18.07.07: BAO-MAO-Aktuell

BAO-MAO-Aktuell; Nr. 26/07, vom 18. Juli 2007
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Gesetzliche Krankenversicherung

Ohne mehr Geld brauchen wir keine Honorarreform
Ohne deutlich mehr Geld für die Vergütung ärztlicher Leistungen wird eine Honorarreform 2009 von der deutschen Ärzteschaft nicht mitgetragen, geschweige denn unterstützt. Dies hat der Sprecher der Allianz Deutscher Ärzteverbände, der Hartmannbund-Vorsitzende Dr. Kuno Winn, nach der jüngsten Sitzung der Allianz noch einmal ausdrücklich deutlich gemacht.
Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre setze man auch nicht mehr auf versprochene Effekte durch die Übertragung von Morbiditätsrisiken oder die Beteiligung an künftigen Steuermehreinnahmen: "Das ist noch lange kein Hartgeld und gleicht schon gar nicht die dem System entzogenen Mittel durch das vergangene Haushaltsbegleitgesetz aus".
Den KBV-Vorstand forderte Winn auf, die Allianz endlich aktiv in seine Planungen einzubeziehen. Dies sei bisher nicht in ausreichendem Maße geschehen. Das von der Politik vorexerzierte Verfahren einer Entscheidungsfindung unter Ausschluss der Ärzteschaftwerde sich die Allianz Deutscher Ärzteverbände seitens ihrer eigenen Interessensvertretung nicht gefallen lassen. Winn abschließend: "Wir sind uns der Fesseln durchaus bewusst, die die Politik der Selbstverwaltung angelegt hat. Dies darf aber nicht dazu führen, dass in einem System staatlich verordneter Zuteilungsmedizin die Kluft zwischen Ärzten und ihrer institutionellen Interessensvertretung immer breiter und damit irgendwann unüberwindbar wird."
Quelle: Pressemitteilung der Allianz Deutscher Ärzteverbände vom 17. Juli 2007

Ärztegenossen im Nordwesten für Korbmodell
Die Mitgliederversammlung der Ärztegenossenschaft Nord West (ägnw) hat bei einer Enthaltung die Einführung des Korbmodells beschlossen, trotz des Urteils des Bundessozialgerichts, das Kollektivaussteigern jedes Honorar von den Kassen verwehrt.
Mit der Entscheidung schließen sich die Mitglieder dem Bundesverband der Genossenschaften, der Freien Ärzteschaft und dem Medi-Verbund an.
Quelle: Ärzte Zeitung 12.07.2007

Enge Kooperation der Verbände im Nordosten geplant
Die fachübergreifenden Ärzteverbände im Nordosten haben ein gemeinsames Dach gebildet: Die Vereinigung fachübergreifender ärztlicher Verbände (VfV).
Mit der KV Mecklenburg-Vorpommern ist eine enge Zusammenarbeit für Vertragsverhandlungen geplant. Dem neuen Verbund gehören der Hartmannbund, die Gemeinschaft fachärztlicher Verbände (GfB), der NAV Virchowbund und Medi an.
Die Vorstände der vier Verbände empfehlen ihren Mitgliedern, von nicht abgestimmten Selektivverträgen Abstand zu nehmen und den VfV bei Vertragsverhandlungen mit den Krankenkassen zu unterstützen.
Dabei sucht die VfV auch den Schulterschluss mit der KV. Wie die Zusammenarbeit mit der Körperschaft konkret aussehen soll, wollen beide Seiten noch in einem Kooperationsvertrag regeln. Ziel ist eine möglichst einheitliche Vertragsgestaltung im Nordosten.
Quelle: Ärzte Zeitung 12.07.2007

Die Krankheit der Ärzteverbände
"186 freie Ärzteverbände gibt es - der Hausärzteverband ist einer davon." Diese trockene Feststellung von KBV-Chef Köhler charakterisiert, woran die freien Verbände kranken. Sie sind Vertreter von Partikularinteressen innerhalb der Ärzteschaft.
Die beiden großen freien Ärzteverbände, der Hartmannbund und der NAV-Virchow-Bund, die noch eine fachübergreifende Mitgliederstruktur haben, sind politisch und als Interessenvertretung innerhalb der Körperschaften an den Rand der Bedeutungslosigkeitgerutscht. Es mangelte beiden Verbände einerseits an identitätsstiftenden Führungspersönlichkeiten. Andererseits wurden sie ein Opfer der Budgetierung. Im innerärztlichen Verteilungskampf ums Budget gewannen die Vertreter der partikularistisch organisierten Fachverbände an Bedeutung. Einer davon, und zwar ein sehr wichtiger, ist der Hausärzteverband.
Quelle: Helmut Laschet. Ärzte Zeitung 13.07.2007

