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Handchirurgische Eingriffe

Hier finden Sie:

Ausgehend von den Erfahrungen aus der Wiederstellungschirurgie nach Unfällen ist die Handchirurgie auch ein Teilgebiet der Plastischen Chirurgie. Zahlreiche anatomische Strukturen wie Nerven, Bänder, Sehnen und Muskeln liegen hier auf engsten Gebiet zusammen, um das reibungslose Funktionieren der komplexen Aufgaben der Hand zu gewährleisten.
Zahlreiche Operationen im Bereich der Hand können auch problemlos ambulant durchgeführt werden. Dazu gehören z.B. die Behandlung eines sogenannten „Schnellenden Fingers“ oder einer verdickten Bindegewebsplatte (Dupuytrensche Kontraktur) und die Behandlung von Knochenbrüchen oder Tumoren. Beim Schnellenden Finger (Tendovaginitis stenosans) handelt es sich um eine Verengung der bindegewebigen Sehnenscheide der Fingerbeuger. Die Sehne muss diese Enge bei jeder Bewegung überwinden, sie läuft nicht mehr glatt in ihrem Gleitlager und man hört ein deutliches „Schnellen“.
Bei der Dupuytrenschen Kontraktur ist die Bindgewebsplatte der Hand verändert, sie wird unelastisch verhärtet sich und schrumpft.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Bei Eingriffen an der Hand wird häufig die Möglichkeit genutzt, in Blutleere zu operieren, um den Blutverlust zu gering wie möglich zu halten und dem Operateur eine bessere Übersicht zu ermöglichen. Dazu wird eine Gummibinde von den Fingern an fest um den betreffenden Arm gewickelt. Sind die Venen dann weitgehend blutleer, wird eine Blutdruckmanschette am Arm aufgepumpt, die einen neuerlichen Bluteinstrom während des Eingriffs verhindert. Die Gummibinde kann dann wieder entfernt werden.

Durch die Operation des Schnellenden Fingers wird die Gleitfähigkeit der betroffenen Sehne wieder hergestellt. Dazu wird über dem betroffenen Gebiet das Ringband als Stelle der größten Sehnenverengung aufgesucht und in Längsrichtung gespalten.. Danach wird der Hautschnitt vernäht und die Hand verbunden.

Bei der Operation der Dupuytrenschen Kontraktur werden nach einem Hautschnitt Nerven, Gefäße und Sehnen vorsichtig aus dem Bindegewebe der Hohlhand gelöst und die Bindgewebsplatte dann entfernt. Die Schnittführung richtet sich dabei nach der Ausdehnung des Befundes und eventuellen Voroperationen. Es wird dabei zur besseren Sicht eine Lupe oder manchmal ein Operationsmikroskop benutzt. Nach der Operation wird ein ruhigstellender Verband (z.B. Gipsschiene) angelegt.

Die operative Behandlung von Knochenbrüchen im Bereich der Hand richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung und den örtlichen Gegebenheiten. Ziel ist jeweils, dass der Knochen rasch in einer möglichst funktionsgerechten Stellung wieder zusammenwächst.

Der Knochen wird freigelegt und die Bruchenden von untauglichem Knochengewebe befreit. Möglicherweise wird ein Knochendefekt mit Knochenspänen aus dem Beckenkamm aufgefüllt.
Anschließend werden die Bruchenden in der richtigen Stellung aneinander geführt und durch Schrauben oder spezielle Drähte (Kirschnerdrähte) in dieser Position fixiert. Ein zusätzlicher Gipsverband ist dann oft notwendig.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Beim Schnellenden Finger empfiehlt der Arzt in leichten Fällen vielleicht zuerst einen konservativen Therapieversuch mit antientzündlichen Medikamenten oder Kortisonspritzen in die unmittelbare Umgebung der betroffen Sehne. Führt diese Behandlung nicht zur deutlichen Besserung, sollte die Entscheidung für eine Operation nicht zu lange hinausgezögert werden, um die Sehne nicht weiter zu schädigen.

Bei der Dupuytrenschen Kontraktur wird der Arzt in der Regel erst dann eine Operation vorschlagen, wenn ein oder mehr Finger nicht mehr vollständig gestreckt werden können. In Ausnahmefällen kann die Operation auch ohne Streckverlust sinnvoll sein. Das ist z.B. bei starken Schmerzen, sehr starken Hauteinziehungen oder ausgedehnten knotigen Veränderungen der Fall.

