08.12.2011: BAO-Newsletter

BAO-Newsletter; Nr. 12/11, vom 8. Dezember 2011
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesistenten

Inhalt:
Mitteilungen des Präsidiums
Kommentierte Nachrichten
Nachrichten
Termine

Mitteilungen des Präsidiums

Einladung zum Jubiläumskongress vom 2. – 4. März 2012 in Nürnberg. Dort können wird das 20jährige Bestehen des BAO feiern.
Das Programm finden Sie online unter: http://www.operieren.de/content/e3472/e7507/e29521/

Die Anmeldung können Sie unter dem nachfolgenden Link vornehmen: https://217.7.28.19/Cosy-Online/BNC2012SO/Default.aspx

Besonders möchten wir Sie auf die vom BAO gestaltete Sitzung am Samstag 3.03.2012, 8:30 bis 10:30 Uhr unter dem Titel "20 Jahre BAO – Chirurgie und Anästhesie im Spannungsfeld ambulant/stationär" aufmerksam machen.

Samstagmittag, um 13.00 Uhr findet dann ein Empfang an unserem Stand statt. Treffen Sie alte Weggefährten, lassen Sie heroische Zeiten wieder aufleben, in denen wir - kritisiert und argwöhnisch beäugt - Pionierarbeit geleistet haben. Tauschen Sie neue Ideen aus und lassen Sie sich für die Zukunft neu motivieren!

Zur Vorbereitung würden wir uns freuen, wenn Sie uns Anekdoten oder Fotos aus 20 Jahren BAO-Geschichte zukommen lassen könnten.

Jörg Hennefründ

Kommentierte Nachrichten

Ambulantes Operieren: BAO spricht von Diffamierung (Schütze-Brief 28.11.2011)
Der Bundesverband für Ambulantes Operieren (BAO) reagierte entschieden auf Äußerungen des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes (GKV-SV), Johannes Magnus von Stackelberg. Dieser hatte behauptet, in dem neuen hochspezialisierten Versorgungsbereich könne jeder Arzt "auf ewig und ohne jede Beschränkung in diesem Bereich tätig werden" und beim Ambulanten Operieren gebe es "heute schon nicht nur medizinisch begründete Leistungen von Ärzten und Klinikambulanzen". Durch solche Äußerungen würde von Stackelberg Operateure und Anästhesisten unter Generalverdacht stellen. Außerdem zeigen diese Äußerungen, dass ihm undifferenzierte Kostensenkung wichtiger sei als eine mutige Reform zur Verbesserung der Patientenversorgung, so der Präsident des BAO, Dr. Axel Neumann.

Kommentar:
Das war unser letztes Aufbäumen, dann war doch klar: Das Ambulante Operieren ist raus aus der ASV. Im neuen GKV-Versorgungsgesetz wird das Ambulante Operieren nicht in den § 116 b aufgenommen. Dort entsteht die "Ambulante Spezialärztliche Versorgung" (ASV), die eigentlich eine spezialisierte fachärztliche Versorgung ist. Es wäre schön gewesen, wenn das Ambulante Operieren durch den Paragraphen besonders herausgehoben worden wäre. Wir hätten einen gesonderten Vergütungsbereich bekommen (ohne Deckelung) und wären wohl auch gleich die Diskussion um den Aufkauf von Kassensitzen in überversorgten Gebieten los gewesen. Daraus wird nun nichts. Am Bundesministerium hat es nicht gelegen, am BAO auch nicht. Die Krankenkassen sind sehr geschickt gegen ein Gebiet vorgegangen, das der Mengenkontrolle kaum noch zugänglich gewesen wäre. Und das Ambulante Operieren hätte sich zum größten Block darin entwickeln können. Sie haben bei den Bundesländern Verbündete gefunden und eine sehr geschickte Pressepolitik betrieben (siehe unsere obige Presseerklärung). Die Berufsverbände dagegen hatten zahlreiche Einwände an Details, wenn es uns auch gelungen ist, einen gewissen Grundkonsens zu erreichen. Ob die Entscheidung anders ausgefallen wäre, wenn die Ärzte vorbehaltlos und in geschlossenem Auftreten dafür gewesen wären? Könnte schon sein, schließlich hatten wir noch nie einen Gesundheitsminister, der derart nahe an unseren Ideen agierte. Die Chance jedenfalls kommt nie wieder.
Es geht also weiter: Mit integrierter Versorgung, EBM/KV und Kooperationsmöglichkeiten mit Krankenhäusern. Lassen Sie sich nicht entmutigen- bisher haben Sie ja auch überlebt! Aus Befragungen der Mitglieder des BAO wissen wir, dass die Mehrzahl schon gut positioniert und unternehmerisch erfolgreich ist.
Ausführlicheres zum Gesetzgebungsverfahren in der nächsten Depesche Anfang Februar 2012 und natürlich auf dem Kongress in Nürnberg.
J. H.

