15.04.2010: BAO-Newsletter

BAO-Newsletter; Nr. 04/10, vom 15. April 2010
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Inhalt:
Mitteilungen der Redaktion
Mitteilungen des Justitiars des BAO
Kommentierte Nachrichten
Nachrichten
Termine

Mitteilungen der Redaktion

Gemäß der Mitgliederumfrage des BAO-Präsidiums findet (auch) bei den Mitgliedern des BAO ein Kulturwandel statt. Der größte Wunsch an den Vorstand bestand in der Unterstützung beim Zugang zu Sondervergütungen (IV-Verträge), in zweiter Linie folgte der Wunsch nach Schulungen im Bereich Recht und Wirtschaft, Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement incl. Zertifizierung. 40% der Mitglieder nehmen bereits an alternativen Versorgungsverträgen teil. Auch auf dem Kongress des BNC und des BAO in Nürnberg war nur noch wenig die Rede von den Kassenärztlichen Vereinigungen, viel aber von Sonderverträgen und wie sich die Operateure hier aufstellen sollten. Die Zukunft hat begonnen und wir sind auf dem richtigen Weg.
Gerne würden wir auch den Erfahrungsaustausch unserer Mitglieder untereinander mehr unterstützen. Daher die große Bitte: beteiligen Sie sich verstärkt am BAO. Senden Sie uns (gerne kurze) Berichte und Kommentare zu Ihren eigenen Erfahrungen, damit wir diese in unsere Mailings und die Depesche einfließen lassen können. jh

Mitteilungen des Justitiars des BAO

Diverse Anfragen von Mitgliedern haben einen hohen individuellen Informationsbedarf zu juristischen Themen aufgezeigt. Deswegen richten wir exklusiv für unsere Mitglieder eine Telefon-Hotline für alle rechtlichen Fragen in der Praxis ein.
Unsere Justiziare, die renommierte und bundesweit tätige, Medizinrechtskanzlei kwm - kanzlei für wirtschaft und medizin (http://www.kwm-rechtsanwaelte.de), vertreten unter anderem durch die Fachanwälte Dr. Großbölting und Dr. Schnieder, steht als qualifizierte Berater insoweit zur Verfügung.
Ein kompetenter Fachanwalt für Medizinrecht wird sich bei Ihnen telefonisch oder per Email melden und mit Ihnen den Sachverhalt (und eine denkbare Lösung) erörtern bzw. Tipps und Hinweise geben.
Der BAO wird die Kosten der telefonischen Erstberatung übernehmen, so dass der Service für Sie kostenfrei ist. Die Leistung der Rechtsberatungs-Hotline beschränkt sich auf die so genannte Erstberatung im Sinne des RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz).
Um sicherzustellen, dass die Hotline nur von Mitgliedern genutzt wird, wird eine Legitimationsprüfung durchgeführt.
Nachfolgend die Kontaktdaten für die Hotline

Telefon 030/2061433
Telefax 030/20614340
berlin@kwm-rechtsanwaelte.de
Telefon 0251/535990
Telefax 0251/5359910
muenster@kwm-rechtsanwaelte.de

Kommentierte Nachrichten

"Innovativer Qualitätswettbewerb statt Gleichmacherei"
Gemeinsames Arbeitspapier des Landesverbandes für Ambulantes Operieren Bayern e.V. (LAOB) und der SBK (Siemens-Betriebskrankenkasse) zur zukünftigen Ausrichtung des Vertragswettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung. Autoren: Dr. Axel Neumann und Dr. Stefan Weber
Originalarbeit: http://www.operieren.de/content/e3247/e6265/e25144/
Auszug:
"Für den Bereich des ambulanten Operierens sollte das Honorarsystem in Richtung eines bundesweiten Fallpauschalensystems weiterentwickelt werden, das sämtliche Leistungskomplexe (Narkose, Operation, Nachsorge, Sachkosten etc.) umfasst. Auf der Basis eines solchen Systems, das bundeseinheitliche Grundpreise für Operationsprozeduren festlegt, könnten regionale Zuschläge verhandelt werden. Zuschläge für besondere Qualitätsanforderungen könnten dann im Rahmen der oben beschriebenen Innovationsförderung vereinbart werden."
Kommentar: Dieses gemeinsame Positionspapier eines Berufsverbands und einer Krankenkasse ist zukunftsweisend - nämlich eine Vergütung des Ambulanten Operierens über Fallpauschalen (ambulante DRG) plus ein Zuschlag bei besonderer Qualität. J.B.

