02.04.07: BAO-MAO-Aktuell

BAO-MAO-Aktuell; Nr. 10/07, vom 2. April 2007
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Gesetzliche Krankenversicherung

Bundespräsident unterschreibt Reform
Bundespräsident Horst Köhler hat das Gesetz zur Gesundheitsreform unterschrieben. Köhler habe das Gesetz "nach intensiver Prüfung" unterzeichnet, so ein Sprecher.
"Durchgreifende verfassungsrechtliche Bedenken, die den Bundespräsidenten an der Ausfertigung gehindert hätten, gab es nicht", sagte er. Damit kann die Reform am 1. April in Kraft treten. Der PKV-Verband bereitet derzeit eine Verfassungsklage gegen das Gesetz vor.
Quelle: Ärzte Zeitung 28.03.2007

Gesundheitskarte verzögert sich
Die flächendeckende Einführung der elektronischen Gesundheitskarte wird sich wahrscheinlich noch bis ins Jahr 2009 hinziehen. Ende 2007 werde die Karte in ihrer endgültigen Form vorliegen, kündigte Gesundheits-Staatssekretär Schröder an. Dann könne mit dem "Roll-Out" begonnen werden. Von da an dauere es theoretisch noch ein Jahr, bis die Karte als Nachfolgerin der bisherigen Chipkarte an die 80 Millionen Versicherten verteilt sei. http://www.kma-online.de/files/www.kma-online.de/kmanews/2007/0086/kmanews_0086.htm

KBV mit neuer Broschüre zum Vertragsarztrecht
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat jetzt eine kleine Broschüre zum neuen Vertragsarztrecht herausgegeben. Auf 16 Seiten werden in der Broschüre mit dem Titel "Das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz - Chancen durch Vielfalt" die neuen Regeln bei der vertragsärztlichen Tätigkeit erläutert.
Dabei werden Themen wie Anstellung von Kollegen, die Eröffnung von Zweigpraxen, überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften, die Teilzulassung und die neuen Altersgrenzen für Vertragsärzte kurz und übersichtlich dargestellt. Zudem wird die Arbeit an Medizinischen Versorgungszentren und das Thema "Gebühren für Zulassung" behandelt. In einem Glossar werden die wichtigsten Begriffe des neuen Vertragsarztrechts erklärt.
Die Broschüre kann im Web heruntergeladen werden: http://www.kbv.de
Quelle: Ärzte Zeitung 29.03.2007

Schutzgemeinschaft Systemausstieg gegründet
Im Kreis Gütersloh haben niedergelassene Ärzte aus Protest gegen die Gesundheitsreform die "Schutzgemeinschaft Systemausstieg" gegründet.
Die Mediziner wollen die etwa 400 Kollegen im Kreis über die Folgen der Gesundheitsreform aufklären. "Wir sehen auf Dauer nicht die Möglichkeit, die Patienten wie bisher zu betreuen", sagt Dr. Michael Prange, niedergelassener Chirurg in Verl und Sprecher der Schutzgemeinschaft.
Die Initiative wurde von den Vorstandsmitgliedern der im Kreis Gütersloh aktiven Ärztenetze "MediGüt" und "GENIAL" ins Leben gerufen.
Quelle: Ärzte Zeitung 30.03.2007

