26.11.2008: BAO-MAO-Aktuell

BAO-MAO-Aktuell; Nr. 51/08, vom 26. November 2008
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Gesetzliche Krankenversicherung

Gesundheitsfonds beschert AOK-System 2,4 Milliarden extra
Betriebskrankenkassen verlieren 1,1 Milliarden Euro
Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) sind die Gewinner des
Gesundheitsfonds: Sie können 2009 mit rund 2,4 Milliarden Euro mehr
Einnahmen rechnen als unter dem alten System der Umverteilung.
Das geht aus den Berechnungen des Bundesversicherungsamtes in Bonn (BVA) zur
Höhe der Fonds-Zuweisungen an die Kassen hervor. Am Freitag hatte die
Behörde den 207 Krankenkassen die Bescheide zugeschickt.
Quelle: Ärzte Zeitung, 19.11.2008

Neues Lebensgefühl - Gesundheitsfonds nimmt letzte Hürde - Kassen können pleitegehen
Der Gesundheitsfonds hat rund sieben Wochen vor seinem Start die letzte
gesetzliche Hürde im Bundesrat genommen. Die Länderkammer billigte heute in
Berlin Regeln, nach denen alle gesetzlichen Krankenkassen ab 2010 pleite
gehen können - auch Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK) und andere regionale
Kassen. Zum Start des Fonds 2009 mit dem Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent
wird es noch mehr als 200 Kassen geben. Experten erwarten mittelfristig eine
Fusionswelle.
Quelle: kma Newsletter - Ausgabe 0128 vom 11.11.2008

Rheinland-Pfalz: KV befürchtet Ende des Belegarztsystems
- Anlass ist, dass die rheinland-pfälzischen Krankenkassen in der Sitzung
des Landesschiedsamts am 14. November verhindert hätten, dass die Belegärzte
wie bisher die Pauschale für den Bereitschaftsdienst erhalten.
Die Ärzte müssen diese laut KV als reinen Durchlaufposten ans Krankenhaus
zahlen. Die KV wies darauf hin, dass Belegärzte durch Entscheidungen auf der
Bundesebene sowieso zu den Verlierern der Honorarreform gehörten, weil die
Vergütung für diese Arztgruppe im Vergleich zu den Vorjahren deutlich sinke.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Freitag, 21. November 2008

Honorarreform: Hamburger Ärzte fühlen sich betrogen
"Verschaukelt" fühlen sich die niedergelassenen Ärzte in Hamburg nach
Angaben der KV. Der Grund: Bereits zugesagte Honorarerhöhungen würden "durch
Rechentricks gekippt". In einer Resolution forderten die Delegierten der
KV-Vertreterversammlung am 20. November, dass die von der Politik gemachten
Zusagen über eine Anhebung der vertragsärztlichen Vergütung auch eingehalten
werden.
- Die Vertreterversammlung forderte den Hamburger Senat auf, bei der
Bundesregierung dahingehend zu intervenieren, dass die von der Politik
gemachten Versprechen eingehalten werden und die Unterfinanzierung ein Ende
habe.
Die Ärzte kündigten an, ihre Patienten über die zu erwartende
Verschlechterung der Versorgung zu informieren, sollte es zu der
beabsichtigten Honorarminderung kommen.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Freitag, 21. November 2008