Mit dem am 1. Dezember beschlossenen GKV-Versorgungsgesetz werden die seit Januar geltenden Einschränkungen des ambulanten Operierens in Deutschland vom nächsten Jahr an wieder aufgehoben. "Diese Entscheidung ist richtig, vernünftig und nützt den Patienten", kommentierte der Vorsitzende des LAOH, Dr. Thomas Wiederspahn-Wilz, den Beschluss. Wir haben lange und heftig dafür gekämpft. … (Presseerklärung des LAOH vom 7.12.2011)
Kommentar:
Nicht nur der LAOH hatte gekämpft. Es zeigt sich, dass auf einige Aussagen von Politikern doch Verlass ist. Diesen Schritt hatte der vorige Gesundheitsminister, Dr. Philipp Rösler bereits im Frühjahr in einem Interview angekündigt. Die FDP, bzw. das Ministerium, haben also Wort gehalten. Auch konnten wir in der Zwischenzeit kaum Störfeuer registrieren. D. h. selbst die Kassen scheinen einzusehen, dass das ambulante Operieren doch vernünftig und wirtschaftlich ist. Die Budgetierung war ja im Rahmen der gießkannenartigen Kostenreduktion mitentstanden und alle Beteiligten sahen relativ schnell ein, dass hier "das Kind mit dem Bade ausgeschüttet" worden war. Ein kleiner Trost angesichts des Ausschlusses aus dem § 116 b.
J. H.

Nachrichten (zusammengefasst von Jost Brökelmann)

Gesetzliche Krankenversicherung

Spezialfachärztliche Versorgung: Ambulante Operationen bleiben außen vor (Ärzteblatt 17.11.2011)
Die Bundesländer haben durchgesetzt, dass der gesamte Bereich der ambulanten Operationen aus der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung herausgenommen wird. In dem neuen GKV-Versorgungsstrukturgesetz wird das ambulante Operieren also nicht im § 116b SGB V erscheinen.

Hygiene: Hessen nimmt ambulante Op ins Visier (Ärzte Zeitung 26.11.2011)
In Hessen obliegt die Überwachung des Hygienemanagements in ambulanten Op-Zentren den Gesundheitsämtern und die Überprüfung der Instrumentenaufbereitung den Regierungspräsidien. Jetzt soll ein Expertenteam von Gesundheitsämtern und Regierungspräsidium (RP) das Hygienemanagement in Abstimmung miteinander kontrollieren.

Gerangel um ärztliche Qualität (Ärzte Zeitung 13.11.2011)
Nach Ansicht von Günter Ollenschläger, Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ), ist die von den Ärzten erbrachte Qualität ein Markenzeichen, das sie sich nicht aus der Hand nehmen lassen sollten. Er plädiert für Zertifizierungsverfahren in Zusammenarbeit mit ärztlichen Verbänden im Gegensatz zu "industriegeleiteten Angeboten", deren Hintergründe nicht zu durchschauen seien. Auch die Qualitätsmanagement-Maßnahmen würden von Theoretikern und nicht ärztlichen Praktikern entwickelt und würden auf eine externe Kontrolle über die ärztliche Arbeit hinauslaufen.