Kartellrecht: BKK fordert Anwendung auf gesetzliche Krankenkassen
Wettbewerb statt Monopole ist die Forderung des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) im Blick auf die Möglichkeit kassenübergreifender Fusionen ab dem 1. April 2007.
Eine echte Wahlfreiheit für die Versicherten funktioniere nur "mit unterschiedlichen Kassen und nicht mit Konglomeraten aus wenigen Großkassen, die den Markt beherrschen".
Deshalb sei es angebracht, durch eine rasche Gesetzesänderung dafür zu sorgen, dass das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen bei Fusionen von GKV-Kassen unzweifelhaft Anwendung finde. Besonders deutlich werde das aktuelle Problem bei der Kasse mit der größten regionalen Konzentration in Deutschland, der AOK Sachsen mit 53 % Marktanteil.
Es sei geradezu absurd, dass die AOK Sachsen jeden 4. Euro von den kleineren GKV-Kassen erhalte, die wegen dieser Zusatzausgaben sogar häufig teurer sein müssten. Keine andere Kasse könne bei Preisverhandlungen mit Leistungsanbietern mit ihr konkurrieren. Die AOK Sachsen könne nur deshalb einen so günstigen Beitragssatz anbieten, weil sie ein Viertel ihrer Einnahmen aus dem Risikostrukturausgleich (RSA) erhalte.
Dem BKK Bundesverband ist der RSA ein Dorn im Auge, da seine meist kleinen Mitgliedskassen in den rund 17 Mrd. Euro großen Topf einzahlen müssen und die AOK darauf rund 13 Mrd. Euro erhält. Die BKKen empfinden es ganz offensichtlich als ungerecht, wenn sie die Marktmacht einer großen Kasse stärken, um dann Nachteile im Wettbewerb um Verträge mit Leistungserbringern und der Pharmaindustrie hinnehmen zu müssen.
Allerdings könnte die Anwendung des Kartellrechts auf die GKV erhebliche Konsequenzen haben. Der Schritt hin zur Entscheidung, dass es sich dann bei den GKV-Kassen um Unternehmen handle, wäre nicht weit. Ohnehin gibt es zunehmend Befürchtungen in Reihen der GKV, dass über das europäische Kartellrecht die Stellung der GKV-Kassen grundsätzlich verändert werden könnte. Sie würden dann als Unternehmen eingestuft mit allen Konsequenzen wie der Steuerpflicht und der Gültigkeit des Insolvenzrechtes.
Quelle: Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst, 22.03.2007, Nr. 23/2007, 7-8

Einen Bonus lehnt die große Mehrheit der Ärzte kategorisch ab
Dass der Provisionsgedanke im Versicherungsgewerbe tauglich sein mag, bei der Heilung von Menschen dagegen fehl am Platze ist, daran erinnerte Ärzte-Präsident Professor Jörg-Dietrich Hoppe die Mitglieder des Bundestags-Gesundheitsausschusses.
Mitte Januar vergangenen Jahres sagte er bei der Anhörung zum Arzneispar-Gesetz AVWG: "Wer als Arzt rationale Arzneitherapie betreibt, sollte dafür nicht belohnt werden. Das ist selbstverständlich im Arztberuf." Genauso sehen es mehr als zwei Drittel der etwa 1.100 Kollegen, die sich an der Umfrage der "Ärzte Zeitung" beteiligt haben.
62 Prozent der Antwortenden lehnten "den Bonus kategorisch ab". Auch die Mehrheit derer, die zusätzliche Kommentare abgaben, wandte sich gegen dieses Instrument. Nur zwölf Prozent sehen einen Bonus als statthaft an.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.03.2007

Integration - eine Luftnummer auf Kosten von Ärzten und Kliniken?
Mit einem Abzug von einem Prozent ihrer Budgets finanzieren Vertragsärzte und Krankenhäuser die Integrationsversorgung. Wie viel sie von diesem Geld wiedersehen, ist auch drei Jahre nach Einführung der Integrationsversorgung völlig unbekannt.
Bis zu 680 Millionen Euro können die Kassen vom Honorar der Ärzte und den Budgets der Kliniken abziehen. Das Geld sollte eigentlich in die mehr als 3.500 existierenden Verträge zur Integrationsversorgung fließen und den daran beteiligten Leistungserbringern zukommen.
Doch das ist zweifelhaft, wie jetzt beim Kongress der Gesundheitsnetzwerker in Berlin deutlich wurde. Nach einer Umfrage der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen fließen den dortigen Kliniken nur zehn bis 40 Prozent ihres Honorarabzugs wieder in Form von Integrationsverträgen zurück.
Die ursprünglich vorgesehene Rechenschaftspflicht der Kassen über Inhalt und finanziellen Umfang von Integrationsverträgen hat der Gesetzgeber mit der Gesundheitsreform, die am 1. April in Kraft tritt, wieder abgeschafft, kritisierte Dr. Johannes Kramer, Chef der Städtischen Kliniken in Bielefeld. Unbeantwortet bleibt auch, ob die IV-Verträge für die Patienten einen zusätzlichen Nutzen stiften. Die meisten Projekte werden nicht evaluiert - den Kassen ist das offenbar zu teuer.
Quelle: Ärzte Zeitung 23.03.2007

