10.06.2009: BAO-MAO-Aktuell

BAO-MAO-Aktuell; Nr. 25/09, vom 10. Juni 2009
Presse-Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Gesetzliche Krankenversicherung

Ärzteallianz: Wahlinitiative gegen zentralistische Steuerung
"Es handelt sich um eine ganz entscheidende Wahl für die Gesundheitspolitik. Einfach so weiter - das kann es nicht geben." Mit diesen Worten hat Wolfgang Wesiak heute in Berlin begründet, warum sich die Allianz Deutscher Ärzteverbände mit Reformforderungen in die Diskussionen vor der Bundestagswahl einmischt.
- Nach Wesiaks Worten muss eine solidarische Absicherung des Krankheitsrisikos oberstes Ziel der Gesundheitsversorgung bleiben. Allerdings dürfe konsequent nur noch das medizinisch Notwendige bezahlt werden.
- Außerdem setzen sie sich dafür ein, zukünftig statt der Sachleistung die Kostenerstattung einzuführen. Wie genau sie gestaltet sein sollte, will die Allianz noch diskutieren. Nur diese Art der Bezahlung sowie ein eindeutig formulierter Leistungskatalog mit definierten Preisen ohne versteckte Rabatte und verdeckte Rationierung wie zum Beispiel in Form von Budgets garantierten aber Transparenz im System. Darüber hinaus propagiert die Allianz, die wohnortnahe ambulante Versorgung zu erhalten. Einschränkungen der Arztwahl, also beispielsweise ein Primärarztsystem, lehnen die Verbände ab.
Quelle: aerzteblatt.de Mittwoch, 3. Juni 2009

"Unser Berufsstand kuscht vor der Politik"
Die Ärzte im Norden bleiben kämpferisch. Genossenschaftschef Dr. Klaus Bittmann appellierte an Kollegen, sich stärker in Netzen zu organisieren.
"Es macht mich zornig, dass unser Berufsstand und unsere Standesvertreter vor der Politik kuschen", sagte Bittmann auf einer Veranstaltung des Ärztenetzes Neustadt in Holstein. Damit spielte der Vorsitzende der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein auf den Kurs der KBV in der Honorarreform an.
Bittmann rief die Ärzte im Norden auf, sich noch besser zu organisieren und weiter gegen eine Gesundheitspolitik zu protestieren, die die Patientenversorgung verschlechtert. Insbesondere regionale Ärztenetze hält er für wichtige Verbünde, um die Interessen der niedergelassenen Ärzte und ihrer Patienten vertreten zu können.
Quelle: Ärzte Zeitung, 09.06.2009

Ärzteverbände machen gegen Schmidt mobil
Unter dem Motto "Die richtigen Informationen erhalten Sie nur bei Ihrem Arzt oder Zahnarzt!" machen der Freie Verband Deutscher Zahnärzte, das Bündnis Direktabrechnung, der NAV Virchow-Bund und der Hartmannbund Nordrhein mit Plakaten in verschiedenen Städten auf die gesundheitspolitische Dimension der Bundestagswahl am 27. September aufmerksam. "3 Monate Behandlung durch Ihren Kinderarzt, egal wie oft: 29,34 Euro, 2 Mal essen gehen: 39,00 Euro, 1 Mal tanken: 49,88 Euro - Noch 17 Wochen Ulla Schmidt" heißt es auf dem ersten Plakat der Reihe.
Quelle: Ärzte Zeitung, 08.06.2009

Allianz Deutscher Ärzteverbände stärkt Hoppe den Rücken
Mit der Forderung nach einer Priorisierung notwendiger GKV-Leistungen und einer Einführung der Kostenerstattung nach europäischem Vorbild startet die Allianz Deutscher Ärzteverbände in den Bundestagswahlkampf 2009.
- Angesichts der im derzeitigen System begrenzten Finanzmittel sei eine Begrenzung des Leistungsgeschehens in der GKV auf das medizinisch Notwendige unabdingbar, sagte Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten, einer der sechs Mitgliedsorganisationen der Allianz. Damit stellt sich die Vereinigung hinter entsprechende Forderungen von Bundesärztekammerpräsident Professor Jörg-Dietrich Hoppe. Derzeit gebe die Politik "ein fast unbegrenztes Leistungsversprechen" an die Bürger ab, sagte Wesiack. Er bezeichnete dies als "politische Lüge".
Quelle: Ärzte Zeitung, 04.06.2009