Ob ein Knochenbruch operativ behandelt werden muss oder ein Gipsverband ausreicht, hängt ganz von den jeweiligen Gegebenheiten und der Stellung der Bruchstücke ab. In der Regel kann die Hand nach einer operativen Behandlung früher wieder belastet werden. Auch dies kann ein Argument für ein operatives Vorgehen sein.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Die genannten Eingriffe an der Hand werden in der Regel in einer Plexusanästhesie (Verweis Plexusanästhesie) vorgenommen.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Die Dauer des Eingriffs hängt von der jeweiligen Erkrankung, der Vorgehensweise und den anatomischen Gegebenheiten ab.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Bestimmte Grunderkrankungen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko oder eine bekannte überschießende Narbenbildung können eventuell gegen den Eingriff sprechen.

Äußert sich die Dupuytrensche Kontraktur nur in einem einzelnen, nicht störenden Strang oder Knoten wird von der Operation zum jetzigen Zeitpunkt meist abgeraten und eine Kontrolluntersuchung nach 12 bis 18 Monaten empfohlen.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Bei den genannten Operationen an der Hand handelt es sich um relativ risikoarme Eingriffe.
Wie bei jeder Operation lassen sich natürlich Komplikationen nicht hundertprozentig ausschließen. Über seltene Komplikationen wie Knochen- und Gelenkinfektionen, Verletzungen von benachbarten Strukturen, Wundinfektionen oder überschießende Narbenbildung wird Ihr Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.

Bei der Behandlung von Knochenbrüchen lässt sich trotz aller Sorgfalt eine nachfolgende Fehlstellung der Knochenteile nie ganz ausschließen, wodurch eventuell ein zweiter Eingriff erforderlich wird. Bei Kinder kann das Wachstum der Hand gestört sein, wenn der Bruch durch eine Wachstumsfuge läuft.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Nehmen Sie wegen anderer Erkrankungen regelmäßig Medikamente, sollten Sie den Arzt bzw. Anästhesisten rechtzeitig vorher darüber informieren, da einige Medikamente wie z.B. blutverdünnende Substanzen einige Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden sollten.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

  Auch bei ambulanten Eingriffen an der Hand bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fitt für den Heimweg fühlen. Die Betäubung des Armes kann noch einige Zeit anhalten. Sie sollten am Tag des Eingriffs nicht selbst Auto fahren und sollten sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen. Lassen Sie sich von Angehörigen oder Freunden abholen oder nehmen Sie ein Taxi nach Hause.

Nach der Operation der Dupuytrenschen Kontraktur haben Sie noch etwa 10 bis 14 Tage einen festen Verband. Sie sollten die Finger aber von Anfang an bewegen und die Hand nicht nach unter hängen lassen. Eventuell empfiehlt der Arzt auch Krankengymnastik. Die Fäden werden nach etwa 14 Tagen gezogen. Unter Umständen schließt sich dann noch eine Nachbehandlung mit Bädern, Kältebehandlungen oder ähnlichem an.

Nach der Operation des Schnellenden Fingers sollten Sie schon kurz nach der Operation Fingerübungen vornehmen, um einer Versteifung des Fingers entgegenzuwirken.

Nach der operativen Versorgung von Knochenbrüchen, können die Schmerzen vorübergehend noch einmal zunehmen, sodass die Einnahme eines Schmerzmittels erforderlich sein kann. Alle Gelenke, die nicht ruhiggestellt sind, sollten Sie möglichst viel bewegen. Vor allem in der Frühphase empfiehlt es sich den Arm häufig hoch zu lagern, um einer Schwellung entgegen zu wirken. Ist Ihnen Krankengymnastik verordnet, sollten sie die entsprechenden Übungen regelmäßig durchführen – stärkere Schmerzen dürfen dabei aber nicht entstehen. Wann Sie die verletzte Hand wieder voll belasten können oder ggf. noch verbliebendes Material wieder entfernt werden sollte, kann der Arzt nur im Einzelfall nach Art der Verletzung und Heilungsverlauf entscheiden.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Noch am Tag des Eingriffs wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten.
Bekommen Sie zu Hause Schwellungen, starke Schmerzen oder Fieber oder drückt der Verband, sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

Chirurgen Magazin un...

Heft 80, Ausgabe 2 – Mai 2016 Gemeinsames Magazin: Zusammenschluss von Chirurgen Magazin und BAO Depesche
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