Ohne EBM-Reform gibt es keinen fairen Wettbewerb mit Kliniken
Das Bundesgesundheitsministerium will langfristig einen Wettbewerbsnachteil niedergelassener Ärzte abschaffen: Sie müssen Investitionen selbst und auf eigenes Risiko bezahlen - Krankenhäuser bekommen dafür Staatszuschüsse.
Das und die sektorale Budgetierung sorgen derzeit für unfaire Verhältnisse und führen dazu, dass Leistungen nicht stets da erbracht werden, wo es medizinisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Fairer Wettbewerb zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken erfordert drei komplexe Reformen:
Die erste ist die Umstellung der Krankenhausvergütung auf diagnoseabhängige Fallpauschalen. Das wird bis 2009 geschehen sein.
Die zweite Reform ist die EBM-Reform der Vertragsärzte: Sie ist strategisch deshalb wichtig, damit Ärzte wieder ein Honorar erhalten, das sich an der Morbidität und der daraus resultierenden Arbeit bemisst. Beides ist Voraussetzung, damit die sektoralen Budgets abgeschafft werden können.
Im dritten Schritt muss geklärt werden, wie Krankenhausinvestitionen finanziert werden sollen. Zum einen sind Staatszuschüsse an die Kliniken nicht wettbewerbsneutral. Zum anderen kommen die Länder in sehr unterschiedlicher Weise ihren Investitionsverpflichtungen nach. Der ehrgeizige Plan des Gesundheitsministeriums: Die Länder sollen ihren Beitrag an den Gesundheitsfonds zahlen - der zahlt einen Aufschlag auf die Fallpauschalen. Bei gleicher Leistung gäbe es ambulant und stationär das gleiche Entgelt.
Quelle: Ärzte Zeitung 17.07.2007

"Auch in Kliniken muss Facharzt-Standard gelten"
Mit der Gesundheitsreform hat der Gesetzgeber Krankenhäusern bei hoch spezialisierten Leistungen ein neues Einfallstor für die ambulante Versorgung geöffnet.
Florian Staeck sprach mit KV-Chef Dr. Achim Hoffmann-Goldmayer darüber, was die KV für betroffene Fachärzte tun kann.
Hoffmann-Goldmayer: Nach einem konstruktiven Dialog zwischen dem Sozialministerium und der KVBW besteht Übereinstimmung, dass der Facharzt-Standard in der Klinik gewährleistet sein muss - so, wie wir ihn in der niedergelassenen Praxis auch haben.
Quelle: Ärzte Zeitung 13.07.2007

Krankenstand auf Rekordtief
Der Krankenstand in den Betrieben ist nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums im ersten Halbjahr 2007 auf ein Rekordtief gefallen. Die Arbeitnehmer fehlten demnach in den ersten sechs Monaten dieses Jahres durchschnittlich 3,34 Prozent der Sollarbeitszeit (Vorjahr: 3,37 Prozent).
Dies entspricht Fehlzeiten von 3,6 Arbeitstagen pro Arbeitnehmer. Das sei der niedrigste Krankenstand in einem Halbjahr seit der Deutschen Wiedervereinigung und im Westen seit Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr 1970.
Quelle: Ärzte Zeitung 17.07.2007

Krankenkassen zählen nur wenige Rückkehrer
Von der seit dem 1. April bestehenden Rückkehrmöglichkeit in die Gesetzliche Krankenversicherung machen angeblich weit weniger Nichtversicherte Gebrauch als von der Bundesregierung vorausgesagt.
Die "Mitteldeutsche Zeitung" meldete, bundesweit seien es nur einige Tausend. Die Bundesregierung habe mit bis zu 400.000 Menschen gerechnet, denen mit diesem Teil der Gesundheitsreform wieder Versicherungsschutz geboten werden sollte. Bei der Barmer und der Techniker Krankenkasse seien es bundesweit jeweils etwa 1.000 Rückkehrer, schrieb die Zeitung. Die DAK habe 2.000 gezählt und die vier größten Betriebskassen zusammen 500.
Seit dem 1. April besteht eine Krankenversicherungspflicht für alle ehemals gesetzlich Versicherten, gleich aus welchen Gründen sie ihren Versicherungsschutz verloren haben. Die Kassen, bei denen die Betreffenden zuletzt versichert waren, sind dazu verpflichtet, sie wieder aufzunehmen.
Quelle: Ärzte-Zeitung 18.07.2007

