14.06.2012: BAO-Newsletter

BAO-Newsletter; Nr. 06/12, vom 14. Juni 2012
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Inhalt:
Mitteilungen des Präsidiums
Mitteilung unseres Justitiars
Kommentierte Nachrichten
Nachrichten
Termine

Mitteilungen des Präsidiums

Niedergelassene Ärzte wehren sich

Pressemitteilung vom 4. Juni 2012: Zehn Verbände von Operateuren und Narkoseärzten greifen GKV-Spitzenverband an.

Zehn Bundes- und Regionalverbände niedergelassener ambulanter Operateure und Anästhesisten in Deutschland haben am Samstag in Frankfurt am Main "verärgert und empört" auf die anhaltenden Angriffe des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen reagiert. Die Verbände fordern ein Ende der "absurden und haltlosen Beschuldigungen und Diffamierungen", wie sie der GKV-Spitzenverband in den vergangenen Wochen gegen Operateure erhoben habe. Die in den Verbänden zusammengeschlossenen 3.000 Ärzte operieren jährlich rund 4,5 Millionen Patienten und decken damit etwa die Hälfte aller ambulanten Operationen in Deutschland ab.

Unter anderem hatte der Spitzenverband behauptet, viele Kliniken bezahlten "Fangprämien" an niedergelassene Ärzte für die Überweisung von Patienten. Erst vor wenigen Tagen hatte der GKV-Spitzenverband nachgelegt und unter Hinweis auf ein selbst in Auftrag gegebenes Gutachten behauptet, viele Operationen seien unnötig und würden nur aus wirtschaftlichen Gründen vorgenommen.
"Für solche unverfrorenen Behauptungen gibt es keine seriöse Quelle. Nicht einmal das von Ihnen in Auftrag gegebene Gutachten macht dazu eine Aussage. Selbst der Autor des Gutachtens musste in einem Pressebericht auf Nachfrage einräumen, dass die Vorwürfe wissenschaftlich nicht eindeutig zu beweisen seien. Ihr Vorwurf ist demnach frei erfunden", so der Koordinator des "Frankfurter Treffens der ambulanten Operateure und Anästhesisten in Deutschland" vom 02.06.2012, Dr. med. Thomas Wiederspahn-Wilz, 1. Vorsitzender des Verbandes von operativ und anästhesiologisch tätigen niedergelassenen Fachärzten in Deutschland (LAOH).
Es sei gut möglich, dass in den vergangenen Jahren mehr operiert wurde. Dies sei jedoch vor allem auf den demographischen Wandel und den medizinischen Fortschritt zurückzuführen. "Die modernen Diagnose-, Operations- und Narkoseverfahren ermöglichen es uns heute, Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, die früher weder diagnostiziert noch therapiert werden konnten", so Dr. Wiederspahn-Wilz.
Kein Arzt, der seinen hippokratischen Eid ernst nehme, operiere seine Patienten unnötig. Das widerspreche der ärztlichen Ethik. Ziel sei es, den Patienten zu helfen und ihnen ihre Lebensqualität zu erhalten beziehungsweise zurückzugeben.
Im Übrigen wundern sich die Verbände auch über das Bild, das sich der GKV-Spitzenverband von den Versicherten mache. Bestens informierte Versicherte ließen sich heute nicht mehr von einem Arzt eine unnötige Operation aufreden. Richtig sei vielmehr, dass gut informierte Patienten immer seltener gewillt seien, mit einer vielleicht schmerzhaften Krankheit zu leben, wenn ein operativer und immer häufiger ambulant möglicher Eingriff rasche Linderung verspreche. Solche Eingriffe verbesserten nicht nur die Lebensqualität, sie könnten auch krankheitsbedingte berufliche Ausfallzeiten verkürzen, was betriebs-, wie volkswirtschaftlich äußert wünschenswert sei.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Finanzierung der Gesundheitsversorgung in Deutschland vermuten die Repräsentanten der deutschen ambulanten Operateure und Anästhesisten hinter dem Gutachten vielmehr einen taktischen Schachzug der gesetzlichen Krankenkassen, um von ihren Milliardenüberschüssen abzulenken. "Es ist auffällig, dass die Ergebnisse des von den Krankenkassen in Auftrag gegebenen Gutachtens genau zu der Zeit mit dem vom Auftraggeber gewünschten Ergebnis kommen, zu der die Koalition über die Gesundheitsfinanzierung verhandelt."
Die Verbände ambulanter Operateure und Anästhesisten bieten dem GKV Spitzenverband aber auch Gespräche an. So biete die "Integrierte Versorgung" einen erprobten und erfolgreichen Weg, wie Operateure und viele vernünftige Krankenkassen auch aus Ihrem Verband gemeinsam eine zeitgemäße medizinische Versorgung auf hohem Niveau anbieten, die allen nutze und die Kosten dennoch im Auge behalte. Durch die bei der integrierten Versorgung optimale Verzahnung des Behandlungsprozesses der Patienten vom Erstgespräch bis zur Nachsorge würden Doppeluntersuchungen und Wartezeiten vermieden und so die Dauer der Krankheit drastisch verkürzt. In vielen Fällen könnten Patienten sogar Geld sparen.