Fachärzte sehen in der Kostenerstattung einen Gewinn für Ärzte und Patienten
Die Allianz Deutscher Ärzteverbände hat ein Bündel an Forderungen vorgelegt, an der sie die Parteien bei der kommenden Bundestagswahl messen will.
Zu den Kernelementen eines am Mittwoch in Berlin vorgestellten Papiers zählen ein Rechtsanspruch des Arztes auf Kostenerstattung, mehr Tarifvielfalt und die Priorisierung von GKV-Leistungen. Dabei stehen die Chancen für die Einführung der Kostenerstattung nach dem Vorbild europäischer Nachbarländer nach den Worten von Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) gut.
- Die solidarische Grundsicherung medizinisch notwendiger Leistungen soll durch eine größere Tarifvielfalt ergänzt werden, begleitet von sozialverträglichen Eigenbeteiligungen der Patienten. Was medizinisch notwendig und damit von allen zu finanzieren ist, soll ein nationaler Gesundheitsrat klären, so Wesiack.
Quelle: Ärzte Zeitung, 04.06.2009

Geldsucht - Merkel verteidigt Gesundheitsreform
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Gesundheitsreform der Bundesregierung und die neue Honorarordnung für Ärzte verteidigt. Nach ihrem Eindruck gebe es zurzeit einen Kampf zwischen den einzelnen medizinischen Disziplinen ums Geld, sagte Merkel in einer RTL-Sendung auf die Frage eines Kinderarztes. Die Bundesregierung habe drei Milliarden Euro mehr ins Gesundheitssystem gegeben. Trotzdem seien viele Ärzte unzufrieden.
Quelle: kma newsletter vom 03.06.2009 - Ausgabe: 0141

Gesetzliche Kassen mit Überschuss im ersten Quartal 2009
Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenkassen ist offenbar besser als gedacht. "Angesichts erster vorliegender Daten von Kassen ist davon auszugehen, dass alle Kassen zusammen in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutliche Überschüsse verzeichnen. Damit ist klar, der Gesundheitsfonds funktioniert sehr gut", sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bei einer Telefonaktion der Apotheken Umschau, dem Gesundheitsmagazin aus dem Wort & Bild Verlag. Nach Informationen der Apotheken Umschau aus Kassenkreisen beträgt der Überschuss im ersten Quartal über eine Milliarde Euro.
Quelle: kma newsletter vom 03.06.2009 - Ausgabe: 0141

Kassen wollen Darlehen nicht zurückzahlen
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen hat die Bundesregierung aufgefordert, das geplante staatliche Milliarden-Darlehen für den Gesundheitsfonds in einen "verlorenen Zuschuss" umzuwandeln.
"Die Bewältigung der Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise ist auch im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb sollte für die Jahre 2009 und 2010 das vorgesehene Darlehen des Bundes in einen Zuschuss umgewandelt werden", hieß es nach einer Verwaltungsratssitzung des GKV-Spitzenverbands.
Quelle: Ärzte Zeitung, 08.06.2009

Schmidt lehnt Krisenzuschuss für die Kassen ab
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) lehnte in der "Financial Times Deutschland" vom Dienstag die Forderung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach einem Krisenzuschuss in Milliardenhöhe strikt ab und warf den Kassenfunktionären Maßlosigkeit vor. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen wies die Kritik zurück.
- Der Spitzenverband hatte Milliardenhilfen verlangt, um Beitragsausfälle infolge der Wirtschaftskrise auszugleichen. Die rund 2,9 Milliarden Euro, die dem Gesundheitsfonds nach Berechnungen von Experten durch Einnahmeausfälle fehlen, soll der Bund bislang durch ein Darlehen ausgleichen. Der Fonds muss allerdings bis 2011 die Steuergelder zurückzahlen. Dies wollen die Kassen offenbar verhindern. Sie fordern nun statt des Darlehens für 2009 und 2010 einen Zuschuss.
- Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Daniel Bahr, warf Schmidt vor, sie habe eine "Gesundheitspolitik auf Pump" zu verantworten.
Quelle: aerzteblatt.de Dienstag, 9. Juni 2009

