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Sterilisation der Frau ohne Schnitt und Narbe

Aus den USA kommt eine neue Methode zur Sterilisation der Frau. Statt im Rahmen einer Bauchspiegelung die Eileiter zu durchtrennen, werden dabei über den natürlichen Zugang über die Scheide die Eileiter vom Inneren der Gebärmutter aus durch eine Spirale verschlossen.

Die bisher für eine Sterilisation der Frau notwendige Bauchspiegelung mit Eröffnung des Bauchraums wird mit der neuen Methoden umgangen. Im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) wird unter Sicht ein kleines Implantat (Essure) in den gebärmutternahen Anteil beider Eileiter geschoben. Das Implantat ist spiralförmig und besteht aus Edelstahl mit Polyesterfäden. An Ort und Stelle regen die Polyesterfäden dann innerhalb der nächsten drei Wochen das Wachstum von Bindegewebsfasern in die Spirale an. Die Eileiter werden dadurch verschlossen.

Der Eingriff kann ambulant vorgenommen werden. Eine örtliche Betäubung in Verbindung mit einer Schmerzmedikation ist in der Regel ausreichend, so dass die Vollnarkose umgangen wird.

Anders als bei der herkömmlichen Sterilisation mit Durchtrennung der Eileiter setzt die empfängnisverhütende Wirkung nicht sofort ein. Für etwa drei Monate müssen noch andere Verhütungsmethoden verwandt werden. Dann prüft der Arzt mit der Hysterosalpingographie - einer Röntgenuntersuchung, bei der Kontrastmittel in die Gebärmutter gespritzt wird - ob die Eileiter auch wirklich dicht verschlossen sind.

In Studien wurde die Methode in den USA bei insgesamt 700 Frauen angewandt, die über maximal drei Jahre nachbeobachtet wurden. Nach erfolgreichem Eingriff war es in diesem Zeitraum zu keiner Schwangerschaft gekommen.

Bei etwa 10% der Frauen war die Implantation der Spirale allerdings von vornherein nicht möglich. Gründe waren z.B. Schleimhautauswüchse (Polypen), Schwierigkeiten den Eileitereingang zu finden oder ein zu enger Eileiter.

Bei 4% der Frauen wurde das Implantat zwar eingesetzt, nach drei Monaten war der Eileiter aber wegen Ausstoßung des Implantats oder falscher Lage immer noch offen. Insgesamt war die Methode also bei 86% der Frauen erfolgreich.

Wie die Durchtrennung der Eileiter ist auch die neue Methode nicht wieder rückgängig zu machen und daher nur für Frauen geeignet, die sich sicher sind, keine Kinder mehr bekommen zu wollen. Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass die Risiken der Bauchspiegelung und Vollnarkose entfallen und deutlicher weniger Schmerzen nach dem Eingriff bestehen.

Die Methode bietet z Zt. im Vergleich zur klassischen Sterilisation wenig Vorteile. Ein Nachteil könnte der im Vergleich zur herkömmlichen Methode relativ hohe Preis sein, zumal seit 2004 die Kosten für eine Sterilisation nicht mehr von der Krankenkassen übernommen werden.

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