Verbände:
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V.
Landesverbandes Ambulantes Operieren Baden-Württemberg, e.V.
Landesverband für Ambulantes Operieren Bayern e.V.
Verband von operativ und anästhesiologisch tätigen niedergelassenen
Fachärzten in Deutschland (LAOH)
Anästhesie-Netz Deutschland e.V.
NASH - Niedergelassene Anästhesisten Schleswig Holstein
Arbeitsgemeinschaft Anaesthesiologischer Operations-Zentren e.V.
Genossenschaft Hessischer Anästhesisten eG
Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. -(Regionalvertretung Hessen)
Genossenschaft der Niedergelassenen Operateure Hessen e. G.
Näheres: http://www.laoh.net

Mitteilung unseres Justitiars

Änderungen des AOP-Vertrages zum 01.06.2012

Der Gesetzgeber hat die Vertragsparteien des AOP-Vertrages verpflichtet in den Vereinbarungen vorzusehen, dass die Leistungen nach § 115b SGB V auch auf Grundlage einer vertraglichen Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und Vertragsärzten erbracht werden können, § 115b Abs. 1 Satz 4 SGB V.
Diese Umsetzung ist nun in § 7 Abs. 4 erfolgt.
Die Leistung hat im Krankenhaus selbst und im Rahmen des dortigen Versorgungsauftrages zu erfolgen. Das Krankenhaus hat den Facharztstandard zu garantieren. Erfolgen die ambulante Operation, der sonstige stationsersetzende Eingriff oder die anästhesiologische Leistung/Narkose durch einen Vertragsarzt im Rahmen einer vertraglichen Zusammenarbeit, so sind dessen Leistungen vom Krankenhaus in Rechnung zu stellen. Die lebenslange Arztnummer des Vertragsarztes ist auf der Rechnung des Krankenhauses auszuweisen. Eine gesonderte Vergütung des Arztes darf in diesem Fall weder durch die Krankenkasse noch durch die Kassenärztliche Vereinigung erfolgen.
Zudem wurden in § 9 zwei redaktionelle Klarstellungen im Hinblick auf die Berechnung der Sachmittelpauschale aufgenommen.
Der Arzt sollte bei der Vertragsgestaltung darauf achten, dass das Risiko der ausgefallenen Vergütung des Krankenhauses nicht auf seinen Schultern liegt. Zudem ist seine Tätigkeit kv-rechtlich nur dann unproblematisch, wenn sie ihn nicht daran hindert, seinen Patienten in einem dem Versorgungsauftrag entsprechenden Umfang persönlich zur Verfügung zu stehen und Sprechstunden zu den in der vertragsärztlichen Versorgung üblichen Zeiten anzubieten (§ 20 der Zulassungsverordnung).
Im Rahmen der Vergütungsvereinbarung mit dem Krankenhaus sind die Grenzen des allgemeinen Wettbewerbsrechts zu beachten. Die Anwendung der GOÄ ist nach der Rechtsprechung nicht zwingend, da diese auf Dauerschuldverhältnisse zwischen Krankenhausträger und einem niedergelassenen Arzt keine Anwendung findet. In der Praxis sind neben GOÄ-Vereinbarungen auch Pauschalhonorare auf Basis der Leistung oder Stundenvereinbarungen vorzufinden.
In jedem Fall ist auf die Angemessenheit der Honorare zu achten, auf der einen Seite, um einen ruinösen Wettbewerb unter den Ärzten zu verhindern und auf der anderen Seite dem Vorwurf des Kick-Back zu entgehen.
Der Katalog ambulanter Operationen und sonstiger stationsersetzender Eingriffe als solcher bleibt unverändert.

