26.03.07: BAO-MAO-Aktuell

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BAO-MAO-Aktuell; Nr. 09/07, vom 26. März 2007
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Gesetzliche Krankenversicherung

Protestwoche geht zu Ende
An der von der Freien Ärzteschaft initiierten bundesweiten Protestwoche, die heute endet, haben sich 3.000 bis 4.000 Praxen beteiligt.
Wie Martin Grauduszus, Präsident der Freien Ärzteschaft, berichtet, waren Nordrhein und ländliche Regionen in Baden Schwerpunkte der Aktion. Allein in Oberhausen hätten sich 60 Praxen beteiligt.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.03.2007

Medi-Ärzte bleiben vorerst beim Boykott der E-Card
Die Heilbronner Ärzte von Medi Baden-Württemberg wollen nicht an den Tests zur elektronischen Gesundheitskarte teilnehmen, falls ihre Forderungen nicht berücksichtigt werden.
Die Ärzte seien verärgert, dass ihre Kritikpunkte zur Datensicherheit, zur Finanzierung des Mehraufwands in den Praxen und zur Haftung der Ärzte bei falschen oder unvollständigen Daten bis heute nicht geklärt wurden. "Keine Haftpflichtversicherung würde das Risiko, das damit verbunden wäre, übernehmen", sagt Dr. Werner Baumgärtner, Vorsitzender von Medi Baden-Württemberg. Außerdem lehnen die Ärzte die Speicherung von Patientendaten auf Großrechnern ab.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.03.2007

KV Thüringen verabschiedet Resolution gegen die E-Card
Die KV-Vertreter kritisieren vor allem den relativ leichten Zugang zu Patientendaten durch Unbefugte und Unklarheiten bei der Finanzierung. Der dafür notwendige Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die E-Card ist aus KV-Sicht nicht geeignet, die Kommunikation im Gesundheitswesen entsprechend den Erfordernissen zu modernisieren.
"Die geplante Speicherung sensibler persönlicher Daten in zentralen Datenbanken stellt eine äußerst ernst zu nehmende Gefährdung der informationellen Selbstbestimmung dar. Wir weigern uns, diese Gefährdung der demokratischen Gesellschaft mitzutragen", stellt die Vertreterversammlung in einer Resolution fest. Darin schlagen die KV-Vertreter vor, einen "gesamtgesellschaftlichen Dialog" darüber zu führen, "welche Patientendaten in welcher Form wem zugänglich gemacht werden müssen". Dabei müsse man sich darüber unterhalten, wie die Patientendaten geschützt werden können.
Zudem müssten Patienten im Einzelfall entscheiden können, wer welche Daten einsehen darf. Darüber hinaus fordern die Vertragsärzte eine strenge Kontrolle des Konzeptes durch parlamentarische Gremien. Zusätzlich mahnen die Ärzte eine realistische Kosten-Nutzen-Analyse auf Basis internationaler Erfahrungen an, die darstellen soll, wie die Kosten unter Berücksichtigung von Einsparpotenzialen verteilt werden sollen.
Quelle: Ärzte Zeitung 15.03.2007

KBV: E-Card muss sich stärker am Nutzen orientieren
Nach der Resolution der KV Thüringen gegen die elektronische Gesundheitskarte hat jetzt die KBV gefordert, dass der Nutzen der E-Card für die Anwender deutlich werden muss.
Quelle: Ärzte Zeitung 19.03.2007

Krankenversichertenkarten: Milliardenschäden
Auf Grund des Missbrauchs von Krankenversichertenkarten entstehen jährlich Milliardenschäden für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Allein in Bayern beträgt der Verlust bei den Honoraren für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten nach wie vor über 100 Mio. Euro. Dies geht aus einer aktuellen Analyse der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) hervor. In der Tendenz entspricht das Ergebnis der Analyse den Feststellungen der KVB aus dem Jahre 2002.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 19.03.2007, Nr. 22/2007, 6-7