Ulla Tse-tung?! oder Was wir aus dem Osten lernen können
Es ist seit einigen Monaten in Deutschland kein Geheimnis mehr, dass unsere noch amtierende Gesundheitsministerin, Ulla Schmidt, zu Beginn ihres politischen Lebens starke Affinitäten nicht nur zu kommunistischem, sondern insbesondere auch zu maoistischem Gedankengut pflegte. Gegenüber der Zeitschrift "Cicero" räumte sie im vergangenen Frühjahr ein, dass sie noch im Jahre 1976 geschrieben hatte:
"... die 'freiheitlich-demokratische Grundordnung' ... ist die Garantie des Privateigentums an den Produktionsmitteln ... Insbesondere die jetzt anstehenden Bundestagswahlen werde ich dazu nutzen, gegen diese Eigentumsverhältnisse aufzutreten durch meine Kandidatur für den Kommunistischen Bund Westdeutschlands."
Gut dreißig Jahre später, am 9. März 2007, erklärte dieselbe Ulla Schmidt, nun Gesundheitsministerin unserer freiheitlich-demokratischen Republik:
"Viele Impulse für eine bessere medizinische Versorgung kommen aus dem Osten, weil es in der DDR bereits erfolgreich praktiziert worden ist."
Wenn Ulla Schmidt die "Freie Presse Chemnitz" am 9. März 2007 fragt "Warum sollen bundeseinheitliche Beitragssätze bei den Krankenkassen plötzlich Sozialismus oder des Teufels sein?", dann müssen wir Heutigen also jetzt erheblich erstaunt sein und ihr nach allen weithin bekanten historischen Erkenntnissen antworten: Staatlich gelenkte und festgesetzte Preise sind nicht Sozialismus oder des Teufels; Sie sind vielmehr Sozialismus und des Teufels!
Quelle: Carlos A. Gebauer. Referat auf dem "Vertragsärztetag" in Köln am 17. März 2007
http://www.make-love-not-law.de/

Ulla Schmidts Offenbarungseid: DDR-System als Blaupause
Zu den heutigen Äußerungen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt in der Freien Presse Chemnitz, die Erfahrungen aus dem DDR-Gesundheitssystem müssten ideologiefrei gesehen werden und eine stärkere Berücksichtigung finden, erklärt der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Klaus Bittmann:
"Endlich bekennt sich die Bundesgesundheitsministerin zu ihrer ideologischen Heimat.
Sie hat mit der Gesundheitsreform dem schleichenden Prozess hin zur Staatsmedizin einen kräftigen Impuls gegeben. Durch ihr Gesetzeswerk wird das deutsche Gesundheitswesen weitere große Schritte in Richtung Reglementierung, Bürokratisierung und Unfreiheit gehen.
Entgegen ihren Beteuerungen, ideologiefrei zu sein, wurden unter ihrer Federführung die Weichen eindeutig in Richtung Gesundheits-Sozialismus gestellt: Durch die beabsichtigte und begonnene Gleichschaltung von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung kommt die Einheitsversicherung, die irgendwann eine Einheitsmedizin zur Folge haben wird. Diese führt zu Rationierung, Wartezeiten und Mangelversorgung.
Die Äußerungen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt müssten eigentlich der letzte Weckruf für die Koalition, speziell für die Union sein: Die Ministerin bekennt sich erstmals offen zu den Strukturen eines sozialistisch gelenkten Gesundheitswesens.
Es wird höchste Zeit, ihr Einhalt zu gebieten: Hier geht es nicht um Ampelmännchen, sondern um Hammer und Sichel in der Patientenversorgung."
http://www.nav-virchowbund.de/