RA Dr. R. Großbölting grossboelting@kwm-rechtsanwaelte.de

Kommentierte Nachrichten

MEDIZINKLIMAINDEX: Ärzte sehen ihre wirtschaftliche Zukunft überwiegend positiv (Arzt & Wirtschaft 3.05.2012)
Seit dem Jahre 2006 erhebt die GGMA Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse mbH im Auftrag der Stiftung Gesundheit den Medizinklimaindex (MKI).
Nach der neuesten Erhebung sehen Ärzte, Zahnärzte und Psychologische Psychotherapeuten ihre wirtschaftliche Lage so gut wie noch nie: 80 Prozent der Befragten halten die wirtschaftliche Lage für gut oder befriedigend, 21,3 Prozent bewerten sie als schlecht.
Kommentar:
Wenn es den Ärzten, Zahnärzten und Psychologischen Psychotherapeuten so gut geht, werden sie keine Revolution und keine Schritte, die ihre wirtschaftliche Situation verschlechtern könnten, befürworten. Das heißt, sie werden alle schön brav in ihren KVen bleiben und über schlechte Punktwerte schimpfen. Einzelne kleinere Gruppen wie z. B. Ambulante Operateure und Anästhesisten, deren Vergütung gemessen an den stationären DRG im internationalen Vergleich die niedrigste ist, werden in der Masse der Vertragsärzte kaum Besserungen ihrer wirtschaftlichen Situation erringen können. Nach dem Motto "mitgefangen – mitgehangen" bleibt ihnen nur, "Leistungen-in-Roten-Zahlen" zu vermeiden und auf Änderungen des deutschen Selbstverwaltungs-Systems durch die Europäische Gemeinschaft, u.a. durch Einführung des Kartellrechts für die Krankenkassen, hinzuwirken.
J.B.

Zu viele Op? Endoprothesenregister könnte Klarheit schaffen (Ärzte Zeitung 20.05.2012)
Laut Professor Dr. med. Fritz Beske, Leiter des Institut für Gesundheits-System-Forschung in Kiel, ist der Verdacht, dass in Deutschland zu viel operiert werde, leicht geäußert, kann aber nicht so schnell bewiesen werden. Nach seiner Meinung ist für die Beurteilung ein Endoprothesenregister notwendig. Nur durch solch ein Register sei die Qualität der Operationen wissenschaftlich einigermaßen einzuschätzen. Dann könnten auch Gegenrechnungen aufgemacht werden, wie hoch die Folgekosten bei Verzicht auf Endoprothesen wären. Wesentliche Folgeerscheinungen seien Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sowie eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität.
Kommentar:
Beske spricht ein riesiges Defizit des Deutschen Gesundheitswesens an: In Deutschland kann zwar gesagt werden, wie viel Geld im Gesundheitswesen ausgetauscht wird. Teilweise kann aber nicht einmal gesagt werden, welche Leistungen wie häufig erbracht werden. So können wir der IAAS keine vollständige Statistik über die Häufigkeit ambulanter Operationen in Deutschland liefern. Über die Ergebnisse, d. h. die messbaren Gewinne für die Patienten gibt fast keine Aussagen mehr. So kann jede Gruppierung fast beliebige Behauptungen über Unter-, Fehl- und Überversorgung, zu häufige Operationen oder sonst etwas behaupten. Vielleicht zeigen in Deutschland in Relation zu anderen Ländern besonders häufig durchgeführte Behandlungen ja gerade eine besonders hohe Qualität der Versorgung im Sinne der Patienten an. Ohne Zieldefinition und Maßstab ist alles irrational. Ein Trauerspiel, wenn man sich einmal vor Augen führt, dass hier Unmengen an Geldern der Steuerzahler und Versicherten ohne gesellschaftliche Diskussion um Ziele verteilt werden. Eine ideale Demokratie sieht anders aus.
J. H.

Nachrichten (zusammengefasst von Jost Brökelmann)

Gesetzliche Krankenversicherung

Krankenkassen wollen nicht unter das normale Wettbewerbsrecht fallen (Ärzteblatt 9.05.2012)
Der Verband der Ersatzkassen (vdek) wendet sich dagegen, dass Krankenkassen dem Kartell- und Wettbewerbsrecht unterliegen sollen. Dieses plant eine Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (8. GWB-Novelle). Laut vdek hätten die Krankenkassen einen öffentlich-rechtlichen Versorgungsauftrag und sie sollten unter der Gerichtsbarkeit der Sozialgerichte verbleiben.