Freie Ärzteschaft: Rechnen Sie! Wägen Sie ab! Wagen Sie den Aufstand! Mit uns!
Ende November müssen die KVen Ihnen Ihr neues Regelleistungsvolumen
mitteilen - damit Sie - laut Ulla Schmidt - dann wissen, wie viel Geld Sie
im nächsten Quartal bekommen.
Und das wird nicht mehr sein, sondern für die meisten weniger!!
Statt des betriebswirtschaftlich berechneten Punktwertes aus dem Jahre 2003
(!!) von 5,11 Cent werden wir im nächsten Jahr einen bundeseinheitlichen
Punktwert von 3,5 Cent für fast alle Leistungen bekommen. Was das für Ihre
Praxis bedeutet, können Sie schon heute ausrechnen. Eine
Berechnungsanleitung finden Sie auf unseren Homepages.
Rechnen Sie und beantworten dann die Frage: "Wie kann ich damit überleben?"
- Entgegen den Vorgaben des "Wettbewerbsstärkungsgesetzes" werden zukünftig
die bisher extrabudgetären Leistungen eben nicht weiter regional verhandelt
und zusätzlich zum neuen Regelleistungsvolumen bezahlt, sondern die Kassen
versuchen allenthalben, bisher extrabudgetäre Leistungen im gedeckelten
Budget zu versenken - nach dem erklärten Willen des Ministeriums!
- Unsere Freiberuflichkeit gehört laut Ulla Schmidt abgeschafft und aus dem
Ministerium dringen Stimmen nach außen, die KVen sollen ihren
Sicherstellungsauftrag nicht wie eine Monstranz vor sich hertragen.
- Eine solche Politik ist nicht länger hinnehmbar!!
Wagen Sie deshalb mit uns den Aufstand gegen diese irregeleitete Politik!!
Machen Sie mit Informationen, Aktionen und Protesten auf den drohenden und
politisch gewollten Exitus der wohnortnahen ambulanten Versorgung
aufmerksam!
Quelle: Presseerklärung Freie Ärzteschaft e.V.
http://www.freie-aerzteschaft.de

Deutsches Gesundheitswesen: Ärzte unter Zeitdruck - Medikamente zu teuer
Grundsätzlich hat Deutschland eines der besten Gesundheitssysteme der Welt.
Negativ sei, dass die Ärzte in Deutschland für ihre Patienten weniger Zeit
hätten als in anderen Ländern. Außerdem seien die Medikamente teurer als in
jedem anderen europäischen Land.
Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im
Gesundheitswesen (IQWiG) Mitte November unter dem Titel "German health care:
ab bit of Bismarck plus more science" im British Medical Journal (2008; 337:
1142-1145).
Deutschland sollte mehr in die praxisrelevante klinische Forschung
investieren und neuen Technologien gegenüber offen aber kritisch eingestellt
sein, um sein Gesundheitssystem bezahlbar und leistungsfähig zu erhalten, so
die Autoren Peter Sawicki und Hilda Bastian.
- Darüber hinaus brauchten Ärzte und Patienten bessere unabhängige
Informationen über Unterschiede zwischen den verschiedenen Behandlungen. Sie
benötigten außerdem mehr Zeit, um gemeinsam zu erörtern, welche Behandlung
im konkreten Fall die beste sei.
Die ärztlichen Sprechstunden sind in Deutschland aber pro Patient um 30
Prozent kürzer als im europäischen Durchschnitt und damit die kürzesten in
Europa.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Dienstag, 18. November 2008

InEK-Chef Heimig lobt DRG-System als Erfolgsmodell
Das Fallpauschalensystem (Diagnosis Related Groups, DRG) bleibt für deutsche
Krankenhäuser nach Ansicht des Geschäftsführers des Instituts für das
Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) Dr. Frank Heimig ein Erfolgsmodell.
Über die Grenzen Deutschlands hinaus genieße es großes Ansehen, so Heimig
auf dem Deutschen Krankenhaustag. Selbst in China bestehe mittlerweile
Interesse an der Methode, Kliniken nicht mehr nach Tagespflegesätzen zu
bezahlen, sondern für bestimmte Behandlungen feste Fallpauschalen zu
honorieren.
Vor kurzem ist die siebte Version des deutschen DRG veröffentlicht worden.
Sie umfasst 1.192 verschiedene abrechenbare Fallpauschalen, 55 mehr als im
Vorjahr.
Quelle: Ärzte Zeitung, 20.11.2008