Privatversicherer

BÄK sieht neue Risiken für Privatpatienten
Die geplante Neuregelung im Versicherungsvertragsrecht für die private Krankenversicherung kann nach Auffassung der Bundesärztekammer zur Verunsicherung von Patienten führen.
Davor warnte die BÄK gestern bei einer Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages. So soll künftig die Versicherung nur dann zur Leistung verpflichtet sein, wenn die Aufwendungen nicht in einem "auffälligen Missverhältnis" zu den erbrachten Leistungen des Arztes stehen. Damit werde dem Versicherer ein weit reichendes Eingriffsrecht in das Arzt-Patienten-Verhältnis eingeräumt.
Quelle: Ärzte Zeitung 29.03.2007

Rechtliches

Termin versäumt: Patient muss trotzdem Honorar zahlen
Wenn Patienten Termine nicht rechtzeitig absagen, können Sie trotzdem das Honorar verlangen. Bedingung: Sie haben schriftlich vereinbart, dass bei unentschuldigtem Fernbleiben das Honorar fällig wird, so das Amtsgericht Nettetal (Az.: 17 C 71/03).
Quelle: WirtschaftsTipp, 26. Februar 2007 Nr. 2, 1

Praxismanagement

Praxis-Umsatz: Nur noch 65 Prozent von der GKV
Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland müssen ihr Geld zu wesentlichen Teilen außerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erwirtschaften. Denn von dort stammen nur noch 65 Prozent des Praxis-Umsatzes, obwohl rund 90 Prozent aller Patienten bei der GKV versichert sind. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Studie "Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2006" der Stiftung Gesundheit.
Die Privatpatienten tragen unterdessen im Mittel 20 Prozent zum Ertrag in der Praxis bei – weit überproportional, da die Privatversicherten nur rund 10 Prozent der Patienten ausmachen. Fünf Prozent kommen aus Selbstzahlerleistungen (IGeL – individuelle Gesundheitsleistungen), drei Prozent aus gutachterlichen Tätigkeiten und sieben Prozent durch sonstige Tätigkeiten.
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz bei 15 Prozent der Niedergelassenen gestiegen, bei 33,7 Prozent gleich geblieben und bei 51,3 Prozent gesunken.
Quelle: Wirtschaftsmagazin für den Frauenarzt 1/2007, 5