Rechtliches

Keine Facharzt-Leistungen vom Allgemeinarzt
Allgemeinärzte können nicht ihre Zulassung zu fachärztlichen Leistungen verlangen. Das gilt selbst dann, wenn im fachärztlichen Bereich regionale Versorgungslücken bestehen, wie der Vertragsarztsenat des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel vor kurzem entschied.
Damit wiesen die obersten Sozialrichter die Klage eines Arztes aus dem Raum Freiburg ab. Er ist seit 1986 zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen und erbrachte früher auch Leistungen der Ösophagoskopie und Koloskopie.
Urteil des Bundessozialgerichts, Az.: B 6 KA 24/06 R
Quelle: Ärzte Zeitung 16.07.2007

Genossenschaftsrecht als Medizin
Gesundheitsmarkt vor der Revolution: Einzelunternehmen besonders gefährdet - ein Kommentar über die eG als Ausweg
Wenn es sich heute für Ärzte, Pflegedienste und kirchliche Orden, die Sozialeinrichtungen betreiben, lohnt, über das Genossenschaftsrecht nachzudenken, hat dies handfeste Gründe. Denn von der Öffentlichkeit fast unbemerkt, bahnen sich Veränderungen an, die das gesamte mittelständische System unserer Gesundheitsversorgung bedrohen. Schon gibt es erste Warnsignale. Eingesessene Arztpraxen müssen schließen, Pflegedienste gehen Pleite, in manchen wirtschaftlich schwachen Regionen gibt es keine vernünftige medizinische Versorgung mehr.
Nicht, weil sich die Doktoren zu schade wären für den Umzug aufs Land, sondern weil sie nicht genügend Patienten haben. Präziser: Es kommen zu wenig Krankenscheine zusammen.
Im Hintergrund ballt sich eine Zerschlagung des bestehenden Honorarrechts zusammen. Nun war bisher im Sozial- und Gesundheitswesen wirtschaftliches Denken nicht gefragt und gewünscht, stand teilweise sogar unter Strafe. Werbung etwa war überhaupt verboten. Aber ab sofort muss jeder rechnen. Immer mehr Vordenker erkennen die Zeichen der Zeit. Zusehends mehr Ärzte und Apotheker gründen Genossenschaften.
Jetzt kommt es darauf an, richtig zu reagieren. Die relativ bekannte GmbH hat im Sozialbereich einen gravierenden Nachteil: Sie verpflichtet den Geschäftsführer zu einer extrem wirtschaftlichen Vorgehensweise und gibt ihm eine enorme Machtposition. Wirtschaftlich starke Gesellschafter können relativ einfach ihre Gründungspartner hinausdrängen.
Die Genossenschaft hingegen garantiert den einzelnen Mitgliedern ein hohes Maß an Selbstständigkeitund Mitentscheidung. Sie bündelt die Kraft der Kollegialität, ohne das Engagement des Einzelnen allzu sehr zu beschneiden.
Die Genossenschaft ist eine handhabbare Gesellschaftsform, die durch das Fehlen von Mindestkapitalvorschriften erleichtert wird. Es besteht nicht die Gefahr einer Auflösung, wenn sich ein einzelner Gesellschafter zurückziehen sollte. Durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen bietet die Genossenschaft zudem eine hohe Haftungssicherheit und die Unterstützung durch einen leistungsstarken Verband.
Quelle: Karl Jörg Wohlhüter, Profil 6.2007,43

Praxismanagement

Roland Berger Studie zum Zweiten Gesundheitsmarkt
Immer mehr Menschen tun auch privat etwas für ihre Gesundheit. Laut einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants gibt jeder Erwachsene mittlerweile im Jahr 900 Euro aus für Vorsorgeuntersuchungen, alternative Medizin, Wellness, Sport und gesunde Ernährung. Seit 2000 sind damit die privaten Gesundheitsausgaben, die zusätzlich zur Krankenversicherung getätigt werden, jährlich um 6 Prozent gestiegen. Inzwischen hat dieser so genannte Zweite Gesundheitsmarkt ein Volumen von jährlich 60 Milliarden Euro erreicht; 2003 waren es erst 49 Milliarden Euro. Und die Tendenz steigt, wie eine Befragung von 1.000 18- bis 70-Jährigen durch Synovate im Auftrag der internationalen Strategieberatung im Frühjahr 2007 ergab. Allerdings steht der Nachfrage bislang noch kein ausreichendes Angebot gegenüber. Schon heute liegt die Nachfrage bei insgesamt 76 Mrd. Euro.
Quelle: kma@news Ausgabe 0094 vom 17.07.2007

