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Aggregatwechsel nach Einpflanzung eines automatischen Defibrillators (AICD)

Hier finden Sie:

Ein automatischer implantierbarer Defibrillator (AICD) kann für Patienten mit schnellen Herzrhythmusstörungen wie Kammerflattern und Kammerflimmern lebensrettend sein. Das unter der Haut liegende Aggregat (Streichholzschachtelgröße) ist dabei über Elektroden mit dem Herzen verbunden, zeichnet kontinuierlich die Herzaktionen auf und beendet bei Bedarf die lebensbedrohliche Rhythmusstörung durch einen kräftigen Stromschlag.
Für seine Tätigkeit braucht der Defibrillator relativ viel Strom. Alle drei bis fünf Jahre muss daher das gesamte Aggregat einschließlich Akku ausgetauscht werden. Dazu ist ein kleiner Eingriff erforderlich, der ambulant erfolgen kann.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Nach Betäubung und Desinfektion des Operationsgebietes unterhalb des linken Schlüsselbeins, wird im Bereich des Aggregats ein kleiner Hautschnitt gemacht. Die mit dem Herzen verbundnen Elektroden werden abgestöpselt und das alte Aggregat herausgenommen. An der Lage der Elektroden im Herzen wird dabei nichts verändert. Ein neues Aggregat wird in die Hauttasche eingesetzt und wieder mit den Elektroden verbunden.
Anschließend erfolgt ein Funktionstest: Hierbei wird künstlich eine Rhythmusstörung des Herzens ausgelöst, die der Defibrillator richtig erkennen und gemäß seiner Programmierung behandeln muss. Erst wenn alles funktioniert, wird die Haut über dem Aggregat vernäht und mit einem Verband versorgt.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Der Aggregatwechsel ist immer dann erforderlich, wenn bei den routinemäßigen Kontrolluntersuchungen festgestellt wird, dass die Stromversorgung zu Neige geht.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Der Aggregatwechsel kann in der Regel in örtlicher Betäubung erfolgen. (Verweis: örtliche Betäubung)

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Der Eingriff dauert wenige Minuten.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Der Eingriff ist bei allen Patienten mit AICD in regelmäßigen Abständen erforderlich, da das Gerät ohne Strom nicht funktionieren kann.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Der AICD-Aggregatwechsel ist ein risikoarmer Eingriff. Wie bei jedem operativen Eingriff lassen sich aber Risiken nicht vollständig ausschließen. Über seltene Komplikationen wie Wundinfektionen oder Wundheilungsstörungen wird Ihr Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Nehmen Sie wegen anderer Erkrankungen regelmäßig Medikamente, sollten Sie den Arzt rechtzeitig vorher darüber informieren, da einige Medikamente wie z.B. blutverdünnende Substanzen einige Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden sollten.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Auch nach dem ambulanten AICD-Aggregatwechsel bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fitt für den Heimweg fühlen. Haben Sie beruhigenden Medikamente erhalten, kann es einige Zeit dauern, bis Sie wieder völlig klar im Kopf sind. Sie dürfen daher am Tag des Eingriffs nicht selbst Auto fahren und sollten sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen. Lassen Sie sich von Angehörigen oder Freunden abholen oder nehmen Sie ein Taxi nach Hause.

Eventuell auftretende leichte Wundschmerzen können Sie mit einem handelsüblichen Schmerzmittel aus der Apotheke behandeln.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Schon wenige Tage nach dem Eingriff, wird der Arzt Sie zu einer Kontrolluntersuchung in die Praxis bestellen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten. Der Arzt kontrolliert die Wunde, zieht evtl. die Fäden und überprüft die Funktion des Defibrillators.

Bekommen Sie zu Hause Fieber oder starke Schmerzen oder stellen Sie an der Wunde Rötungen und andere Entzündungszeichen fest, sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

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