Niedersachsens KV-Vertreter: Ärzte keine Amtsträger (Ärzte Zeitung 22.11.2011)
Die Vertreter der KV Niedersachsen (KVN) haben einstimmig beschlossen, dass die Vertragsärzte keine Amtsträger oder gar Beauftragte der Kassen seien. Vertragsärzte seien freiwillig in gesellschaftliche Verantwortung getreten. "Ein hieraus abgeleitetes weitergehendes Rechtsverhältnis gegenüber Krankenkassen als deren 'Beauftragte' mit unübersehbaren rechtlichen Folgen wird im Interesse der erforderlichen unabhängigen professionellen Berufsausübung abgelehnt", so die Vertreterversammlung.

Deutschland sollte Klinikbetten loswerden (Ärzte Zeitung 2.11.2011)
Nach einer Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) könnten 200 Krankenhäuser geschlossen werden, weil die Bevölkerung schrumpft und auch die älteren Patienten im Krankenhaus kürzer liegen.
Zurzeit seien 32 Prozent der Krankenhäuser in privater Hand.

Hochschulambulanzen fordern direkten Zugang für Patienten (Ärzteblatt 21.11.2011)
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat für einen direkten Zugang der Bevölkerung zu Hochschulambulanzen ohne Überweisung eines niedergelassenen Facharztes plädiert. Durch die Verlagerung von Krankenversorgungsleistungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich hätten die Universitätskliniken zu wenige Patienten für Forschung, Lehre und Weiterbildung. Sie müssten ein Patientengut haben, das ähnlich ist dem Gros in Praxen niedergelassenen Ärzte. Für diese Leistungen fordert die AWMF Einzelleistungsvergütungen oder Komplexpauschalen.

Schwere Panne: 2.500 Patientendaten online (Ärzte Zeitung 4.11.2011)
Einem Bericht der "Lübecker Nachrichten" zufolge waren rund 2.500 sensible Patientendaten von psychisch schwer kranken Menschen über längere Zeit frei im Internet herunterladbar. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) will die Panne jetzt überprüfen.

50 Prozent mehr Magenoperationen (Ärzte Zeitung 2.11.2011)
Nach Angaben der DAK sind die Operationen mit Magenband oder –ballon oder eine Magen-Verkleinerung von 2008 bis 2010 um 50 Prozent gestiegen. Ähnliche Steigerungsraten gibt die Barmer-GEK an.
DAK-Krankenhausexperte Peter Rowohlt weist darauf hin, dass der Erfolg solcher Magenoperationen eine radikale Änderung des Lebensstiels und der Ernährung voraussetzt.

Arztrechnungen sollen ins Internet (Ärzte Zeitung 14.11.2011)
Gesundheitsexperten der Union und FDP haben sich verständigt, dass Patienten auf der Homepage ihrer Krankenkasse in Zukunft die Rechnungen ihrer Ärzte einsehen können. Datenschutzrechtlich gebe es keine Bedenken.
Der GKV-Spitzenverband hat Bedenken. Er will nicht zulassen, dass durch diesen Vorstoß die Kostenerstattung quasi durch die Hintertür eingeführt wird.