Spenden-Kontoauszug reicht nicht!
Um Spenden bis 100 Euro steuerlich geltend machen zu können, reicht ein so genannter vereinfachter Zuwendungsnachweis.
Statt einer Spendenbescheinigung nach amtlichem Muster erkennt das Finanzamt auch einen Einzahlungsbeleg der Bank an, auf dem der steuerbegünstigte Zweck sowie Angaben über die Körperschaftssteuerfreistellung des Empfängers und zur Art der Zuwendung aufgedruckt sind (Spende oder Mitgliedsbeitrag).
Ein Kontoauszug allein genügt als Nachweis aber nicht. Das hat das Finanzgericht Hessen ausdrücklich festgestellt und schließt sich damit der Ansicht der Finanzbehörden an (Beschluss vom 21.09.2006, AZ: 3 V 3462/05).
Wichtig: Eine Spende per Onlineüberweisung ist also nicht abzugsfähig. Entweder Sie überweisen mit dem entsprechenden Vordruck oder machen eine Bareinzahlung auf das Spendenkonto —anderenfalls benötigen Sie eine Zuwendungsbestätigung des Empfängers.
Quelle: Nilaplan Mandanten 83 Info August 2007

Kliniken können nur mit Kooperationen überleben
Die Privatisierungswelle von Krankenhäusern ist aufgrund der guten Konjunktur etwas abgeebbt. Doch nach Angaben der Studie HPS-Report kann dieser Zustand nicht lange anhalten. Deshalb brauchen Kliniken die Kooperation mit Niedergelassenen.
Die - auch politisch geforderten - immer kürzeren Liegezeiten brächten die Krankenhäuser immer weiter in eine finanzielle Schieflage, heißt es in dem halbjährlichen Report des Analysten Hartmut Schmidt aus Büttelborn. Dabei stützt sich Schmidt auf Zahlen der (börsennotierten) Klinik-, Reha- und Pflege-Unternehmen sowie auf allgemeine Daten zum Gesundheitsmarkt.
Wenn die Patienten immer schneller die Kliniken verließen, müsste gleichzeitig die medizinische Kompetenz der Ärzte deutlich wachsen. "Es ist nicht zu erwarten, dass dies eins zu eins vergütet wird", heißt es in der Studie. Um ihre finanziellen Defizite auszugleichen, müssten die Krankenhäuser ihr Angebotsspektrum erweitern, auch im teilstationären und ambulanten Bereich - und damit zunehmend in Konkurrenz zu niedergelassenen Ärzten treten.
Kooperationen zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten seien das Gebot der Stunde. Krankenhäuser, die keine Kooperationen eingehen, würden zu Auslaufmodellen und hätten kaum eine Überlebenschance, wenn sie nicht von privaten Klinik-Konzernen übernommen werden.
Quelle: Ärzte Zeitung 17.07.2007

Strahlenschützer gegen CT-Einsatz bei Check-ups
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und das Bundesumweltministerium haben dafür geworben, die Strahlenbelastung der Bürger durch medizinische Untersuchungen zu senken.
Nach einer nun vorliegenden Auswertung des BfS wurden im Jahr 2004 etwa 135 Millionen radiologische Untersuchungen vorgenommen, 1,6 Untersuchungen je Einwohner. Ihm bereite Sorge, dass etwa bei so genannten Manager-Check-ups - die fälschlich als Vorsorge bezeichnet würden -, zunehmend mit dem Einsatz von Computertomografen geworben werde, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gestern bei der Vorstellung des BfS-Jahresberichts für 2006 in Berlin.
Vor allem der zunehmende Einsatz der Computertomografie (CT) sei ursächlich für die "hohe durchschnittliche Strahlenbelastung in Deutschland", so die Strahlenschutz-Behörde. So habe die Zahl der CT-Untersuchungen von 1996 bis 2004 um 65 Prozent zugenommen. Sie machen zwar nur sieben Prozent aller Röntgenuntersuchungen aus, tragen aber mehr als die Hälfte zur gesamten Strahlendosis durch röntgendiagnostische Maßnahmen bei, teilte das BfS mit.
Der Präsident der Behörde, Wolfram König, verwies auf die seit 2002 novellierte Röntgenverordnung. Danach müsse jede derartige Untersuchung "vorher ärztlich gerechtfertigt sein". Das sei etwa bei den Check-ups nicht der Fall. "Röntgenuntersuchungen gehören nicht in eine Vorsorgeuntersuchung", so König. Ärzte sollten in jedem Fall überlegen, ob mit alternativen Verfahren, etwa Sonografie oder Magnetresonanztomografie, nicht gleichwertige oder bessere diagnostische Informationen gewonnen werden könnten.
Quelle: Ärzte Zeitung 13.07.2007