Belegärzte: Finanzierungsprobleme noch nicht gelöst
Die Entscheidung des Bewertungsausschusses für die ärztlichen Leistungen zur neuen Vergütungsregelung belegärztlicher Leistungen ist noch nicht in der Praxis umgesetzt.
"Solange nicht eindeutig gesichert ist, dass Belegärzte angemessene Honorare erzielen können, wird der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) grundsätzlich alle Optionen offen halten, auch den Ausstieg aus der vertragsärztlichen Versorgung zugunsten einer DRG-basierten Direktabrechnung", erklärte der Vizepräsident des BDC, Dr. Jörg-Andreas Rüggeberg mit Blick auf die aktuellen Schwierigkeiten in den Regionen.
Bisher gibt es auf der regionalen Ebene noch keine Vereinbarungen über den Punktwert bei der künftigen Vergütung der belegärztlichen Leistungen. Es sieht so aus, als würden die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) flächendeckend Entscheidungen der Schiedsämter abwarten.
Aus der Sicht der Belegärzte ist die vereinbarte Bundesempfehlung ein klarer Auftrag an die GKV-Kassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), belegärztliche Leistungen extrabudgetär zu einem Punktwert von 5,11 Cent zu vergüten.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 22.03.2007, Nr. 23/2007, 11-12

Das KV-System - Handlanger des Staates?
Vier von fünf Ärzten sind der Meinung, dass KBV und KVen bei der Umsetzung der Bonus-Malus-Regelung zu nachgiebig waren oder zumindest ihren Verhandlungsspielraum nicht genutzt hätten.
Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage der "Ärzte Zeitung" unter ihren Lesern; fast 1.100 Kollegen haben sich daran beteiligt. Weniger als jeder fünfte teilnehmende Vertragsarzt glaubt, dass KBV und KVen lediglich ihren Job gemacht haben.
Als ein Problem könnte sich nach Auffassung von Juristen erweisen, dass bei der Malus-Regelung keine Praxisbesonderheiten berücksichtigt werden.
Quelle: Ärzte Zeitung 14.03.2007

Patienten sollen lange Wartezeiten Kassen melden
Kassenpatienten sollten nach Ansicht von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) überlange Wartezeiten beim Arzt nicht hinnehmen.
Es sei "empörend", wenn gesetzliche versicherte Patienten oft lange auf einen Termin beim Facharzt warten, während Privatpatienten sofort an die Reihe kämen, sagte die Ministerin in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Zeitschrift "Hörzu".
Sie forderte betroffene Patienten auf, ihre Kasse in solchen Fällen zu informieren.
Quelle: Ärzte Zeitung 15.03.2007

Privatversicherer

Trotz Reform starkes PKV-Potenzial?
Niedergelassene Ärzte müssen nicht befürchten, dass die Versicherungsgesellschaften aufgrund der Gesundheitsreform und der Einführung des Basistarifs das Interesse an der privaten Krankenversicherung verlieren - und somit wertvolles GOÄ-Geld aus dem Markt genommen würde. Im Gegenteil: Die Anbieter rüsten sich für einen stärkeren Wettbewerb, von dem auch Ärzte profitieren könnten. So will etwa die zu AMB Generali gehörende Central Krankenversicherung ihren Marktanteil ausweiten.
Die Branche hat sich vehement gegen die Einführung des Basistarifs und die Mitnahmemöglichkeit der Altersrückstellung gewehrt, die mit der Gesundheitsreform eingeführt werden.
Dabei werde es zu einer signifikanten Verschiebung der Marktanteile kommen.
Marktführer in der privaten Krankenversicherung ist die Debeka mit 13,7 Prozent, gefolgt von der DKV mit 12,9 Prozent. Danach kommen die Allianz Private Kranken mit 11,1 Prozent, die Signal Iduna mit 7,2 Prozent und an fünfter Stelle die Central.
"Die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben durch die Gesundheitsreform ungelöst", sagt Thießen. Damit böten sich "beste Chancen" für den Absatz von Zusatzversicherungsverträgen.
Quelle: Ärzte Zeitung 19.03.2007

