einen Tag verspätet ankam.
Dem Urteil zufolge ergibt sich bereits ein Zahlungsanspruch, wenn der Fluggast mehr als drei Stunden später am Ziel ankommt und es sich um eine Flugstrecke von mindestens 1.500 Kilometer handelt. Urteil des Amtsgerichts Frankfurt, Az.: 30 C 2806/05-24
Quelle: Ärzte Zeitung 20.06.2006

++++ Praxismanagement ++++

+++ Qualitätsberichte für Kliniken bleiben umstritten +++
Deutsche Krankenhäuser stehen unter Druck: Forderungen nach mehr Transparenz und verständlichen Qualitätsberichten wachsen. Auf dem Hamburger Krankenhaustag zeigten sich Klinikvertreter bei dem Thema aufgeschlossen.
"Wer mit Qualität und Transparenz arbeitet, wird sich profilieren", glaubt Helga Kühn-Mengel. Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung forderte Kliniken auf, mehr auf Transparenz zu setzen und die Qualitätsberichte nicht nur als Hochglanzbroschüre, sondern als verständliche Patienteninformation aufzubereiten.
Der VdAK-Vorstandsvize Dr. Werner Gerdelmann hält bislang nur etwa jedes zehnte Krankenhaus in Deutschland für offen im Umgang mit sensiblen Daten: "Der Rest hat vor irgendetwas Angst. Was an Daten auf den Tisch kommt, ist noch unzulänglich", sagte Gerdelmann.
Quelle: Ärzte Zeitung 14.06.2006

+++ Jetzt droht kommunalen Kliniken der Streik +++
Nachdrücklich warnen die kommunalen Arbeitgeberverbände vor einem drohenden Streik in ihren Krankenhäusern. Das könne die Patientenversorgung ernsthaft gefährden.
Die große Tarifkommission des Marburger Bundes entscheidet heute über die Einleitung einer Urabstimmung der 70.000 Ärzte an kommunalen Kliniken. Damit könnte hier, wie schon zuvor über 14 Wochen an den Universitätskliniken, gestreikt werden. Am 9. Juni waren die Tarifverhandlungen zwischen der Ärztegewerkschaft und der Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA) ergebnislos abgebrochen worden.
Quelle: Ärzte Zeitung 20.06.2006

+++ Online-Versand von Arztbriefen bringt Vorteile im Wettbewerb +++
Für den Gastroenterologen Dr. Uwe Deuster vom Ärztehaus Stauffenbergzentrum in Heilbronn gehört der prompte Versand von Patientenunterlagen per Mail zum Service.
"Ich schicke meine elektronischen Arztbriefe jeden Tag Punkt 17 Uhr raus." Auf der IT-Messe ITeG in Frankfurt berichtete Deuster über seine mittlerweile zweijährigen Erfahrungen mit dem Arztbriefversand über die Online-Plattform D2D. "Ich bekomme positive Rückmeldung von meinen Kollegen und spare bares Geld."
Quelle: Ärzte Zeitung 16.06.2006

++++ Europa ++++

+++ Große Einbußen für arrivierte Ärzteverbände in Frankreich +++

Führende französische Ärzteverbände, die in den vergangenen Jahren mit den Kassen und der Regierung die wichtigsten Aspekte der Berufs- und Honorarpolitik ausgehandelt haben - unter anderem die Einführung eines Primärarztmodells auf freiwilliger Basis -, mussten bei den Wahlen zu ihrer Standesvertretung eine herbe Niederlage einstecken.
Nur noch jeder dritte Arzt gab den etablierten Ärzteorganisationen seine Stimme. Bei den letzten Wahlen vor sechs Jahren wurden sie noch von jedem zweiten Mediziner unterstützt. Alle sechs Jahre wählen niedergelassene Ärzte aus verschiedenen Listen 22 so genannte regionale Ärztevereinigungen, die in Zusammenarbeit mit den Kassen und Gesundheitsbehörden regionale gesundheitspolitische Programme entwickeln. Dazu zählen Präventionskampagnen, Fortbildungsveranstaltungen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Behandlungsqualität.
Die Rolle und die Macht der französischen Ärztevereinigungen ist nur schwer mit den deutschen KVen zu vergleichen, die auch für Honorarfragen zuständig sind. Aber die 1994 gegründeten berufspolitischen Gremien haben eine Lockerung der früher völlig zentralisierten Gesundheitspolitik ermöglicht.
Quelle: Denis D. de Bousingen. Ärzte Zeitung 14.06.2006