Techniker Kasse setzt weiter auf Integrationsverträge
Ab kommendem Jahr müssen sich Integrationsverträge auch ohne
Anschubfinanzierung finanziell tragen.
"Unsere Integrationsverträge werden auch unter den Bedingungen des
Gesundheitsfonds weiter funktionieren", sagte der Leiter der
TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Volker Möws bei einer
Fachtagung seiner Kasse. Möws will alle bestehenden 14 Integrationsverträge
seiner Kasse im Nordosten weiterführen.
- Nur eine untergeordnete Rolle spielt nach Angaben Meuschs für die TK der
Wegfall der Anschubfinanzierung. Nach seinen Angaben ist Deutschlands größte
Kasse mit dem Volumen der Anschubfinanzierung ohnehin nicht ausgekommen. So
überstiegen die Verträge in Schleswig-Holstein und Hamburg das Volumen der
Anschubfinanzierung um mehr als das Doppelte. Besonders geeignet erscheinen
für die integrierte Versorgung Vereinbarungen aus der
Orthopädie/Endoprothetik, Kardiologie und Schmerztherapie.
Quelle: Ärzte Zeitung, 20.11.2008

Ärzte erhalten 1.020 Euro für die neue Gesundheitskarte
Die Erstattung der Kosten der Lesegeräte für die elektronische
Gesundheitskarte (eGK) in Nordrhein ist geklärt. Bei der Medica wurden
gestern die Details bekannt.
Danach erhalten Ärzte eine Pauschale von 430 Euro für die Anschaffung eines
neuen Kartenlesegeräts und weitere 375 Euro für ein Mobilgerät für den
Notdienst. Dazu gibt es 215 Euro für die Installation, also insgesamt 1.020
Euro pro Praxis.
Quelle: Ärzte Zeitung, 20.11.2008

Bremer Hausärzte verpassen E-Karte einen Dämpfer
Keine elektronische Gesundheitskarte an der Weser? Beim Hausärztetag in
Bremen haben Ärzte beschlossen, die Einführung der E-Karte zu untergraben.
"Die Bremer Hausärzte werden die Anschaffung von Lesegeräten für diese aus
Datenschutz-Gründen hoch gefährliche Technologie boykottieren", hieß es.
"Wir sind keine Maschinenstürmer", erklärte Dr. Günther Egidi, Vorsitzender
der Akademie für hausärztliche Fortbildung in Bremen, "wir befürworten eine
elektronische Vernetzung von Praxen, Apotheken und Krankenhäusern. Aber wir
sind vehemente Gegner von zentralen Datenservern, auf denen sämtliche
Gesundheitsdaten der Bevölkerung gespeichert werden."
Zur Begründung ihrer Ablehnung haben die Hausärzte sechs Thesen formuliert:
* Das Arzt-Patienten-Verhältnis wird durch die Speicherung sensibler
Patientendaten in zentralen Rechnern beschädigt oder sogar zerstört.
* Die Patienten können mit Hilfe des elektronischen Rezeptes in
Risikoklassen eingeteilt werden, die ihnen womöglich ein Leben lang anhaften
und sie beim Abschluss von Versicherungsverträgen benachteiligen können.
* Der Zugriff auf die Daten und deren Missbrauch durch Dritte ist nicht
sicher zu verhindern.
* Es gibt keinen belegbaren medizinischen Nutzen der E-Karte.
* Die Handhabung der Abläufe in den Praxen wird erheblich behindert.
* Die Kosten der milliardenschweren Entwicklung der Gesundheitskarte werden
auf Patienten und Ärzte abgewälzt.
Quelle: Ärzte Zeitung, 21.11.2008

