13.08.08: BAO-MAO-Aktuell

BAO-MAO-Aktuell; Nr. 36/08, vom 13. August 2008
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Gesetzliche Krankenversicherung

KBV: Verhandlungen zur Honorarreform ausgesetzt - Angebot der Kassen
inakzeptabel

Nach der ersten Verhandlungsrunde um die Reform der vertragsärztlichen
Vergütung zwischen Ärztevertretern und Krankenkassen ist eine Einigung in
weite Ferne gerückt. "Das Angebot der Kassenseite ist für uns vollkommen
inakzeptabel", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler im Anschluss an das Treffen des
sogenannten Erweiterten Bewertungsausschusses in Berlin.
- "Wir sind mit drei Grundforderungen in die Verhandlungen gegangen, die wir
auch immer klar kommuniziert haben: 1. die Trennung der Honoraranteile für
Haus- und Fachärzte. 2. die Angleichung der ärztlichen Vergütung in
Ostdeutschland auf das West-Niveau und eine spürbare Erhöhung der Vergütung
bundesweit. 3. Die Honorarreform darf nicht zu Mittelabflüssen aus den
südlichen Bundesländern führen", betonte Köhler.
Quelle: EB/aerzteblatt.de Donnerstag, 7. August 2008

Tiefe Kluft zwischen Kassen und KBV beim Arzthonorar
Drei Wochen vor der gesetzlich vorgeschriebenen Einigung zur Honorarreform
stehen sich Ärzte und Kassen im Gemeinsamen Bewertungsausschuss
unversöhnlich gegenüber. Auf sechs Milliarden Euro beläuft sich das
Forderungspaket der KBV, in fast allen wichtigen Punkten liegen die
Vertragspartner über Kreuz. Befürchtet wird, dass auch die Prävention unter
die Räder gerät.
- Streit herrscht, welche Leistungen der morbiditätsorientierten
Gesamtvergütung zugeordnet werden sollen. Das Leistungsvolumen soll zwar mit
der Morbidität korrelieren, ist aber begrenzt. Die Kassen wollen, dass auch
Vorsorge- und Früherkennungsleistungen in dieses begrenzte Leistungsvolumen
einbezogen werden. Die KBV will alle bisherigen extrabudgetären Leistungen
weiterhin gesondert vergütet bekommen.
Ein weiteres Problem ist der bundeseinheitlich zu vereinbarende
Orientierungspunktwert. Er würde auch für Präventionsleistungen gelten, die
aber bislang wohl besser honoriert werden. Davon betroffene Arztgruppen, vor
allem Pädiater und Gynäkologen, Hausärzte und Internisten haben dagegen
heftig protestiert.
Klar beziffert hat die KBV, wie sich 2009 der morbiditätsbedingte
Behandlungsbedarf verändert soll: plus 28 Prozent in den neuen
Bundesländern, plus 18 Prozent im Westen. Außerdem will die KBV die
Berücksichtigung der Tarifsteigerung von Klinikärzten. Die Kassen lehnen
dies ab. Ganz eng definieren die Kassen nicht vorhersehbaren
Behandlungsbedarf: nur bei Krieg, Epidemien und Großschadensereignissen.
Quelle: Ärzte Zeitung, 06.08.2008

KBV wehrt sich gegen Pflicht zu Hausarztverträgen
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Zweifel an der
Verfassungsmäßigkeit der von der Koalition geplanten Pflicht zu
Hausarztverträgen angemeldet.
- Hintergrund sind Gesetzespläne, nach denen alle Krankenkassen verpflichtet
werden sollen, bis zum 30. Juni 2009 Verträge mit Hausarztverbänden zu
schließen.
- Das einstige Monopol der Kassenärztlichen Vereinigungen für Verträge der
niedergelassenen Ärzte wäre damit endgültig gebrochen.
Köhler sagte: "Wir können nur davor warnen, dass immer größere Anteile der
Versorgung und Vergütung von anderen Gruppierungen organisiert werden." Am
Ende könnte ein Monopol durch ein anderes ersetzt werden.
Ärzte Zeitung online, 11.08.2008

