27.01.2009: BAO-MAO-Aktuell

BAO-MAO-Aktuell; Nr. 06/09, vom 27. Januar 2009
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Gesetzliche Krankenversicherung

CDU-Politiker: Union fehlt "Leitidee" in der Gesundheitspolitik
Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn rechnet unter einer schwarz-gelben Koalition nicht mit einem kurzfristigen radikalen Kurswechsel im Gesundheitswesen. Dies sei weder für die Versicherten noch die Akteure im Gesundheitswesen zumutbar, sagte er auf einer Fachtagung des Bundesverbands Managed Care.
Der Unions-Politiker sprach sich stattdessen für einen schrittweisen Umbau der deutschen Krankenversicherung nach dem Vorbild des niederländischen Systems aus. Eine Schlüsselrolle dabei soll ihm zufolge das Instrument des Zusatzbeitrags spielen. Er hofft, dass dessen Begrenzung auf ein Prozent des Haushaltseinkommens eines GKV-Mitglieds nach der Bundestagswahl fällt.
Spahn bemängelte, dass der Union momentan eine "Leitidee" in der Gesundheitspolitik fehle, während SPD und Grüne ihr Konzept einer Bürgerversicherung weiter verfolgten. Allerdings rechnet er nicht damit, dass das Gesundheitswesen im Mittelpunkt des kommenden Bundestagswahlkampfs stehen wird.
Quelle: Ärzte Zeitung, 26.01.2009

GFB-Schleswig-Holstein: Aufnahme der Verhandlungen zum ambulanten Operieren mit den Kassen
Heute am 15.01.09 traf die AG-Ambulantes Operieren der GFB die Kassenvertreter in Kiel.
Die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände Schleswig-Holstein haben heute die Forderungen zum ambulanten Operieren der niedergelassenen Fachärzte Vertretern der Ersatzkassen und des VdAK dargelegt. Diese sind Basis künftiger Gespräche und Verhandlungen zum ambulanten Operieren, zur Beilegung der Krise um die Facharzthonorare.
Zu den Forderungen gehört ein wieder Einsetzen der finanziellen Förderung von Strukturen im ambulanten Operieren zum 01.01.2009.
Umsatzeinbrüche von 20-30 % im ambulanten Operieren lassen künftig bewährte Strukturen einer qualifizierten wohnortnahen und flächendeckenden Versorgung wegbrechen.
Die operierenden Fachärzte haben mit der Androhung - Kostenübernahme - ab 19.01.09 Druck aufgebaut, aber auch zuvor ein Signal zur Gesprächsbereitschaft gesetzt.
Dies wurde von den Kassen erkannt und genutzt, so dass zunächst ein Aussetzen der Protestaktion - Kostenübernahme - für 3 Wochen seitens der GFB zugesagt wurde.
- Am 05. Februar wollen die Kassenvertreter über das Forderungspaket der operierenden Fachärzte entschieden haben, um bis zum Ende des 1. Quartals 2009 gemeinsam ein neues Vertragswerk zum ambulanten Operieren in Schleswig-Holstein rückwirkend zum 01.01.2009 zu entwickeln.
Einigung besteht darin, sich an den Elementen des früheren Strukturvertrags amb. Operieren Schleswig-Holstein zu orientieren. Diesen wieder aufleben zu lassen bzw. fortzuführen oder in einem Vertrag nach § 73c bzw. § 140 a ff weiterzuentwickeln sind zu prüfende Optionen. Hier hat die Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein ihre Unterstützung zugesagt.
Die AOK- Schleswig-Holstein hat die Bereitschaft zur Teilnahme an dieser Verhandlungsrunde angemeldet.
Quelle: Axel Schroeder, Vorsitzender der GFB-Schleswig-Holstein, 15.01.2009