AOK schließt kardiologischen Facharztvertrag ab (Ärzteblatt 25.03.2010)
Die AOK Baden-Württemberg, MEDI Baden-Württemberg und der Bundesverband der Kardiologen (BNK) haben einen bundesweiten ambulanten Facharztvertrag für den Bereich Kardiologie abgeschlossen. Der Vertrag sieht eine qualitätsgesicherte Behandlung und zusätzliche Service-Angebote vor. Vorraussetzung ist die Teilnahme am "AOK-Hausarztprogramm".
Kommentar: Es geht also doch, dass Bundesverbände mit Krankenkassen ambulante Facharztverträge abschließen können. Der Pferdefuß ist nur, dass diese Facharztverträge an ein AOK-Hausarztprogramm angeschlossen und damit den Kollektivverträgen der KVen ähnlich sind. Mit freiem Wettbewerb haben beide Vertragssysteme wenig zu tun. J.B.

BMG: Schlüsselpositionen besetzt (BÄK intern, Februar 2010, 12)
Christian Weber und Birgit Naase sollen Gesundheitsreform erarbeiten
Der ehemals stellvertretende Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) Christian Weber wird die Abteilung für Grundsatzfragen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) leiten. Er wird sich insbesondere mit der Umstellung der GKV-Finanzierung auf ein Prämiensystem befassen.
Als Unterabteilungsleiterin für Grundsatzfragen wird ihn Birgit Naase, Volkswirtin und ehemalige Referentin der FDP-Fraktion unterstützen. Sie wird insbesondere die Koordination der neu eingesetzten Regierungskommission übernehmen.
Kommentar: Der Gesundheitsminister komplettiert seine Mannschaft ohne Hast. So nähert sich jetzt die Zeit, dass auch der BAO seine Ideen zur weiteren Entwicklung im Gesundheitswesen beiträgt. Die Vorarbeiten im BAO gehen zügig voran und die ambulanten Operateure haben ja bekanntlich viel zu bieten: Einsparpotentiale durch Verlagerung aus dem stationären Sektor und niedrige Komplikationsraten bei hoher Patientenzufriedenheit. Welcher andere Sektor des Gesundheitswesens kann Einsparpotential bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung bieten?
jh

Nachrichten

Gesetzliche Krankenversicherung

Bayerns Operateure profitieren nicht von Nachbesserungen bei Honoraren (Ärzteblatt 15.03.2010)
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) Axel Munte, wies darauf hin, dass die ambulanten Operateure in Bayern von den angekündigten Nachbesserungen der Honorarreform kaum profitieren – im Gegensatz zu den konservativ tätigen Fachärzten. Spezialisten wie die ambulanten Operateure verlören im Freistaat seit dem Ende der Strukturverträge.

Merkel verteidigt Kopfpauschale (kma-newsletter 3.03.2010)
Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel muss eine Kopfpauschale nicht teurer sein als das heutige System. Bei der Gesundheitsreform gehe es um eine lohnunabhängige Finanzierung und einen neuen Solidarausgleich.

Merkel: Priorität liegt bei der Kostensenkung (Ärzte Zeitung 8.03.2010)
Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt eine rasche Einführung einer Kopfpauschale ab.
Es gehe zunächst darum, "mit den steigenden Kosten im Gesundheitswesen anders umzugehen als bisher und die Gesundheitskosten sukzessive von den Arbeitskosten zu entkoppeln".

BÄK und KBV unterstützen Röslers Reformkonzept (Ärzteblatt 11.03.2010)
Die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) begrüßen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Rösler zur Senkung der Arzneimittelpreise.
Ziel der KBV sei es, die niedergelassenen Ärzte von der Preisverantwortung bei Arzneimitteln zu befreien und diese Verantwortung auf die Krankenkassen und Pharmaindustrie zu übertragen.

