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Vorhautverengung (Phimose)

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Von einer Vorhautverengung bzw. Phimose spricht man, wenn sich die Vorhaut nicht vollständig über die Eichel nach hinten ziehen lässt. Bei kleinen Jungen gibt es häufig eine Enge. Bis zum Vorschulalter sollte diese sich aber langsam geben. Erst wenn dieser Zustand danach noch anhält, wird die Vorhautverengung als krankhafte Veränderung angesehen. Auch nach Entzündungen oder Verletzungen der Vorhaut kann es durch narbige Veränderungen zu einer Vorhautverengung kommen. Folgen einer Vorhautverengung können Beschwerden beim Wasserlassen mit Urinstau und wiederholte Entzündungen von Vorhaut und Eichel sein. Im Jugend- und Erwachsenenalter kann dann auch die Sexualität beeinträchtigt sein.
Durch einen kleinen, problemlos ambulant durchführbaren Eingriff – der sogenannten Zirkumzision - lässt sich das Problem leicht beheben.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Die chirurgische Methode richtet sich nach dem Ausmaß der Phimose und z.T. auch nach den Wünschen der Eltern.
Bei der klassischen Beschneidung (Zirkumzision) wird die Vorhaut vollständig ("radikal") entfernt, sodass die Eichel komplett frei liegt. Zuerst wird die Vorhaut vorsichtig von der Eichel gelöst. Anschließend wird die Vorhaut mit zwei Pinzetten gefasst und angespannt. Zuerst wird die äußere und dann die innere Vorhautschicht umschnitten und abgetragen. Nach sorgfältiger Blutstillung werden die beiden Vorhautschichten dann mit sich selbst auflösendem (resorbierbarem) Faden wieder zusammengenäht. Auf Ihren Wunsch kann die Methode variiert werden, sodass die Eichel soweit wie möglich bedeckt bleibt. Wünschen Sie, dass die Vorhaut bei Ihrem Kind möglichst erhalten bleibt, ist bei einer weniger stark ausgeprägten Phimose eventuell auch eine sogenannte Erweiterungsplastik möglich. Auch hierbei wird die Vorhaut vorsichtig von der Eichel gelöst und mit zwei Pinzetten gespannt. Dann wird die Vorhaut v-förmig eingeschnitten und innere und äußere Vorhaut voneinander gelöst. Anschließend werden beide Schichten versetzt weider miteinander vernäht. Es entsteht eine rhombenförmige Wundfläche und die Vorhaut wird auf diese Weise erweitert.

Bei der sogenannten „Plastikbell-Methode“ wird eine Art Kunststoffglocke über die Eichel geschoben, die Vorhaut darüber gezogen und am Glockenrand abgebunden. Der abgeschnürte Vorhautrest stirbt ab und fällt nach 8-10 Tagen von allein ab. (Diese Methode wird eher selten angewandt.)

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Bis zum 2. Lebensjahr ist die Phimose (Vorhautverengung) physiologisch (normal). Eine Operation wird in der Regel empfohlen, wenn die Vorhautverengung zu Entzündungen führt und über das Vorschulalter hinaus bestehen bleibt. Solange keine Beschwerden bestehen, kann auch darüber hinaus noch abgewartet werden. Bis zum 8. Lebensjahr sollte die Enge aber auf jeden Fall beseitigt sein, da das Thema den Jungen sonst sehr peinlich wird. Bei extremer Verengung der Vorhaut mit Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder wiederholten Entzündungen von Vorhaut und Eichel (Balanitis) kann auch ein operativer Eingriff vorher notwendig sein. Schwierigkeiten beim Wasserlassen erkennen Sie z.B. an einem sehr dünnen und weitreichenden Strahl oder an einer ballonartigen Auftreibung der Vorhaut beim Urinieren.