Ulla Schmidt weist Honorar-Kritik scharf zurück
Ministerin: Probleme gibt es nur in sechs von 17 KVen
Mit Verärgerung hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt auf Berichte über angeblich drohende massive Einnahmeverluste der Ärzte durch ihre Honorarreform reagiert. Schuld am Unmut vieler Ärzte sind für die Ministerin die Kassenärztlichen Vereinigungen.
- In einem Brief an die Abgeordneten von Union und SPD betonte Schmidt, dass den Ärzten im Vergleich der Jahre 2007 und 2009 mindestens 2,75 Milliarden Euro an zusätzlichem Honorar zur Verfügung stehe. Diese Mittel würden von den Kassen an die KVen überwiesen. "Die Gelder werden also bereitgestellt. Es kann nicht sein, dass dieses Geld nirgendwo ankommt", so Schmidt.
Hintergrund des Schreibens sind Berichte, wonach einzelne Arztgruppen für dieses Jahr Honorarverluste von bis zu 30 Prozent befürchten.
- Zwar sei nicht auszuschließen, dass einzelne Ärzte tatsächlich gewisse Einbußen verzeichnen müssten, so die Ministerin. Allerdings müsse man davon ausgehen, dass es eine sehr große "schweigende Mehrheit" unter den Ärzten gebe, "die von der nun faireren Honorierungssystematik nicht nur planerisch, sondern auch direkt finanziell erheblich profitiert." Probleme bei der Umsetzung der Reform seien indes bisher nur in sechs der 17 KVen bekannt geworden. Schmidt: "Auch daraus ist zu schließen, dass die KVen ausreichende Möglichkeiten an der Hand haben, eine Vergütung zu organisieren, die keine derart problematischen Verteilungseffekte beinhaltet."
Quelle: Ärzte Zeitung, 22.01.2009

Offener Brief an Ulla Schmidt
Der NAV-Virchow-Bund hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in einem Offenen Brief aufgefordert, ihre politischen Absichten bei der Honorarreform klarzustellen. "Gerade leistungsstarke Praxen im hausärztlichen Bereich und kostenintensive Facharztpraxen sehen ihre Existenz bedroht."
- Der Verband der niedergelassenen Ärzte frage sich, ob die Politikerin mit der Reform Teile der ambulant tätigen Facharztpraxen eliminieren und diese in den stationären Sektor eingliedern wolle, schreibt der Bundesvorsitzende des NAV, Dr. Klaus Bittmann.
- Bittmann fordert von Schmidt, ihm zu bestätigen, dass tatsächlich 2,7 Milliarden Euro zusätzlich in die ambulante Vorsorgung geflossen seien und dass sie die Finanzmittel über den Gesundheitsfonds ohne Verluste gegenüber 2008 nach Länderschlüssel für die jeweilige Landes-KV bereitgestellt habe. Er regte einen Sonderfonds an, um für leistungsstarke Praxen und Praxisverbünde Selektiv- und Direktverträge zu etablieren. Mit großer Sorge sieht der Verband "bedrohliche Einbrüche für die wohnortnahe haus- und fachärztliche Versorgung der Bevölkerung", schreibt Bittmann. Das neue Honorarsystem schade sinnvollen Versorgungszielen.
Quelle: Arzt & Wirtschaft Newsletter vom 21.01.2009

Für Honorarbereinigung gilt nun das Prinzip "Geld folgt der Leistung"
Mit der ausschlaggebenden Stimme des neutralen Vorsitzenden hat der Erweiterte Bewertungsausschuss Regeln beschlossen, wie die Gesamtvergütung der KVen und die Vergütung von Ärzten korrigiert werden, wenn ärztliche Leistungen beispielsweise in Hausarztverträgen oder in der Integrierten Versorgung honoriert werden.
- Ziel der KBV war es, das Ausmaß der Umverteilung zu Lasten der kollektivvertraglichen Vergütung gering zu halten. Dies hätte bedeutet, dass ein Arzt, der an einem Selektivvertrag teilnimmt und Patienten hinzu gewinnt, entsprechend KV-Honorar würde abgeben müssen. Damit wären Selektivverträge für die Ärzte selbst relativ unattraktiv geworden. Mit dieser Position konnte sich die KBV gegen die Kassenvertreter und auch gegen den neutralen Vorsitzenden des Erweiterten Bewertungsausschusses nicht durchsetzen. Dies erkennend, verließen die drei KBV-Vertreter die Sitzung und nahmen an der Abstimmung nicht teil.
- Im Kern läuft der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses auf das lange von Ärzten geforderte Prinzip "Geld folgt der Leistung" hinaus. Gewinnt ein Arzt im Selektivvertrag neue Patienten, dann bekommt er die Leistungen zusätzlich honoriert. Das hat zur Folge, dass zumindest die kollektivvertraglichen Vergütungen - maßgeblich sind die Regelleistungsvolumen - auf der Ebene der KV, unter Umständen aber auch bei einzelnen Ärzten, bereinigt werden.
Quelle: Ärzte Zeitung, 26.01.2009