Pofalla: 2,5 Milliarden Euro mehr für Ärzte
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat jetzt offiziell bestätigt, dass die
Vertragsärzte mit einer Honorarsteigerung von 2,5 Milliarden Euro im
nächsten Jahr rechnen können.
In einem Rundbrief an alle CDU-Mitglieder schreibt Pofalla: "Zu den guten
Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen zählt aber auch, das die Ärzte in
Deutschland angemessen entlohnt werden. Sie tragen wie kaum eine andere
Berufsgruppe Verantwortung, auf die jeder von uns angewiesen sein kann.
Deshalb werden wir sowohl die Ärzte mit 2,5 Milliarden Euro unterstützen als
auch die Hilfen für unsere Krankenhäuser verbessern."
Eine optimale Gesundheitsversorgung sei nicht zum Nulltarif zu haben.
Quelle: Ärzte Zeitung, 06.08.2008

FDP und Grüne machen Front gegen Gesundheitsfonds
FDP und Grüne im Bundestag wollen gegen den Willen der großen Koalition im
Gesundheitsausschuss Experten zum geplanten Gesundheitsfonds befragen. Die
Veranstaltung soll am 3. September stattfinden, wie der
FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr sowie die Sprecherin der
Grünen-Bundestagsfraktion, Iris Roder, der Zeitung "Die Welt" vom Montag
bestätigten.
- Die Grünen kritisieren den Fonds als "überflüssige Reformattrappe". Bahr
sagte: "Wir wollen die Gelegenheit nutzen, mit Experten die
Umsetzungsprobleme des Gesundheitsfonds zu diskutieren, auch wenn das die
große Koalition nicht mehr hören will."
Quelle: ddp/aerzteblatt.de Montag, 11. August 2008

KBV will Dialog zwischen Niedergelassenen und Krankenhäusern
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) setzt auf Kooperationen mit
Krankenhäusern, um den niedergelassenen Ärzten langfristig eine
gleichberechtigte Zusammenarbeit mit den Kliniken vor Ort zu ermöglichen.
- Eine Blockadehaltung gegen die Krankenhausträger lehnt Köhler ab.
- Bislang habe die KBV fünf Kooperationsverträge unterschrieben. Mit den
Sana-Kliniken schloss die KBV Ende 2005 das erste Abkommen. In Remscheid
beispielsweise kooperieren Krankenhausärzte und -apotheker seither mit
Niedergelassenen, um Schnittstellenprobleme bei der Verordnung von
Arzneimitteln in den Griff zu bekommen.
- Rahmenvereinbarungen mit der SRH-Kliniken GmbH, der Damp-Holding AG sowie
der Allgemeinen Hospitalgesellschaft AG sollen folgen. Jüngster
Kooperationspartner sei die Rhön-Klinikum AG.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Donnerstag, 7. August 2008

Sand im Getriebe bei eDMP
Niedergelassene Ärzte sind nicht gerade amüsiert, wenn man sie auf die seit
1. Juli bestehende Pflicht zur elektronischen Dokumentation für
Disease-Management-Programme anspricht. Nach ihren Angaben knirscht es
ordentlich im Gebälk der Praxis-EDV-Anwendungen.
Bei der gleichzeitig erforderlichen Neuzertifizierung der Programme für die
DMP-Dokumentation ist es zu einem Stau gekommen - mit der Folge, dass viele
Ärzte derzeit nicht ordnungsgemäß dokumentieren und keine Unterlagen von
DMP-Patienten an die Erfassungsstellen senden können. Das führt bei vielen
Ärzten zu großem Ärger, wie Recherchen der "Ärzte Zeitung" ergeben haben.
Quelle: Ärzte Zeitung, 06.08.2008