TK-Chef Klusen stellt sich hinter Pläne zur Kopfpauschale (Ärzteblatt 18.03.2010)
Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Norbert Klusen, stellt sich hinter die Pläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), insbesondere was die Kopfpauschale betrifft." Der Sozialausgleich kann genauso gut über das Steuersystem erfolgen", sagte Klusen. "Technisch sei es für die Kassen keine Schwierigkeit, eine Pauschale zu erheben."

Privatisierung: Vorschlag der Techniker-Krankenkasse (Schütze-Brief, 22.03.2010, 10-11)
Der Vorstandsvorsitzende der Techniker-Krankenkasse (TK), Prof. Norbert Klusen, spricht sich für eine Privatisierung der Krankenkassen aus. Diese könnten wie Unternehmen in einem engen, gesetzlichen Rahmen, aber nicht gewinnorientiert, geführt werden.
Der TK-Chef beurteilte das Sparpaket des Bundesgesundheitsministers Philipp Rösler im Pharmabereich positiv. "Es wäre die mutigste und nachhaltigste Reform, die je ein Gesundheitsminister im Pharmabereich gemacht habe", so Klusen.
Des Weiteren plädiert Klusen für eine Positivliste für Arzneimittel: Jede Kasse müsse festlegen, welche Medikamente sie für ihre Versicherten zur Verfügung stelle.

CSU uneins in der Gesundheitspolitik (Ärzteblatt 2.03.2010)
Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) glaubt, dass 80 % der Deutschen gegen die Kopfpauschale seien und dass eine Volkspartei nicht gegen das Volk regieren könne.
Der CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich hatte diesbezüglich von "Störfeuern" aus München gesprochen. Friedrich bezeichnete Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler von der FDP als "guten und hoffnungsvollen" Minister.

DGB setzt eigene Gesundheitskommission ein (Ärzteblatt 10.03.2010)
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine eigene Reformkommission aus Gewerkschaftern, Vertretern von Sozial-, Wohlfahrts-, Frauen- und Jugendverbänden sowie Wissenschaftlern eingerichtet. Die Kommission trägt den Titel "Für ein solidarisches Gesundheitssystem der Zukunft". Die Gewerkschaften wollen in ihrer Reformkommission das Konzept einer solidarischen Bürgerversicherung darstellen.

Daten zur Ärztevergütung - Rösler attackiert KBV (kma Newsletter 17.03.2010)
Der Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dringend Daten über die genaue Auswirkungen der letzten Reform der Ärztehonorare verlangt. Diese Daten seien schon am 15. November 2009 fällig gewesen.

Gesetzliche Krankenkassen fordern Nullrunde für Ärzte (Ärzteblatt 21.03.2010)
Die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, Doris Pfeiffer, verlangt eine Sparrunde bei Ärzten, Krankenhäusern und der Pharmaindustrie. Die Krankenhäuser seien nur zu 70 Prozent ausgelastet. Wettbewerb sei in diesem Bereich ein Fremdwort.

Gesundheitsökonomie: Vieles ist nicht mehr bezahlbar (Schütze-Brief 1. März 2010 Nr. 17/2010, 15)
Auf der diesjährige Jahrestagung (1./2. März 2010) der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (dggö) kritisierte Prof. Dr. Stefan N. Willich die Euphorie der Vergangenheit, alles Machbare auch finanzieren zu können. Grundsätzlich müsste ein gesellschaftlicher Konsens darüber gefunden werden, welche Ziele und Aufgaben ein Gesundheitswesen überhaupt leisten sollte.
Die Notwendigkeit einer Priorisierung verdeutlichte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe. Priorisierung heiße Festlegung einer Vorrangigkeit, und nicht Ausschluss von medizinisch notwendigen Leistungen.
Prof. Dr. Stefan Felder, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Gesundheitsökonomie, an der Universität Duisburg-Essen und Generalsekretär der dggö, plädiert für eine Ausweitung der Vertragsfreiheiten der Krankenkassen und für eine Gesundheitsprämie.

