13.01.2009: BAO-MAO-Aktuell

BAO-MAO-Aktuell; Nr. 03/09, vom 13. Januar 2009
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Gesetzliche Krankenversicherung

Niedergelassene Fachärzte in Bayern: Jetzt sind alle in einem Boot
Bayerische Fachärzte wollen weiter qualitativ hochwertig versorgen, aber...
"Bayernweit werden wir in den nächsten Wochen deutlich machen, dass die Honorarstruktur nicht zu einer umfassenden Patientenversorgung reicht. Denn das neue Honorar deckt in vielen Praxen nicht einmal mehr die Basisversorgung und die Ordinationsgebühr ab", erläutert Dr. Thomas Scharmann, Vorsitzender der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände Bayern (GFB Bayern) und Bundesvorsitzender des Deutschen Facharztverbandes (DFV e.V.).
- Wurden bislang einzelne Berufsverbände wie die Gynäkologen oder Dermatologen aktiv, sind jetzt alle fachärztlichen Berufsverbände entschlossen, ihre Versorgungsleistung den Bedingungen der falsch konstruierten RLV anzupassen. Das Maßnahmenpaket:
1. Kostenübernahmeerklärung durch die gesetzlichen Krankenkassen für bestimmte Leistungen.
2. Mögliche Einführung von Kurzarbeit für Mitarbeiterinnen.
3. Reduzierung der Sprechstunden und des fachärztlichen Not- und Bereitschaftsdienstes in der Fläche nach den gesetzlichen Vorgaben.
4. Kassenanfragen werden nicht mehr oder verzögert beantwortet.
5. Die ICD-10 Codierung wird nicht mehr in der bisher bewährten umfassenden Form durchgeführt werden können.
6. Intensive Politikerinformation (MdBs, MdLs) durch die niedergelassenen Fachärzte vor Ort (z.B. Bürgersprechstunde) und durch E-Mails, Faxe und Leserbriefe.
- Die GFB Bayern fordert für die niedergelassenen Fachärzte additiv zu den RLV eine fachärztliche Sicherstellungspauschale in Höhe von 25 Euro analog zu den Hausärzten.
- Zu den Forderungen gehört auch der § 73e 'Facharzt zentrierte Versorgung', der analog zur hausärztlichen Versorgung, die fachärztliche Grundversorgung im Sozialgesetzbuch V (SGB V) festschreiben soll: "Fachärztliche Versorgung ist keine Manövriermasse zwischen Hausarzt und Klinik. Wir sichern die ambulante, wohnortnahe, qualitativ hochwertige innovative Diagnostik und Therapie. Wir ersparen Kassen durch Leistungsverlagerung aus der Klinik in unsere Praxen Millionen – wie z.B. mit dem ambulanten Operieren. Das steht jetzt alles auf dem Spiel", erläutert Scharmann.
- "Bewegen sich Politik und Kassen nicht in unsere Richtung, bekommt die Gesellschaft so wenig ambulante Medizin, wie sie sich mit den verfügbaren Mitteln tatsächlich leisten kann", so der bayerische GFB-Vorsitzende Scharmann.
Quelle: Pressemitteilung GFB-Bayern vom 10.01.2009, Vorsitzender Dr. med. Thomas Scharmann

Fachärzte in Bayern warnen Versicherte vor AOK-Hausarztvertrag
Mit Handzetteln und Plakaten wollen Fachärzte in Bayern ihre Patienten davon abbringen, sich in den Hausarztvertrag zwischen der AOK Bayerns und dem Hausärzteverband des Bundeslandes einschreiben zu lassen. "Wer sich als AOK-Versicherter in diesen Hausärztevertrag einschreiben lässt, kann nur noch mit Überweisung zum Facharzt", warnen die Ärzte.
Zwar habe der Gesetzgeber ausdrücklich Kindern und Jugendlichen freien Zugang zu den spezialisierten Kinder- und Jugendärzten garantiert, doch erhielten diese dann für ihre fachärztliche Behandlung von der AOK Bayern rund 30 bis 40 Prozent weniger Honorar als ein Allgemeinarzt ohne die entsprechende fünfjährige Qualifikation in dieser Fachrichtung.
"Geringere Bezahlung bei besserer Qualifikation für die kleinen Patienten, das ist absurd. Eine derartige Unausgewogenheit in der Honorarverteilung durch die AOK werden wir Kinder- und Jugendärzte so nicht hinnehmen", sagte Heinz Reiniger, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Bayern.
- Die Initiative der Kinder- und Jugendärzte und der Internisten unterstützen auch die Verbände der Dermatologen, HNO-Ärzte, Kardiologen, Gynäkologen, Anästhesisten und Operateure in Bayern.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Mittwoch, 7. Januar 2009