Kartellrecht für Kassen - Idee mit Nebenwirkungen (Ärzte Zeitung 10.05.2012)
Die Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) hat heftige Diskussionen ausgelöst, weil das Kartellverbot auch auf das Verhältnis der Krankenkassen und ihrer Verbände untereinander ausgedehnt werden soll. Während der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHK) diesen Schritt "aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive als sinnvoll" erachtet, reagiert der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbands negativ: Das Wettbewerbsrecht dürfe den Versorgungsauftrag der Kassen nicht behindern; das Sozialgesetzbuch V fordere an vielen Stellen sogar Kooperation zwischen den Krankenkassen.
Die Stellungnahmen von Wirtschafts- und Gesundheitsausschuss des Bundesrats spiegeln die unterschiedlichen Ansichten wieder: Für die einen gelten Krankenkassen als mittelbare Staatsverwaltung, für die anderen sind sie "organisatorisch verselbständigte Teile der Staatsgewalt", wie das Bundessozialgericht es formuliert hat.
Die AOK befürchtet, dass die Kassen unter den europäischen Unternehmensbegriff fallen könnten und dass damit letztendlich die EU-Kommission für die steuer- und wettbewerbsrechtliche Regulierung der Kassen zuständig wäre.

Bundesrat will kein Kartellrecht für Kassen (Ärzte Zeitung 11.05.2012)
Am 10. Mai hat sich der Bundesrat gegen eine Ausweitung des Kartellrechts auf Krankenkassen ausgesprochen.

Geplante Regeln zur OP-Aufklärung sind zu kompliziert (Ärzteblatt 22.05.2012)
Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) kritisieren Regelungen im geplanten sogenannten Patientenrechtegesetz (PatRG). Insbesondere halten die Fachgesellschaften es für unrealistisch und undurchführbar, dass Patienten über die Gefahren einer Operation nur noch von Ärzten aufgeklärt werden dürfen, die an dem geplanten Eingriff teilnehmen. Aufgrund des geltenden Arbeitszeitgesetzes sei es infolge gesplitteter Arbeitszeiten kaum noch zu gewährleisten, dass der Patient von dem Arzt aufgeklärt wird, der später die Anästhesie oder den Eingriff vornehme.

Hess: Noch kein Rationierungsbedarf im deutschen Gesundheitssystem (Ärzteblatt 9.05.2012)
Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Rainer Hess, sieht zurzeit noch keinen Rationierungsbedarf im deutschen Gesundheitswesen. Es gäbe noch erhebliche Überkapazitäten, die zumindest abgebaut werden müssten. Insgesamt bewertet Hess, der Ende Juni aus dem Amt scheidet, das System der Selbstverwaltung der Gesetzlichen Krankenversicherung positiv. Die Selbstverwaltung sei besser als eine staatliche Reglementierung oder eine reine Marktlösung, so Hess."

Vertragsärzte wollen Streikrecht (Ärzte Zeitung 4.05.2012)
Der Medi-Verbund hat Vertragsärzte in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz befragt: Knapp 96 Prozent der 6.343 Antworten sprechen sich für das Streikrecht aus. Medi fordert das Streikrecht für Vertragsärzte weil heute der Kollektivvertrag ausgehöhlt sei, und zwar durch Kliniköffnungen, Selektiv- und IV-Verträge.

Köhler: EBM-Evolution bis 2014 (Ärzte Zeitung 7.05.2012)
KBV-Chef Köhler will an der Struktur des EBM nicht rütteln, aber an den Leistungen. Unter anderem müsse der kalkulatorische Arztlohn, der sich nach dem Gehalt eines Klinik-Oberarztes richtet, der Tatsache angepasst werden, dass in den vergangenen Jahren die Gehälter der Klinikärzte substantiell gestiegen sind, und zwar seit der Marburger Bund als Spartengewerkschaft eigenständig Tarifverträge abschließt.
Ein weiterer Aspekt sind die Praxiskosten, deren Kalkulationsbasis über 10 Jahre alt ist und die seitherige Inflation nicht berücksichtigt.
Nicht zuletzt müsse immer wieder darüber diskutiert werden, dass der vereinbarte Orientierungspunktwert eigentlich dem kalkulatorischen Punktwert entsprechen solle und idealerweise bei sechs Cent liege. Diese Anpassung würde jedoch ein zusätzliches Vergütungsvolumen von 17 Milliarden Euro bedeuten, was wirtschaftlich gesehen realitätsfern sei.