Gesundheitskarte: Ärzte fordern Stellungnahme der Politik
Eine "öffentliche und detaillierte Stellungnahme des Ministeriums zu unserem
Forderungskatalog zur elektronischen Gesundheitskarte" erwartet die
Bundesärztekammer (BÄK) vom Bundesministerium von Gesundheit. Das hat der
BÄK-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe am Dienstag betont.
Der Forderungskatalog basiert auf den Beschlüssen des 111. Deutschen
Ärztetages und ist Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt mit einem
Schreiben Hoppes am 30. Juli 2008 übermittelt worden.
Laut Hoppe ist die geplante neue Telematik-Infrastruktur ernsthaft
gefährdet, wenn die Bundesregierung nicht auf die Forderungen der Ärzte
eingeht. Dazu zählt unter anderem, dass nicht nur die Nutzung spezieller
Teiltechniken, sondern die grundsätzliche Online-Anbindung für Patienten und
Ärzte freiwillig sein muss.
Hoppe widersprach der Auffassung des Bundesgesundheitsministeriums, dass es
die Aufgabe der Organisationen der Ärzteschaft sei, für die bessere
Akzeptanz der elektronischen Gesundheitskarte zu sorgen. "Seit Erlassen der
Rechtsverordnung vom 2. November 2005 steuert das Ministerium das Projekt
elektronische Gesundheitskarte faktisch selbst", sagte der BÄK-Präsident.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Dienstag, 5. August 2008

Rechnungshof: Bund soll Bezüge von Kassenchefs begrenzen
Der Bundesrechnungshof hält die Bezüge von Krankenkassenvorständen für
überzogen und plädiert für die Einführung einer Verdienstobergrenze. Diese
solle vom Bundesgesetzgeber vorgegeben und den Aufsichtsbehörden des Bundes
und der Länder umgesetzt werden, heißt es in einer Mitteilung des
Rechnungshofes "über die Prüfung der Vergütungen einschließlich
Nebenleistungen der Vorstandsmitglieder von Krankenkassen", wie die
"Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom Mittwoch berichtet. "Ausgangspunkt für
die Festlegung von Vergütungsobergrenzen könnten beamtenrechtliche
Regelungen sein."
In dem Papier werde nahe gelegt, dass es ein Jahreseinkommen von etwa
130.000 Euro ausreichend sei. Vorstände größerer Krankenkassen verdienen in
aller Regel heute mehr, in der Spitze bis zu 242.000 Euro im Jahr, wie die
Zeitung weiter schreibt. Der Rechnungshof bemängele auch die mangelhafte
Kooperation der Kassen mit den Aufsichtsbehörden in vertraglichen
Angelegenheiten. Deren Angaben seien "oft unvollständig, unrichtig oder
nicht miteinander vergleichbar." Er rüge auch unklare und schwammige
Formulierungen bei der Definition von zu erreichenden Zielen.
Andererseits würden Zusatzvergütungen auch dann ausgezahlt, obwohl Ziele
nicht erreicht worden seien. In einem Fall berichte der Rechnungshof von
einer ungenannten Krankenkasse, die ihren Verwaltungsräten Leistungen
erstattet habe, die nicht im Katalog der gesetzlichen Versicherung enthalten
seien.
Dazu hätten das Potenzmittel Viagra, Haarwuchsmittel und orthopädische
Matratzen gehört. Auch hätten Vorstand und Verwaltungsrat auf Kassenkosten
mehrtägige Reisen unternommen, an denen auch die jeweiligen Lebenspartner
teilgenommen hätten.
Quelle: ddp/aerzteblatt.de Mittwoch, 6. August 2008

Gesundheitsbranche in NRW boomt
Im nordrhein-westfälischen Gesundheitswesen sind zwischen 1995 und 2006 rund
40.000 neue Arbeitsplätze entstanden, ein Zuwachs von zehn Prozent. Das geht
aus dem "Landesbericht Gesundheitsberufe 2008" hervor, den das
NRW-Gesundheitsministerium gerade veröffentlicht hat.
Schwerpunkt des diesjährigen Berichts ist die Lage in den
Krankenpflegeberufen. "Angesichts der demographischen Entwicklung wird der
Bedarf an gut ausgebildetem Personal noch weiter steigen. Diese Branche hat
Zukunft", sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Mit
160.000 Beschäftigten stellen die Krankenpflegeberufe den größten Anteil der
Arbeitnehmer in der Gesundheitswirtschaft. Mit 95.000 arbeiten die meisten
Pflegekräfte in einer Klinik.
- Dem Bericht zufolge ist die Zahl der berufstätigen Ärzte in NRW im Jahr
2006 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 1,3 Prozent auf 66.787 gestiegen.
Die Zahl der ambulant tätigen Vertragsärzte wuchs um 0,6 Prozent auf 24.691,
die der an der hausärztlichen Versorgung teilnehmenden Mediziner um 0,9
Prozent auf 12.313. Stark rückläufig dagegen ist die Zahl der
Medizinstudenten und Absolventen des Fachs.
Quelle: Ärzte Zeitung online, 07.08.2008