BÄK begrüßt Urteil zur Vorratsdatenspeicherung (Ärzte Zeitung 3.03.2010)
Der Chef der Bundesärztekammer (BÄK), Professor Jörg Dietrich Hoppe, begrüßte das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass die Vorratsdatenspeicherung in ihrer jetzigen Form gegen das Grundgesetz verstößt. Die Daten müssten "unverzüglich" gelöscht werden.
Hoppe plädierte dafür, dass jede berufliche Kommunikation des Arztes vor staatlichem Zugriff geschützt werden müsse.

Honorarverteilung in Nordwürttemberg rechtswidrig (Ärzteblatt 19.03.2010)
Das Bundessozialgericht (BSG) hat jetzt die Sicht des Sozialgerichts Stuttgart und des Landessozialgerichts Baden-Württemberg bestätigt, dass der Honorarverteilungsvertrag (HVV) der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) rechtswidrig ist. Damit wurde der Klage des Medi-Verbundes stattgegeben.

Hartmannbund sieht "2. Chance" für Berufsgeheimnisträger (Pressemitteilung des Hartmannbundes)
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Vorratsdatenspeicherung forderte der Vorsitzende des Hartmannbundes Kuno Winn erneut, dass die Vorratsdatenspeicherung und Telefonüberwachung von Ärzten unterlassen werden müsse. (http://www.hartmannbund.de).

Medizinische Versorgungszentren sind auf Erfolgskurs (A&W newsletter 1.03.2010)
Laut Angaben der Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) gab es Ende 2009 knapp 1.400 Medizinische Versorgungszentren. Dort praktizierten 6.647 Ärzten, davon 5.316 im Angestelltenverhältnis. Besonders beliebt sind die MVZ bei Allgemeinmedizinern, Internisten und bei Frauen. Über die Hälfte der MVZ sind in Trägerschaft von Ärzten, knapp 40 Prozent in der von Kliniken.

250 NRW-Kliniken erhalten Plazet für ambulante Öffnung (Ärzte Zeitung 9.03.2010)
Laut Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen haben 800 Kliniken in NRW Anträge auf ambulante Versorgung nach Paragraf 116b SGB V gestellt. Bei 250 wurde bislang entschieden, davon wurden 30 abgelehnt. Über die restlichen Anträge soll noch im Laufe des Jahres entschieden werden.

Vertragsärzte müssen mindestens 20 Stunden pro Woche anbieten (A&W-Newsletter 3.03.2010)
Jeder Vertragsarzt muss für seine GKV-Patienten mindestens 20 Stunden Sprechstundentätigkeit wöchentlich am Vertragsarztsitz (Betriebsstätte) anbieten. Die Sprechstunden müssen auf seinem Praxisschild bekannt gemacht werden, und zwar mit festen Uhrzeiten. Für Filialen (Nebenbetriebsstätten) gibt es keine Mindestvorgabe. Dort gilt jedoch, dass die Sprechstundentätigkeit nicht höher sein darf als in der Haupt-Betriebsstätte.

KV Bayerns und PKV schließen Qualitätsabkommen (Ärzteblatt 4.03.2010)
Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) haben ein gemeinsames Pilotprojekt zur Verbesserung der Qualität in der ambulanten Versorgung von Privatpatienten vorgestellt. Entsprechende Praxen erhalten das Qualitätssiegel "Ausgezeichnete Patientenversorgung". Zurzeit enthält das Programm mehr als 40 Qualitätssicherungsmaßnahmen für unterschiedliche Arztgruppen. Mit dem Programm angesprochen werden sollen besonders Privat-Ärzte die ausschließlich Privatpatienten behandeln und deshalb nicht den Qualitätsanforderungen der Kassenärzte unterliegen.
Zusätzliche Honorare zahlt die PKV nicht, dafür können die ausgezeichneten Praxen mit einem Gütesiegel werben.

Gute Zukunftsaussichten für regionale Ärztenetze (Ärzteblatt 5.03.2010)
Laut Umfrage "Netzarbeit konkret" des NAV-Virchow-Bundes haben Ärztenetze mit 50 bis 100 Ärzten sowie mit regionalen Versorgungskonzepten die besten Zukunftsaussichten. Insbesondere äußerten die Befragten, dass eine professionelle Geschäftsführung besonders bei Vertragsverhandlungen vorteilhaft sei.

