Entfernung von Haut- und Weichteiltumoren

Wichtiger Hinweis:
Die Beschreibung der Eingriffe wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Es kann sich jedoch nur um einen Überblick handeln, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Zur weitergehenden Information dienen die Webseiten der Leistungserbringer und das persönliche Arzt-Gespräch bzw. die OP – Aufklärung in der jeweiligen operierenden Einrichtung.
Die Verantwortlichen für die Inhalte dieser Website übernehmen keine Gewährleistung für die Vollständigkeit und Korrektheit der Angaben, da ständige Veränderungen, Weiterentwicklungen und Konkretisierungen infolge wissenschaftlicher Forschung oder Anpassung der Leitlinien durch die medizinischen Fachgesellschaften erfolgen.

Gutartige Neubildungen findet man relativ häufig im Fettgewebe (Lipom) oder im Bindegewebe (Fibrom). Auch der sogenannte Grützbeutel, der in der Nähe von Talgdrüsen zu finden ist und abgestorbene Hautzellen enthält, gehört zu den gutartigen Weichteiltumoren. Bekommen Sie keinen Schreck vor dem Ausdruck Tumor, die gutartigen Tumoren haben mit Krebs nichts zu tun. Anders als ein Krebsgeschwulst wachsen die gutartigen Tumoren in der Regel in Kapseln, wandern nicht in umgebendes Gewebe ein und bilden auch keine Tochtergeschwülste (Metastasen). Meist machen sie auch keine Schmerzen und man bemerkt lediglich eine weiche oder prallelastische Beule, die sich leicht mit den Fingern verschieben lässt. Trotzdem werden sie oft operativ entfernt, da sie entweder kosmetisch störend sind oder durch ihre Größe auf umliegendes Gewebe drücken.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Die Operation ist meist einfach und unkompliziert. Über dem Weichteiltumor wird ein Hautschnitt gemacht und dann wird der Tumor samt seiner Kapsel vorsichtig herausgeschält und entfernt. Da ein Weichteiltumor nicht fest mit seiner Umgebung verbacken ist, sind dazu oft gar keine scharfen Instrumente notwendig und es muss nicht, wie bei einer Krebsoperation, auf einen Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe geachtet werden.. Danach wird die entstanden Wunde mit wenigen Stichen wieder vernäht.
Das entnommene Gewebe wird immer sicherheitshalber zur feingeweblichen Untersuchung an einen Facharzt (Pathologen) weitergeschickt. Nur dieser kann mit hundertprozentiger Sicherheit feststellen, dass es sich tatsächlich um eine gutartige Neubildung handelte.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Die Entscheidung liegt im Prinzip bei Ihnen. Wenn der Weichteiltumor Sie nicht weiter stört, kann er auch belassen werden, ohne dass gesundheitliche Gefahren dadurch entstehen. Je nach Lage können die Weichteiltumoren aber, wie z.B. auf der Stirn, kosmetisch sehr störend sein. Auch angezeigt ist eine Operation, wenn der Tumor Symptome macht, z.B. wenn er auf einen Nerven drückt.
Der Arzt Ihnen auch zu einer Operation raten, wenn er nicht ganz sicher in seiner Diagnose ist und den Tumor feingeweblich untersuchen lassen will.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Je nach Größe und Lage können Weichteiltumoren in örtlicher Betäubung (Verweis: örtliche Betäubung) oder in Vollnarkose entfernt werden. (Verweis: Vollnarkose)

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Auch die Dauer des Eingriffs hängt von der Lage und Größe des Weichteiltumors ab. Oft dauert die kleine Operation nur wenigen Minuten.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Vor einer eventuellen Vollnarkose prüft der Narkosearzt (Anästhesist) die Narkosefähigkeit. Bei bestimmten schweren Grunderkrankungen wird er möglicherweise von einer Operation in Vollnarkose abraten, da es sich ja um keine lebensnotwendige Operation handelt. Möglicherweise wird dann nach alternativen Betübungsmethoden gesucht, die den Gesamtorganismus weniger belasten.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Das Risiko ist bei der Entfernung eines oder Weichteiltumors sehr gering. Über extrem seltene Komplikationen wie Blutungen, Nervenverletzungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen wird Ihr Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Wird der Eingriff in Vollnarkose durchgeführt, sollten Sie 6 Stunden vor der Anästhesie nichts mehr essen und keine trüben Flüssigkeiten mehr trinken! 2 Stunden vor der Anästhesie sollten auch keine klaren Flüssigkeiten mehr getrunken werden. (Ausnahme: Vorbereitungstablette(n) mit etwas Wasser) Am Anästhesietag soll nicht mehr geraucht werden. Wenn Sie morgens Medikamente einnehmen, besprechen Sie bitte mit Ihren Anästhesisten, welche Medikamente Sie vor der Anästhesie noch einnehmen können.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Wurde der Eingriff in einer Vollnarkose vorgenommen bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Stunden unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fitt für den Heimweg fühlen. Die Narkose wird relativ schnell nachlassen, so dass sie bald wieder ansprechbar sind. Bis Sie wieder völlig klar im Kopf sind, kann es aber noch etwas länger dauern. Sie dürfen daher am Tag des Eingriffs nicht selbst Auto fahren und sollten sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen. Lassen Sie sich von Angehörigen oder Freunden abholen oder nehmen Sie ein Taxi nach Hause. Noch mehrere Stunden nach dem Eingriff können sie erschöpft und schläfrig sein. Legen Sie sich also ruhig ins Bett und ruhen sich aus. Einige Schritte sollten Sie aber noch am Operationstag laufen, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.
Wurde der Eingriff in örtlicher Betäubung vorgenommen, können Sie sofort nach dem Eingriff aufstehen und nach einer kurzen Beobachtungsphase nach Hause gehen.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Schon wenige Tage nach dem Eingriff, wird der Arzt Sie zu einer Kontrolluntersuchung in die Praxis bestellen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten. Der Arzt kontrolliert die Wunde und zieht eventuell schon die Fäden. Möglicherweise kann er Ihnen auch schon den Befund der feingeweblichen Untersuchung mitteilen.

Bekommen Sie zu Hause Fieber oder starke Schmerzen oder stellen Sie an der Wunde Rötungen und andere Entzündungszeichen fest, sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen

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