Ärztenetze und MVZ hoch im Kurs
Wenn es um den Abschluss von Selektivverträgen geht, stehen Ärztenetze, Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und andere Anbieter von integrierten Versorgungsmodellen (IV) bei den Krankenkassen ganz oben auf der Liste.
Das berichtete Professor Eberhard Wille, Gesundheitsökonom und Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, bei einer Veranstaltung der "AG Zukunft des Gesundheitswesens" in Düsseldorf.
- Gefragt nach den bevorzugten Partnern für Selektivverträge gaben 14 von 56 Kassen an, dass sie den Bereich der Verträge mit Netzen, MVZ oder IV-Anbietern ausbauen wollen. An zweiter Stelle folgten Verträge mit Arznei- sowie Hilfsmittelherstellern (jeweils elf) und mit Fachärzten (zehn). Sieben Kassen gaben an, dass sie verstärkt Vereinbarungen mit Krankenhäusern anstreben, nur sechs setzen vor allem auf Hausarztverträge.
- Von der Verbindung zwischen Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren gehen nach Einschätzung des Sachverständigenrats im Moment die wichtigen Impulse für die integrierte Versorgung aus. "Wir hoffen, dass die niedergelassenen Ärzte das aufgreifen werden."
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/default.aspx?sid=551736
Quelle: Ärzte Zeitung, 08.06.2009

Nordrhein: KV-Chefs kündigen ihre Verträge
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, Leonhard Hansen, und sein Stellvertreter Klaus Enderer haben am 5. Juni angekündigt, ihre Verträge kündigen zu wollen.
- Ursache für die Kündigung sei ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis zwischen Vorstand und einer Mehrheit der Vertreterversammlung (VV).
- Nach Angaben der KV-Chefs sind Meinungsunterschiede über die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nur ein vorgeschobener Anlass von Kräften, die die Geschlossenheit der Ärzteschaft zerrütten und die KV abschaffen wollen.
Quelle: aerzteblatt.de Montag, 8. Juni 2009

Patientenvertreter kritisiert Abbau von Leistungen
Versicherte und Patienten müssen weitere Rationierungen ablehnen, fordern die Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) in Heppenheim. Der kontinuierliche Abbau von Leistungen in der GKV sei eine Folge der "unausgereiften Gesundheitsreformen" der letzten Jahre.
DGVP-Präsident Wolfram-Arnim Candidus wies in einer Mitteilung auf die aus seiner Sicht fortschreitende Entmündigung der Mediziner und anderer Berufsgruppen durch die Maßnahmen von Gesundheitspolitikern und Vertretern der gesetzlichen Maßnahmen hin - dazu zählt Candidus etwa IV- und Rabattverträge sowie DMP-Programme.
Es sei zudem eine Fehlinformation von Politikern, dass die Bürger derzeit voll versorgt würden, so der Patientenvertreter.
Quelle: Ärzte Zeitung, 05.06.2009

Gutverdiener stützen die Sozialsysteme
Die 30 Prozent der Haushalte mit den höchsten Einkommen in Deutschland haben 2007 nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mehr als die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Laut einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts zahlten Besser- und Gutverdiener mit Monatseinkommen zwischen knapp 6.000 und gut 10.700 Euro 50,5 Prozent des gesamten Beitragsaufkommens.
Daher sei der Vorwurf nicht haltbar, dass sich Gutverdiener unsolidarisch verhielten, erklärte das IW. Vielmehr finanzierten sie die Umverteilung wesentlich mit.
- Um die Haushalte in Gering- und Besserverdiener einzuteilen, wurden sie nach dem erzielten Monatseinkommen in zehn gleich große Gruppen eingeteilt. Anschließend berechneten die Wissenschaftler, wie stark die Einkommen mit Beiträgen zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung belastet wurden. Näheres:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/36831/Gutverdiener_stuetzen_die_Sozialsysteme.htm
Quelle: aerzteblatt.de Donnerstag, 4. Juni 2009

Praxismanagement

KBV kritisiert Benachteiligung Niedergelassener gegenüber Kliniken
Niedergelassene Ärzte werden nach Einschätzung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bei Investitionen in neue Geräte gegenüber ihren Kollegen in der Klinik benachteiligt.
So erhielten niedergelassene Ärzte für Investitionen in die Praxisausstattung keinen Zuschuss. Sie müssen die Kosten für die Nachrüstung oder den Kauf neuer Geräte komplett aus eigener Tasche zahlen. Dagegen unterstütze der Staat den stationären Sektor bereitwillig: "Die Charité in Berlin erhält zwölf Millionen Euro für neue Medizintechnik aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung", so die KBV. Grund für die Förderung sei die Tatsache, dass die Medizingeräte des Berliner Klinikums im Durchschnitt zwölf Jahre alt und technisch nicht mehr auf dem aktuellen Stand seien. Damit sind sie aber nur ein Jahr älter als beispielsweise Ultraschallgeräte im ambulanten Bereich, die laut KBV durchschnittlich elf Jahre alt sind.
Quelle: A&W-Newsletter - 8. Juni 2009