Bayerisches Fingerhakeln - kein Ende in Sicht
Weiter heftiger Streit zwischen Berufsverbänden und KV / Außerordentliche Vertreterversammlung am Samstag
Die Angst vor hohen Einkommensverlusten und der neue Hausarztvertrag, den der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) mit der AOK Bayern geschlossen hat, treibt die Fachärzte im Freistaat auf die Barrikaden.
- Vorläufiger Höhepunkt der Auseinandersetzungen, bei denen offenbar jeder gegen jeden ficht, ist die Ankündigung des Berufsverbandes der Frauenärzte, kurative Leistungen bei gesetzlich versicherten Patientinnen ab sofort nur noch als Privatbehandlung zu erbringen. Auch andere Facharztgruppen wie die ambulanten Operateure wollen nur noch im Rahmen von Kostenerstattungsverfahren tätig werden.
- Ganze 16 Euro brutto habe die KVB den Gynäkologen in Bayern ab Januar als Fallwert im Quartal zur Verfügung gestellt, teilte Landesvorsitzender Dr. Peter Hausser vom Berufsverband der Frauenärzte mit. Nach Abzug der KV-Verwaltungskostenpauschale blieben davon für "alle medizinisch bedingten Leistungen pro Quartal" noch 15,60 Euro übrig.
Quelle: Ärzte Zeitung, 09.01.2009

Honorarreform: Ärzte und Kassen in Bayern fordern Änderungen
Eine Änderung der Bundesvorgaben zur Honorarreform und damit mehr regionale Steuermöglichkeiten hat die AOK Bayern gefordert. Die Krankenkasse unterstützt damit eine Forderung des bayerischen Gesundheitsministers Markus Söder (CSU).
- Bundesweit einheitliche Vorgaben sind nach Angaben der AOK Bayern dafür verantwortlich, dass trotz steigender Honorare für die niedergelassenen Ärzte im Freistaat in einigen fachärztlichen Bereichen erhebliche Honorareinbrüche zu befürchten sind.
- Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns begrüßte die Forderung der AOK.
- "Nun ist wohl auch der Vorstand der AOK Bayern zu der Erkenntnis gelangt, dass wir auf der Basis der Schiedsamtsentscheidung die hervorragende flächendeckende Versorgung mit Haus- und Fachärzten in Bayern nicht erhalten können", so Munte.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Montag, 12. Januar 2009

Winn gegen Steuerzuschüsse für die GKV - Hartmannbund: Beitragszahler lieber durch Herausnahme versicherungsfremder Leistungen entlasten!
Pläne der Regierungskoalition, die Beiträge für die Gesetzliche Krankenversicherung durch den Zufluss von Steuergeldern zu senken, sind beim Hartmannbund auf Kritik gestoßen. Stattdessen, so der Verbands-Vorsitzende Dr. Kuno Winn, sollten zur Entlastung
der Beitragszahler endlich versicherungsfremde Leistungen in den Bundeshaushalt zurückgeführt werden. "Wir brauchen eine nachhaltige und sachgerechte Entlastung des Systems, indem hier grundsätzlich wirklich nur noch die Heilung von Krankheiten finanziert wird", sagte Winn in Berlin. Quersubventionen aus Steuergeldern hätten in der Vergangenheit dagegen immer wieder zu einer "Politik nach Kassenlage" geführt. Dies mache eine zukunftssichere und verlässliche Finanzierung des Gesundheitssystems von vornherein unmöglich.
Quelle: Pressemeldung Hartmannbund 9.01.2009 http://www.hartmannbund.de

Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung 2009; Verlierer sind die Fachärzte!
(Auszüge) "Wir Fachärzte in Schleswig-Holstein sind bestürzt und empört über das Ergebnis der Schiedsamtentscheidung in Schleswig-Holstein. Dies hat einschneidende Auswirkungen auf die gewachsene ambulante Versorgung der schleswig-holsteinischen Patienten.
- Sollten nicht umgehend Gespräche zur Umsetzung einer differenzierten, wohnortnahen und qualifizierten ambulanten fachärztlichen Medizin aufgenommen werden, werden wir die Patienten informieren und unsere Mitglieder dazu aufrufen, nach Ausschöpfung der Regelleistungsvolumina alle Patienten an die Krankenhäuser zu verweisen.
Wir fordern eine kurzfristige Lösung folgender Probleme, um eine 'Unterversorgung' zu verhindern.
> Die Grundversorgung mit fachärztlichen Leistungen muss gesichert sein!
> Die RLV müssen ausreichen, um mindestens die fachärztlichen Grund und Zusatzpauschalen zu finanzieren!
> Ambulantes und belegärztliches Operieren müssen angemessen bezahlt werden.
Wenn nicht bald deutliche Signale zu vernehmen sind, dass die Krankenkassen ernsthaft an Lösungen mitarbeiten, dann werden wir schleswig-holsteinischen Fachärzte folgende Maßnahmen ergreifen.
> Kostenübernahmeverfahren im ambulanten Operieren ab 19.01.2009
> Information der Patienten über die katastrophale Versorgungsverschlechterung in Schleswig-Holstein trotz steigender Beiträge
> Aussetzen von Leistungen, die nicht mehr kostendeckend erbringbar sind
> Ambulantes Operieren ist nur ein strukturierter, hochspezialisierter Leistungsbereich in der fachärztlichen Versorgung, dem neben ambulanter Onkologie und Prävention durch den einheitlichen Orientierungspunktwert und Kündigung der Förderverträge seitens der Kassen in Schleswig-Holstein, die betriebswirtschaftliche Grundlage und den Bürgern im Lande eine wohnortnahe, flächendeckende, qualifizierte Versorgung entzogen wurde.
- Wir Fachärzte wollen eine breite Öffentlichkeitskampagne starten, um die Versicherten über die desaströse Situation in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung und die Konsequenzen der finanziellen Unterversorgung aufmerksam zu machen.
Quelle: Axel Schroeder. Brief an die Fachärztlichen Berufsverbände, GFB Schleswig-Holstein vom 22. Dezember 2008

Viele Fragezeichen bei Arztgruppengleichheit
Der Zehn-Prozent-Zuschlag auf das Regelleistungsvolumen für fachgleiche Gemeinschaftspraxen sowie für angestellte Ärzte wird in Zukunft die Gerichte beschäftigen.
Davon geht Arztrechtler Dr. Ingo Pflugmacher aus Bonn aus. Der Grund: Die Vorgaben des Bewertungsausschusses wurden von den KVen nicht immer so umgesetzt, wie es eigentlich dem Wortlaut des Beschlusses entspräche.
Ein Beispiel: Nach dem Beschlusstext erhalten auch Praxen mit angestellten Ärzten derselben Arztgruppe oder desselben Schwerpunktes den RLV-Zuschlag in Höhe von zehn Prozent. "Damit müssten auch Praxen mit Job-Sharing-Angestellten einen Zuschlag bekommen", sagt Pflugmacher. Seiner Kenntnis nach gewähre aber keine KV den Aufschlag für Job-Sharing-Praxen.
- Für Zoff wird der Zuschlag vor allem bei den Fachärzten sorgen. So werden etwa Radiologen bei der Berechnung der RLV unterschiedlichen Arztgruppen zugeordnet, je nachdem ob sie mit MRT oder CT arbeiten. Diese Einteilung hat in vielen KVen auch Konsequenzen hinsichtlich des Aufschlags: Gemeinschaftspraxen aus MRT- und CT-Radiologen gelten als fachübergreifend und erhalten das RLV-Plus nicht. In Hessen hat Pflugmacher Ärzten deshalb schon zum Widerspruch geraten.
Quelle: Ärzte Zeitung, 08.01.2009