Verletzungssichere Instrumente für Kliniken und Praxen obligatorisch
In Bereichen mit "erhöhtem Infektionsrisiko" ist die Verwendung von Sicherheitsinstrumenten Pflicht. Die Übergangsfrist läuft im Juli dieses Jahres aus.
Seit August 2006 müssen Mitarbeiter im Gesundheitswesen besser vor Nadelstichverletzungen geschützt werden.
Ein aktuelles Rechtsgutachten stellt nun klar, dass mit der neuen TRBA 250 aus der "Soll-Regelung" eine "Muss-Regelung" geworden ist. Ebenfalls wird betont, dass nicht nur im Krankenhaus, sondern auch in den Arztpraxen verletzungssichere Instrumente Pflicht sind.
Doch wie groß ist das Risiko tatsächlich, dass bei einer Nadelstichverletzung, zum Beispiel an einer gebrauchten Kanüle, Hepatitis-C oder HI-Viren übertragen werden? Statistisch liegt das Infektionsrisiko für die Erreger bei:
- 1 : 250 bei Hepatitis B
- 1 : 6.500 für Hepatitis C
- 1 : 650.000 für HIV/Aids
Die neuen Regeln, die vom zuständigen Ausschuss im Arbeitsausschuss für biologische Arbeitsstoffe (ABAS) deutlich verschärft worden sind, verpflichten den Arbeitgeber (Unterpunkt 4.2.4 der TRBA 250), zum Schutz der Mitarbeiter nun Arbeitsgeräte mit integrierten Sicherheitseinrichtungen – Sicherheitskanülen, sichere Venenverweilkatheter, Sicherheitslanzetten et cetera – zu Verfügung zu stellen.
Umstellungsfristen
Altprodukte dürften noch bis zum 31. Juli 2007 aufgebraucht werden – allerdings nicht, wenn bekannt infizierte Patienten behandelt werden sollen.
Darüber hinaus weist die TRBA 250 darauf hin, dass Schutzimpfungen gegen Hepatitis B und das Tragen von flüssigkeitsdichten Handschuhen nach wie vor unverzichtbare Basisschutzmaßnahmen sind.
Gültigkeit der TRBA
Die TRBA und die gleichlautenden Regeln der Unfallversicherer (BGR oder GUV-R) gelten, wie fast alle Arbeitsschutzvorschriften, nur für abhängige Beschäftigte. Der Arbeitgeber selbst, also zum Beispiel der niedergelassene Arzt, ist meist nicht an diese Vorschriften gebunden. Er muss sie jedoch zum Schutz seiner Mitarbeiter umsetzen.
Dass Sicherheitsinstrumente alltagstauglich sind, belegen Daten aus den USA, wonach circa 85 Prozent aller Nadelstichverletzungen vermieden werden. Dort ist die Verwendung von Sicherheitsprodukten seit 2001 zwingend vorgeschrieben.
Quelle: Dr.-Ing. Andreas Wittmann, Dr. med. Vera Zylke-Menhorn. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 104, Heft 10, 9.03.2007, A 624 – 626

Nachbehandlung nach kosmetischen Eingriffen
Häufig wird in der täglichen Praxis nicht bedacht, dass routinemäßige Nachbehandlungen nach kosmetischen Eingriffen als IGeL abzurechnen sind.
Werden z. B. nach einer plastischen Mammaoperation die Fäden entfernt, ist dafür die Nr. 2007 GOÄ (40 Punkte/ 2,3-fach 5,36 E) abzurechnen. Auch Beratungen, die damit im Zusammenhang erforderlich sind, sind nach der GOÄ als IGeL zu liquidieren, in der Regel mit der Nr. 1 GOÄ (80 Punkte/ 2,3-fach 10,72 €).
Müssen nach größeren kosmetischen Eingriffen Fäden oder Klammern in getrennten Sitzungen voneinander entfernt werden, ist die Nr. 2007 der GOÄ jeweils pro Sitzung einmal berechnungsfähig.
Auch nach kosmetischen Operationen sind mehr oder weniger regelmäßig Verbandwechsel und Wundinspektionen mit symptombezogenen Untersuchungen notwendig. Die Verbandwechsel sind nach Nr. 200 der GOÄ (45 Punkte/ 2,3-fach 6,03 €) abzurechnen, symptombezogene Untersuchungen nach Nr. 5 der GOÄ (80 Punkte/ 2,3-fach 10,72 €).
Kommt es nach einer kosmetischen Operation zu unerwarteten Komplikationen, ist die weitere Behandlung als GKV-Leistung abzurechnen. Als unerwartete Komplikationen einzustufen sind z. B. schwerwiegende Wundheilungsstörungen, Thrombosen, allergische Reaktionen auf Implantate usw.
Quelle: Wirtschaftsmagazin für den Frauenarzt 2/2007, 16

