GKV-Spitzenverband: Undifferenzierte Kostensenkung statt mutiger Reform?

München - Mit der spezialärztlichen Versorgung plant das Bundesgesundheitsministerium (BMG) eine neue Versorgungsebene für hochspezialisierte Leistungen, die sich erstmals vorrangig an der Betreuungsqualität der Patienten orientiert. Doch der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) denkt auch bei dieser Reform nur ans Sparen und prophezeit eine "Kostenexplosion durch Spezialärzte". Sein Vizechef Johann-Magnus von Stackelberg behauptet, ohne Steuerung durch die Kassen könne jeder Arzt "auf ewig und ohne jede Beschränkung in diesem Bereich tätig werden". Beim Ambulanten Operieren gebe es "heute schon nicht nur medizinisch begründete Leistungen von Ärzten und Klinikambulanzen".

Der Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO) warnt nachdrücklich vor dem erneuten Versuch des GKV-Spitzenverbandes, Ärzte und insbesondere ambulante Operateure zu diskreditieren und sich in die Aufgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und der Ärztekammern einzumischen. BAO-Präsident Dr. Axel Neumann kritisiert: "Der GKV-Spitzenverband will den neuen hochspezialisierten Versorgungsbereich einseitig und vornehmlich monetär definieren. Er beweist damit, dass ihm undifferenzierte Kostensenkung wichtiger ist als eine mutige Reform zur Verbesserung der Patientenversorgung." Neumann ergänzt: "Man darf die Entscheidung, wie Patienten in diesem sensiblen Bereich versorgt werden sollen, nicht den Kassen anvertrauen. Das ist Aufgabe des Gesetzgebers und zuständigen ärztlichen Institutionen."

Der Verband wehrt sich zudem dagegen, dass von Stackelberg erneut Operateure aller Disziplinen sowie Anästhesisten unter Generalverdacht stellt und behauptet, sie würden unnötig Patienten operieren. Neumann
warnt: "Es ist unerträglich, dass ein Spitzenvertreter der Krankenkassen ohne jede Datengrundlage mit durchsichtigen politischen Manövern die Förderung und Ausweitung des Ambulanten Operierens verhindern will. Deutschland hinkt der internationalen Entwicklung weit hinterher. Der Nutzen des Ambulanten Operierens und die Möglichkeit, viele stationäre Operationen zu vermeiden, sind international bekannt und durch Gutachten bewiesen. Die Äußerungen des GKV-Spitzenverbandes düpieren den Reformwillen des BMG, beleidigen Ärzte und schaden unseren Patienten."

Kontakt:
Bundesverband für Ambulantes Operieren e. V. (BAO)
Geschäftsstelle:
Sterntorbrücke 1
53111 Bonn
Tel.: 0228 692423
Fax: 0228 631715
baobonn@t-online.de
http://www.operieren.de

Bundeskongress Chirurgie 2024

Einladung zum Bundeskongress Chirurgie vom 23.-24. Februar 2024 im NürnbergConvention Center. Anmeldung, Programm, Seminare/Kurse
weiter

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 110 | Ausgabe 4 – November 2023
Praxen vor dem Kollaps: Protest gegen die Lauterbach’sche Sparpolitik weitet sich aus
weiter

OP-Netzwerk

2021 OP-Netzwerk | Ein Service des BAO e. V. Auf OP-Netzwerk finden interessierte Ärztinnen und Ärzte umfangreiche Informationen, hilfreiche Tipps und wichtige Anlaufstellen rund um das Thema "Ambulantes Operieren". !
weiter

Berufsverband der Phlebologen e.V.

Der Berufsverband der Phlebologen und Lymphologen e.V.
weiter

Helmsauer Gruppe

Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...
+ Kompetenz aus jahrzehntelanger Erfahrung + Spezialisierung auf Ihre Bedürfnisse + Mehrwerte über exklusive Rahmenverträge
weiter

Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
weiter

Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
weiter

Partner DGH

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
weiter

BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
weiter