+++ EU und USA wollen gemeinsam gegen Adipositas kämpfen +++
"Wir haben zuviel zu essen und zu wenig Bewegung. Deshalb leiden immer mehr Menschen an Übergewicht und den damit verbundenen gesundheitlichen Folgen. Das ist nicht nur kostspielig für die Gesellschaft, sondern endet für viele Menschen tödlich."
Mit diesem kritischen Statement skizzierte Alex Azar vom US-Department of Health auf einem zweitägigen europäisch-amerikanischen Symposium die immer größeren Probleme durch Übergewicht in der US-Gesellschaft.
Azars Befund wurde auf dem Kongress von EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou bestätigt. "Die Adipositas-Krise in Europa ist fast so schlimm wie in Nordamerika und das hat verheerende Folgen für die Gesundheitsausgaben und die Wirtschaft", sagte Kyprianou. Die Teilnehmer der Konferenz beschlossen, die transatlantische Kooperation bei der Aufklärung über die Folgen der Adipositas zu verstärken.
Quelle: Ärzte Zeitung 16.06.2006

+++ Schweiz plant grenzüberschreitende Versorgung +++
Eidgenossen sollen sich auch im Ausland behandeln lassen können / Im Juli startet Projekt in Lörrach und Basel
Patienten aus der Schweiz sollen sich im grenznahen Ausland auf Kosten der Grundversicherung behandeln lassen können. Sozialminister Pascal Couchepin will mit Modellprojekten klären, ob sich durch die grenzüberschreitende Konkurrenz die Kosten der Krankenversicherung senken lassen.
Eine entsprechende Verordnung wurde kürzlich vom Bundesrat in Bern beschlossen. Bislang hat die Grundversicherung - die obligatorische Krankenversicherung - ihren Versicherten nur medizinische Leistungen vergütet, die von in der Schweiz zugelassenen Ärzten und Therapeuten erbracht worden sind. Eine Behandlung im Ausland war zuvor nur für Versicherte möglich, die eine Zusatzpolice abgeschlossen hatten.
Quelle: Ärzte Zeitung 16.06.2006

++++ Allgemeines ++++

+++ WHO-Bericht zu Umweltrisiken +++

24 Prozent aller Krankheiten weltweit sind durch Umweltfaktoren bedingt, die durch gezielte Programme zu vermeiden wären. Dies schreibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Bericht, der heute veröffentlicht wird.
Sie betont dabei, dass besonders oft Kinder umweltbedingt erkranken: Jede dritte Krankheit ist bei ihnen darauf zurückzuführen. An der Spitze der vermeidbaren Erkrankungen steht die Diarrhoe mit 58 Millionen verlorenen Lebensjahren pro Jahr. Wegen Infekten der unteren Atemwege gehen jährlich 37 Millionen Lebensjahre verloren. Und Malaria kostet jährlich 19 Millionen Lebensjahre.
Quelle: Ärzte Zeitung 16.06.2006


Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 112 | Ausgabe 2 – Mai 2024
Phlebologie: Alles im Fluss? Aktuelle Standards und neue Konzepte zur Therapie von Venenerkrankungen
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2021 OP-Netzwerk | Ein Service des BAO e. V. Auf OP-Netzwerk finden interessierte Ärztinnen und Ärzte umfangreiche Informationen, hilfreiche Tipps und wichtige Anlaufstellen rund um das Thema "Ambulantes Operieren". !
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Berufsverband der Phlebologen e.V.

Der Berufsverband der Phlebologen und Lymphologen e.V.
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Helmsauer Gruppe

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+ Kompetenz aus jahrzehntelanger Erfahrung + Spezialisierung auf Ihre Bedürfnisse + Mehrwerte über exklusive Rahmenverträge
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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Partner DGH

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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