Umfrage: Kassenärzte arbeiten 55 Stunden pro Woche (Ärzte Zeitung 21.05.2012)
Laut einer Umfrage des NAV-Virchow-Bundes arbeiten Kassenärzte nach eigenen Angaben im Schnitt 55 Stunden pro Woche. Ein großer Teil der Arbeitszeit ginge für Bürokratie drauf. Zum Beispiel gäbe es einen wachsenden Umfang von Kassenanfragen, ob diese oder jene Behandlungsleistung tatsächlich gewährt werden müsse.

Kinderärzte gegen unnötige Schönheits-Ops (Ärzte Zeitung 2.05.2012)
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) lehnt schönheits-chirurgische Eingriffe bei Minderjährigen auch mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten ab. Piercings und Tätowierungen sollten bei Minderjährigen grundsätzlich tabu sein.
Nach Ansicht des Präsidenten des BVKJ, Dr. Wolfram Hartmann, würden die Pädiater nur bei angeborenen Fehlbildungen eine Indikation zu einem kosmetisch-chirurgischen Eingriff sehen.

Schönheits-Op unter 18: Scheitert das Verbot? (Ärzte Zeitung 18.05.2012)
Die Union plant, Schönheitsoperationen unter 18 gesetzlich zu verbieten. Das Bundesgesundheitsministerium hält dagegen, dass verfassungsrechtliche Einwände gegen ein solches Verbot schon seit längerem bekannt sind.
Wie viele schönheits-chirurgische Eingriffe an unter 20-Jährigen tatsächlich vorgenommen werden, ist nicht bekannt.

Bahr will weniger Klinik-Ops (Ärzte Zeitung 1.05.2012)
Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) kritisiert die steigende Zahl von Operationen in Krankenhäusern: "Deutschland gilt als Weltmeister bei den Endoprothesen für Knie und Hüften. Krankenkassen und Experten bezweifeln, dass die Fallzahlsteigerungen notwendig seien.

Kassen-Studie unterstellt Ärzten Korruption (Ärzte Zeitung 22.05.2012)
Auf dem 115. Deutschen Ärztetages sorgte eine Studie des GKV-Spitzenverbandes für Aufregung: Die Studie des Economy & Crime Centers der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg befragte 1.141 Angehörige der Heilberufe, u. a. Ärzte, leitende Klinikmitarbeiter und nicht-ärztliche Leistungserbringer, nach Zuweisungen gegen Entgelt. Eine deutliche Mehrheit der Befragten lehnte Zuweisung gegen Entgelt für unvereinbar mit dem Berufsethos der Heilberufe ab. Jedoch wussten 19 Prozent der befragten Ärzte nicht, dass es berufs- und strafrechtliche Regelungen zur Zuweisung gegen Entgelt gibt.
Etwa 14 Prozent der niedergelassenen Ärzte und 24 Prozent der leitenden Mitarbeiter von 180 stationären Einrichtungen gaben zu, dass solche "Fangprämien" üblich seien.

Neuer KBV-Vorstand gewählt (Ärzteblatt 21.05.2012)
Regina Feldmann (59) ist neues Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Sie hatte sich 1991 in Thüringen als Hausärztin niedergelassen, war dort seit 2001 im Vorstand der KV Thüringen und wurde 2005 dessen 1. Vorsitzende. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.
Ihre Ziele sind u.a., Freiberuflichkeit der Vertragsärzte zu erhalten, eine wohnortnahe ambulante Versorgung zu gewährleisten, Bürokratie abzubauen und attraktive Arbeitsbedingungen für junge Ärztinnen und Ärzte zu schaffen.

Ärztetag beschließt: E-Card ist gescheitert (Ärzte Zeitung 25.05.2012)
Nach heftigen Diskussionen unter den Delegierten hat der Ärztetag entschieden: "Die elektronische Gesundheitskarte ist gescheitert". Grundsätzlich haben die Delegierten jede Form der Sammlung medizinischer Daten einer großen Zahl von Menschen in zentralen Serverstrukturen abgelehnt. Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, sagte zu diesem Thema, dass der Beschluss der Fundamentalisten gegen die E-Karten-Lösung die Arbeit der Bundesärztekammer erschwere.