Prof. Fritz Beske: "Ohne Priorisierung drohen GKV-Beiträge von bis zu 43 Prozent" (Pressemitteilung des Berufsverbandes Niedergelassener Chirurgen BNC)
Auf dem 12. Bundeskongress der niedergelassenen Chirurgen hat Professor Fritz Beske vom Kieler Institut für Gesundheits-System-Forschung am 6. März 2010 ein Referat gehalten. Er rechnete vor, dass im Jahre 2050 ein Erwerbstätiger für einen Rentner aufkommen müsse. Bei unverändertem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) müssten deshalb die GKV-Beiträge auf 27 bzw. 43 Prozent angehoben werden.
Beske forderte, dass der GKV-Leistungskatalog nur ausreichend, notwendig, wirtschaftlich und zweckmäßig sein müsse. "Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten über unsere Verhältnisse gelebt und müssen endlich aufhören, den Versicherten mehr zu versprechen als tatsächlich möglich ist." http://www.bncev.de

Beske: Nur Priorisierung kann künftig eine gerechte Versorgung sichern (Ärzte Zeitung 24.03.2010)
Das Institut für Gesundheits-System-Forschung (IGSF), unter Leitung von Fritz Beske, hat seine neue Studie "Bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung bei begrenzten Mitteln" vorgestellt. Darin wird dargelegt, dass der künftige Ausgabenbedarf der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit keinen Maßnahmen ausreichend gedeckt werden kann. Deshalb müsse es zur Einführung von Priorisierung und Rationierung kommen, wie es die skandinavischen Länder seit Jahren erfolgreich betreiben.

Krankenkassen erzielen Plus von 1,1 Milliarden (Ärzteblatt 10.03.2010)
Laut Bundesgesundheitsministerium haben die Krankenkassen ein Plus von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das größte Plus machten die Allgemeinen Ortskrankenkassen mit 771 Millionen Euro, ein Defizit von 157 Milliarden Euro gab es bei den Ersatzkassen.

Kartellrecht für Kassen - Union lehnt das ab (Ärzte Zeitung 8.03.2010)
Der Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will ein Entflechtungsgesetz vorlegen, dass auch für gesetzliche Krankenkassen gelten könnte. Krankenkassen würden damit dem Wettbewerbsrecht unterstellt und von Körperschaften zu steuerpflichtigen Unternehmen geändert werden. Dieses lehnt die Union ab.

2015 nur noch 50 gesetzliche Kassen (Ärzteblatt 7.03.2010)
Nach einer Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst & Young werden von den heute bestehenden 169 Krankenkassen bis 2015 nur noch 50 bestehen. Als Grund wird genannt, dass die Krankenkassen heute im Gegensatz zu früher Pleite gehen können und einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf wegen des Gesundheitsfonds nicht mehr über Beitragssteigerungen ausgleichen können.

Datenschützer wollen Hausarztmodell stoppen (Ärzteblatt 5.03.2010)
Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein ist der Auffassung, dass die hausarztzentrierte Versorgung verfassungswidrig ist und die grundrechtlich gesicherte, informationelle und medizinische Selbstbestimmung der gesetzlich Krankenversicherten verletze. Insbesondere sei das Patientengeheimnis in Gefahr, weil ärztliche Leistungen über private Anbieter abgerechnet werden.
Außerdem sei bislang nicht nachgewiesen, dass Hausarztmodelle die medizinische Versorgung tatsächlich verbesserten.

Arztsuche - Vertragsärzte
Die Suche nach Vertragsärzten ist unter dem Link http://www.kbv.de/arztsuche/178.html neu eingerichtet.

Privatversicherer

Basistarif: Kompromiss über Vergütung (PKV publik, März 2010, 9)
Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben sich geeinigt, die Vergütung des Basistarifs in die Nähe des GKV-Niveaus zu rücken. Für Laborleistungen gilt der 0,9-fache, für technische Leistungen der 1,0-fache und für alle übrigen Leistungen der 1,2-fache Steigerungssatz.
Im Basistarif sind rund 12.000 Menschen versichert.