Bei zehn Prozent aller Klinikbehandlungen passieren Fehler
Bei rund zehn Prozent aller Behandlungen in deutschen Kliniken kommt es zu folgenschweren Fehlern. Dies berichtet das Magazin Reader's Digest (April-Ausgabe) unter Berufung auf den "Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen". Demnach sterben jährlich bis zu 81.000 Menschen "durch unerwünschte und häufig vermeidbare Ereignisse im Krankenhaus". Die Hauptursache geht offenbar auf menschliches Versagen zurück. Nur in ganz wenigen Fällen seien es technische Mängel, sagt Holger Thomsen, Leiter des AOK-Instituts Medizinschaden. Viel häufiger seien es Kommunikationsfehler unter den behandelnden Ärzten oder Nachlässigkeiten bei der Diagnose.
Obwohl Laboratorien, Kliniken und Ärzte jede Woche Tausende von Computertomografien, Laborergebnisse, Röntgenbilder oder Mammografien auswerten und zugleich Millionen von Blut- und Gewebeproben analysieren, gehen Experten davon aus, dass die Fehlerquote in der Behandlung noch viel höher ist, als die Statistik ausweist. "Wie häufig solche Irrtümer in Arztpraxen passieren, darüber gibt es keine Zahlen. Wenn sie überhaupt öffentlich gemacht werden, dann auf freiwilliger Basis. Viele gelangen nie ans Licht", vermutet der Arzt Ralf Rohde-Kampmann, der sich seit Jahren an der Universität Frankfurt am Main mit dem Thema Qualitätsförderung und Patientensicherheit beschäftigt.
http://www.kma-online.de/files/www.kma-online.de/kmanews/2007/0086/kmanews_0086.htm

Helios-Kliniken setzen auf Transparenz für Einweiser
Die Helios-Kliniken bieten einweisenden Ärzten, Patienten und Krankenkassen mit ihrem Qualitätsbericht detaillierte, standardisierte Fallzahlen zu wichtigen Krankheitsbildern. Die private Klinikkette stellte dazu gestern einen Klinikführer online. Er gibt Auskunft über die Arbeit in den 24 Helios-Akutkliniken. Insgesamt betreibt Helios 55 Häuser.
Der Klinikführer im Internet: http://www.helios-klinikfuehrer.de
Quelle: Ärzte Zeitung 21.03.2007

EU-weite Kennzeichnungspflicht bei geschäftlichen E-Mail
Seit Jahresbeginn gilt das "Gesetz über das elektronische Handelsregister und Genossenschafts- und Unternehmerregister". Dieses beinhaltet auch eine neue Kennzeichnungspflicht für E-Mails.
Die Kennzeichnungspflicht besagt, dass E-Mails, die "an einen bestimmten Empfänger gerichtet sind", bestimmte Pflichtangaben enthalten müssen. So muss beispielsweise bei einer GmbH neben dem vollständigen Namen, die Rechtsform, Sitz des Unternehmens, Registernummer und Registergericht, und der vollständige Name des/der GmbH-Geschäftsführers/in angegeben werden.
Wenn es auch im Einzelnen umstritten ist, ob Partnerschaftsgesellschaften darunter fallen und welche Art von Mail konkret in den Anwendungsbereich fallen, empfiehlt es sich auch für uns Ärzte, entsprechende Transparenz im E-Mail-Verkehr zu wahren. Das kann zudem viel Ärger vermeiden, denn bei einem Verstoß sind bis zu 5.000 Euro Abmahngebühr möglich.
Für Vertragsärzte in Einzelpraxen reichen die Angabe des Namens, der Anschrift und die Facharztbezeichnung in E-Mails aus.
In Gemeinschaftspraxen oder Teilgemeinschaftspraxen sind alle beteiligten Partner anzugeben. Hingegen sollten bei Praxisgemeinschaften in E-Mails nur Angaben zur Einzelpraxis getätigt werden, um nicht den Eindruck zu erwecken, in einer Gemeinschaftspraxis tätig zu sein.
Bei den meisten Mailprogrammen können die Angaben z. B. als Signatur hinterlegt und automatisch jeder Mail angehängt werden.
Quelle: Telegramm des BFV, Ausgabe Nr. 73/ März 2007