Europa

Vergnaud-Bericht verabschiedet
Mit klarer Stimme hat sich das Europäische Parlament dafür ausgesprochen, die Erbringung und Inanspruchnahme sowie die Kostenerstattung von Gesundheitsdienstleistungen in einer eigenen Regelung zu ordnen. Der Forderung des Binnenmarktausschusses, Gesundheit nun doch in der allgemeinen Dienstleistungsrichtlinie zu regeln, hat man damit eine deutliche Absage erteilt.
Im Einzelnen sprachen sich die Parlamentarier dafür aus, dem Patienten umfangreiches Informationsmaterial über Gesundheitsdienstleistungen im europäischen Ausland zur Verfügung zu stellen. Daneben wurde unter Anderem gefordert, das grenzüberschreitende Verfahren für die Kostenübernahme zu erleichtern. Neben der Sicherung von Qualitätsstandards von Gesundheitsleistungen sollen auch eigenständige Haftungsregeln für die grenzüberschreitende Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen sowie eine verpflichtende Berufshaftpflichtversicherung für das Fachpersonal im Gesundheitswesen eingeführt werden.
Mit einem Gesetzesvorschlag durch die Europäische Kommission ist möglicherweise im November dieses Jahres zu rechnen.
Der Text der Entschließung des Europäischen Parlaments ist unter folgendem Link lesbar: http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P6-TA-2007-0201+0+DOC+XML+V0//DE&language=DE
Quelle: DKG-EUReview 2. Quartal 2007, 10.7.2007 http://www.dkgev.de/dkgev.php/cat/55/aid/2517/title/DKG-EUReview+2.+Quartal+2007

Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist in Brüssel präsent
Seit Frühjahr dieses Jahres betreibt die DKG ein Verbindungsbüro in Brüssel. Im direkten Kontakt zu Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung werden Informationen von der Hauptgeschäftsstelle nach Brüssel und aus den Institutionen der EU nach Berlin übermittelt. Adresse und Lageplan des Verbindungsbüros finden Sie auf der Homepage der DKG: http://www.dkgev.de/dkgev.php/cat/22
Quelle: DKG-EUReview 2. Quartal 2007, 10.7.2007 http://www.dkgev.de/dkgev.php/cat/55/aid/2517/title/DKG-EUReview+2.+Quartal+2007

Britischer Gesundheitsminister will sanfte Reformen
Mit neuen Ideen und "mehr haus- und fachärztlicher Eigenständigkeit" will der neue britische Gesundheitsminister Alan Johnson den staatlichen britischen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) reformieren. Johnson gilt als Anhänger der Staatsmedizin. Die britische Ärzteschaft signalisierte inzwischen Gesprächsbereitschaft, um über Johnsons NHS-Pläne zu reden.
Gesundheitsetat ist stark gestiegen
Zwar stieg der Gesundheitsetat unter Labour seit 1997 von unter 40 Milliarden Pfund (62 Milliarden Euro) auf zuletzt etwa 88 Milliarden Pfund (etwa 130 Milliarden Euro). Die britischen Ausgaben für Gesundheit gemessen als Teil des Bruttosozialprodukts stieg in der zurückliegenden Dekade von etwa sechs Prozent auf heute 8,1 Prozent. Damit liegt Großbritannien aber noch immer deutlich hinter Deutschland (10,6 Prozent) und den USA (15,3 Prozent).
Da unter Tony Blair die ärztlichen Einkommen dramatisch gestiegen sind (wir berichteten) und immer mehr Geld für Löhne und Gehälter des NHS-Personals ausgegeben wurde, ist Johnsons dringendste Aufgabe allerdings zunächst der Ausgleich der lokalen NHS-Etats
Quelle: Ärzte Zeitung 16.07.2007