PKV: Basistarif keine Konkurrenz für Krankenkassen
Der künftige Basistarif der privaten Krankenversicherer wird im Vergleich zu den Tarifen der gesetzlichen Krankenkassen kaum wettbewerbsfähig sein. Das sagte Reinhold Schulte, Chef der Signal Iduna-Gruppe und Vorsitzender des PKV-Verbandes, bei einer Pressekonferenz in Berlin.
Ab dem Jahr 2009 müssen alle PKV-Gesellschaften einen Basistarif anbieten, dessen Leistungen denen der GKV vergleichbar sind und der den Höchstbeitrag der GKV nicht überschreiten darf. Basistarif-Versicherte müssten Ärzte und Zahnärzte aber höher vergüten, monierte Schulte.
Auch für Arzneimittel müssten sie mehr zahlen, weil die PKV anders als Kassen keine Rabatte von Herstellern und Apotheken erhalte.
Der Basistarif werde im Wettbewerb mit der GKV daher kaum eine Rolle spielen. Stattdessen liege die Zukunft in Angeboten mit individueller Wahlfreiheit, generationengerechter Finanzierung und verlässlicher Leistungszusage. Außerdem biete sich für die Zusatzversicherung angesichts der Leistungseinschränkungen der gesetzlichen Kassen ein großer Markt.
Quelle: Ärzte Zeitung 18.03.2007

Rechtliches

Betrugsverdacht - KV interviewt Patienten - Körperschaft recherchiert per Fragebogen
Ärzte, die Implausibilitäten in der Kassenabrechnung nicht begründen können, müssen damit rechnen, dass die KV sich direkt an ihre Patienten wendet - mit Folgen für das Patientenverhältnis.
Aus der KV Nordrhein etwa sind der "Ärzte Zeitung" mehrere Fälle bekannt, in denen die KV Patienten angeschrieben und um Mithilfe gebeten hat. In einem der Anschreiben heißt es: "Bei der Überprüfung der Abrechnung der oben genannten Praxis sind Auffälligkeiten festgestellt worden. Um den diesbezüglichen Sachverhalt vollständig aufklären zu können, bitten wir Sie daher (...), uns den (...) Fragebogen ausgefüllt und unterschrieben (...) zurückzusenden."
Im Fragebogen selbst will die KV von den Patienten wissen, ob und wie oft sie bei bestimmten Ärzten in Behandlung waren. Außerdem interessiert sie sich für die Dauer der Behandlung. Für die KV Nordrhein stellt dieses Vorgehen kein Problem dar: Zum Mittel der Patientenbefragung greife man nur, wenn sich ein Verdacht auf Abrechnungsbetrug nur auf diese Weise ausräumen oder bestätigen lasse, hieß es auf Nachfrage bei der Pressestelle. Stützen kann sich die Körperschaft des öffentlichen Rechts dabei aufs Sozialgesetzbuch X. Das erlaubt Behörden, "Auskünfte jeder Art" einzuholen.
Für Kollegen, die sauber abgerechnet haben, Implausibilitäten aber nicht begründen können, kann das Vorgehen extrem unangenehme Konsequenzen haben. Vor allem das Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten kann massiv darunter leiden.
Quelle: Ärzte Zeitung 22.03.2007