Europa

Gesundheit in Deutschland im Europäischen Vergleich: Deutlicher Aufholbedarf
Im 6-Länder-Vergleich zeigt sich, dass Deutschland bei der Entwicklung der Lebenserwartung oder der Reduktion "potenziell verlorener Lebensjahre" nicht besonders gut abschneidet.
Die Lebensqualität in Deutschland und Europa ist regelmäßig Gegenstand von Analysen zweier Mannheimer Forschungseinrichtungen, des Zentrums für Umfragen, Methoden und Analysen und des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung.
Im aktuell vorliegenden "VFA Report Lebensqualität 2006" wird die Frage untersucht, wie sich die gesundheitliche Lebensqualität der Deutschen in den letzten zehn Jahren verändert hat.
Verbreitung von Übergewicht
Im Vergleich mit Polen, Frankreich, Schweden und Italien führt die deutsche Bevölkerung die Rangliste der stark übergewichtigen Personen an.
Raucheranteil in der Bevölkerung
Vor allem steigt in Deutschland die Sterberate bei Frauen aufgrund von Lungenkrebs an.
Der hohe Anteil von Frauen mit regelmäßigem Tabakkonsum lässt außerdem erwarten, dass die Mortalität durch Lungenkrebs in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern erhöhen wird. Besonders ungünstig ist die Situation in Deutschland beim Problem Adipositas. Quelle: Dr. Ingbert Weber. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 104, Heft B, 23.02.2007, A474-476

Allgemeines

Die Schockstudie des Monats: Ende des Generationenvertrags
Ein heute 25-Jähriger zahlt 146.080 Euro mehr in das Sozialsystem ein, als er im Lauf seines Lebens an staatlichen Leistungen zurückbekommt. Dagegen kommen die heutigen Rentner deutlich besser weg: Ein 65-Jähriger erhält 251.240 Euro mehr aus dem Sozialsystem ausbezahlt, als er Beiträge einbezahlt hat. Professor Peter Oberender von der Uni Bayreuth: "Die Zahlen belegen, dass der so genannte Generationenvertrag, den wir seit 50 Jahren haben, nicht mehr funktioniert. Für die Jüngeren ist das Sozialsystem ein klares Minusgeschäft. Sie zahlen deutlich mehr ein, als sie ausbezahlt bekommen."
Quelle: Arzt & Wirtschaft 02/2007, 11

Vor 125 Jahren wurde das Pflaster erfunden
Am 28. März 1882, heute vor 125 Jahren, meldete der Hamburger Apotheker Paul C. Beiersdorf ein Patent zur Herstellung medizinischer Pflaster an. Es war die Geburtsstunde eines Weltkonzerns, der zwar heute noch Pflaster herstellt (Hansaplast), aber vor allem durch seine Hautpflegemarke Nivea berühmt geworden ist.
Der Brandenburger Beiersdorf hatte sich 1880 in Hamburg niedergelassen und eine Apotheke in der Mühlenstraße übernommen. Gemeinsam mit dem Dermatologen Paul Gerson Unna entwickelte er in kurzer Zeit sein Verfahren zur Herstellung medizinischer Wundpflaster.
Quelle: Ärzte Zeitung 28.03.2007