Mehrheit für Gemeinschaftstarif
Die Idee des Gemeinschaftstarifs, die eine starke Nähe zum
Bürgerversicherungsmodell hat, findet in der Repräsentativumfrage in der
Bevölkerung hohe Akzeptanz - obgleich in diesem Tarif Innovationen nur unter
sehr eingeschränkten Bedingungen eine Chance haben.
- Die Abschaffung der gegenwärtigen Trennung von gesetzlicher und privater
Krankenversicherung sowie die Schaffung einer Gemeinschaftsversicherung für
alle finden zwei Drittel der Befragten sehr gut oder gut. Nur 22,1 Prozent
stehen der Idee ablehnend gegenüber. Mit 15,3 Prozent ist der Anteil der
Unentschiedenen vergleichsweise klein.
- Deutlich positiver fällt aber das Urteil über die Option für freiwillige
und individuelle Zusatztarife aus, die Zusatzkosten von Innovationen
finanzieren können und die überdies steuerlich gefördert werden. 60,6
Prozent sehen dies als gut oder sogar sehr gut an...
- Insgesamt zeigt sich in der Bevölkerung eine ausgeprägte Präferenz für eng
begrenzte, einheitlich für alle definierte medizinische Leistungen, die
solidarisch finanziert werden sollen in Kombination mit eigenverantwortlich
und individuell gestalteten Zusatztarifen. Nur eine kleine Minderheit stört
sich daran, dass dieses Gesamtmodell erhebliche Ungleichheit vor allem auch
im Zugang zu Innovationen produzieren kann.
Quelle: Ärzte Zeitung, 18.11.2008

Rechtliches

Eine Entschuldigung bei Behandlungsfehlern ist möglich
Durch die Novellierung des Versicherungsvertragsgesetzes müssen Ärzte nicht
befürchten, ihren Versicherungsschutz zu verlieren
"Tut mit leid" - eine solche einfache Entschuldigung beim Verdacht auf einen
Behandlungsfehlern ist möglich, ohne dass Ärzte befürchten müssen, dass ihre
Haftpflichtversicherung nicht mehr zahlt. Darauf hat die KV Bremen
hingewiesen.
Das Büro der Patientenbeauftragten im Bundesministerium für Gesundheit in
Berlin hatte die KVen über die entsprechende Gesetzesänderung informiert. In
der Vergangenheit konnte eine Entschuldigung den Arzt teuer zu stehen
kommen. Denn im Falle eines medizinischen Haftpflichtschadens galt den
Versicherungen die Entschuldigung, wie auch eine private Entschädigung, als
Grund, selber nicht mehr zu zahlen; egal, ob dem Arzt tatsächlich ein Fehler
unterlaufen war.
Seit diesem Jahr hat sich die Rechtslage geändert. Der Gesetzgeber hat bei
der Novellierung das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) anders und
kundenorientierter formuliert. In Paragraf 105 VVG heißt es jetzt: "Eine
Vereinbarung, nach welcher der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet
ist, wenn ohne seine Einwilligung der Versicherungsnehmer den Dritten
befriedigt oder dessen Anspruch anerkennt, ist unwirksam." Damit ist die
Automatik ausgeschaltet, nach der bei einer Entschuldigung sofort
Leistungsfreiheit der Versicherung eintritt.
Allerdings: Entschuldigt sich der Arzt beim Patienten und räumt er damit
seine Verantwortung für einen möglichen Behandlungsfehler ein, muss er aus
eigener Tasche für den entstandenen Schaden aufkommen, wenn das
Versicherungsunternehmen später nicht für die Wiedergutmachung zahlt.
Quelle: Ärzte Zeitung, 21.11.2008

Landessozialgericht: Große Brüste sind keine Krankheit
Große Brüste sind keine Krankheit - daher müssten Krankenkassen die Kosten
für eine Brustverkleinerung in der Regel nicht übernehmen, entschied das
Hessische Landessozialgericht in einem am Mittwoch in Darmstadt
veröffentlichten Urteil. Nur wenn ein großer Busen entstellend wirke, müsse
die Kasse für den Eingriff aufkommen. Die Revision wurde nicht zugelassen.
Vor zweieinhalb Jahren hatte das Landessozialgericht bereits die Klage einer
Frau zurückgewiesen, die unter zu kleinen Brüsten psychisch litt und sich
von ihrem Krankenversicherer einen Brustaufbau erstatten lassen wollte.
Damals urteilten Hessens oberste Sozialrichter, dass kleine Brüste keine
Krankheit seien.
AZ: L 1 KR 7/07
Quelle: Ärzte Zeitung online, 19.11.2008