Harte Nuss: Die Folge von Selektivverträgen
Wie soll die Gesamtvergütung, die die Krankenkassen an die KVen bezahlen, korrigiert werden, wenn einzelne Krankenkassen mit Ärzten oder Arztgruppen Hausarztverträge, Verträge zur speziellen ambulanten Versorgung oder zur Integrationsversorgung geschlossen haben?
Über das Bereinigungsverfahren hat gestern der erweiterte Bewertungsausschuss von KBV und GKV-Spitzenverband in Berlin beraten. Die Ausgangspositionen lagen dabei dem Vernehmen nach noch weit auseinander. Die Materie gilt als außerordentlich komplex, unter anderem, weil bei der Korrektur von Geldflüssen an die KVen die Bedingungen der Vergütungsreform beachtet werden müssten.
Quelle: Ärzte Zeitung, 23.01.2009

KBV warnt vor "Diagnosen-Tuning"
Die Manipulation von Diagnosen befürchtet der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler.
- Hintergrund ist, dass einige Krankenkassen den Ärzten offenbar durchschnittlich zehn Euro für Diagnosen bieten, die ihnen mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds garantieren. Seit dem Start des Fonds zu Jahresbeginn gilt eine Liste mit 80 Krankheiten, die maßgeblich über die Verteilung der Beitragsgelder an eine Krankenkasse entscheidet.
- Dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) liegen nach eigenen Angaben keine konkreten Fälle vor, in denen Ärzte Diagnosen absichtlich falsch aufgeschrieben haben. Die Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Doris Pfeiffer, forderte am Donnerstag die Ärztevertreter auf, sie sollten "Ross und Reiter benennen oder dies nicht weiter behaupten".
Wenn es Fälle gebe, in denen sich Ärzte von Krankenkassen schmieren lassen oder dies das Ziel einer Krankenkasse sei, dann wären die zuständigen Aufsichten und gegebenenfalls die Justiz gefragt.
Pfeiffer betonte zugleich, es sei die gesetzliche Pflicht der Ärzte, die Diagnosen korrekt aufzuschreiben. Wenn dies systematisch hintertrieben würde, wäre der gerade neu eingeführte Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen gefährdet. Die richtige Codierung sei die Grundlage für die Verteilung des Geldes zwischen den Krankenkassen.
Quelle: hil/ddp/aerzteblatt.de Donnerstag, 22. Januar 2009

Diagnosen in der Arztpraxis: AOK für korrektes Kodieren
Eine Deklaration zur Verbesserung der ärztlichen Diagnose-Dokumentation haben die Vorstände von 15 Landes-AOKs und des AOK-Bundesverbandes beschlossen.
- "Die vom Arzt oder seinen Praxismitarbeitern dokumentierten Diagnosen müssen den Krankheitszustand korrekt und vollständig abbilden", sagten die geschäftsführenden Vorstände des AOK-Bundesverbandes Herbert Reichelt und Jürgen Graalmann. Es dürfe keine Erfassung von Diagnosen geben, die nicht der tatsächlichen Behandlung entspreche.
- Sie wiesen daraufhin, dass die Krankenkassen das für die medizinische Versorgung notwendige Geld orientiert an der Morbidität ihrer Versicherten aus dem Gesundheitsfonds erhalten, Basis der Morbiditätsabschätzung ist eine Liste von 80 Krankheiten.
- Grundlage für Zuschläge aus dem Fonds sind die konkreten Diagnosen des Arztes und des Krankenhauses sowie zusätzlich bei einigen Erkrankungen die Arzneimittelverordnungen.
Zwar sei die Kodierqualität im ambulanten Bereich in den vergangenen Jahren besser geworden. Doch gibt es Reichelt zufolge noch einen relevanten Anteil von Fällen, in denen die vom Arzt dokumentierten Diagnosen den tatsächlichen Krankheitszustand eines Patienten nicht korrekt oder vollständig abbilden. Das zeige eine Auswertung von AOK-Daten.
- Kritik an der AOK-Haltung äußerte die Techniker Krankenkasse: "Die Ortskrankenkassen wollen die Ärzte offenbar zu Lohnstatistikern der Krankenkassen machen", sagte der Vorsitzender des Vorstandes der Kasse, Norbert Klusen.
- Die AOK-Deklaration mache deutlich, welche Fehlanreize das neue System schaffe. Nicht die Versorgung der Versicherten, sondern die Dokumentation von Krankheit rücke immer stärker in den Fokus der Krankenkassen. "Ziel der nächsten Bundesregierung muss es sein, dies rückgängig zu machen", sagte Klusen.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Mittwoch, 21. Januar 2009