Praxismanagement

Ambulant ist eine Katarakt-Op ähnlich erfolgreich wie in der Klinik
Die ambulante Operation bei Grauem Star ist nach den Ergebnissen einer Studie so gut wie ein stationärer Eingriff. Dies ist das Fazit eines bundesweit einmaligen Modellprojekts von Ärzteverbänden und Ersatzkassen der Region Nordrhein, das in Düsseldorf vorgestellt worden ist.
Zwischen 2002 und 2005 hatten Augenärzte etwa 82.000 Mal Patienten mit Katarakten ambulant operiert. Neun von zehn Patienten hätten nach der Operation deutlich besser sehen können, sagte Dr. Ruth Kölb-Keerl von der Vereinigung operierender Augenärzte.
Vor der Operation hatten die Patienten eine durchschnittliche Sehschärfe von 30 Prozent. Durch den Eingriff habe sich die Sehfähigkeit bei den meisten auf mehr als 70 Prozent gesteigert, sagte Kölb-Keerl. Nur bei jedem neunten Patienten seien kurzzeitige Komplikationen aufgetreten. Diese Zahlen seien denen von stationären Eingriffen ähnlich.
Bei der Katarakt-Operation wird die getrübte Linse durch eine faltbare Kunstlinse ersetzt. Der Eingriff dauert wenige Minuten. Der etwa zwei Millimeter große Schnitt muss nicht genäht werden. Die Kosten für den ambulanten Eingriff liegen etwa 20 Prozent niedriger als bei einer Operation mit Klinikaufenthalt.
Quelle: Ärzte Zeitung 20.03.2007

MVZ nur noch für Kliniken attraktiv?
Es sind vor allem Hausärzte, die sich offenbar sehr schnell mit der Kooperationsform Medizinisches Versorgungszentrum angefreundet haben. Immerhin arbeiten mittlerweile 482 von ihnen in 280 Einrichtungen - erst danach folgen Internisten (286) und Chirurgen (175).
Nach der Liberalisierung des Vertragsarztrechts wird den MVZ dennoch nicht das Sterbeglöckchen läuten. Der bislang eher geringe Klinikträgeranteil von 32 Prozent wird steigen. Vor allem private Träger schielen längst schon darauf, Zulassungen zu erwerben. Und damit wird der Konkurrenzdruck auf Haus- und Fachärzte steigen - ob sie nun im MVZ oder in der freien Praxis arbeiten.
Quelle: Wolfgang van den Bergh. Ärzte Zeitung 15.03.2007

2006 war Boomjahr für neue MVZ
Im vergangenen Jahr sind 325 neue Medizinische Versorgungszentren gegründet worden. Ihre Zahl stieg nach Angaben der KBV auf 666 im vierten Quartal 2006.
Insgesamt waren 2.624 Ärzte in MVZ tätig, darunter fast 1.700 im Angestelltenverhältnis. 64 Prozent der MVZ befinden sich in der Trägerschaft von Vertragsärzten, der Rest überwiegend in der Hand von Krankenhäusern.
Quelle: Ärzte Zeitung 14.03.2007

Beim Internetkauf per Lastschrift zahlen
Ärzte, die Praxisbedarf übers Internet bestellen, sollten für die Bezahlung - sofern möglich - das Lastschriftverfahren wählen. Der Vorteil: Sollte die Ware Mängel haben oder falsch geliefert worden sein, kann die Lastschrift innerhalb von sechs Wochen nach Zahlung wieder zurückgebucht werden.
Diese Möglichkeiten stehen zum Beispiel beim Bezahlen per Kreditkarte nicht uneingeschränkt zur Verfügung. Bei ihr kann nur bei Nichtlieferung oder Abbuchung eines falschen Betrags die Zahlung storniert werden, nicht aber, wenn die Ware Mängel hat.
Die Lieferung per Nachnahme sollten Kollegen beim Internet-Kauf überhaupt nicht wählen: Hier kann der Rechnungsbetrag nicht zurückgefordert werden. Das Paket darf erst geöffnet und kontrolliert werden, wenn der Käufer gezahlt hat.
Quelle: Ärzte Zeitung 13.03.2007