Die Wirkung des Gordischen Knotens
Es besteht kein Zweifel. Auch die letzte Gesundheits-Teilreform, das dicke
Ende kommt ja noch mit dem Gesundheitsfonds ab 1. Januar 2009, hat nicht das
gebracht, was die Gesundheitspolitiker dem Bürger, den Krankenkassen und
allen im Gesundheitswesen Tätigen zu suggerieren suchten: Alles würde
besser, effizienter, transparenter und vor allem nicht teurer.
Die Krux für alles liegt zweifellos in der trotz langjähriger und
zahlreicher seriöser Hinweise und Berechnungen, Studien und Untersuchungen
noch immer bestehenden Umlagefinanzierung und der fehlenden Kapitaldeckung
im Gesundheitswesen. Und solange dieses grundlegende Problem nicht durch
eine umfassende Reform gelöst ist, wird unser Gesundheitswesen das bleiben,
was es zurzeit ist: Eine Baustelle mit nicht mehr beherrschbarer
Kostenentwicklung.
Quelle: Dieter Thomae, ARZT & WIRTSCHAFT 07/2008, 54

Auswirkungen der DRGs werden untersucht
Die DRGs - besser als ihr Ruf? Die Qualitätsinitiative (QI), der
Niedersächsische Verein zur Förderung der Qualität im Gesundheitswesen e.V.
bei der Ärztekammer in Hannover, untersucht derzeit, ob das neue
Abrechnungssystem in den Krankenhäusern tatsächlich die Versorgung
verschlechtert.
Die Befragung in 20 Krankenhäusern Niedersachsens dauert ein Jahr. Man
befrage jeden, der mit den DRGs zu tun hat, vom Controller im Krankenhaus
bis zum Hausarzt und Patienten.
Die Vermutung des QI: Wahrscheinlich beeinträchtigen die DRGs gar nicht die
stationäre Versorgung, sondern eher andere Faktoren wie der Ärztemangel oder
die Mindestmengenregelung.
Quelle: Ärzte Zeitung, 28.07.2008

Etwa die Hälfte der Gesundheitsausgaben entfällt auf ältere Menschen
Knapp die Hälfte der Gesamtkosten im Gesundheitssektor ist 2006 für
Erkrankungen älterer Menschen ab 65 Jahren ausgegeben worden. Wie das
Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, wurden 2006 von
den Gesamtausgaben in Höhe von rund 236 Milliarden Euro etwa 47 Prozent für
ältere Menschen aufgewandt.
- Mehr als die Hälfte der Gesundheitsausgaben für über 65-Jährige in Höhe
von etwa 111,1 Milliarden Euro entfiel 2006 den Angaben zufolge auf vier
Krankheitsgruppen. Mit 24,6 Milliarden Euro haben
Herz-Kreislauf-Erkrankungen die höchsten Kosten verursacht. Darauf folgten
Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 13,1 Milliarden Euro, psychische
Erkrankungen und Verhaltensstörungen mit 12,7 Milliarden Euro sowie
Krankheiten des Verdauungssystems mit 9,8 Milliarden Euro.
Quelle: ddp/aerzteblatt.de Dienstag, 5. August 2008