Neuer Qualitätsbericht der KV Nordrhein
Rund zwei Drittel aller medizinischen Leistungen im ambulanten Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung unterliegen Qualitätskriterien, die von der Befähigung der Ärzte bis zur Praxisausstattung reichen. Darauf hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein bei der Vorstellung ihres Qualitätsberichtes 2008 hingewiesen.
- Zu den Bereichen mit den höchsten Genehmigungszahlen gehören Ultraschall (13.775), Radiologie (3.389), ambulantes Operieren (2.908) und Langzeit-EKG (2.804).
Quelle: hil/aerzteblatt.de, 20.01.2009

Kassen sollen zinslose Kredite erhalten können
Nach den Finanzhilfen für Wirtschaft und Banken will die Bundesregierung nun auch den Gesundheitssektor mit einem Schutzschirm stützen. Sollte eine Kasse infolge der Wirtschaftskrise Beitragsausfälle erleiden, könne sie ein zinsloses Darlehen des Bundes in Anspruch nehmen, kündigte der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, Klaus Vater, am Freitag in Berlin an.
- Den Kassen sollen etwaige Kredite, die sie wegen Beitragsausfällen aufnehmen, bis 2011 gestundet werden. Das Gesundheitssystem müsse auch in schwierigen Zeiten funktionieren, sagte Vater. Es gehe dabei auch um die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Bereichs mit seinen 4,4 Millionen Beschäftigten und einem Umsatz von 250 Milliarden Euro.
- Die Pläne seien kein Rettungsschirm für die Krankenkassen, sondern für die Bundesregierung und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), erklärte FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr. Schmidt wolle sich Ruhe verschaffen für das Wahljahr. "Der Gesundheitsfonds wird zum Risiko für den Bundeshaushalt."
- Im Zuge des Konjunkturpakets II hatte die große Koalition bereits entschieden, den erst zu Jahresbeginn eingeführten Einheitsbetrag zur Krankenversicherung von 15,5 Prozent ab 1. Juli auf 14,9 Prozent abzusenken. Die dadurch entstehenden Kosten von neun Milliarden Euro für 2009 und 2010 muss ebenfalls der Bund tragen.
Quelle: afp/aerzteblatt.de Freitag, 23. Januar 2009

Rechtliches

Zahlungsströme an Klinik-Einweiser in der Kritik
Wettbewerbszentrale will Vergütung vor- und nachstationärer Leistungen auf GOÄ-Basis rechtlich klären lassen
Dürfen Krankenhäuser ihren Einweisern für vor- und nachstationäre Behandlung GOÄ-Vergütungen gewähren? Diese Frage will die Wettbewerbszentrale nun gerichtlich klären lassen.
Das TV-Magazin "Report Mainz" hatte am Montag berichtet, das Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim und das Louisenkrankenhaus in Lindenfels hätten mit dem Gesundheitsnetz Viernheim "Geheimverträge" geschlossen. Demnach erhalten die 60 niedergelassenen Ärzte für die vor- und nachstationäre Behandlung der Patienten, die sie in diese Kliniken geschickt haben, ein Honorar nach GOÄ.
- Nach Einschätzung des Münchener Medizinrechtlers Dr. Rudolf Ratzel sind Zuweiserkartelle keine Ausnahmen mehr. Oft gingen sie auf den Einfluss findiger Berater zurück, die die Modelle als sektorübergreifende Versorgung ausgäben. Immer mehr Krankenhäuser sähen sich durch derartige Machenschaften benachteiligt. Die Ursache liege in der "politisch gewollten Unterfinanzierung" des stationären Sektors.
Quelle: Ärzte Zeitung, 21.01.2009