Praxismanagement

Gemeinschaftsverträge auf den Prüfstand!
Zum 1. Januar 2009 soll das Umsatzsteuergesetz geändert werden. Betroffen
davon sind dann alle Gemeinschaften, bei denen ein Gesellschafter Gewinne
aus dem Betrieb der Praxis- oder Apparategemeinschaft erzielt.
Umsatzsteuerrechtliche Probleme können aber auch entstehen, wenn zum
Beispiel das Personal arbeitsrechtlich nur von einem ärztlichen
Gesellschafter beschäftigt wird, in der Praxisgemeinschaft aber auch für
andere Gesellschafter arbeitet. Gleiches gilt für die Überlassung eines
Gerätes, dessen Anschaffungskosten nur ein Gesellschafter zahlt.
Konkret geht es um Paragraf 4 Nummer 14 Umsatzsteuergesetz, der an
europarechtliche Vorgaben und schon herrschende Rechtsprechung angepasst
werden soll. Ab 2009 werden Leistungen ärztlicher Gemeinschaften gegenüber
ihren Mitgliedern explizit nur dann von der Umsatzsteuer befreit sein, wenn
"die Gemeinschaft von ihren Mitgliedern lediglich die genaue Erstattung des
jeweiligen Anteils an den gemeinsamen Kosten fordert".
- Die Gerichte haben die Kostenerstattung schon seit Jahren zur
Voraussetzung für die Umsatzsteuerbefreiung gemacht. Die kommende
Gesetzesänderung macht die steuerlichen Fallstricke aber noch einmal
deutlich: Zum einen darf die Praxis- und Apparategemeinschaft nur eine
Kostenerstattung von ihren Gesellschaftern verlangen. Zum anderen darf diese
Erstattung nur für gemeinsame Kosten, also nicht solche Kosten, die nur
einem Gesellschafter entstehen, verlangt werden.
Das Problem: Viele Apparategemeinschaften sind so konzipiert, dass in diesen
Gesellschaften ein Gewinn entsteht, der an die Gesellschafter ausgeschüttet
wird. Dies ist insbesondere bei Apparategemeinschaften zwischen zuweisenden
und überweisungsgebundenen ärztlichen Disziplinen nicht unüblich. Wenn etwa
Orthopäden und Radiologen eine Apparategemeinschaft zur Erbringung von
Röntgenleistungen (GKV) oder MRT-Leistungen (privatärztlich) errichten und
die zu zahlenden Beiträge höher sind als die Kosten der Gesellschaft
(weshalb ein Gewinn an die Gesellschafter ausgeschüttet wird), ist die
Überlassung des Gerätes eine umsatzsteuerpflichtige Leistung. Diese
Gestaltungen, aber auch die vertragsärztliche Apparategemeinschaft, sind
kritisch zu überprüfen.
- Aber auch Praxisgemeinschaften tragen ein Umsatzsteuerrisiko. Häufig
werden sie nämlich so gestaltet, dass das nicht-ärztliche Personal bei einem
der Gesellschafter angestellt bleibt oder ein Gesellschafter ein in seinem