Betriebsfeier mit privatem Anlass ist abzugsfähig
Eine Feier auch aus privatem Anlass an privatem Ort kann geschäftlicher Natur sein. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit einem gestern bekannt gegebenen Urteil bekräftigt. Zwar sei der Anlass einer Feier "ein erhebliches Indiz" für die steuerliche Zuordnung, letztlich komme es aber auf eine Gesamtwürdigung aller Umstände an.
In dem entschiedenen Streitfall hatte ein angestellter Geschäftsführer zum 25. Dienstjubiläum seine Mitarbeiter in seinen privaten Garten eingeladen. Die Bewirtungskosten machte er als Werbungskosten geltend - zu Recht, wie der BFH entschied: Die Feier habe dem Geschäftsführer dazu gedient, seine erfolgsabhängigen Bezüge zu sichern - immerhin zwei Drittel seines Gesamteinkommens. Kosten, die sich allein aus den mit der beruflichen Stellung ergebenden Repräsentationspflichten ergeben, sind nach der Rechtsprechung des BFH dagegen nicht abzugsfähig.
Urteil des Bundesfinanzhofs, Az.: VI R 25/03
Quelle: Ärzte Zeitung 22.03.2007

Aus den Landesverbänden

Aus dem Rundbrief vom 19.02.07 Landesverband Ambulantes Operieren Niedersachsen:
... es hat eine ganze Reihe Praxen hart getroffen ...
Tatsächliche Quotierung bei den Chirurgen Primärkassen: 19,33 %; Anästhesisten Primärkassen: 13,6 %; Chirurgen Ersatzkassen: 8,3 %; Anästhesisten Ersatzkassen: 5,0 %.
Wie kommt das?
1. Die Einnahmen der KV sind in den verschiedenen Quartalen unterschiedlich. Die Auszahlung des 3. Quartals trifft dies mit dem Einnahme-schlechtesten Zeitraum der KVN zusammen.
2. Bei gestiegener Punktanforderung durch die Fachgruppe und gleichgebliebener Geldmenge gibt es eine Unterdeckung, die durch Quotierung aufgefangen wird. Das Problem trifft besonders alle Praxen, bei denen die Punktanforderung nicht gestiegen ist.
3. Die Mindest-Punktwerte für die RL-Leistung (3,37) und 4.1-Leistungen (2,45) müssen laut Honorarverteilungsvertrag erreicht werden. Um dies möglich zu machen bei begrenztem Fachtopf, wird die Punktmenge der Fachgruppe reduziert (Quotierung).
Wie können wir auf die Quotierung reagieren? Nur durch Reduzierung der Anforderung! Bei demographisch steigendem medizinischem Bedarf der Patienten aus den Krankenhäusern, steigender Bereitschaft, die Patienten zu überweisen, nimmt die Leistungsanforderung an unsere Fachgruppe jedoch ständig zu. Ohne Hilfe der Kassenärztlichen Vereinigung sehe ich keine Möglichkeit, durchgehend einer Quotierung der Bezahlung auch eine Quotierung der Leistung gegenüberzustellen. Dabei wäre es ganz einfach: Bei 20 % Quotierung (1/5!) jeden 5. Tag, d.h. einmal die Woche, die Praxis schließen. Wenn nur noch für Arbeitsunfälle ein Arzt und eine Helferin in der Praxis wären, würde dies für eine chirurgische Praxis schon eine deutliche Kostenreduzierung bedeuten.
Dr. Gerd-Dieter von Koschitzky, Vorsitzender