Auch für Ärzte Recht auf Zeugnisverweigerung?
Die FDP spricht sich für ein einheitliches Zeugnisverweigerungsrecht für alle Berufsgeheimnisträger aus. Mit einem in den Bundestag eingebrachten Gesetzentwurf will sie die in der Strafprozessordnung verankerte Differenzierung aufheben. Danach gilt für Geistliche, Strafverteidiger und Abgeordnete ein umfassendes Verwertungs- und Erhebungsverbot. Ärzte, Journalisten und Rechtsanwälte sind nur eingeschränkt nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit vor Überwachung geschützt.
Quelle: Ärzte Zeitung, 23.01.2009

Nach Unfall wird nur der günstigste Mietwagen erstattet
Auch nach einem nicht selbst verschuldeten Unfall wird nur der günstigste Tarif für einen angemessenen Mietwagen erstattet. Das geht aus einem jüngst veröffentlichten Urteil des Landgerichts Braunschweig hervor.
Im vorliegenden Fall hatte ein Autofahrer nach einem nicht selbst verschuldeten Unfall einen Mietwagen für 210 Euro am Tag gemietet. Erstattet würden dem Mann allerdings nur 120 Euro pro Tag, da dies der angemessene Tarif für den Mietwagen sei, begründete das Gericht seine Entscheidung.
Der Mann hätte sich angesichts des hohen Preises auf dem örtlichen Markt nach günstigeren Angeboten erkundigen müssen, erläuterten die Richter weiter. Die Revision wurde nicht zugelassen. Az.: S 93/08
Quelle: Ärzte Zeitung, 22.01.2009

Weg zur Arbeit: Umweg kostet Versicherungsschutz
Arbeitnehmer, die vor Antritt ihrer Fahrt zur Arbeit oder auf dem Weg zur Arbeit einen Einkauf einlegen, sind für diesen Ausflug nicht unfallversichert. Das entschied das Bundessozialgericht (BSG) in zwei Fällen.
In ersterem Fall hatte eine Arbeitnehmerin vor Antritt ihrer Fahrt zur Arbeit einen Metzger auf der gegenüberliegenden Straßenseite angesteuert. Sie rutschte auf dem Rückweg zum Auto auf eisglatter Fläche aus und zog sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zu. Kein Wegeunfall, urteilte das BSG.
Ähnlich ging es einem Arbeitnehmer, der auf dem Weg zur Arbeit mit seinem Roller einen Abstecher zum Supermarkt machte, auf dem Parkplatz wurde er von einem Auto verletzt. In beiden Fällen fehlte es an der "Betriebsbedingtheit des Einkaufsweges".
Az.: B 2 U 15/07 R, B 2 U 17/07 R
Quelle: Ärzte Zeitung, 22.01.2009

Gewerkschaften dürfen an Dienstadresse mailen
Gewerkschaften dürfen Werbe- und Informationsmails auch an die dienstlichen Adressen von Arbeitnehmern senden. Das entschied das Bundesarbeitsgericht.
Gewerkschaftsmails an betriebliche Postfächer seien auch ohne die Zustimmung des Arbeitgebers zulässig. Das gelte auch, wenn den Beschäftigten die private Nutzung verboten wurde. Az.: 1 AZR 515/08
Quelle: Ärzte Zeitung, 21.01.2009