Ärzte dürfen Hilfsmittel nur noch in Sonderfällen in der Praxis abgeben
Die Neuregelung der Heil- und Hilfsmittelversorgung verbietet Ärzten, Hilfsmittel direkt an Patienten abzugeben und so den Versorgungsweg zu verkürzen. In der Vergangenheit durften Ärzte kleinere Depots für die Patientenversorgung vorhalten.
Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-OrgWEG) führt zu grundlegenden Veränderungen bei der Abgabe von Heil- und Hilfsmitteln in der ärztlichen Praxis.
- Wie Ärzte in Notfällen verfahren sollen, bleibt unklar. Laut Bundesgerichtshof dürfen Ärzte im Notfall Heil- und Hilfsmittel in der Praxis abgeben (Az. I ZR 215/02), da die Verordnung in diesen Fällen als Bestandteil der ärztlichen Notfall-Therapie zu sehen sei. Ob diese Rechtsprechung aus dem Jahr 2005 weiter Bestand hat, lässt die neue Regelung offen.
Quelle: A&W-Newsletter - 5. Juni 2009

Ärzte dürfen Patienten postalisch informieren
Ärzte dürfen ihre Patienten postalisch auf Vorsorgetermine oder Veranstaltungen hinweisen. Für eine Nachricht per eMail, Fax oder Telefon ist aber eine Einverständniserklärung notwendig.
Die einschränkenden Regelungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gelten nur für Werbemaßnahmen. Die normale Kommunikation im Arzt-Patienten-Verhältnis ist über alle Kanäle zulässig, für die Patienten ihre Kontaktdaten angegeben haben. Um beispielsweise Laborergebnisse oder Terminausfälle mitzuteilen, können Ärzte und Praxismitarbeiter frei zwischen den verschiedenen Medien wählen. Für vertrauliche Informationen eignet sich das Fax allerdings nicht, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch Dritte darauf Zugriff haben.
Quelle: A&W-Newsletter - 3. Juni 2009

Rhön-Klinik bietet Ärzten Gesellschafterstatus an
  "Wir bieten den Ärzten an: Werdet Gesellschafter der Rhön-Klinik", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Rhön Dr. Christoph Straub bei einer Diskussionsveranstaltung der "AG Zukunft des Gesundheitswesens" in Düsseldorf.
- Es gehe darum, über unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit zwischen stationärem und ambulantem Sektor die Patientenversorgung künftig sicherzustellen. Das sei gerade in der Fläche, außerhalb von Ballungszentren, eine große Herausforderung, also da, wo Rhön vor allem aktiv ist. "Eine effiziente medizinische Versorgung in der Zukunft ist proaktiv, koordiniert, integriert und interdisziplinär", so Straub.
Näheres: http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxisfuehrung/default.aspx?sid=551266
Quelle: Ärzte Zeitung, 04.06.2009

Handeln, bevor das Wasser bis zum Hals steht
Oft reagieren Ärzte auf wirtschaftliche Schwierigkeiten in ihrer Praxis erst, wenn es schon fast zu spät ist. Dabei deuten verschiedene Indikatoren auf drohende Notlagen hin. So bleibt Zeit zum Gegensteuern.
Praxischefs sind in der Regel keine Betriebswirte. So kommt es immer wieder vor, dass sie der wirtschaftlichen Notlage ihrer Praxis erst gewahr werden, wenn sie schon kurz vor der Insolvenz steht. Und dann sind drastische Einschnitte nötig, um die Praxis zu retten. Doch so weit sollte es nicht kommen. Denn eine Praxis gerät nicht von heute auf morgen in Zahlungsschwierigkeiten.
Insolvenz-Warnsignale
Merkmale, die auf eine drohende Negativ-Entwicklung in der Praxis hinweisen:
* neue Wettbewerber
* Gesetzesänderungen / neue Abrechnungsvorschriften
* Umsatzrückgang
* sinkende Liquiditätsreserve
* Kontokorrentkredit wird ständig ausgeschöpft bzw. muss erhöht werden
* die Konditionen für Investitionskredite werden schlechter
* Rechnungen können nicht mehr zeitnah bezahlt werden
* Warnungen des Steuerberaters
* sinkende Patientenzahlen
* Patientenbeschwerden häufen sich
* schlechtes Arbeitsklima
* Mitarbeiter sind nicht ausgelastet, oder Mitarbeiter und Praxisinhaber arbeiten bis zur Erschöpfung - ohne erkennbares Ergebnis. Näheres:
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxisfuehrung/default.aspx?sid=551178&ticket=ST398-COayo2Hfxggl1mCBWIEhdnsPqxiJepUcAi9-20
Quelle: Günter Frielingsdorf. Ärzte Zeitung, 04.06.2009