Durch die rechtzeitige Operation soll verhindert werden, dass es durch das erschwerte Wasserlassen im weiteren Verlauf zu gehäuften Harnwegsentzündungen kommt. Durch die Verengung der Vorhaut ist auch die Säuberung im Bereich der Eichel erschwert, was zu Entzündungen in diesem Bereich führen kann und auf die Dauer ein erhöhtes Risiko für Peniskrebs mit sich bringt. Auch später mögliche Schwierigkeiten bei sexuellen Aktivitäten sollen durch das rechtzeitige Eingreifen verhindert werden. So kann es beim Geschlechtsverkehr dazu kommen, dass die zurückgestreifte Vorhaut hinter der Penisspitze einen Schnürring bildet, die Eichel anschwillt und sich die Vorhaut nicht wieder zurückstreifen lässt (Paraphimose). Da in solchen Fällen die Durchblutung der Eichel akut gefährdet ist, wird dann ein sofortiges Eingreifen mit Zurückbringen (mit Betäubung) oder Einschneiden der Vorhaut erforderlich.

Auch wenn Sie aus religiösen bzw. rituellen Gründen eine Beschneidung bei Ihrem Sohn wünschen, ist die sachgemäße Durchführung dieses Eingriffes in der Praxis möglich.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Im Kindesalter wird der Eingriff in der Regel in einer kurzen Vollnarkose vorgenommen.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Der Eingriff dauert ca. 15 - 20 Minuten.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Bei kleinen Kindern wartet man in der Regel noch ab, da die Vorhautverengung in diesem Alter als normal anzusehen ist und sich das Problem meist von selbst erledigt. Keinesfalls sollten Sie bei Ihrem Kind versuchen, die Vorhaut mit Gewalt zurückzustreifen. Dadurch können kleine Risse und Entzündungen entstehen, die die Vorhautverengung durch Vernarbung verstärken. Vorsichtige Reinigung ist dagegen aber durchaus sinnvoll.

Da die Operation in den meisten Fällen nicht dringlich ist, kann ein günstiger Operationszeitpunkt abgewartet werden. Bei akuten Erkrankungen oder Entzündungen im Bereich von Eichel und Vorhaut muss der Eingriff eventuell verschoben werden.

Da der Eingriff in Vollnarkose vorgenommen wird, prüft der Narkosearzt (Anästhesist) vorher die Narkosefähigkeit Ihres Kindes. Würde die Vollnarkose ein zu großes Risiko darstellen, muss der Eingriff möglicherweise verschoben oder auf eine alternative Betäubungsart ausgewichen werden.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Die Vorhautkorrektur ist ein risikoarmer Eingriff. Wie bei jedem operativen Eingriff können Komplikationen natürlich nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden.
Über solche seltenen Komplikationen wie Nachblutungen, Wundinfektionen oder übermäßige Narbenbildung wird Ihr Arzt Sie vor der Operationen umfassend aufklären.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Männer mit einer entfernten Vorhaut zu einem vorzeitigem Samenerguss neigen. Dies ist niemals wissenschaftlich belegt worden und mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein Ammenmärchen. Nachgewiesen ist dagegen, dass Partnerinnen von beschnittenen Männern seltener an Gebärmutterhalskrebs erkranken.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

6 Stunden vor dem Eingriff sollte Ihr Kind nüchtern bleiben, d.h. nichts essen oder trinken und auch keinen Kaugummi kauen.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Auch bei der ambulanten Beschneidung der Vorhaut bleibt Ihr Kind nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung – so lange bis es fit genug für den Heimweg ist. Die Narkose wird relativ schnell nachlassen, sodass Ihr Kind bald wieder ansprechbar und munter ist.
24 Stunden nach dem Eingriff muss auch zu Hause immer eine Aufsichtsperson anwesend sein.
Eventuell nach der Operation auftretende Schmerzen können durch einfache Schmerzmittel behandelt werden, die Ihr Arzt Ihnen mitgibt. Oft werden auch regelmäßige Sitzbäder mit Kamille empfohlen, die die Wundheilung unterstützen.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Um starke Schwellungen des Penis zu vermeiden, ist in den ersten Tagen Schonung sinnvoll. Sportliche Betätigung mit der Gefahr von Stoßverletzungen sollten für 6 Wochen vermieden werden.
Noch am Tag des Eingriffs, wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie mit Ihrem Kind zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. Im Interesse Ihres Kindes sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten.
Hat Ihr Kind Fieber, klagt über starke Schmerzen oder beobachten Sie eine starke Rötung des Wundbereiches sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

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