Rechtliches

Landtag NRW: "Fangprämien" verboten (Schütze-Brief, 15.03.2010, Nr. 21, 9)
Nordrhein-Westfalen hat den Krankenhäusern gesetzlich untersagt, für die Zuweisung von Patienten eine "Fangprämie" oder "Zuweisungsprämie" an den überweisenden Arzt zu zahlen. Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat eine Ergänzung des Krankenhausgestaltungsgesetzes beschlossen (Drucksache 14/10751).
In § 31a "Unerlaubte Zuweisungen gegen Entgelt" heißt es jetzt:
"(1) Krankenhäusern und ihren Trägern ist es nicht gestattet, für die Zuweisung von Patientinnen und Patienten ein Entgelt oder andere Vorteile zu gewähren, zu versprechen, sich gewähren oder gewähren zu lassen."

Hausarzt darf nicht auch als Chirurg operieren (Ärzte Zeitung 1.03.2010)
Ein Facharzt für Chirurgie, der sich für die hausärztliche Versorgung entschieden hat, darf laut Bundessozialgericht (BSG Az.: B 6 KA 22/08 R) nicht fachärztlich tätig sein, denn eine gleichzeitige Teilnahme an der haus- und fachärztlichen Versorgung sei im Gesetz nicht vorgesehen.

Gründung von Zweitpraxen wird einfacher (Arzt & Wirtschaft 26.03.2010)
Das Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg hat entschieden, dass Zweitpraxen unabhängig von bedarfsplanungsrechtlichen Bestimmungen eröffnet werden können, wenn sie damit die Versorgung verbessern. Eine Gemeinschaftspraxis für Urologie wollte in etwa 20 Kilometern Entfernung eine Zweitpraxis eröffnen. Dieses hatte die zuständige KV nicht genehmigt. Das LSG entschied jetzt anders, und zwar mit der Argumentation, dass das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz eine Liberalisierung des Arztberufes anstrebe.

Heimliche Aufnahmen in Arztpraxis sind nicht grundsätzlich verboten (Ärzte Zeitung 8.03.2010)
Das Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) hat entschieden, dass ein pauschales Verbot von heimlichen Aufnahmen unzulässig ist. Es müsse stets eine Interessen- und Güterabwägung vorgenommen werden. Ein Arzt, bei dem schon einmal heimlich gefilmt wurde, wollte auch für die Zukunft verhindern, dass in seiner Praxis heimlich gefilmt wird.

Dreijährige Haftstrafe für Essener Ex-Chefarzt (Ärzteblatt 12.03.2010)
Das Landgericht Essen hat den früheren Direktor der Klinik für Allgemein- und Transplantationschirurgie der Universität Essen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Das LSG sah es als erwiesen an, dass sich der ehemalige Chefarzt der Bestechlichkeit in 30 Fällen schuldig gemacht habe, davon zusätzlich der Nötigung in drei Fällen. Er hatte "Geldspenden" zwischen 5.000 und 7.500 Euro als Voraussetzung für eine zeitnahe Operation gefordert.

Urteil: Patienten müssen auf Garderobe selbst achten (Arzt & Wirtschaft 19.03.2010)
Praxisinhaber sind nicht verpflichtet, die Garderobe ihrer Patienten zu verwahren und zu beaufsichtigen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Köln entschieden.