Studie: Kassen könnten Milliarden sparen - Schmidt warnt vor Betrug
Die Rekordbelastung für die gesetzliche Krankenversicherung könnte den Beitragszahlern nach Ansicht von Forschern durch wirksame Reformen erspart bleiben. Ohne Qualitätseinbußen könnten die gesetzlichen Kassen bis zu 9,8 Milliarden Euro im Jahr bei Kliniken, Ärzten und Arznei sparen, berichteten Forscher des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und der Universität Duisburg-Essen am Donnerstag in Berlin.
Der Beitragssatz könne so von 15,5 Prozent um einen Punkt sinken. Kliniken, Ärzte und Apotheker lehnte die Studie als fragwürdig ab.
Der Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Max Höfer, lehnte angesichts der Sparmöglichkeiten neue Schulden für Zuschüsse an den Gesundheitsfonds als "nicht nachhaltig" ab. Die arbeitgebernahe Initiative hatte die Studie in Auftrag gegeben. Höfer kritisierte überhöhte Preise, zu viele Behandlungen und Diagnosen in Praxen und Kliniken und überzogene Margen bei Medikamenten. Die Sparmöglichkeiten ergeben sich laut Studie, wenn sich die Ausgaben bundesweit an den Bundesländern mit besonders wirkungsvollem Mitteleinsatz ausrichten.
4,4 Milliarden Euro könnten demnach bei den Kliniken, 3,2 Milliarden bei den Medikamenten und 2,2 Milliarden bei den Praxen gespart werden.
Quelle: Ärzte Zeitung online, 08.01.2009

Bundesärztekammer dementiert Einsparreserven im Gesundheitswesen
"Keine Überkapazitäten, sondern bereits Mangel" sieht der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Jörg-Dietrich Hoppe, im deutschen Gesundheitswesen. "Wer heute noch Effizienzreserven im Gesundheitswesen behauptet, für den ist auch die Klimaerwärmung mit dem ersten Schneefall widerlegt", sagte Hoppe im Hinblick auf das Gutachten "Effizienzreserven im Gesundheitswesen" des RWI Essen und der Universität Duisburg-Essen. Laut der am Donnerstag vorgelegten Studie könnten die gesetzlichen Krankenkassen 5,6 bis 9,8 Milliarden Euro pro Jahr sparen.
- Bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheitsgüter und -dienstleistungen lag Deutschland nur noch auf Platz zehn im OECD-Vergleich, hinter Ländern wie Österreich, Belgien und Kanada.
"Auch scheint den Gesundheitsökonomen dieser Studie verborgen geblieben zu sein, dass das Niveau unserer heutigen Versorgung nur durch das vielfache kostenfreie Engagement von Ärzten und Gesundheitsberufen aufrecht erhalten wird", sagte Hoppe.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Freitag, 9. Januar 2009

Jeder zehnte Beschäftigte arbeitet im Gesundheitswesen
In Deutschland arbeitet inzwischen jeder zehnte Beschäftigte im Gesundheitswesen. Von Ende 2006 bis Dezember 2007 stieg die Zahl um 63.000 auf insgesamt 4,4 Millionen an, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Der Zuwachs von Arbeitsplätzen im Gesundheitssektor lag bei 1,5 Prozent. Das war der stärkste Beschäftigungsanstieg in diesem Bereich seit zehn Jahren.
- Der starke Beschäftigungszuwachs zwischen 2006 und 2007 ist laut der Statistikbehörde fast ausschließlich auf die wachsende Zahl von Teilzeitbeschäftigten zurückzuführen. Ende vergangenen Jahres arbeiteten im Vergleich zu 2006 rund 61.000 Menschen zusätzlich in Teilzeit. Die Zahl der Vollzeit- und geringfügig Beschäftigten blieb hingegen nahezu konstant.
- Den größten Jobzuwachs gab es im ambulanten Sektor, also in Pflegeeinrichtungen und Praxen, wo rund 41.000 zusätzliche Stellen entstanden.
Quelle: afp/aerzteblatt.de 17. Dezember 2008

