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Gewebsentnahme Gebärmutterhals (Konisation)

Hier finden Sie:

Bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung entnimmt der Arzt mit einem Tupfer Zellen von Muttermund (Portio) und Gebärmutterhals (Zervix). Dieser Zellabstrich (sogenannter PAP-Abstrich) wird an den Pathologen weitergeleitet, der die Zellen mit bestimmten Farbstoffen anfärbt und unter dem Mikroskop untersucht. Ziel dieser Untersuchung ist es, Krebsvorstufen möglichst frühzeitig zu entdecken. Ist der Befund suspekt oder findet der Pathologe bereits krebsartige Zellveränderungen, wird Ihr Arzt Ihnen zur weiteren Diagnostik oder auch zur Therapie möglicherweise eine Konisation, d.h. die Entnahme eines kegelförmigen Gewebestücks aus dem Gebärmutterhals, empfehlen.

Was passiert bei dem Eingriff?

Sie werden wie bei der Routineuntersuchung beim Frauenarzt auf dem gynäkologischen Stuhl mit gespreizten angewinkelten Beinen gelagert. Zuerst werden Schamlippen, Scheide und ein Teil der Oberschenkel mit Jodlösung desinfiziert. Anschließend führt der Arzt eine Art Hohltrichter (Spekulum) in die Scheide ein und stellt den Muttermund dar.

Mit speziellen Instrumenten wird der Muttermund festgehalten und dann vorsichtig geweitet. Dann wird ein nach oben spitz zulaufendes kegelförmiges Gewebestück entnommen, dass die verdächtigen Schleimhautbezirke und einen Rand gesunden Gewebes umfasst. Bei Frauen mit noch bestehendem Kinderwunsch entfernt man einen möglichst flachen Kegel, damit der Muttermund bei einer zukünftigen Schwangerschaft noch seine Funktion erfüllt. Nach der Menopause wird meist ein spitzerer Kegel entfernt.

Zum Herausschneiden des Kegels kann der Arzt zwischen zwei Methoden wählen. Der CO2-Laser „schneidet“, indem er das Wasser in den Zellen schlagartig erhitzt und so die Gewebestruktur gezielt zerstört, ohne dass neben der Schnittführung Nachbargewebe zerstört wird. Da der Laser gleichzeitig kleinere Blutgefäße verschmort, blutet die Wunde kaum. Falls nötig kann das Wundbett noch mit einer elektrischen Kugelelektrode verschorft werden.
Nachteil der Laser-Konisation ist, dass die Schnittränder nicht mehr beurteilt werden können. Bei nicht gut einsehbaren Rändern der Veränderungen oder wenn bereits ein Frühkarzinom vorliegt wird daher dem Skalpell der Vorzug gegeben. Auch hier wird die Wundfläche elektrisch verkocht. In manchen Fällen muss zur Blutstillung auch eine Naht gesetzt werden.

Anschließend wird immer eine Ausschabung des verbliebenen Gebärmutterhalses und der Gebärmuttterhöhle mit einer Kurette – ein Art Löffel mit scharfen Rändern – vorgenommen.

Das erhaltende Gewebe wird aufgefangen, mit Formaldehyd fixiert und zur weiteren Untersuchung an den Pathologen (Facharzt, der das entnommene Gewebe untersucht) geschickt. Bei stärkeren Wundblutungen wird eventuell noch eine Tamponade (Mullbinde) in die Scheide eingelegt, die nach 1-2 Tagen vom Arzt entfernt wird.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Eine Konisation empfiehlt sich immer dann, wenn im PAP-Abstrich bei der Vorsorgeuntersuchung mehrfach suspekte Zellen gefunden wurden. Hier dient die Methode vor allem zu diagnostischen Zwecken.
Hat der Pathologe im PAP-Abstrich bereits ein frühes Krebsstadium festgestellt, kann die Konisation mit der Entfernung der veränderten Bereiche im Gesunden auch bereits die Therapie darstellen.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

In der Regel wird der Eingriff in einer kurzen Vollnarkose Vollnarkose durchgeführt, die eingeleitet wird sobald Sie auf dem gynäkologischen Stuhl gelagert wurden.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Im Durchschnitt dauert der Eingriff etwa 20 bis 30 Minuten.

Wer ist eventuell nicht für diese Operation geeignet?