Alleineigentum stehendes oder von ihm geleastes Gerät im Rahmen der
Praxisgemeinschaft dem anderen Gesellschafter überlässt. Dieser andere
Gesellschafter zahlt hierfür Geld, rechtlich also einen Beitrag an die
Gesellschaft, der aber wiederum dem überlassenden Gesellschafter zufließt.
- Da mit der Änderung des Umsatzsteuerrechts gefordert wird, dass es sich um
eine Erstattung der "gemeinsamen Kosten" handelt, kann diese Gestaltung
problematisch sein. Denn das Gehalt für die Mitarbeiterin, für die
Leasingraten oder die Beschaffungskosten des Gerätes sind keine gemeinsamen
Kosten der Gesellschaft. Sie sind vielmehr Kosten des einzelnen
Gesellschafters. Auch diese Vertragsgestaltungen sind zu überprüfen und
gegebenenfalls anzupassen, wenn die Umsatzsteuerpflicht vermieden werden
soll.
- Allein die idealtypischen Gemeinschaften, bei denen die Gesellschafter nur
die der Gesellschaft entstehenden Kosten erstatten, sind also
unproblematisch. In allen anderen Konstellationen sollten Ärzte die
vertragliche Gestaltung der Praxis- oder Apparategemeinschaft überprüfen.
Denn die Finanzverwaltungen verfolgen mittlerweile die Strategie, Ärzte
konsequent durch Betriebsprüfer kontrollieren zu lassen.
Umsatzsteuerpflicht hat auch Vorteile
Grundsätzlich sind alle ärztlichen Honorare umsatzsteuerbefreit. Dies gilt
für alle Honorare, die ein Arzt durch Prävention, Diagnose, Linderung oder
Heilung erzielt. Von dieser Steuerfreiheit ausgenommen sind die Umsätze
eines Arztes, die zum Beispiel eine rein kosmetische Zielrichtung haben.
Haben die Umsätze aus umsatzsteuerpflichtigen Tätigkeiten im Vorjahr 17.500
Euro überschritten, oder werden voraussichtlich im laufenden Jahr die
Umsätze 50.000 Euro übersteigen, müssen Ärzte Umsatzsteuer darauf abführen.
Bleiben sie darunter, braucht keine Umsatzsteuer in den Rechnungen
ausgewiesen und an das Finanzamt abgeführt zu werden
(Kleinunternehmerregelung).
Ärzte können auf das Kleinunternehmerprivileg aber auch verzichten und für
die Umsatzsteuer optieren. Der Vorteil: Bezahlte Mehrwertsteuer lässt sich
dann als Vorsteuer von der Steuerschuld abziehen. Kollegen, die nicht
freiwillig für die Umsatzsteuer optieren, sind damit wirtschaftlich im
Nachteil, wenn sie auf einen Teil ihrer Umsätze die Steuer abführen, dies
durch den Vorsteuerabzug aber nicht ausgleichen können - wie dies zum
Beispiel jetzt bei einer Apparategemeinschaft passieren könnte.
Quelle: Ingo Pflugmacher. Ärzte Zeitung, 14.11.2008