Rechtliches

Neue Besteuerung bei Versorgung ist rechtmäßig
Die 2005 begonnene Umstellung der Besteuerung von Altersvorsorge und -einkünften ist rechtmäßig. Auch bei der Behandlung berufsständischer Versorgungswerke gebe es keine verfassungsrechtlichen Bedenken, urteilte der Bundesfinanzhof.
Damit wies er die Klage eines Rechtsanwalts ab. Ohne Erfolg hatte er gerügt, Selbstständige und besonders die Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken würden benachteiligt.
Az.: X R 15/07
Quelle: Ärzte Zeitung online, 07.01.2009

Praxismanagement

Vierhundert Patienten am Tag
Die zweitgrößte Augenklinik der Welt steht im nepalischen Lahan. Ein Deutscher leitet sie.
- Albrecht Hennig ... der 60 Jahre alte Facharzt für Augenheilkunde kümmert sich vor allem um die Kinder und komplizierten Fälle. Er ist der Leiter der Lahaner Augenklinik - der zweitgrößten der Welt. Allein im vergangenen Jahr wurden hier und in den fünf Außenstellen mehr als 200.000 Menschen untersucht und 55.000 Patienten operiert.
- Es sind Leute aus armseligen Verhältnissen: Tagelöhnerinnen, Bauern, Fischer. Die meisten kommen wie Muradi aus dem benachbarten Indien, leiden an grauem Star, der weltweit häufigsten Erblindungsursache.
- Eine heilbare Krankheit: Die Operation dauert keine zehn Minuten und kostet in Lahan nur knapp zehn Euro.
- Vor knapp 26 Jahren kam der gebürtige Thüringer hierher. Da war er 34 Jahre alt und hatte gerade seine Facharztausbildung in West-Berlin beendet. Die Christoffel-Blindenmission entsandte ihn nach Nepal.
- Heute hat das Hospital 400 Betten, eine große, gut ausgerüstete Ambulanz, fünf OP-Säle mit insgesamt 20 Tischen und meistens Strom - und es trägt sich finanziell selbst. "Ihr Ausbau und die Anschaffung der medizinischen Geräte wären aber ohne Spenden aus Deutschland nicht möglich gewesen", sagt Hennig.
- "Viele sind Analphabeten und merken daher erst spät, dass ihre Sehfähigkeit nachlässt", sagt dazu Nishand Singh, ein junger indischer Arzt, der im Saal nebenan operiert. Er hat eine Lupenbrille auf, teilt sich mit zwei Kollegen sechs OP-Tische und entfernt gerade einer 72 Jahre alten Landarbeiterin die trübe und sehr harte Linse mit einem winzigen Häkchen. "Fishhook" nennt sich diese Operationsmethode, die Albrecht Hennig entwickelt hat und die längst auch andernorts Standard ist. "Eine sehr effiziente Technik, bei der nicht mehr genäht werden muss. Genau richtig für die Bedürfnisse hier", lobt Doktor Singh.
- Nach sieben Stunden wird er neunzig solcher OPs gemacht haben.
- Der Bruder wird sich jetzt um Muradi kümmern, am Abend für ihn etwas Reis kochen. Jeder Patient darf einen Angehörigen für die Pflege mitbringen. Extra Personal dafür gibt es nicht.
Für Albrecht Hennig ist dieses Hospital sein Lebenswerk.
Quelle: FAZ 28. Dez. 2008, 12