Europa

Zwei deutsche Ärzte im neuen EU-Parlament
Die beiden christdemokratischen Ärzte Peter Liese und Thomas Ulmer ziehen erneut in das Europäische Parlament (EP) ein. Das hat die Auszählung der Stimmen am Sonntag ergeben.
- Das EU-Parlament tritt am 14. Juli in Straßburg zur konstituierenden Sitzung zusammen. Erneut ist die Wahlbeteiligung gesunken: auf 43,55 Prozent. Der Wahlkampf selbst war nur am Rande von europäischen Themen geprägt - im Vordergrund standen oft nationale Probleme und Skandale.
Quelle: Ärzte Zeitung, 08.06.2009

Rückgang der Geburtenrate macht Europa zu schaffen
An diesem Wochenende wählt Europa. Eine der großen Herausforderungen, der sich nahezu alle 27 EU-Mitgliedstaaten stellen müssen, sind niedrige Geburtenraten. Besonders dramatisch stellt sich das Problem in Deutschland dar.
- Damit sich die Bevölkerung eines Landes auf natürliche Weise "reproduzieren" kann, ist in hochentwickelten Ländern mit geringer Kindersterblichkeit eine Zahl von durchschnittlich 2,1 Kindern pro Frau erforderlich. Dieser Wert jedoch sei zuletzt in keinem EU-Land mehr erreicht worden, teilt das Statistische Bundesamt in einer aktuellen Broschüre zum Thema "Jugend und Familie in Europa" mit. Die Zahlen der Statistiker beziehen sich auf die Jahre 2006 und 2007.
In Frankreich lag die Geburtenziffer danach bei 1,98 Kindern. Die geringsten Geburtenziffern wiesen einige der neuen osteuropäischen Mitgliedsstaaten auf. Schlusslichter waren die Slowakei mit 1,24 und Polen mit 1,27 Kindern. Auch Deutschland gehört zu den Ländern, die mit niedrigen Geburtenraten zu kämpfen hat. Die durchschnittliche Kinderzahl betrug hier zuletzt 1,33.
-... Deutschland, speziell die alten Bundesländer, ist das weltweit einzige Land, in dem das Problem des niedrigen Geburtenniveaus bereits seit mehr als 30 Jahren besteht.
Die Folge sind zunehmend schwächer besetzte Jahrgänge und damit auch immer weniger Frauen, die im gebärfähigen Alter sind.
Quelle: Ärzte Zeitung, 05.06.2009

Ein gigantischer Gesundheitsmarkt ohne Grenzen
Europa bietet Chancen - etwa für junge deutsche Ärzte, die in jedem anderen Land der EU arbeiten können. Zugleich macht Europa aber auch skeptisch: Viele Bürger befürchten, dass eine Harmonisierung der Gesundheitssysteme auf Dauer unvermeidlich ist.
480 Millionen potenzielle Patienten in 27 Ländern - ein Gesundheitsmarkt, der gigantischer kaum sein könnte: Junge Ärzte haben in Europa viele Chancen. Die Europäische Union erkennt seit Jahrzehnten gegenseitig Abschlüsse an, das erlaubt ärztliches Arbeiten in allen EU-Staaten.
- Kontrovers diskutiert wird aber häufig die These, dass auf Dauer eine Harmonisierung der EU-Gesundheitssysteme nicht zu vermeiden sei. Fakt ist: Es gibt ein gravierendes ökonomisches Gefälle zwischen den Mitgliedsstaaten, das große Unterschiede im Niveau der Absicherung des Krankheitsrisikos zur Folge hat.
Die Regelung des EU-Vertrags ist eindeutig: Was auch immer die EU an Aktivitäten mit Blick auf eine bessere Gesundheitsversorgung entwickelt, "die Verantwortung der Mitgliedsstaaten für die Organisation des Gesundheitswesens und der medizinischen Versorgung", heißt es im Vertrag, werde "in vollem Umfange gewahrt".
Näheres: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gesundheitspolitik_international/default.aspx?sid=551366
Quelle: Christoph Fuhr. Ärzte Zeitung, 05.06.2009