Privatversicherung

PVS: Position zur "Zielleistung" gestärkt!
Der BGH hat mit seinem Urteil vom 05.06.2008 - AZ III ZR 239/07 - die
Position der Privatärztlichen VerrechnungsStelle
Rhein-Ruhr/Berlin-Brandenburg (PVS) zum Zielleistungsprinzip bestätigt.
Hierbei geht es um die Frage, ob die private Krankenversicherung (PKV)
Leistungen, die im Rahmen einer Operation durchgeführt wurden, jeweils
eigenständig erstatten muss, oder ob nur die so genannte "Zielleistung" zum
Ansatz kommen kann. Eine Zielleistung ist in der GOÄ nur das, was in der
jeweiligen Leistungslegende steht, aber nicht das, was im Rahmen eines
Eingriffs medizinisch notwendig ist.
- Die PKV-Auffassung von der "Zielleistung" als alles umfassend, was
konkret-individuell notwendig ist, wurde vom BGH zurückgewiesen. In den
Entscheidungsgründen differenziert das Gericht sehr genau in "medizinisch
notwendige Schritte" zur Herbeiführung des Operationserfolgs und "methodisch
notwendige Schritte" im Sinne von § 4 Abs. 2 a GOÄ. Der von der PVS
vertretene "abstrakt-generelle" Maßstab dessen, was die Leistungslegende
einer "Zielleistung" umfasst, wurde bestätigt.
- In der Urteilsbegründung des BGH heißt es: "Der Arzt darf ein und dieselbe
Leistung, die zugleich Bestandteil einer von ihm gleichfalls vorgenommenen
umfassenderen Leistung ist, nicht zweimal abrechnen. Daraus folgt zugleich
die Selbstverständlichkeit, dass Leistungen, die nicht Bestandteil einer
anderen abgerechneten Leistung sind, abrechenbar sind, soweit es sich um
selbständige Leistungen handelt."
- "Beste Voraussetzungen für die Durchsetzbarkeit einer Honorarforderung
sind die Erkennbarkeit der Indikation aus den Behandlungsunterlagen (ideal
auch aus dem OP-Bericht) und die Nachvollziehbarkeit (genaue Beschreibung)
der zusätzlich zur Zielleistung erbrachten Leistungen aus dem OP-Bericht",
erläutert Rechtsanwalt Manfred Specht, Geschäftsführer der PVS.
Quelle: Privatärztliche VerrechnungsStelle Rhein-Ruhr GmbH, Pressemitteilung
vom 8.8.2008

Rechtliches

Verfassungsbeschwerde gegen Paragraf 116b SGB V nicht zur Entscheidung
angenommen

Die Verfassungsbeschwerden von Onkologen und Kardiologen gegen die
Kliniköffnung für ambulante Behandlungen durch Paragraf 116b SGB V hat das
Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen.
- Die Richter begründeten den Beschluss damit, dass die Ärzte durch die
gesetzliche Regelung allein noch nicht in ihren Grundrechten verletzt seien.
Die Grundrechte könnten erst dann betroffen sein, wenn Krankenhäuser die
Erlaubnis zur ambulanten Behandlung nach Paragraf 116b SGB V bekämen. Denn
erst dann entstehe für die niedergelassenen Ärzte Konkurrenz.
- Die Verfassungsrichter wiesen darauf hin, dass den Ärzten der Weg nach
Karlsruhe erst dann offen steht, wenn ihre Klagen vor den Gerichten
erfolglos sind. Das heißt, dass die Niedergelassenen erst vor den
Sozialgerichten prozessieren müssen.
Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, Az.: 1 BvR 840/08
Quelle: Ärzte Zeitung online, 12.08.2008

Praxismanagement

Praxisverkauf zu einem möglichst lukrativen Preis
Klinikträger, die in den ambulanten Sektor drängen, haben in einigen
Regionen bereits einen deutlichen Anstieg der Praxispreise bewirkt. Die
geplante Abschaffung der Altersgrenze für Vertragsärzte wird für weitere
Bewegung auf dem Praxismarkt sorgen.
- Tatsächlich mussten viele Ärzte in den vergangenen Jahren ihre Praxis
unter Wert verkaufen oder sie sogar mangels Nachfolger schließen. In der
Regel bedeutet dies auch, den erhofften Lebensstandard im Alter nicht halten
zu können. Denn der Erlös aus dem Praxisverkauf ist ein wichtiger Baustein
der Altersvorsorge.
- Doch der Praxismarkt ist in Bewegung geraten. In einigen Regionen werden
zum Teil sogar wieder höhere Verkehrswerte bezahlt. Preistreiber sind hier
Kliniken, die über die Gründung von Medizinischen Versorgungszentren in den
ambulanten Sektor drängen.
- Auch die geplante Abschaffung der Altersgrenze wird dazu führen, dass
wieder höhere Verkaufserlöse erzielt werden können. Denn die 68er-Regelung
machte ältere Vertragsärzte "erpressbar". Schließlich wussten die
Kaufinteressenten, dass der Praxisinhaber seine Praxis über das 68.
Lebensjahr hinaus nicht mehr weiterführen kann. Und je näher die
Altersgrenze rückte, desto mehr sahen sich niedergelassene Ärzte bisher
gezwungen, Abstriche beim Verkaufspreis hinzunehmen. Darauf können
Kaufinteressenten bald nicht mehr spekulieren.
Quelle: Günther Frielingsdorf. Ärzte Zeitung, 06.08.2008

