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Operation der Dupuytren-Kontraktur

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Bei der Dupuytren-Kontraktur (auch Morbus Dupuytren genannt) handelt es sich um eine fortschreitende Schrumpfung und Verdickung der Bindegewebsplatte der Hohlhand (Palmaraponeurose). Zuerst entwickeln sich meist derbe Knötchen am oberen Rand der Hohlhand (bevorzugt am Ring- und Kleinfinger), die langsam größer werden. Im weiteren Verlauf kommt es zur Ausbildung von bindegewebigen Strängen, die von der Hohlhand bis in die Finger ziehen und die Streckung der Finger behindern. Anfangs können die Finger dann nicht mehr im Grundgelenk, später auch im Mittel- und Endgelenk gestreckt werden. Die Haut über den Veränderungen ist verdickt und schlecht verschiebbar. Durch die Veränderungen kann die Funktion und Leistungsfähigkeit der Hand stark beeinträchtig sein.
Oft verläuft die Erkrankung in Schüben, d.h. an eine Zeit des raschen Fortschreitens kann sich eine Phase des Stillstands ohne Veränderung anschließen. Eine Verletzung im Bereich der Handinnenfläche kann bei entsprechender Veranlagung das Auftreten einer Dupuytren-Kontraktur beschleunigen.

Die genaue Ursache der Dupuytren-Kontraktur ist unklar. Oft sind in einer Familie mehrere Personen betroffen, sodass erbliche Faktoren eine Rolle zu spielen scheinen. Am häufigsten findet man die Erkrankung bei hellhäutigen Männern nordeuropäischen Ursprungs. Auch Alkoholiker mit Leberzirrhose, Diabetiker und Epileptiker leiden gehäuft an der Bindegewebsschrumpfung.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Bei Eingriffen an der Hand wird meist die Möglichkeit genutzt, in Blutleere zu operieren, um den Blutverlust zu gering wie möglich zu halten und dem Operateur eine bessere Übersicht zu ermöglichen. Dazu wird eine Gummibinde von den Fingern an fest um den betreffenden Arm gewickelt. Sind die Venen dann weitgehend blutleer, wird eine Blutdruckmanschette am Arm aufgepumpt, die einen neuerlichen Bluteinstrom während des Eingriffs verhindert. Die Gummibinde kann dann wieder entfernt werden.

Je nach Fortschreiten der Erkrankung kann das Ausmaß des Eingriffs ganz unterschiedlich ausfallen. Manchmal reicht es aus, einzelne bindegewebige Stränge zu entfernen. In fortgeschrittenen Fällen ist es unter Umständen nötig, die gesamte Bindegewebsplatte der Handinnenfläche (Fasziektomie) herauszutrennen. Zusätzlich müssen während der Operation manchmal Verwachsungen im Bereich von Nerven, Gefäßen und Gelenkkapseln vorsichtig gelöst werden.
Damit die Narbe nicht später wieder zu einer Schrumpfung des Bindgewebes führt, wenden die Chirurgen meist einen Z-förmigen Schnitt an (sogenannte Z-Plastik). Damit die Hand nach der Operation nicht übermäßig anschwillt wird häufig auch noch das bindegewebige Mittelband über dem Handgelenk (Retinakulum flexorum) gespalten.

Zum Abschluss der Operation wird ein dünner Plastikschlauch zur Ableitung des Wundsekrets eingelegt, der nach 1-2 Tagen wieder entfernt wird. Zur kurzfristigen Ruhigstellung erhalten die Patienten meist eine Unterarm-Gipsschiene.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Da die Dupuytren-Kontraktur leider sehr häufig einige Zeit nach den Eingriff erneut auftritt (bei etwa 40% der Patienten innerhalb von 5 Jahren) und keine Vorbeugung bekannt ist, kommt dem richtigen Operationszeitpunkt eine große Bedeutung zu.
Bei einzelnen Knötchen ohne Versteifung in Beugestellung wird man in der Regel zunächst noch abwarten und die Operation auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
Auf der anderen Seite sollte der Eingriff aber auch nicht zu spät erfolgen, sondern möglichst bevor Haut, Nerven und Gelenkkapseln mitbetroffen sind. Aus diesem Grund empfiehlt Ihr Arzt möglicherweise jährliche Kontrolluntersuchungen.