Wie viele Brustkrebs-Ops in welcher Klinik?
Die stationäre Brustkrebsbehandlung erfolgt in Berlin fast nur noch an den
spezialisierten Brustzentren. Das ist ein Ergebnis der neuesten Auswertung
der Senatsgesundheitsverwaltung zu den Fallzahlen operativer
Krebsbehandlungen in Berliner Krankenhäusern.
Die Auswertung zeigt, dass inzwischen 96 Prozent der Brustkrebsoperationen
an den neun spezialisierten Kliniken vorgenommen werden, die in
Disease-Management-Verträge mit den Krankenkassen eingebunden sind. Im Jahr
2004 waren es den Angaben zufolge rund 60 Prozent. Die Auswertung beruht auf
Daten des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) für das Jahr
2007.
Die Fallzahlen im Internet:
http://www.berlin.de/sen/gesundheit/sonstiges/index.htmldokument
Quelle: Ärzte Zeitung, 13.11.2008

Krebsgefahr durch Drucker und Kopierer
Außer Asbest und Dieselruß droht in kontaminierter Umgebung eine weitere
Gefahrenquelle, die Bronchialtumoren begünstigen kann: Tonerpatronen in
Laserdruckern und Kopierern.
Arbeiten aus dem Institut für Pathologie belegen, heißt es in einer
Mitteilung der Universität Rostock, dass neben Asbestfasern und verschiedene
Arten von Kohlenstoffpartikeln auch Tonerpulver in Zellkulturen zu
vergleichbaren Schäden führen. Zugleich hat Ludwig Jonas vom
Elektronenmikroskopischen Zentrum in der Lunge eines verstorbenen
Servicetechnikers, der täglich mit Tonerstaub in Berührung kam, im
Kohlenstoffpartikel in großer Zahl nachgewiesen. Deswegen fordert Jonas im
Sinne des Arbeitsschutzes auch für Arbeitsräume Grenzwerte und Messpunkte
zur Feinstaubbelastung.
Quelle: Im Focus Onkologie, 07.11.2008 Newsletter Chirurgie vom 20.11.2008

Krebsgesellschaft informiert Patienten mit Broschüre
Über Wirkungen und Nebenwirkungen von Krebstherapien informiert eine
Broschüre, die von der Bremer Krebsgesellschaft herausgegeben wurde. Sie
richtet sich an krebskranke Menschen und Angehörige.
Unter der Belastung der Krebserkrankung ist es für die Betroffenen sehr
schwer, alle Details aus dem Aufklärungsgespräch zu behalten, hieß es. Dort
setze die Broschüre an: Sie erklärt, wie die Behandlungen wirken, wie sie
durchgeführt werden, welche Nebenwirkungen auftreten und was Betroffene
selbst tun können, um die Behandlungen besser zu vertragen. Finanziert wurde
die Broschüre vom Bremer Innensenator.
Die Broschüre "Moderne Krebstherapie - Wirkungen und Nebenwirkungen" kann
über http://www.bremerkrebsgesellschaft.de
http://www.bremerkrebsgesellschaft.de/ angefordert werden.
Quelle: Ärzte Zeitung, 20.11.2008

Europa

EU: Jede zehnte medizinische Behandlung für Patienten schädlich
Nach Angaben der Brüsseler EU-Kommission ist jede zehnte medizinische
Behandlung in der Europäischen Union (EU) fehlerhaft. "In rund zehn Prozent
der Fälle entsteht in der EU bei medizinischen Behandlungen Schaden.
Medizinische Fehler sind eine echte Herausforderung für die europäischen
Gesundheitssysteme", sagte die EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou
der Tageszeitung 'Die Welt vom Montag'.
Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, die Sicherheit und die Rechte der
Patienten zu verbessern.
Quelle: ddp/aerzteblatt.de Montag, 24. November 2008

Gesundheit hat entscheidenden Einfluss auf Lebenszufriedenheit
Gesundheit und familiäre Kontakte sind die wichtigsten Faktoren für die
Lebenszufriedenheit der Europäer. Materielle Werte spielen ebenfalls ein
bedeutsame Rolle, dürfen aber nicht überschätzt werden So das Ergebnis einer
Befragung von 30.000 europäischen Bürgern durch die von der EU finanzierte
Europäische Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen
(Eurofound) in Dublin.
Am glücklichsten sind demnach die Dänen und Finnen. Deutschland liegt
zusammen mit Tschechien und der Slowakei in Sachen Lebenszufriedenheit genau
im Mittelfeld. Am unglücklichsten sind die Bulgaren und Ungarn.
- Länder mit hohen Einkommen schnitten bei der Frage nach der
Lebenszufriedenheit insgesamt gesehen besser ab. Glück und Zufriedenheit
wüchsen aber nicht zusammen mit dem Bankkonto, so Branislav Mikulic von
Eurofound bei der Vorstellung der Studie in Brüssel.
"Wenn eine bestimmte Stufe des Einkommens erreicht ist, spielt mehr Geld
keine große Rolle mehr bei der Steigerung der Lebensqualität." Beispiel
hierfür seien die nordischen Länder, wo die befragten Menschen
unterschiedlicher Gehaltsstufen ein ähnliches Glücksempfinden äußerten.
Quelle: ps/aerzteblatt.de Donnerstag, 20. November 2008