Neue Bereitschaftsdienstmodelle in Brandenburg und Hessen (Ärzteblatt 25.11.2011)
In Potsdam wird zum 1. Januar 2012 die "KV RegioMed-Bereitschaftsdienstpraxis" eröffnet. Sie soll die medizinische Versorgung außerhalb regulärer Praxiszeiten an zentraler Stelle sicherstellen und den ärztlichen Bereitschaftsdienst in seiner bisherigen Form ergänzen.
Ähnliches ist schon zum 1. Dezember 2011 in Hessen geplant. Dort haben sich knapp 200 niedergelassene Ärzte zu einem einzigen großen Ärztlichen-Bereitschaftsdienst-Bezirk (ÄBD) zusammengeschlossen. Der ÄBD stellt die Versorgung der Patienten außerhalb der Sprechzeiten, also nachts und am Wochenende, sicher. Die Patienten erhalten künftig über eine zentrale Rufnummer fachkundige Auskünfte und Beratungen und werden ggfls. direkt an den Rettungsdienst vermittelt. Zusätzlich stellt die ÄBD-Zentrale einen Arzt ab, der sich ausschließlich um Hausbesuche kümmert.

DIMDI veröffentlicht endgültigen OPS 2012 (Ärzte Zeitung 9.11.2011)
Der neue Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) 2012 ist auf der Website des DIMDI veröffentlicht: http://www.dimdi.de

Finanzierung des Gesundheitssystems: Ärzte sollen mitreden (Ärzteblatt 23.11.2011)
Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, vertritt die Meinung, dass die Ärzte sich in die Debatte um die zukünftige Finanzierung des Gesundheitssystems einmischen sollen. Sie sollten nicht nur auf Dauer den Mangel verwalten. Schon im Jahre 2008 hatte Montgomery ein Finanzierungskonzept vorgestellt, das "prämiengestützte Volksversicherungssystem auf privatwirtschaftlicher Basis":
Alle Bürger unterliegen einer Versicherungspflicht. Die Krankenversicherungen sind privatwirtschaftlich organisiert. Es gibt einen Grundleistungskatalog, der für alle Versicherten verbindlich ist. Darüber hinaus kann der Bürger frei bestimmen, ob und in welchem Umfang er Zusatzleistungen oder Selbstbeteiligungen wählt. Der Solidarausgleich erfolgt aus Steuermitteln.

Die bittere Rache für den Konsum auf Pump (Ärzte Zeitung 14.11.2011)
Professor Fritz Beske, Leiter des Instituts für Gesundheits-System-Forschung Kiel (IGSF), weist darauf hin, wie die vielen Schulden entstanden sind: Es sind die Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden - und Sozialversicherungen, die sich überschuldet haben und zwar meistens wegen der Erfüllung von Wünschen der Bürger und häufig von Wahlversprechen. Gerade der Sparzwang im Sozialbereich, nämlich Renten, Gehälter und Ausgaben für Gesundheit, träfen die Bürger besonders empfindlich. Sparmaßnahmen in anderen öffentlichen Bereichen wie Straßenbau, Industrieförderung oder Entwicklungshilfe würden vom Bürger gar nicht so wahrgenommen.
An dem Zwang zum Sparen gehe aber kein Weg vorbei. Die grundgesetzlich festgelegte Schuldenbremse gilt für den Bund ab 2016 und für die Länder ab 2020. Der Bürger müsse also auf Staatskomfort verzichten und es könne nur das vom Staat noch gewährt werden, was auch bezahlt werden kann.

Krankenhausgesellschaft fordert Veränderung am Kartellrecht (Ärzteblatt 24.11.2011)
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit ihrem Hauptgeschäftsführer, Georg Baum, fordert, dass das Kartellrecht für die Krankenkassen und die Kliniken gleiche Maßstäbe anlegen soll. Die Kassen könnten zu solch großen Einheiten fusionieren, dass die Kliniken und Klinikkonzerne sich nicht mehr gegen diese Marktmacht behaupten können. Grund für diese Ungleichbehandlung sei, dass nach Auffassung des Bundeskartellamtes die Krankenkassen dem Wettbewerbsrecht entzogen seien.

Privatversicherer

Virchowbund fordert 6,9 Cent pro Punkt (Ärzte Zeitung 13.11.2011)
Der NAV-Virchow-Bund forderte auf seiner Bundeshauptversammlung, den Punktwert auf mindestens 6,9 Cent anzuheben. Außerdem sollten Arztnetze wie andere Leistungserbringer behandelt werden.