Praxismanagement

Kooperation über Sektorengrenzen hinweg (Ärzte Zeitung 24.03.2010)
Neun Ärzte aus verschiedenen Disziplinen operieren und behandeln Patienten als ortsübergreifende Gemeinschaftspraxis an verschiedenen Standorten - in Kooperation mit Kliniken.
Die MedBaltic ist eine ortsübergreifende Gemeinschaftspraxis mit neun Ärzten und fünf Standorten. Schwerpunkte sind die orthopädische und unfallchirurgische Basisversorgung sowie ambulante Operationen, belegärztliche und konsiliarärztliche Tätigkeiten durch spezialisierte, niedergelassene Fachärzte.
Die Organisation der verschiedenen Standorte erfolgt über einen zentralen Server in Kiel, so dass von jedem Standort der Praxis aus auf jede Krankenakte zugegriffen werden kann. Eine Praxismanagerin ist für den Verbund unverzichtbar. Die Ärzte selbst konzentrieren sich auf die Verwaltung ihrer individuellen Schwerpunkte. Ein Arzt ist für Personalführung, ein anderer für die Mitarbeit in den Gremien von KV und Ärztekammer und ein dritter für die Zusammenarbeit mit den Kliniken beauftragt.
Die ca. 3.000 Operationen pro Jahr erfolgen in Belegkliniken.

Erstes ambulantes Klinikzentrum nach QEP(r) zertifiziert (Ärzteblatt 26.03.2010)
Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) der Berliner Charité ist nach QEP(r) zertifiziert worden. QEP(r) ist ein Qualitätsmanagement-Zertifikat und steht für "Qualität und Entwicklung in Praxen". Es wurde von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) initiiert. Nach Aussage von KBV-Chef Andreas Köhler sollen alle 23 Medizinischen Versorgungszentren der Berliner Charité nach QEP(r) zertifiziert werden.

Studenten sammeln Op-Erfahrung (Ärzte Zeitung 9.03.2010)
Die Endo-Klinik in Hamburg, Europas größte Spezialklinik für Knochen- und Wirbelsäulenchirurgie, bietet künftig bis zu fünf Medizinstudenten (PJler) eine strukturierte Stations- und Ambulanzarbeit und viel Op-Erfahrung an. In der Spezialklinik werden über 6.000 Patienten pro Jahr operiert.

Kündigungsfristen für Arzthelferinnen verlängern sich (A & W Newsletter 12.03.2010)
Der Europäische Gerichtshof (EuGH), hat die deutschen arbeitsrechtlichen Regelungen verworfen, dass die Beschäftigungsdauer erst ab Vollendung des 25. Lebensjahres angerechnet werde. Dieses sah der EuGH als Diskriminierung wegen des Alters an. Durch diese europäische Vorgabe werden sich die Kündigungsfristen für viele Arzthelferinnen, die bereits früh in das Berufsleben eingetreten sind, verlängern.

Europa

EU will Ärzte vor Verletzungen schützen (Ärzte Zeitung 8.03.2010)
Die Arbeitsminister der Europäischen Union haben sich auf eine Richtlinie geeinigt, die besagt, dass Ärzte und Krankenschwestern besser durch Verletzungen durch Spritzen geschützt werden sollen. Sie sollen u. a. Schulungen und kostenlose Impfungen erhalten.

Schweiz zieht junge Ärzte an (Ärzte Zeitung 4.03.2010)
In der Schweiz hat fast jeder zweite Assistenzarzt ein ausländisches Ärztediplom.
Überwiegend kommen diese ausländischen Ärzte aus Deutschland. In den Fächern Psychiatrie und Psychotherapie, orthopädischer Chirurgie sowie Gynäkologie und Geburtshilfe stellen ausländische Ärzte bereits die Mehrheit.

EU: Bundesländer müssen Datenschutz-Aufsicht neu regeln (Ärzte Zeitung 9.03.2010)
Der Europäische Gerichtshof (EuGH, Rechtssache C-518/07) monierte, dass Datenschutzstellen einiger Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen) staatlicher Aufsicht unterstellt sind und deshalb nicht in völliger Unabhängigkeit arbeiten könnten. Dadurch bestehe die Gefahr einer Einflussnahme.
Mit dieser staatlichen Kontrolle verstoße Deutschland gegen EU-Recht.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar begrüßte das Urteil.
Die genannten Bundesländer müssen Firmen und Verbände jetzt bei der Verwendung persönlicher Daten von Bürgern besser kontrollieren.