Praxismanagement

In elf Monaten brauchen Ärzte ein QM-System - kein Problem?
Bis Ende dieses Jahres müssen niedergelassene Ärzte ihr praxisinternes Qualitätsmanagement (QM) umgesetzt haben. Dabei verlangt der Gemeinsame Bundesausschuss nicht wenig. Trotzdem kann die Zeit bis Dezember noch reichen, um in Sachen QM durchzustarten. Eine Pflicht zur Zertifizierung gibt es nicht.
- Der gesetzliche Zwang hat dem Qualitätsmanagement einen schlechten Ruf beschert: Ein neues bürokratisches Monster, das Mehrarbeit, aber keinen Nutzen für die Ärzte bringt. Dabei gibt es QM ohnehin in jeder Arztpraxis. So ist beispielsweise der Arbeitsablauf fürs Impfen oder die Patientenannahme in irgendeiner Form geregelt. Auch Checklisten - etwa für den Notfallkoffer - werden von den meisten Praxen ganz selbstverständlich genutzt. Die gute Nachricht heißt also: Selbst in kurzer Zeit lässt sich ein QM-System in den Arztpraxen einführen.
Denn Aufgabe des QM ist es, solche Prozesse aufzunehmen und für alle Mitarbeiter im Team einheitlich zu gestalten - damit weniger Fehlerquellen entstehen. Aufgabe des QM ist es aber auch, Verbesserungspotenziale in den Arbeitsabläufen offenzulegen. Denn auch das verbessert die Qualität. Schließlich geht es darum, die Qualität in den Praxen zu organisieren und langfristig zu sichern.
So setzen Arztpraxen ihr QM ohne Zeitdruck um
Trotzdem, der erste Schritt in Sachen QM ist immer die Entscheidung, gemeinsam als Team ein Qualitätsmanagementsystem einzuführen. Dabei kann sich das Team für ein bestimmtes QM-System wie QEP oder KTQ entscheiden, das QM kann aber ebenso im Alleingang entwickelt werden.
Dem folgt dann die Selbstbewertung: Was könnte noch besser laufen? Dabei reicht es, wenn das Praxisteam zunächst die Prozesse durchgeht, die in der QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) genannt werden. Denn hier schauen auch die Prüfkommissionen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) hin. Wichtig sind hier etwa das Thema Datenschutz, Hygiene, Arbeitsschutz und der Blick darauf, wie Behandlungsabläufe strukturiert sind. Dabei geht es nicht darum, die eigentliche ärztliche Behandlung festzuschreiben, sondern vielmehr die Prozesse rund um den Arzt-Patienten-Kontakt zu ordnen.
Hat das Praxisteam die wichtigsten Prozesse in der Praxis erkannt und analysiert, sollte es eigene Qualitätsziele festlegen. Diese helfen beim weiteren Vorgehen und werden vom GBA als QM-Instrument gefordert. So ein Ziel könnte lauten: "Wir möchten die Wartezeiten der Patienten auf maximal 20 Minuten begrenzen."
Anschließend werden die Prozesse in der Praxis aufgenommen. Eine Aufgabe, die sich an das Praxisteam delegieren lässt. Hierbei fordert die QM-Richtlinie als Instrument Ablaufbeschreibungen. Diese können ganz einfach in Tabellenform die einzelnen Arbeitsschritte mit den jeweiligen Verantwortlichen festhalten.
Einige QM-Instrumente sind für Ärzte Pflicht
Möglich ist aber auch die Darstellung in einem Flussdiagramm. Hilfreich für die spätere Nutzung der Arbeitsanweisungen ist, wenn zusätzlich festgehalten wird, welche Dokumente (etwa bestimmte Checklisten) für die einzelnen Prozesse wichtig sind.
Ein anderes QM-Instrument, das der GBA gerne sieht, ist das Organigramm. Dieses zeigt den Aufbau der Arztpraxis. Vor allem größere Arztpraxen mit mehreren Mitarbeitern profitieren davon, da es die Verantwortlichkeiten abbildet. Dabei könnten als Praxisführung der Arzt, darunter die Ersthelferin und darunter weitere Verantwortungsbereiche inklusive der Namen der Mitarbeiter genannt werden. Außerdem sollte es in der Praxis Stellenbeschreibungen geben.
Besonders wichtig ist das interne Beschwerde- und Fehlermanagement. Hierfür kann die Praxis einfach ein Fehlerbuch einrichten oder sich ein Formular überlegen. In jedem Fall sollte in einer Ablaufbeschreibung festgelegt werden, wie mit Beschwerden und Fehlern umgegangen wird. Ebenfalls hilfreich für den Praxisalltag sind Checklisten, zum Beispiel für Hygiene in der Arztpraxis, Ruhe-EKG oder auch die Wartung von Geräten.
Es muss nichts neu erfunden werden
Was nun noch fehlt, sind Instrumente, mit denen die QM-Ziele und die Prozessqualität überprüft werden. Auch das fordert der GBA. Dabei müssen keine neuen Messinstrumente erfunden werden und es müssen auch keine quantitativen Werte ermittelt werden. Bereits das Fehler- und Beschwerdemanagement kann als Kontrollmechanismus dienen, genauso die Patientenbefragung (die übrigens auch in der Richtlinie als QM-Instrument aufgeführt wird). Aber auch DMP-Daten oder Werte aus der betriebswirtschaftlichen Auswertung der Praxis sind hier Datenquellen. Der Prozess der Verbesserung und Kontrolle könnte dann ab 2010 starten, wenn die Phase der Überprüfung und Selbstkontrolle eingeläutet wird.
Werden Ablaufbeschreibungen, Checklisten und andere Dokumente in einem Ordner oder als Datei im Computer gesammelt und sind sie allen Mitarbeitern zugänglich, ist das Qualitätsmanagement schon fast umgesetzt. Fast, denn es muss natürlich auch vom Praxisteam gelebt werden.
Quelle: Rebekka Höhl. Ärzte Zeitung, 16.01.2009