Allgemeines

Bologna statt Humboldt an Hochschulen
Erasmus lieben sie, Bologna beschimpfen sie. Europa hat das Leben der Studenten in den vergangenen Jahren auf den Kopf gestellt. Von der größten Revolution an deutschen Universitäten seit dem 19. Jahrhundert wird gesprochen. Austauschprogramme wie Erasmus gelten als Erfolgsmodell - mit rund 26.000 deutschen Studenten wurde im Studienjahr 2007/2008 ein Rekord aufgestellt.
- Dagegen hat die durch Bologna angestoßene Umstellung von Magister- und Diplom- auf Bachelor- und Masterstudiengänge in Europa einen Proteststurm ausgelöst.
- Dichte Stundenpläne mit Anwesenheitspflicht sowie die Fülle von Praktika und Klausuren lassen vielerorts keine Zeit fürs Jobben oder Auslandssemester, lauten die Klagen. Wie ein Hamster im Laufrad kämen sich viele Studenten vor, kritisiert der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen. Hochschulgruppen und Fachschaften haben Nachwuchsprobleme. Der "Bummelstudent" ist infolge von Bologna und Studiengebühren zur aussterbenden Spezies geworden. Nun, da in Deutschland 9.200 und damit 75 Prozent aller Studiengänge auf Bachelor und Master umgestellt sind, wird "Bologna" immer mehr zum Schimpfwort. Experten raten zum Nachbessern.
- Alles begann vor zehn Jahren im Juni 1999 in der italienischen Universitätsstadt Bologna. Dort beschlossen 29 europäische Staaten die Angleichung der Hochschulsysteme. Die Vision: Ein Studium ohne Grenzen für mehr als 15 Millionen Studenten an rund 5.000 Hochschulen der EU und angrenzender Staaten - ohne Streit über die Anerkennung von Leistungsscheinen und Prüfungen. Das sollten gleiche Abschlüsse und vergleichbare Studienpläne gewährleisten. Das Studium sollte passgenauer für den Arbeitsmarkt werden. Deshalb wurden die bisherigen Diplom- und Magister-Studiengänge auf die Basiswissen vermittelnde Bachelor- und die darauf aufbauende Master-Struktur umgestellt.
- Viele Professoren loben heute, Studenten würden jetzt zum konsequenten Studieren angehalten. Der Stoff werde viel schneller vermittelt. Statt umfangreicher Examina am Ende des Studiums werde nun mit Klausuren nach jedem Semester die Studienleistung gleichmäßig und fair bewertet.
- Vielleicht ist der Mittelweg die Lösung: Nach zehn Jahren Bologna soll der Bachelor in Deutschland jetzt großzügiger gestaltet werden - zum Beispiel durch die Verlängerung der Studiendauer bis zum Abschluss von jetzt zumeist sechs auf künftig acht Semester. Dann bliebe mehr Zeit zum Jobben, für Auslandssemester, zur Vertiefung des Wissens - und zum Genießen der rarer gewordenen Uni-Partys.
http://www.aerztezeitung.de/panorama/default.aspx?sid=551137
Quelle: Ärzte Zeitung online, 03.06.2009

Krise stärkt den Hang nach dem Gemeinwohl
Solidarität statt Egoismus: Die Deutschen sehnen sich in Zeiten der Wirtschaftskrise einer aktuellen Studie zufolge wieder stärker nach Gemeinschaft. "Aus der Gesellschaft der Ichlinge wird eine Gemeinschaft auf Gegenseitigkeit", so Professor Horst Opaschowski, Autor der Zukunftsstudie "Vision Deutschland". Es gehe um "die Wiederentdeckung der Familie, die Wiederentdeckung der Freunde, das Comeback der guten Nachbarn".
Quelle: Ärzte Zeitung, 08.06.2009

Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteur BAO-MAO-Aktuell
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Axel Neumann
Vereinsregister VR 6346
Managementgesellschaft Ambulantes Operieren – MAO
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de oder maobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de oder http://www.mao-bao.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 88, Ausgabe 2 – Mai 2018
121. Deutscher Ärztetag Aufgewertet: Der Facharzt für Allgemeinchirurgie behält seinen Platz in der Versorgung
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Helmsauer Gruppe

Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...
+ Kompetenz aus jahrzehntelanger Erfahrung + Spezialisierung auf Ihre Bedürfnisse + Mehrwerte über exklusive Rahmenverträge
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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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