Praxismanagement: Honorar 2009: Warten, bis der Sommer kommt?
In der Summe verspricht das Jahr 2009 Ärzten mehr Geld. Doch kein Arzt weiß, wie sich das aufs eigene Honorar auswirkt. Daher ist Handeln angesagt.
Man hat uns überrollt mit Ereignissen in der Honorarpolitik. Den richtigen Durchblick in Sachen EBM 2009 hat noch kaum wer. Die Formalien sind zwar seit Kurzem bekannt, doch was in harter Währung auf dem Praxiskonto landet, weiß man (voraussichtlich) erst Anfang August 2009. Wenn die Schlusszahlung I/09 erfolgt. Bis dahin regiert das Prinzip Hoffnung?
Nein, dem Zufall sollte man seine finanzielle Existenzgrundlage nicht überlassen. Ähnlich einem Puzzle kann man sich das fertige "Honorarbild" imaginär vorstellen. Und die einzelnen Teile zusammensetzen.
Ein RLV-Controlling ist unverzichtbar
Schnell merkt man, dass es zuverlässige Puzzleteile gibt, die genau passen. Dazu zählt das in Euro zugewiesene Regelleistungsvolumen (RLV). Es muss halt nur ausgeschöpft werden. Deshalb ist ein RLV-Controlling unverzichtbar. Weil aber auch die Anbieter von Praxis-EDV-Software von den Ereignissen überrollt wurden, haben noch nicht alle Systeme eine Statistikfunktion für die Berechnung der neuen Arzteinkommen. Wenn das so ist, heißt es selbst anpacken. Eine Tabellenkalkulation erstellen. Zum Beispiel mit Excel, dem Tabellenprogramm von Microsoft.
Und was muss da rein? Zunächst eine Umsatzzielgröße. Da bietet sich der bereits bekannte Umsatz aus I/08 an. Ärzte, die der Politik vertrauen, können hier auch einen Steigerungsfaktor ansetzen - denn es soll ja mehr Geld geben. Diese Umsatzzielgröße ermittelt sich aus den Puzzleteilen RLV, Leistungen aus "Zusatzbudgets", extrabudgetären Leistungen und RLV-freien Leistungen sowie Leistungen oberhalb des RLV.
Ärzte müssen künftig stärker mit Zielwerten planen
Welche Leistungen zu welchem Puzzleteil gehören, hat zum Beispiel die KV Hessen recht anschaulich in ihrer Broschüre "info.doc" Nr. 6 vom Dezember 2008 dargestellt, abrufbar übers Internet. Was besonders imponiert: Der Wert einiger extrabudgetärer und RLV-freien Leistungen wurde in Euro veröffentlicht. Wer alle EBM-Ziffern mit ihren Euro-Bewertungen wissen will, kann dies auf der Internet-Seite http://www.kv-hessen.de erfahren. Dort kann man die 1.426 Seiten des Euro-EBM als pdf-Datei downloaden.
Ob die Euro-Beträge dann auch in dieser Höhe auf dem Praxiskonto eingehen? Mann kann nur hoffen. Seien Sie einfach Optimist.
Doch zurück zur Umsatzplanung. Legen Sie eine Spalte an mit den Leistungen, die dem RLV unterliegen. Fügen Sie die Bewertung in Euro hinzu und ermitteln Sie die Häufigkeit dieser Leistungen mittels der Statistikfunktion Ihrer Praxis-EDV. Als Zielgröße sollte Ihr individuelles RLV laut Mitteilung der KV in die Tabelle eingehen. Wenn Sie diese Tabelle zum Beispiel wöchentlich fortschreiben, erhalten Sie einen ausreichenden Überblick über die Ausschöpfung Ihres RLV.
Jetzt legen Sie eine Spalte an für die extrabudgetären Leistungen und bewerten sie mit Euro und Häufigkeit der Leistungserbringung. Verfahren Sie genauso mit den RLV-freien Leistungen, die Sie in Ihrer Praxis erbringen.
- Nun gilt es, alle ermittelten und fortgeschriebenen Daten zusammenzufassen und sie dem Umsatzziel gegenüberzustellen. Macht man dies Woche für Woche, kann man ein hinreichendes Umsatzcontrolling erreichen. Und wissen, mit welchen Leistungen man Gas geben muss. Und welche mit Bremsfallschirm versehen werden sollten, da sie ohnehin kaum oder keinen Mehrumsatz erbringen.
Quelle: Bernd W. Alles. Ärzte Zeitung, 08.01.2009