Bilanz der Qualitätssicherung ambulanter Koloskopien nach 245.000
Untersuchungen

Mansmann, Ulrich; Crispin, Alexander; Henschel, Volkmar; Adrion, Christine;
Augustin, Volker; Birkner, Berndt; Munte, Axel
Quelle: Dtsch Arztebl 2008; 105(24): 434-0 DOI: 10.3238/arztebl.2008.0434
Siehe http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikeldruck.asp?id=60513

Universitätsklinikum Heidelberg veröffentlicht Daten zur
Ergebnisqualität

Ergebnisse über die Qualität der Behandlungen hat die Universitätsklinikum
Heidelberg im Internet veröffentlicht. Das Klinikum arbeitet dabei mit der
Techniker Krankenkasse (TK) zusammen. Es hat damit nach eigenen Angaben als
erstes Klinikum in Deutschland die gesamten Qualitätsdaten aus dem Jahr 2007
zu sämtlichen Behandlungen der Krankenkasse zur Verfügung gestellt.
- "Die Behandlungsqualität und die Transparenz darüber wird immer mehr zum
zentralen Wettbewerbsfaktor der Krankenhäuser", sagte Andreas Vogt, Leiter
der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, bei der Vorstellung der neuen
Zusammenarbeit. Die TK suche weitere Partnerkrankenhäuser, die zum Dialog
über die Behandlungsqualität und ihre Veröffentlichung bereit seien.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Donnerstag, 31. Juli 2008

Auf der Suche nach den zukünftigen Praxisperlen
Niedergelassene Ärzte bilden in ihren Praxen offenbar wieder mehr
Medizinische Fachangestellte (MFA) aus. Die Landesärztekammern hatten der
Bundesagentur für Arbeit bis Ende Juni 7.498 Ausbildungsstellen gemeldet,
das waren 1,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
"Wir haben den Eindruck, dass sich mehr Praxischefs als bisher darauf
einlassen, in ihren Praxen Nachwuchs auszubilden", stellt Klaus Schumacher,
Verwaltungsdirektor der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo), fest. Seit Oktober
2007 haben Niedergelassene der ÄKNo bislang den Abschluss von 603 neuen
Ausbildungsverträgen gemeldet. Das sind 13,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Quelle: Ärzte Zeitung, 31.07.2008

Europa

In London geprüft, in Brüssel genehmigt
Seit Kurzem ist die Zulassung von Arzneimitteln in der EU noch ein Stück
zentraler und einheitlicher geworden. Die Befugnisse der EU-Kommission
wurden ausgeweitet.
- Seit 20. Mai müssen auch für Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen gegen
Viruserkrankungen sowie gegen Autoimmunerkrankungen oder Immunschwächen, zum
Beispiel Rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose und Psoriasis, die Anträge
direkt bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) in London eingereicht
werden. Über die Zulassung entscheidet zentral die Europäische Kommission in
Brüssel.
Das zentralisierte Zulassungsverfahren ist bereits zwingend vorgeschrieben
für biotechnisch hergestellte Arzneimittel sowie Arzneimittel gegen
HIV/Aids, Krebs, neurodegenerative Erkrankungen, Diabetes sowie seltene
Krankheiten (Orphan Drugs).
Quelle: Bertold Schmitt- Feuerbach. Ärzte Zeitung, 31.07.2008