GOÄ-Novelle doch erst 2013? (Ärzte Zeitung 22.11.2011)
Die Bundesärztekammer hält eine Novelle der Gebührenordnung für Ärzte im Jahre 2012 für wenig wahrscheinlich. Dafür möchte sie eine Reform der GOÄ noch vor der Bundestagswahl 2013 erreichen. Mit einem betriebswirtschaftlich neu durchgerechneten Leistungskatalog will sie zu "robusten Einfachsätzen" in Euro kommen.

Bundesrat stimmt der GOZ-Novelle zu (Ärzte Zeitung 5.11.2011)
Der Bundesrates hat der Novelle der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zugestimmt. Sie tritt Anfang 2012 in Kraft.
Die PKV konnte ihrer Forderung nach Selektivverträgen mit ausgewählten Zahnärzten nicht durchsetzen. Der Punktwert bleibt konstant.

Rechtliches

BGH verschärft erneut die Regeln der Arzthaftung (Arzt & Wirtschaft 17.11.2011)
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in bestimmten Fällen die Beweislastumkehr zu Gunsten der Patienten auch bei einfachen Behandlungsfehlern zugelassen (Az.: VI ZR 144/10). Es ging um die Behandlung eines Patienten durch eine Notärztin. Diese führte die aufgetretenen Herz- und Magenschmerzen auf eine Virusinfektion zurück und verordnete ein Medikament zur Durchblutungsverbesserung des Herzens. Wegen anhaltender Schmerzen erfolgte eine Krankenhausaufnahme, dort wurde ein Vorderwandinfarkt festgestellt.
A & W empfiehlt, die Dokumentation der Aufklärung sowie die Durchführung einzelner Maßnahmen umfassend zu dokumentieren. Eine nur fragmentarische Dokumentation könne eine Haftung auslösen.

Aufklärung über Op-Dauer nicht immer zwingend (Ärzte Zeitung 17.11.2011)
Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz ist der Meinung, dass Ärzte Patienten nicht unbedingt über die OP-Dauer aufklären müssen. Das gelte z. B. für den Fall, dass ein Patient statt einer Vollnarkose eine örtliche Betäubung wünscht und sich die Operation dadurch nur um 15 Minuten verlängert (Az.: 5 U 1190/10).

Umsatzsteuer auf Anästhesie bei Schönheits-OP (Ärzte Zeitung 16.11.2011)
Der Bundesfinanzhof (BFH) in München stuft eine Schönheits-OP nicht als Heilbehandlung ein. Deshalb muss die Anästhesie bei Schönheits-OPs mit Umsatzsteuer belegt werden (Az.: V B 64/11).

Auch im Kollegenkreis keine Leistungserbringer empfehlen! (Arzt & Wirtschaft 10.11.2011)
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat untersagt, Empfehlungen anderer Leistungserbringer auch innerhalb der sogenannten Fachkreise zu geben (Az.: I UR 96/10).

Kassenfusionen künftig ohne Kartellhüter (Ärzte Zeitung 22.11.2011)
Ein Urteil des Hessischen Landessozialgerichts (LSG) hat das Bundeskartellamt veranlasst, sich aus der Fusionskontrolle der Krankenkassen zurückzuziehen. Sieger ist das Bundesversicherungsamt (BVA), das jetzt für bundesunmittelbare Krankenkassen "eine umfassende und ausschließliche Rechtsaufsicht" hat. Kartellamtspräsident Andreas Munt bezeichnete es als "unmögliche Situation", dass die Kassen nicht der Wettbewerbsaufsicht unterliegen sollen. Diese Rechtslücke müsse im neuen Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung (GWB) geschlossen werden.