Allgemeines

Deutsche bringt erstes Baby nach Eierstock-Transplantation zur Welt
Erstmals hat eine Frau nach einer vollständigen Eierstock-Transplantation
ein Kind zur Welt gebracht. Die 38 Jahre alte Deutsche, die in
Großbritannien lebt, wurde am Dienstag in London Mutter einer Tochter, wie
britische Medien am Mittwoch berichteten.
Die ehemals unfruchtbare Frau, die mit einem Briten verheiratet ist, hatte
den Eierstock im vergangenen Jahr von ihrer Zwillingsschwester erhalten, die
bereits zwei Kinder hat. Kurz danach wurde die 38-Jährige schwanger. Das
Mädchen kam per Kaiserschnitt zur Welt.
Zuvor hatte es den Berichten zufolge weltweit acht Geburten nach ähnlichen
Eingriffen gegeben, bei denen die Patientinnen allerdings nur Gewebeteile
und nicht einen ganzen Eierstock ihrer Schwestern transplantiert bekommen
hatten. Den Eingriff hatte der US-Spezialist Sherman Silber vom Infertility
Center of St. Louis im US-Bundesstaat Missouri durchgeführt.
Als künftige Patienten für diesen Eingriff kommen nach Einschätzung der
Zeitung "The Times" Frauen in Betracht, die sich ihre Fruchtbarkeit nicht
durch eine Krebsbehandlung zerstören lassen wollen. In mehreren Fällen sind
Krebspatientinnen auch die eigenen Eierstöcke oder Eierstockgewebe vor einer
aggressiven Chemotherapie entnommen und nach dem Ende der Krebsbehandlung
wieder eingepflanzt worden. Auch auf diese Weise sind bereits Kinder
entstanden.
Quelle: Ärzte Zeitung online, 13.11.2008

Das ist ein dicker Hund!
Wie der Herr, so's Gscherr: Nicht nur die Briten kämpfen zunehmend mit
überflüssigen Pfunden. Auch immer mehr Hunde und Katzen auf der Insel sind
offenbar adipös. Ernsthaften Schätzungen zufolge leiden 30 Prozent der
britischen Hunde unter Fettleibigkeit.
Quelle: Ärzte Zeitung, 18.11.2008

Graffiti haben schlechten Einfluss auf das Verhalten
Graffiti tragen nicht unbedingt zur Verschönerung eines Stadtviertels bei.
Eine Studie zeigt jetzt, dass sie außerdem das Verhalten der Menschen
negativ beeinflussen. Wissenschaftler der Universität Groningen in den
Niederlanden konnten in Feldversuchen nachweisen, dass allein die
Anwesenheit von Graffiti die Zahl der Menschen mehr als verdoppelte, die
Abfälle auf die Straße warfen, oder die stahlen.
Die Wahrscheinlichkeit steige, dass Menschen Normen oder Gesetze brechen,
wenn sie beobachten, dass auch andere Regeln verletzen, schreiben die
Wissenschaftler um Kees Keizer im US-Fachjournal "Science".
Quelle: Ärzte Zeitung, 21.11.2008

Archiv: Alle früheren Ausgaben des BAO-MAO-Aktuell können Sie unter
http://www.mao-bao.de/archiv.html - mit Suchfunktion - einsehen.

Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 104 | Ausgabe 2 – Mai 2022
Dermatochirurgie: Deutlich facettenreicher als nur ‚Muttermale spindeln‘…
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OP-Netzwerk

2021 OP-Netzwerk | Ein Service des BAO e. V. Auf OP-Netzwerk finden interessierte Ärztinnen und Ärzte umfangreiche Informationen, hilfreiche Tipps und wichtige Anlaufstellen rund um das Thema "Ambulantes Operieren". !
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Bundeskongress Chirurgie 2023

Bundeskongress Chirurgie vom 10.-11. Februar 2023 im NürnbergConvention Center. Anmeldung, Programm, Seminare/Kurse
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Helmsauer Gruppe

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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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Partner DGH

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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