Die Wirksamkeit alternativen Therapiemethoden wie Ultraschall, Laser, hochdosierte Vitamingaben oder Kortisonspritzen ist bisher nicht wissenschaftlich erwiesen.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Die Operation der Dupuytren-Kontraktur erfolgt im Allgemeinen in einer Plexusanästhesie.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Die Dauer des Eingriffs hängt von der Vorgehensweise und den anatomischen Gegebenheiten ab. In einfachen Fällen kann die Operation weniger als eine Stunde dauern, bei sehr fortgeschrittener Erkrankung aber auch mehrere Stunden.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Da es sich bei der Korrektur der Dupuytren-Kontraktur nicht um einen lebenswichtigen Eingriff handelt, sollten Sie zum Zeitpunkt des Eingriffs vollkommen gesund sein, ansonsten kann die Operation verschoben werden. Hautinfektionen im Operationsgebiet wie ein z.B. ein Ekzem oder infizierte Wunden müssen erst zur Abheilung gebracht werden.

Bei Durchblutungsstörungen im Bereich der Finger wird der Arzt von einer Operation abraten.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Bei der operativen Therapie der Dupuytren-Kontraktur handelt es sich um einen relativ risikoarmen Eingriff. Wie bei jeder Operation lassen sich natürlich Komplikationen nicht hundertprozentig ausschließen. Über seltene Komplikationen wie Nachblutungen, Verletzungen von benachbarten Strukturen, Wundinfektionen oder überschießende Narbenbildung wird Ihr Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.

Da eventuell kleine Hautnerven durch den Schnitt durchtrennt werden, kann ein Taubheitsgefühl im Operationsgebiet zurückbleiben.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Nehmen Sie wegen anderer Erkrankungen regelmäßig Medikamente, sollten Sie den Arzt bzw. Anästhesisten rechtzeitig vorher darüber informieren, da einige Medikamente wie z.B. blutverdünnende Substanzen einige Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden sollten.
Da Sie durch den Unterarmgips bei den häuslichen Verrichtungen möglicherweise etwas eingeschränkt sind, sollten Sie möglichst vorher schon entsprechende Vorkehrungen für die erste Zeit treffen.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Auch bei ambulanten Eingriffen am Handgelenk bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fitt für den Heimweg fühlen. Die Betäubung des Armes kann noch einige Zeit anhalten, was den Vorteil hat, dass Sie in dieser Zeit auch keine Schmerzen verspüren. Sie sollten am Tag des Eingriffs nicht selbst Auto fahren und sollten sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen. Lassen Sie sich von Angehörigen oder Freunden abholen oder nehmen Sie ein Taxi nach Hause.

Nach dem Eingriff ist die betroffene Hand in der Regel für etwa eine Woche in einer Unterarm-Gipsschiene ruhiggestellt. Die Finger bleiben dabei frei beweglich. Danach wird die Gipsschiene meist noch durch einen festen gepolsterten Verband ersetzt, um Schwellungen vorzubeugen. Wann der Verband entfernt und die Fäden gezogen werden, hängt von der individuellen Wundhandlung ab.

Für ein gutes Operationsergebnis ist von Anfang an Ihre aktive Mitarbeit erforderlich. Schon in der Gipsschiene sollten Sie regelmäßig die Finger bewegen. Entsprechende Bewegungsübungen wird Ihnen Ihr Arzt oder Physiotherapeut zeigen. Nach Entfernung von Gipsschiene und Verband kann über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen die Hand wieder schrittweise belastet werden. Auch in dieser Zeit müssen regelmäßig Streck- und Dehnübungen der Finger durchgeführt werden.

Bei komplikationslosem Verlauf ist die Hand nach etwas 6 Wochen wieder voll einsatzfähig. Extrembelastungen wie z.B. Tennis Spielen sollten aber möglich noch für weitere 4-6 Wochen vermieden werden.

Narben im Bereich der Hand sind meist länger empfindlich als in anderen Körperbereichen, da die Gefühlsnerven hier besonders dicht sind. In den ersten Wochen können sie daher noch als sehr störend empfunden werden. Lindernd wirkt das mehrmals tägliche Eincremen mit fetthaltigen Cremes. Auch wenn die Narben in den ersten Monaten noch gerötet und dick sind, braucht sie das nicht zu beunruhigen. Nach ein bis zwei Jahren sind sie meist kaum noch zu sehen.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Noch am Tag des Eingriffs wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten.
Bekommen Sie zu Hause Schwellungen, starke Schmerzen oder Fieber oder drückt der Verband, sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen

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Heft 80, Ausgabe 2 – Mai 2016 Gemeinsames Magazin: Zusammenschluss von Chirurgen Magazin und BAO Depesche
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