Auch bei Mängeln: Anwaltshonorar ist nicht kürzbar (Ärzte Zeitung 28.11.2011)
Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat entschieden, dass Ärzte weder als Praxischef noch als Privatperson ihrem Anwalt das Honorar kürzen können. Der anwaltlichen Tätigkeit läge im Regelfall ein Dienstvertrag zugrunde nicht ein Werkvertrag. Deshalb würde der Anwalt auch nicht einen Erfolg schulden (Az.: I-24 U 50/10).

Würdiges Leben ist keine Privatsache (Ärzte Zeitung 22.11.2011)
Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hat entschieden, dass ein würdiges Leben im Alter nicht nur Privatsache, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe ist. Damit ist der Weg frei für die neue Landesheimbauverordnung, die ein Zimmer für jeden vorschreibt. Als Konsequenz werden die Kommunen auf Dauer die finanziellen Mehrkosten tragen müssen.

Praxismanagement

OP-Saal der Zukunft in Leipzig (Ärzteblatt 14.11.2011)
Das International Reference and Development Centre for Surgical Technology (IRDC) in Leipzig wurde als Preisträger 2011 im Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" ausgezeichnet. An der IRDC Academy wird der chirurgische Arbeitsplatz der Zukunft entwickelt: Medizingeräte schweben zum Beispiel über dem Patienten. Mit präziser Steuerungstechnik und automatischen Warnsystemen im Hintergrund kann der Operateur genauer durch empfindliches Gewebe navigieren, elektronische Patientendaten und dreidimensionale CT- und MRT-Aufnahmen abrufen und Bilder aus dem Köperinneren an Patienten und externe Berater wie z. B. Pathologen weitergeben.

Olympus eröffnet Trainingszentrum für Endoskopie (Ärzte Zeitung 16.11.2011)
In Hamburg wurde die Endo Club Academy, das neue Trainingszentrum von Olympus, auf dem Gelände des UKE eröffnet. Sechs Arbeitsstationen für bis zu 30 Personen sollen Ärzten, Pflegepersonal und Olympus-Mitarbeitern ein Training ermöglichen. Schwerpunkte für die etwa 40 Kurse lägen auf dem Gebiet der Gastroenterologie und der Bronchoskopie. Für die Lehrgänge werden jährlich etwa 600 Teilnehmer aus aller Welt erwartet.

Praxis-QM: Großpraxen machen es den Kleinen vor (Ärzte Zeitung 27.11.2011)
Der TÜV Süd und die Stiftung Gesundheit haben Daten zum Qualitätsmanagement zusammengetragen. Danach halten 60 Prozent der Großpraxen ein QM-Zertifikat in Händen oder haben sich sogar rezertifizieren lassen. Bei den Großpraxen gab es keinen einzigen QM-Verweigerer.

Patienten: Zufrieden mit niedergelassenen Ärzten (Schütze-Brief 21.11.2011)
Die telefonische Befragung von 2.048 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland im Alter zwischen 18 und 79 Jahren durch die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hat ergeben, dass insgesamt 91 % aller Befragten ein gutes bis sehr gutes Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt haben. Auch über Wartezeiten beklagten sich die Patienten nicht: 50 % wurden sofort und ohne Terminvergabe behandelt; von den übrigen hätten Dreiviertel die Wartezeit nicht als zu lang empfunden.

Europa

EU will Ärzte auf ihren Verstand verpflichten (Ärzte Zeitung 17.11.2011)
Angesichts von jährlich 25.000 Todesfällen in der EU durch von arzneimittelresistenten Bakterien ausgelöste Infektionen will die EU-Kommission mit einem Zwölf-Punkte-Aktionsplan gegensteuern. Sie will die Ärzte dazu erziehen, nicht länger zu viele Antibiotika zu verschreiben und die Tierärzte dazu veranlassen, Antibiotika in der Tierzucht mit Maß und Verstand anzuwenden.
Bei den MRSA-Infektionen liegt Deutschland im Mittelfeld, die Infektionen kommen in Skandinavien und Niederlanden weit weniger vor.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ist der Meinung, dass eine hohe Compliance bei der korrekten Händehygiene von Klinikpersonal der effektivste Weg sei, die Ausbreitung von Keimen im Krankenhaus zu verhindern.