Europa

Medi ergänzt Beschwerde bei EU-Kommission
Der Ärztebund Medi hat als Reaktion auf die Gesundheitsreform seine Beschwerde bei der EU-Kommission wegen der Subvention kommunaler Krankenhäuser ergänzt.
Medi hat bereits vor zwei Jahren die Kommission um Prüfung gebeten, ob die Unterstützung kommunaler Krankenhäuser aus Steuermitteln wettbewerbswidrig und unvereinbar mit EU-Recht ist. Dadurch würden niedergelassene Fachärzte benachteiligt - sie müssten als Steuerzahler de facto ihre eigene Konkurrenz bezahlen.
Anlass für die Ergänzung der Klage in Brüssel ist nach Auskunft von Medi der geplante neue Paragraf 116 b SGB V. Diese Bestimmung erlaube es Kliniken, bei hoch spezialisierten Leistungen sowie bei der Behandlung von Patienten mit seltenen Erkrankungen ambulante Leistungen zu erbringen, wenn das jeweilige Bundesland die Zustimmung dafür gibt. Eine vertragsärztliche Zulassung oder eine Vereinbarung mit den Kassen sei dann - anders als bisher - nicht mehr nötig.
Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner sieht durch diese neue Vorgabe Niedergelassene zusätzlich benachteiligt. "Ärzte, die sich niederlassen möchten, müssen für viel Geld eine Zulassung erwerben", erinnert Baumgärtner. Für Kliniken dagegen entfalle künftig diese finanzielle Belastung. Dies aber sei kein fairer Wettbewerb.
Quelle: Ärzte Zeitung 20.03.2007

Schweizer lehnen Einheitskasse bei Referendum ab
In einem Referendum haben die Schweizer eine Initiative für eine Einheitskasse in der Krankenversicherung abgelehnt.
Nach dem Vorschlag der Initiatoren - Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Grünen - sollte das System von bisher 87 Krankenkassen durch eine "soziale Einheitskrankenkasse" ersetzt werden. Zudem sollte die bisherige Finanzierung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung über Prämien und Kostenbeteiligungen abgelöst werden durch eine Beitragsbemessung, die sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit orientiert.
Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis sprachen sich 71,2 Prozent gegen diesen Vorschlag aus, 28,8 Prozent votierten dafür.
Quelle: Ärzte Zeitung 13.03.2007

Bald mehr Wettbewerb unter Schweizer Ärzten?
Nachdem die Schweizer kürzlich eine Volksinitiative für eine Einheitskrankenkasse eine klare Absage erteilt haben, will der zuständige Minister Pascal Couchepin bei Fachärzten und Krankenhäusern den Rotstift ansetzen.
Couchepin sieht dabei dringenden Handlungsbedarf. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik werden in der Schweiz die Krankenhausaufenthalte immer kürzer und kostenintensiver. Couchepin fordert daher Reformen. "Die Kantone sollten den Mut haben, Spitäler zu schließen und Kosten zu senken", so der Minister. Es gehe darum, nicht immer mehr Geld ins System zu pumpen, sagt Couchepin im Gespräch mit dem Online-Nachrichtenmagazin "espace.ch". Sein Ministerium prüfe dazu mehrere Möglichkeiten.
Um die Kosten im Gesundheitswesen zu senken, überlegt Couchepin beispielsweise, die Gesetze so zu ändern, dass Krankenversicherer künftig selektiv Verträge mit Ärzten und Kliniken schließen können.
Quelle: Ärzte Zeitung 21.03.2007

Die Gefährdung Europas
Der wirtschaftliche Erfolg Europas gründet im Binnenmarkt. Die Durchsetzung allgemeingültiger Spielregel für liberalen Wettbewerb ist das ordnungspolitische Fundament. Aus der friedlichen Konkurrenz einer Vielzahl unterschiedlicher Wirtschafts- und Sozialsysteme der Mitgliedsländer speisen sich die unternehmerische und kulturelle Kraft Europas. Wer diesen Wettbewerb unterbinden und stattdessen ein „Sozialmodell für ganz Europa" definieren will, der gefährdet den Wohlstand der Union. Hinter der wohlfeilen Forderung nach einheitlichen Steuersätzen und Standards für die Sozialpolitik sowie den Umwelt- und Verbraucherschutz verbirgt sich der Wunsch des alten Europa nach Protektion vor den neuen Wettbewerbern innerhalb und außerhalb des Binnenmarkts.
Die EU gerät auf eine schiefe Ebene, wenn sie nicht mehr als Hüter der Römischen Verträge und ihrer Freiheitsrechte, sondern immer häufiger als Einzelfallregulierer auftritt.
Quelle: Holger Steltzner. Frankfurter Allgemeine Zeitung 24. März 2007