115. Deutscher Ärztetag: Zusammenfassung I (Ärzteblatt 29.05.2012)
-Delegation von ärztlichen Leistungen
Der Deutsche Ärztetag sprach sich gegen eine pauschale Delegation von ärztlichen Leistungen an nicht-ärztliche Mitarbeiter aus. Koordination, Kontrolle der Leistungen und die Dokumentation müssten in der Verantwortung der Ärzte verbleiben. Auf der anderen Seite sei die Delegation von ärztlichen Leistungen an qualifizierte nicht-ärztliche Mitarbeiter eine sinnvolle Maßnahme, wenn die ärztliche Versorgung erhalten bleiben muss.
- Berufsbezeichnungen
Der Deutsche Ärztetag lehnt Berufsbezeichnungen wie "Schönheitschirurg", "Brustchirurg" oder "Nasenchirurg" als irreführende und nicht geschützte Berufsbezeichnungen ab.

115. Deutscher Ärztetag: Zusammenfassung II (Ärzteblatt 29.05.2012)
Der 115. Deutsche Ärztetag forderte die Politik auf, die Sparmaßnahmen zu Lasten von Patienten und Ärzten zu beenden.
Die Delegierten forderten ein berechenbares und transparentes Honorar für niedergelassene Ärzte. Sie forderten außerdem einen festen Punktwert auf der Basis des 2004 betriebswirtschaftlich kalkulierten Mindestpunktwertes von 5,11 Cent und einen entsprechenden Inflationsausgleich. Die Budgets sollten abgeschafft und eine Einzelleistungsvergütung wieder eingeführt werden.

Kassenärzte sprechen sich für Pflichtweiterbildung in Praxen aus (Ärzteblatt 21.05.2012)
Der KBV-Vorsitzende Andreas Köhler hat sich bei der Vertreterversammlung seiner Organisation dafür ausgesprochen, dass Ärztinnen und Ärzte in der fachärztlichen Weiterbildung mindestens sechs Monate ihrer Weiterbildungszeit in den Praxen niedergelassener Ärzte tätig sind. Dafür seien aber zusätzliche Finanzmittel notwendig, um die Weiterbildung im ambulanten Bereich zu finanzieren.

Umfrage: 43 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser mit roten Zahlen (Ärzteblatt 16.0.2012)
Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) hat 1.822 Klinikmanager befragt, von denen 547 antworteten. Nach dieser Umfrage hatten 43 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser im vergangenen Jahr 2011 ein Defizit eingefahren. Dabei hätten die Allgemeinkrankenhäuser mit weniger als 250 Betten mit 57 Prozent die höchsten negativen Jahresabschlüsse. Da die kleinen Allgemeinkrankenhäuser mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser in Deutschland ausmachen, sieht der VKD große Probleme bei der Gesundheitsversorgung in Flächenregionen. Die Defizite seien überwiegend Folge der Kürzungen aus dem GKV-Finanzierungsgesetz 2011 und 2012. Sie seien damit systembedingt und nicht durch schlechtes Wirtschaften der Krankenhäuser verursacht.

Privatversicherer

Montgomery plädiert für Erhalt des dualen Systems in der Krankenversicherung (Ärzteblatt 11.05.2012)
Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) Frank Ulrich Montgomery warnt davor, dass duale System von gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) aufzugeben. Damit stellt er sich erneut gegen die Meinung von SPD, GRÜNEN und LINKEN, die eine Bürgerversicherung favorisieren. Der Wettbewerb zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung habe zu Innovationen und Übernahme dieser Innovationen in die GKV geführt.
Montgomery kritisierte aber auch, dass die privaten Kassen jährlich rund 2,7 Milliarden Euro in Maklerprovisionen investieren. Dieses sei halb so viel, wie sie für die Leistungen der Ärzte ausgeben.

Ärzte stimmen für den Erhalt von GKV und PKV (Ärzteblatt 23.05.2012)
Die Delegierten des 115. Deutschen Ärztetages haben sich für den Erhalt des dualen Krankenversicherungssystems mit privaten Krankenversicherern (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) ausgesprochen.