Zum Arzt im EU-Ausland - und die Kasse zahlt (Ärzte Zeitung 3.11.2011)
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat seine bisherige Rechtsprechung bestätigt (Az.: C-255/09): EU-Bürger können in jedem EU-Staat zum Arzt gehen. Nur bei Krankenhausbehandlungen und Untersuchungen oder Behandlung mit teuren Großgeräten muss eine vorherige Genehmigung bei den Krankenkassen angefordert werden.
Die Arztkosten werden bis zu dem Betrag erstattet, den die Behandlung im Heimatland gekostet hätte.

Marburger Bund träumt von Dänemark (Ärzte Zeitung 6.11.2011)
Auf der Hauptversammlung des Marburger Bundes erzählte der deutsche Radiologe Dr. Harro Bitterling von seinen dreijährigen Erfahrungen in Dänemark: Die Wochenarbeitszeit beträgt 37 Stunden inklusive Mittagspause. Dabei wird der Dienst normalerweise zwischen 7.45 Uhr und 15.09 Uhr erbracht. Sein Gehalt liegt zwischen 8.000 und 9.000 Euro im Monat. Eine Krankenversicherung muss er nicht bezahlen, da Dänemark ein staatliches Gesundheitssystem hat.
Besonders lobt Bitterling die dänische Kultur des Zusammenlebens, bei der eine "Alleinherrschaft eines leitenden Arztes völlig unbekannt ist".
In Dänemark müssen Überstunden mit dem 1,5-fachen Freizeitausgleich oder einer 1,5-fachen zusätzlichen Vergütung ausgeglichen werden.

Vorbild Schweden: Unternehmer gesucht! (Ärzte Zeitung 10.11.2011)
In Schweden wird das Unternehmertum im Sozial- und Gesundheitswesen durch mehrere staatliche Programme gefördert und durch gezielte gesetzliche Anpassungen erleichtert. Da immer mehr Frauen in Gesundheitsberufe gehen, gibt es speziell ein Förderprogramm für Frauen. Dieses stehe ganz im Gegensatz zur Erfahrung in Deutschland, wo die Frauen in Gesundheitsberufen zwar zunehmen, aber dieses besonders im angestellten Verhältnis tun.
Die Zahl der privaten Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen in Schweden zeige Steigerungsraten über 10 Prozent und betrage jetzt rund 14.000 Unternehmen. Die Forderung des Unternehmertums ist schon jetzt zu einem Erfolgsmodell geworden. Das Geheimnis des Erfolges scheint darin zu liegen, dass Informationen zum Unternehmertum schon während der Ausbildung verbreitet werden, es eine steuerliche Förderung während der ersten Jahre gibt und ein positives öffentliches Image des Unternehmertums im Gesundheitswesen gefördert wird.

Großbritannien: Ausländische Ärzte im Fokus (Ärzte Zeitung 14.11.2011)
Das NHS European Office (NHSEO) weist darauf hin, dass die berufliche Qualifikation von Ärzten aus dem EU-Raum, welche in Großbritannien praktizieren wollen, besser überprüft werden sollten. Zum Beispiel würde nicht überprüft, wie lange ein ausländischer Arzt nicht praktiziert habe und ob er ausreichende englische Sprachkenntnisse habe.

Spaniens Medizin vor dem Kollaps? (Ärzte Zeitung 18.11.2011)
Aus Protest gegen die vorgesehenen Haushaltskürzungen hat die katalanische Ärztegewerkschaft (ICS) gestreikt. Die Ärzte wollen nicht mehr Gehalt, sondern sie wenden sich gegen Massenentlassungen in Krankenhäusern, gegen Reduzierung der Sprechstunden und Operationen und gegen die Schließung von rund der Hälfte aller Gesundheitszentren. Seit dem Sommer stieg die Warteliste für Operationen auf acht Monate an.
Mit 20 Prozent hat Spanien die höchste Arbeitslosigkeit in der EU.