Schönheits-Op missglückt - da hilft der NHS
Britische Fach- und Klinikärzte des staatlichen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) müssen jährlich hunderte Patienten operieren, weil privat ausgeführte Schönheitsoperationen nicht die erhofften Ergebnisse erbrachten und es Komplikationen gab. Darauf wies jetzt die British Medical Association hin.
Immer öfter komme es vor, dass britische Patienten ins Ausland reisen, um sich dort für weniger Geld operieren zu lassen.
NHS-Fachärzte in zwei großen staatlichen Lehrkrankenhäusern untersuchten, wie viele Privatpatienten nach einer misslungenen Schönheitsoperation in ein staatliches Krankenhaus gehen, um dort die Kunstfehler wieder ausbügeln zu lassen. Im Londoner Royals Free Hospital waren es pro Jahr zum Beispiel durchschnittlich 25 Patienten.
Quelle: Ärzte Zeitung 15.03.2007

Allgemeines

Pharmamarkt: Arzneimittel jetzt auch im Kaffeeladen
Die Versicherten können künftig nicht nur in Drogeriemärkten, sondern auch in den 1.000 Tchibo-Filialen nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel erwerben. Mit dem Verkauf von Wert-Coupons für eine kostengünstige Haus- und Reiseapotheke und Auslage von Werbematerial der Versandapotheke Sanicare in den Tchibo-Filialen startet am 23. März 2007 die Zusammenarbeit zwischen der Versandapotheke und dem Kaffee-Filialunternehmen.
Hier entwickelt sich eine weitere Konkurrenz für die Apotheken in Deutschland. Während das Angebot einer Haus- und Reiseapotheke zum Einstiegspreis von knapp 20 Euro auf eine Woche beschränkt ist, geht die Kooperation zwischen Sanicare und Tchibo deutlich weiter. Auf der Tchibo Homepage gibt es künftig einen direkten Zugriff auf den Sanicare-Web-Shop, über den Arzneimittel direkt online bei der Versandapotheke Sanicare bestellt werden können.
Die Kooperationspartner betonen, dass sich die Zusammenarbeit auf die Vermarktung der Sonderangebote beschränkt, während alle anderen Vertriebsprozesse allein bei Sanicare in pharmazeutischer Hand bleiben würden.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 22.03.2007, Nr. 23/2007, 15-16
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Junge Leute: Keine Zeit für Frühstückstoast
Viele junge Menschen frühstücken nicht. Von den 18- bis 29-Jährigen nimmt sich nur noch gut jeder Zweite am Morgen die Zeit, Brötchen oder Toast zu essen.
Das hat eine gestern veröffentliche Umfrage unter anderem der Deutschen Angestellten Krankenkasse über die Frühstücksgewohnheiten ergeben. Fast 30 Prozent der jungen Deutschen frühstücken morgens gar nichts, etwa 20 Prozent nur ab und zu.
Quelle: Ärzte Zeitung 21.03.2007


Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 105 | Ausgabe 3 – August 2022
Schwerpunkt Kinderchirurgie: Indikationen, Standards und Fallbeispiele aus der Praxis für die Praxis
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OP-Netzwerk

2021 OP-Netzwerk | Ein Service des BAO e. V. Auf OP-Netzwerk finden interessierte Ärztinnen und Ärzte umfangreiche Informationen, hilfreiche Tipps und wichtige Anlaufstellen rund um das Thema "Ambulantes Operieren". !
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Bundeskongress Chirurgie 2023

Einladung zum Bundeskongress Chirurgie vom 10.-11. Februar 2023 im NürnbergConvention Center. Anmeldung, Programm, Seminare/Kurse
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Helmsauer Gruppe

Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...
+ Kompetenz aus jahrzehntelanger Erfahrung + Spezialisierung auf Ihre Bedürfnisse + Mehrwerte über exklusive Rahmenverträge
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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Partner DGH

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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