Gesundheitsreform: Zweifel am Vorbild Niederlande (Schütze-Brief 18.03.2010, 9-11)
Dr. Frank Schulze Ehring und Christian Weber weisen in einem Artikel für die "Gesellschaftspolitischen Kommentare" (gpk) auf, dass die Niederlande jetzt zwar ein einheitliches System mit einkommensabhängigen Beiträgen und einkommensunabhängigen Pauschalen habe, dass das niederländische System aber mit dem deutschen schwer zu vergleichen ist, weil unter anderem der demografische Faktor in den Niederlanden ganz anders ist: Die Niederlande haben mit 1,77 Kindern pro Frau eine relativ hohe Geburtenrate und Deutschland mit 1,37 Kindern eine recht niedrige. Werden die Kosten für das Gesundheitssystem entsprechend der jungen Altersstruktur in den Niederlanden angepasst, so ist das niederländische Gesundheitssystem um 15,5 % teurer als das deutsche.
Außerdem wäre das Leistungsspektrum des niederländischen Versicherungssystems nicht so groß wie in Deutschland. So fehlen u. a. Zahnersatz sowie große Teile der kieferorthopädischen Versorgung für Erwachsene.

Allgemeines

Konsum nach westlichem Muster ist der schlimmster Klimakiller (Ärzte Zeitung 18.03.2010)
Nach einem Bericht des unabhängigen Worldwatch Institutes ist der Konsum in den Industrieländern der Klimakiller Nummer eins. Um eine Zerstörung der weltweiten Ökosysteme zu vermeiden, müsse es in erster Linie zu einem Wandel im Konsumverhalten kommen.
Näheres: Internet: http://www.boell.de

Jeder zweite Schulabgänger "nicht ausbildungsreif" (Ärzte Zeitung 3.03.2010)
Aus dem Entwurf des "Berufsbildungsberichts 2010" der Bundesregierung geht hervor, dass etwa die Hälfte aller Schulabgänger "nicht ausbildungsreif" ist und vor einer Vermittlung in eine Lehrstelle zusätzliche Fördermaßnahmen absolvieren muss.

Frühchen wog bei Geburt nur 275 Gramm - und hat überlebt (Ärzte Zeitung 5.03.2010)
Ein Junge, der bei seiner Geburt nur 275 Gramm wog, hat im Göttinger Universitätsklinikum überlebt und konnte mit 3.700 Gramm entlassen werden.
Er ist der weltweit leichteste Junge und wurde in der 25. Schwangerschaftswoche durch Kaiserschnitt geboren.

Studie: Body-Mass-Index macht keine Aussage über gesundheitliches Risiko (Ärzte Zeitung 2.03.2010)
Die bislang von der WHO empfohlene Maßstab für gesundheitliche Risiken, der Body-Mass-Index (BMI) ist nicht aussagekräftig genug. Dieses ist das Fazit von Forschern der Uni München insbesondere bezüglich Schlaganfall-, Herzinfarkt- und Todesrisiko eines Menschen. Dies hat der so genannte WHtR-Wert ergeben, das ist der Taillenumfang geteilt durch Körpergröße. Da 75 Prozent aller deutschen Männer und 60 Prozent der deutschen Frauen übergewichtig sind, ist offenbar die Verteilung des Körperfetts entscheidender als die Übergewichtigkeit selbst.

Termine

Der nächste wichtige Termin für die Gynäkologen im BAO:

Das jährliche Symposium des Velener Arbeitskreises Ambulantes Operieren (VAAO) findet dieses Jahr erneut zusammen mit der wissenschaftlichen Gesellschaft (AGE) und länderübergreifend mit den Kollegen aus der Schweiz und aus Österreich vom

7. bis 9. Mai 2010 in Münster statt.

Informationen und Anmeldung unter:
http://www.agemuenster2010.de/

unter der folgenden Site finden Sie die Fortbildungsangebote:
http://www.operieren.de/content/e3472/e7507/e25679/

Kalenderübersichtsseite:
http://www.operieren.de/content/e3472/

Dr. Jörg Hennefründ, Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteure BAO-Newsletter
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Axel Neumann
Vereinsregister: Amtsgericht Bonn VR 6346
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 87, Ausgabe 1 – Februar 2018
Jubiläumskongress Ein nostalgischer Streifzug durch zwei Jahrzehnte Bundeskongress in Nürnberg
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Helmsauer Gruppe

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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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