Rechtliches

Arztbewertung: Internetportal muss Kritik löschen (Ärzteblatt 9.05.2012)
Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat geurteilt, dass eine anonyme negative Bewertung über eine Zahnarztpraxis entfernt werden muss, wenn nach Angaben des Arztes eine Implantatbehandlung überhaupt nicht erfolgt ist. Das Internetportal hätte seinem Kunden auftragen müssen darzulegen, dass die Behandlung überhaupt stattgefunden hat. (Urteil vom 08.05.2012, Az. 11 O 2608/12)

Gründung von Zweigpraxen vereinfacht (Ärzte Zeitung 29.05.2012)
Nach dem jüngsten Urteil des Vertragsarztsenat des Bundessozialgerichts (Az.: B 6 KA 43/11 R) müssen Beeinträchtigungen der Versorgung am bisherigen Standort nicht mehr die Eröffnung einer Zweigpraxis ausschließen. Diese Erleichterung für Ärzte sei auch auf alle Altfälle, die noch nicht rechtskräftig entschieden sind, anwendbar.

Praxismanagement

Schlechte Zeugnisse für Praxishygiene (Ärzte Zeitung 5.05.2012)
Die Stiftung Gesundheit hat ihre neue Studie "Qualitätsmanagement, Patientensicherheit und Hygiene in der ärztlichen Praxis 2012" vorgestellt. Per Zufallsstichprobe wurden 290 Ärzte und Zahnärzte zur Hygiene in ihren Praxen befragt. 30 Prozent der Befragten bescheinigten ihrer eigenen Praxis nur ein mittelmäßiges bis schlechtes Hygieneniveau. Fünf Prozent gaben sogar zu, dass das Hygieneniveau schlecht sei.
Rund ein Viertel der Praxen führt regelmäßig spezifische Hygiene-Leistungen wie Erregerbestimmungen bei der Wundversorgung durch. Jede sechste Praxis hat schon externe Hygiene-Berater gefragt.
Nach Ansicht der befragten Ärzte sollte das Thema Hygiene im ambulanten Bereich am besten von den Ärztekammern fortentwickelt werden.

Europa

Frankreich zeigt bei der E-Card, wo es hin geht (Ärzte Zeitung 8.05.2012)
Auf dem eHealth Forum Freiburg berichtete Referent Gaston Steiner, dass die elektronische Gesundheitskarte "Carte Vitale" in Frankreich seit einem Jahr eingeführt sei. Im Elsass würden zehn Kliniken und 396 Ärzte in Praxen mit der Carte Vitale arbeiten. Über diese Carte Vitale ist eine einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakte einsehbar. Der Patient bleibe aber Herr der Daten. 90 bis 95 Prozent der Patienten begrüßten die elektronische Patientenakte (EPA).

Schwierigere Englisch-Tests für Ärzte in Großbritannien (Ärzte Zeitung 30.05.2012)
Das Londoner Gesundheitsministerium will die Englischkenntnisse ausländischer Ärzte besser überprüfen. Es kündigte neue Sprachtests an. Laut Ressortchef Andrew Lansley (National Health Service, NHS) kommt es "leider immer wieder vor", dass Ärzte wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht mit ihren Patienten kommunizieren könnten.

Termine

NARKA
21. – 23. September 2012, Aachen
Am Sonntag, 23. 9. 2012 findet dort die Mitgliederversammlung des BAO statt.
Außerdem ist eine Sitzung zum fairen Verhältnis zwischen Operateur und Narkosearzt geplant.

10th International Congress on Ambulatory Surgery
5-8 May, 2013
Budapest, Hungary
http://www.iaas2013congress.com/

Dr. Jörg Hennefründ, Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteure BAO-Newsletter
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Axel Neumann
Vereinsregister: Amtsgericht Bonn VR 6346
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de

Helmsauer & Kollegen...
Der Spezialist für das Gesundheitswesen
Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Beratung im Bereich der Versicherung, Betriebswirtschaft sowie der Abrechnung geht.
http://www.helmsauer-gruppe.de/

Bundeskongress Chirurgie 2018

Bundeskongress Chirurgie vom 23. bis 24. Februar 2018 im NürnbergConvention Center Hauptprogramm/Anmeldung
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Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 87, Ausgabe 1 – Februar 2018
Jubiläumskongress Ein nostalgischer Streifzug durch zwei Jahrzehnte Bundeskongress in Nürnberg
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Helmsauer Gruppe

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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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zzz