Allgemeines

Elektroschock: iPod leitete Blitzschlag durchs Gehirn
Jogger sollten während eines Gewitters besser zu Hause bleiben. Auf keinen Fall sollten sie sich in der Nähe alleinstehender Bäume aufhalten, aber auch nicht einen iPod weiter laufen lassen, wie ein Mann aus Vancouver. Er wurde vom Blitz getroffen und die Kopfhörer lenkten die Entladung in die Gehörgänge. Er kam mit einer bilateralen Schallleitungsschwerhörigkeit, Verbrennungen und Knochenbrüchen am Kiefer davon, wie Mediziner aus Kanada im New England Journal of Medicine (NEJM 2007; 357: 198-199) berichten.
Augenzeugen hatten gesehen, wie ein Blitz in dem Moment in einen Baum eingeschlagen war, als der junge Jogger dort vorbeilief. Vom Baum muss der Blitz dann auf den Mann übergesprungen sein, ein Phänomen, das Meteorologen als Seitenblitz (Side flash) bezeichnen. Die elektrische Energie löste eine allgemeine Muskelkontraktion aus (Opisthotonus), die den Mann 8 Fuß (2,4 Meter) durch die Luft schleuderte.
Bei der Untersuchung in der Klinik bemerkten Eric Heffernan und Mitarbeiter vom Vancouver General Hospital zwei streifenförmige Verbrennungen auf der Brust und am Hals in der Verlaufsrichtung der beiden Ohrhörerkabel. Sie endeten in zwei größeren Verbrennungen im äußeren Gehörgang, wo der Mann die Muscheln der Kopfhörer getragen hatte. Die Druckwelle, die durch die plötzliche Erhitzung entstand, perforierte beide Trommelfälle. Auch die Articulatio incudomallearis, das Gelenk zwischen Hammer und Amboss, war im Mittelohr beidseits gesprengt.
Außerdem zog sich der Mann beidseits eine Fraktur des Unterkiefers in der Nähe des Kiefergelenks zu, welche die Mediziner als Folge der heftigen und plötzlichen Muskelkontraktion deuten. Hätte der Mann keinen iPod getragen, wären die Verletzungen vermutlich geringer ausgefallen. Denn der (leitfähige) Schweiß hätte zusammen mit dem hohen elektrischen Widerstand der Haut die elektrische Ladung über die Körperoberfläche und in die Erde geleitet, was als "Flash over" bezeichnet wird.
Das funktioniert jedoch nur, wenn sich keine weiteren leitenden Gegenstände am Körper befinden, welche die Ladung sammeln und an einer Stelle ans Körperinnere weitergeben. Kein Einzelfall übrigens: Im vergangenen Jahr hatten britische Mediziner von einem 15-jährigen Mädchen berichtet, das in einem Londoner Park vom Blitz getroffen wurde, als sie mobil telefonierte (BMJ 2006; 332: 1513).
Das Handy verhinderte ein gleichmäßiges "Flash over", das Opfer überlebte mit schweren Behinderungen. Der junge Mann hatte mehr Glück, er konnte nach Reparatur der Trommelfelle und Verdrahtung der Unterkieferfrakturen aus der Klinik entlassen werden. An den Blitzschlag erinnerte er sich nicht mehr, ein Phänomen, das Neurologen von der Elektroschockbehandlung mentaler Störungen her bekannt ist.
Quelle: Ärzteblatt 12. Juli http://www.aerzteblatt.de/v4/news/newsdruck.asp?id=29130

Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 112 | Ausgabe 2 – Mai 2024
Phlebologie: Alles im Fluss? Aktuelle Standards und neue Konzepte zur Therapie von Venenerkrankungen
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2021 OP-Netzwerk | Ein Service des BAO e. V. Auf OP-Netzwerk finden interessierte Ärztinnen und Ärzte umfangreiche Informationen, hilfreiche Tipps und wichtige Anlaufstellen rund um das Thema "Ambulantes Operieren". !
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Berufsverband der Phlebologen e.V.

Der Berufsverband der Phlebologen und Lymphologen e.V.
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Helmsauer Gruppe

Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...
+ Kompetenz aus jahrzehntelanger Erfahrung + Spezialisierung auf Ihre Bedürfnisse + Mehrwerte über exklusive Rahmenverträge
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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Partner DGH

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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