Bei schwangeren Frauen mit auffälligen Krebsabstrichen versucht man die Gewebeentnahme auf einen Zeitpunkt nach der 30. Schwangerschaftswoche zu verlegen, da das Kind bei einer eventuellen Geburtsauslösung dann besser Überlebenschancen hat.

Besteht der Verdacht, dass eventuell Entzündungen zu den suspekten Zellveränderungen geführt haben, sollten diese vor der Konisation zuerst behandelt werden.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Im Prinzip ist die Konisation ein risikoarmer Routineeingriff, der problemlos ambulant vorgenommen werden kann. Die häufigste Komplikation stellen Nachblutungen dar, die sowohl direkt nach dem Eingriff als auch noch einmal nach etwa 8 Tagen auftreten können, wenn sich der Wundschorf löst. In der Regel lassen sich diese Blutungen aber problemlos beherrschen und nehmen kein lebensbedrohliches Ausmaß an.

Über weitere sehr seltene Komplikationen wie Verletzungen der Gebärmutter, Entzündungen oder Thrombosen wird Ihr Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.

Was ist vorbereitend zu beachten?

Im Vorfeld wird eine umfassende gynäkologische Untersuchung durchgeführt und die Narkosefähigkeit durch einen Anästhesisten geprüft. Am Tag des Eingriffs sollten Sie nüchtern in die Praxis kommen, d.h. für Sie mindestens 6 Stunden vor dem Eingriff nicht essen, trinken, rauchen oder Kaugummi kauen. Falls Sie regelmäßig Medikamente brauchen, können Sie diese in Absprache mit dem Narkosearzt mit etwas Wasser wie gewohnt einnehmen.
Der Eingriff sollte nicht zum Zeitpunkt der Periodenblutung, sondern möglichst in der ersten Zyklushälfte nach der letzten Regelblutung durchgeführt werden.

Was geschieht nach der Operation und was ist zu beachten?

Auch bei der ambulanten Konisation bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fitt für den Heimweg fühlen. Die Narkose wird relativ schnell nachlassen, so dass sie bald wieder ansprechbar sind. Bis Sie wieder völlig klar im Kopf sind, kann es aber noch etwas länger dauern. Sie dürfen daher am Tag des Eingriffs nicht selbst Auto fahren und sollten sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen. Lassen Sie sich von Angehörigen oder Freunden abholen oder nehmen Sie ein Taxi nach Hause. Noch mehrere Stunden nach dem Eingriff können sie erschöpft und schläfrig sein. Legen Sie sich also ruhig ins Bett und ruhen sich aus. Einige Schritte sollten Sie aber noch am Operationstag laufen, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

In der ersten Woche können noch Blutungen auftreten , die aber in der Regel deutlich geringer sind als die normale Monatsblutung. Bei stärkeren Blutung legt der Arzt eventuell eine Tamponade in die Scheide ein, die dann nach 1-2 Tagen wieder gezogen wird.

Am 8. bis 9. Tag löst sich der Wundschorf, was mit dem Risiko einer erneuten Wundblutung verbunden ist. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten Sie sich auf jeden Fall körperlich schonen.

Eine vorübergehende Temperaturerhöhung bis zu 38° C kann nach dem Eingriff normal sein. Steigt die Temperatur stärker an, sollten Sie umgehend Kontakt mit Ihrem behandelnden Arzt aufnehmen.

3-4 Wochen nach dem Eingriff sollten Sie weder schwimmen noch baden, keinen Geschlechtsverkehr haben und auf Tampons verzichten. Auch mit sportlichen Aktivitäten sollten Sie sich wegen der Nachblutungsgefahr noch zurückhalten. Duschen können Sie bereits am Tag nach dem Eingriff. Für einen Zeitraum von 4-6 Monaten sollten Sie für eine sichere Empfängnisverhütung sorgen.

Wann findet in der Regel der nächste Arztbesuch statt?

Der nächste Arztbesuch findet bei unkompliziertem Heilungsverlauf in der Regel nach 4 Tagen statt. Zu diesem Zeitpunkt liegt Ihrem Arzt dann auch schon das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung vor und er kann die Befunde und das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen. Ihr Arzt wird dann auch entscheiden, ob Sie Ihre gewohnten Aktivitäten im vollen Umfang wieder aufnehmen können.

Beim Auftreten von Fieber über 38° C oder starken Blutungen sollten Sie umgehend Kontakt mit Ihrem Arzt aufnehmen.
Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

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