Ärzteprotest: Slowakei verhängt Notstand (Ärzte Zeitung 29.11.2011)
Rund 2.000 der 7.000 Krankenhausärzte in der Slowakei haben wegen schlechter Bezahlung zum Dezember gekündigt. Daraufhin hat die slowakische Regierung den Notstand ausgerufen. Damit kann sie die Ärzte in 15 Krankenhäusern zwingen, trotz ihrer Kündigung weiter zu arbeiten.
Ein Krankenhausarzt in der Slowakei verdient derzeit rund 1.600 Euro im Monat.

OECD: Gesundheitsversorgung wird immer besser (Ärzteblatt 23.11.2011)
Nach dem neuesten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) steige die Lebenserwartung konstant, und auch die Überlebensraten bei schweren Krankheiten würden immer besser.
Besondere Sorge bereitet der OECD das Übergewicht. Fettleibigkeit würde schwere Erkrankungen wie Diabetes und Herzerkrankungen begünstigen. Die Lebenserwartung der stark übergewichtigen Menschen sei um bis zu zehn Jahren reduziert.
Die OECD hat Deutschland wegen der kürzesten Wartezeiten gelobt.
Näheres s. http://stats.oecd.org/index.aspx?DataSetCode=HEALTH_STAT

Allgemeines

Leistung lohnt sich für zwei von drei Deutschen nicht (Ärzte Zeitung 16.11.2011)
Das Meinungsforschungsinstitut Infas hatte im Auftrag der Bertelsmann Stiftung eine Umfrage bei rund 1.000 Menschen durchgeführt. 87 Prozent der Befragten meinten, dass Männer und Frauen gleich bezahlt werden sollten, ebenso Leiharbeiter und Stammbeschäftigte (82 Prozent) sowie "Denkarbeit" und "Handarbeit" (77 Prozent). Als besonders wichtig stuften 74 Prozent ein gutes Betriebsklima ein, 35 Prozent eine leistungsgerechte Bezahlung, 11 Prozent einen sicheren Arbeitsplatz und 8 Prozent die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Zwei Drittel der Befragten waren der Meinung, dass ein Gehalt ausreichen sollte, um eine Familie zu ernähren.

Jeder dritte Deutsche chronisch krank (Ärzteblatt 4.11.2011)
Nach einer Forsa-Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) gehen 37 Prozent der Befragten regelmäßig wegen einer chronischen Krankheit zum Arzt. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen waren dieses sogar 49 Prozent.
Bei den Alleinlebenden (Singels) gab es 49 Prozent Chroniker, in 4-Personen-Haushalten nur 23 Prozent.

Termine

bitte vormerken!

Jahrestagung des BAO 2012 unter dem Motto 20 Jahre BAO!
2. – 4.03.2012 in Nürnberg
http://www.operieren.de/content/e3472/e7507/e29521/

Dr. Jörg Hennefründ, Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteure BAO-Newsletter
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Axel Neumann
Vereinsregister: Amtsgericht Bonn VR 6346
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de

Helmsauer & Kollegen...
Der Spezialist für das Gesundheitswesen
Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Beratung im Bereich der Versicherung, Betriebswirtschaft sowie der Abrechnung geht.
http://www.helmsauer-gruppe.de/

Bundeskongress Chirurgie 2018

Bundeskongress Chirurgie vom 23. bis 24. Februar 2018 im NürnbergConvention Center Hauptprogramm/Anmeldung
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Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 87, Ausgabe 1 – Februar 2018
Jubiläumskongress Ein nostalgischer Streifzug durch zwei Jahrzehnte Bundeskongress in Nürnberg
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Helmsauer Gruppe

Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Betreuung unserer Kunden geht...

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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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zzz