Britische Ärzte gegen Tests zur Erneuerung der Approbation
Die meisten niedergelassenen Ärzte im Vereinigten Königreich lehnen die
geplanten sogenannten Revalidierungsverfahren zur Erneuerung der Approbation
ab. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes TNS Healthcare.
- Das neuentwickelte Verfahren, das im Laufe der nächsten 18 Monate
ausgearbeitet und in Pilotuntersuchungen getestet werden soll, umfasst unter
anderem ein "Re-licensing"-System zur Überprüfung der Approbation der
150.000 Ärzte im Vereinigten Königreich, in dessen Rahmen ärztliche
Grundkenntnisse getestet werden sollen.
- Die Ärzte erwarten laut der Umfrage, dass ihnen die neuen Anforderungen
weniger Zeit für Patienten lassen. Fast zwei Drittel meinen, dass es nur
eine Übung im "Ankreuzen von Kästchen" sein werde. Fast die Hälfte der
befragten Ärzte befürchtet, dass die Revalidierung als Instrument dienen
soll, um als schwierig oder unkooperativ geltende Ärzte auszusortieren.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Freitag, 8. August 2008

Allgemeines

Umfrage: Mehrheit für aktive Sterbehilfe
Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung befürwortet nach einer
Meinungsumfrage aktive Sterbehilfe. 53 Prozent der rund 1.800 Befragten
befürworten den Standpunkt, unheilbar schwerkranke Menschen auf deren Wunsch
hin durch Eingreifen von außen zu töten, wie das Institut für Demoskopie am
Montagabend in Allensbach mitteilte. Nur 19 Prozent seien dagegen, 23
Prozent konnten sich bei dieser Fragestellung nicht entscheiden.
- Nach den Angaben stimmten 56 Prozent der Protestanten für aktive
Sterbehilfe, 50 Prozent der Katholiken und 65 Prozent der Konfessionslosen.
Nach Alter aufgeschlüsselt sprachen sich laut Institut 63 Prozent der bis zu
29 Jahre alten Befragten für die aktive Sterbehilfe aus, ebenso wie 59
Prozent der 30- bis 44-Jährigen, 60 Prozent der 45 bis 59 Jahre alten
Menschen und 51 Prozent der über 60-Jährigen.
Die in der ersten Junihälfte an alle mehr als 16 Jahre alte Bürger gestellte
Frage lautete: "Zurzeit wird ja viel über aktive Sterbehilfe diskutiert. Das
bedeutet, dass man das Leben schwerkranker Menschen, die keine Chance mehr
zum Überleben haben und große Schmerzen erdulden müssen, auf deren eigenen
Wunsch hin beendet. Sind Sie für oder gegen die aktive Sterbehilfe?"
Passive Sterbehilfe, also die Unterlassung oder den Abbruch
lebensverlängernder Maßnahmen, befürworteten der Studie zufolge 72 Prozent
der Bevölkerung. Dagegen waren elf Prozent, unentschieden 17 Prozent. Unter
den protestantischen Befragten sprachen sich 73 Prozent dafür aus, unter den
Katholiken 64 Prozent und unter den Übrigen 78 Prozent.
Quelle: kna/aerzteblatt.de Dienstag, 5. August 2008

"Wer ehrlich ist, wird nie Olympiasieger"
Die dreifache Schwimm-Olympiasiegerin Rica Reinisch hat vor der Eröffnung
der Olympischen Spiele einen Generalverdacht gegen die Teilnehmer erhoben.
- "Ich glaube, in der heutigen Zeit ist es so, dass die meisten Athleten
dopen, egal ob Schwimmer oder Leichtathleten, Ruderer oder Radfahrer", sagte
die Goldmedaillen- Gewinnerin von 1980 in einem Interview mit der
"Rheinischen Post.
- Ihr Verdacht schließe auch die deutschen Olympia-Teilnehmer ein. "Mit
Sicherheit. Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber gerade in
Ausdauersportarten haben viele Athleten gar keine andere Möglichkeit, als
ihre Bestleistungen zu erbringen, indem sie sich dopen", sagte Reinisch. Sie
selbst habe erst lange nach ihren Olympiasiegen erfahren, dass ihr "ohne
mein Wissen Mittel verabreicht wurden". Reinisch räumte ein, dass es ganz
gewiss auch Sportler gebe, die es auf ehrliche Weise versuchten: "Aber die
werden wahrscheinlich nie Olympiasieger."
Quelle: Ärzte Zeitung online, 07.08.2008

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Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
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Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
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Heft 104 | Ausgabe 2 – Mai 2022
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Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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Partner DGH

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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