Apotheken werden Reisebüros
In rund 1.500 Apotheken in Deutschland werden ab sofort auch Gesundheitsreisen angeboten. In einem 44-seitigen Katalog bieten die Apotheken Gesundheitsreisen für bestimmte Krankheitsbilder wie Rheuma, Arthrose, Diabetes oder Hautprobleme an. Angeboten werden auch Kur-Urlaube in Bad Füssing, Thalasso aus Usedom, Rheuma-Wochen auf Ischia, Sauerstoff-Therapie am Plattensee, Privatkurwochen in Marienbad und auch Reisen mit ärztlicher Begleitung von Deutschland nach China, Vietnam, Kambodscha oder Indien.
http://www.kma-online.de/files/www.kma-online.de/kmanews/2007/0086/kmanews_0086.htm

Checkups für die "Generation Chips"
Wenn man den Zahlen, die bei einer Fachtagung in Bad Orb präsentiert worden sind, Glauben schenken darf, sind wir nicht auf dem Weg in die Adipositasgesellschaft, sondern bereits mittendrin. Die Ursachen sind schnell gefunden, plakativ trifft es das Schlagwort "Generation Chips" recht gut. Chips als Symbol für ungesundes und kalorienreiches Fast Food aber auch als Synonym für stundenlangen Medienkonsum.
Doch wo ist der Ausweg? Mit medikamentösen Therapien sind bislang eher magere Ergebnisse erzielt worden. Reha-Maßnahmen sind nur auf Dauer erfolgreich, wenn die familiären Rahmenbedingungen stimmen. Und genau dort liegt das Problem. Weil in vielen Familien nicht mehr selbst gekocht wird und viele Kinder gar nicht mehr in den Genuss von gesundem und kalorienmäßig ausgewogenem Essen kommen können, wird immer häufiger zu Chips, Pommes und Cola gegriffen. Und dass ausgerechnet in der Zeit zwischen sechs und 13 Jahren, in der viele Kinder stark an Gewicht zulegen, nicht eine einzige ärztliche Vorsorgeuntersuchung angesetzt ist, engt auch den Handlungsspielraum der Ärzte ein.
Notwendig ist zweierlei: Neue Vorsorgen für Kinder zwischen sieben und elf Jahren und eine konzertierte Aktion gegen ungesunde Ernährung. Selbst Finanzpolitiker sollten dazu leicht bewegt werden können, verursachen doch ernährungsbedingte Krankheiten jedes Jahr astronomisch hohe volkswirtschaftliche Kosten.
Quelle: Raimund Schmid. Ärzte Zeitung 29.03.2007

Täglich ein Glas Wein - das verspricht vier Lebensjahre mehr
40-Jahresstudie zu Alkoholkonsum vorgestellt
Ein Gläschen Wein ist gut fürs Herz - das wird immer wieder behauptet. Niederländische Forscher setzten jetzt noch einen drauf: Wer regelmäßig Wein trinke, lebe auch länger als Abstinenzler, und zwar um bis zu vier Jahre.
Quelle: Ärzte Zeitung 30.03.2007

Termine

7th International Congress on Ambulatory Surgery
April 15th – 18th, 2007 Amsterdam
http://www.iaascongress2007.org

BAO-Kongress 2007
19.05.2007 in Berlin (Programm folgt in Kürze)

Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 104 | Ausgabe 2 – Mai 2022
Dermatochirurgie: Deutlich facettenreicher als nur ‚Muttermale spindeln‘…
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OP-Netzwerk

2021 OP-Netzwerk | Ein Service des BAO e. V. Auf OP-Netzwerk finden interessierte Ärztinnen und Ärzte umfangreiche Informationen, hilfreiche Tipps und wichtige Anlaufstellen rund um das Thema "Ambulantes Operieren". !
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Bundeskongress Chirurgie 2023

Bundeskongress Chirurgie vom 10.-11. Februar 2023 im NürnbergConvention Center. Anmeldung, Programm, Seminare/Kurse
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Helmsauer Gruppe

Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...
+ Kompetenz aus jahrzehntelanger Erfahrung + Spezialisierung auf Ihre Bedürfnisse + Mehrwerte über exklusive Rahmenverträge
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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Partner DGH

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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