Europa

KBV gegen Europavorgaben bei der Gesundheitsversorgung
Gegen den Versuch der Europäischen Kommission, Standards für die Gesundheitssysteme einzuführen, wehrt sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). "Wir sehen darin einen unzulässigen Eingriff in das deutsche Gesundheitswesen und lehnen diese Regelung daher ganz klar ab", sagte KBV-Vorstand Carl Heinz Müller auf einer Diskussionsveranstaltung zum Thema "Die Zukunft des Gesundheitsmarktes in Europa: Neue Chancen für Patienten und Dienstleister?" in Brüssel.
- Insbesondere Leitlinien zu Qualität und Sicherheit würden auf längere Sicht das hohe Niveau der medizinischen Behandlung in Deutschland gefährden.
- Müller begrüßte aber die Initiative, den europäischen Gesundheitsmarkt zu öffnen und Patienten innerhalb einer europaweiten Gesundheitsversorgung rechtlich abzusichern.
- Dass Patienten in der Europäischen Union in allen Mitgliedstaaten gleichwertig medizinisch versorgt werden sollen, betonten die Gesundheitsminister der 27 EU-Staaten am Dienstag in Brüssel. Die Einzelheiten der geplanten Regelung sind aber noch offen. Die KBV hat zu dem EU-Vorhaben ein Positionspapier veröffentlicht.
Quelle: hil/aerzteblatt.de Mittwoch, 17. Dezember 2008

Großbritannien: Grippewelle legt Gesundheitswesen lahm
Die Grippe- und Noroviruswelle zum Jahresbeginn in Großbritannien droht inzwischen offenbar, das staatliche Gesundheitswesen lahm zu legen. Britische Hausärzte sind vom Londoner Gesundheitsministerium vor einer "unmittelbar bevorstehenden Grippewelle" gewarnt worden.
Die schriftliche Warnung ist ungewöhnlich und deutet darauf hin, dass der staatliche Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) in den kommenden Wochen mit ernsthaften Versorgungsengpässen rechnet.
Quelle: KT/aerzteblatt.de Freitag, 9. Januar 2009

Allgemeines

Die meisten Deutschen wollen im neuen Jahr nicht abspecken
Die meisten Deutschen wollen im neuen Jahr nicht abspecken. Nur 15 Prozent planten eine Diät, ergab eine Umfrage des Emnid-Instituts. Ostdeutsche seien jedoch etwas figurbewusster, hier wollten 21 Prozent der Befragten 2009 Kalorien oder Fettpunkte zählen, während es in den alten Bundesländern nur 14 Prozent seien.
- Nach der Umfrage des Instituts im Auftrag der "Bild am Sonntag" sind nur zwölf Prozent der Männer zum Kampf gegen die Fettpolster bereit, bei den Frauen seien es immerhin 18 Prozent. Laut Umfrage wollen die meisten in der Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren weniger essen. Befragt wurden nach Angaben der Zeitung 501 Menschen.
Mit steigenden Einkommen sinke jedoch der Diät-Vorsatz, hieß es weiter. Bei Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 2.500 Euro hatten nur elf Prozent einen Diät-Vorsatz für 2009 gefasst.
Nach Angaben des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke sind deutschlandweit 66 Prozent der Männer und 50,6 Prozent der Frauen übergewichtig oder fettsüchtig. Übergewicht erhöht nach Angaben der Wissenschaftler erheblich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Darmkrebs und Diabetes.
Quelle: Ärzte Zeitung online, 29.12.2008

Stechmücke ist die einzige Zeugin
Mit Hilfe einer Stechmücke ist die Polizei in Finnland vermutlich einem Autodieb auf die Spur gekommen. Als Polizisten in Lapua einen Wagen untersuchten, der als gestohlen gemeldet war, entdeckten sie eine tote, offensichtlich mit Blut vollgesogene Mücke.
Sie schickten das Insekt an ein Labor, um die DNA zu isolieren. Bei einem Abgleich mit den Daten einer Verbrecherkartei wurde man fündig. Wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtet, leugnet der Verdächtige, den Wagen gestohlen zu haben, und behauptet, nur als Anhalter mitgefahren zu sein.
Der Staatsanwalt muss entscheiden, ob die Indizien für eine Anklage ausreichen. "Es ist ungewöhnlich, Mücken in so einem Fall einzusetzen", sagte Polizei-Inspektor Sakari Palomaeki. "In unserer Ausbildung wurden wir nicht angehalten, an Tatorten danach Ausschau zu halten."
Quelle: Ärzte Zeitung, 07.01.2009

Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

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Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
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BVASK

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