Deutsche Bank: Es gibt keine Kreditklemme
Der deutsche Mittelstand hat nach Angaben der Deutschen Bank keine Schwierigkeiten, an Kredite zu kommen.
"Es gibt keine Kreditklemme", sagte Dr. Ulrich Schürenkrämer, Mitglied der Geschäftsleitung Firmenkunden Deutschland der Deutschen Bank am Donnerstag bei einer Veranstaltung zum Thema "Mittelstandsrating". Er dementierte damit für seine Bank, dass Engpässe bei Krediten für Firmenkunden bestehen. Allein elf Milliarden Euro Kreditzusagen, die die Deutsche Bank an mittelständische Unternehmen gegeben habe, werden nach Aussagen Schürenkrämers derzeit nicht in Anspruch genommen.
Quelle: Ärzte Zeitung online, 22.01.2009

Europa

GesundheitsCard Europa wird immer populärer
Immer mehr Versicherten steht über die "GesundheitsCard Europa" eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung offen. Dem Projekt der AOK Rheinland/Hamburg und der Techniker Krankenkasse haben sich zum Jahresanfang auch die AOKen Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe angeschlossen. Die Karte steht mehr als 16 Millionen Versicherten zur Verfügung. Sie gilt in Vertragskliniken in den Niederlanden und Belgien sowie in einzelnen Regionen Österreichs, Italiens und Tschechiens.
Quelle: Ärzte Zeitung, 26.01.2009

Allgemeines

Oldenburg will Bachelor-Studiengang Medizin
- Uni erwartet eine Kostenersparnis von bis zu 30 Prozent zu vergleichbaren Studiengängen -
Jährlich rund 5,72 Millionen Euro soll der Medizinstudiengang kosten, den die Universität Oldenburg in grenzüberschreitenden Kooperation mit der Rijksuniversiteit im niederländischen Groningen als Bachelor- und Masterstudiengang plant.
Das erklärte der Universitäts-Vizepräsident für Forschung, Professor Dr. Reto Weiler, im niedersächsischen Oldenburg. Die neue Fakultät würde mit acht Professoren inklusive Ausstattung und 50 wissenschaftlichen Mitarbeitern arbeiten. Kostenpunkt: voraussichtlich 3,75 Millionen Euro im Jahr, so der Vizepräsident.
Mit den Kosten für Miete, Bibliothek, Medien, Forschungsmitteln und sonstigen Posten summiere sich der Betrag für das Land Niedersachsen auf geschätzte 5,72 Millionen Euro im Jahr. "Mit diesen Beträgen liegen wir um 30 Prozent unter den Kosten, die ein herkömmlicher Studiengang gleicher Größe der Medizin in Deutschland kosten würde", sagte ein Sprecher der Universität zur "Ärzte Zeitung".
Die Einführung des neuen Studienganges ist für das Wintersemester 2011 / 2012 geplant. "Ein früherer Zeitpunkt ist kaum realistisch", sagte der Vizepräsident. Allerdings: Der Wissenschaftsrat in Hannover hat das Projekt noch nicht bewilligt.
"Der Ball ist im Spiel. Jetzt heißt es Abwarten", sagte ein Sprecher des niedersächsischen Forschungsministeriums. Immerhin wäre Oldenburg die erste Deutsche Universität, die Ärzte als "Bakkalaureus" oder Master verlassen würden. "In anderen europäischen Staaten ist das längst gang und gäbe", sagte der Uni-Sprecher. Anfangs sollen sich 20 Studierende einschreiben können, hieß es. Den Bachelorstudiengang können die angehenden Ärzte in Oldenburg oder Groningen durchlaufen und abschließen.
Den anschließenden Masterstudiengang belegen sie an der "European Medical School Oldenburg-Groningen". Die Lehrveranstaltungen finden dann sowohl in Oldenburg als auch in Groningen statt. Mit dem Masterabschluss kann die Approbation beantragt werden.
Quelle: Ärzte Zeitung, 22.01.2009

Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
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