Presse-Spiegel
Veröffentlichungen in der Presse über den Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V.
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| 26.05.2010 | Pressemitteilung BNC, DFV | Gemeinsame Pressemitteilung des Berufsverbandes Niedergelassener Chirurgen (BNC) und des Deutschen Facharztverbandes (DFV) vom 26. April 2010 Niedergelassene Fachärzte kritisieren Äußerung der Deutschen Krankenhausgesellschaft: Das ambulante Operieren ist eine Domäne der niedergelassenen Fachärzte! Hamburg, 26. April 2010. Der renommierte Bayreuther Gesundheitsökonom Prof. Peter Oberender hat in einem aktuellen Gutachten akribisch vorgerechnet, dass sich im deutschen Gesundheitswesen durch eine konsequente Verlagerung geeigneter Operationen in den ambulanten Bereich jährlich dreistellige Millionenbeträge einsparen ließen. Der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) begrüßt das Gutachten, denn es zeigt endlich schwarz auf weiß, dass der seit vielen Jahren vom BNC geforderte Grundsatz „ambulant vor stationär“ nicht nur die betroffenen Patienten, sondern auch die Kostenträger entlastet. Ganz anders die Reaktion der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG): Ihr Hauptgeschäftsführer Georg Baum warf dem Gutachten vor, die Versorgungsrealität zu verkennen und „Äpfel mit Birnen zu vergleichen“. Für den BNC-Präsidenten Dr. Dieter Haack ist der Frontalangriff der DKG gegenüber dem ambulanten Operieren als solches kaum verwunderlich: „Immerhin gehen Patienten, die sich beim niedergelassenen Facharzt ambulant operieren lassen, der stationären Behandlung verloren. Die Verlagerung von Leistungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich würde den Krankenhäusern, die durch die DKG vertreten werden, finanzielle Ressourcen entziehen und wird daher wider jegliche Vernunft von den Klinikvertretern abgelehnt.“ Dabei lassen sich mit ambulanten Operationen derzeit noch keine Gewinne erwirtschaften: „Die Vergütung einer ambulanten Operation entspricht derzeit nur einem Bruchteil der DRG-Fallpauschale, die bei einer stationären Behandlung gezahlt wird“, erklärte Haack. Krankenhäuser drängten zwar aus Marketinggründen zunehmend in den ambulanten Markt vor, hätten aber meistens weder die strukturellen, noch personellen Voraussetzungen für ambulante Operationen. „Das ambulante Operieren ist daher eine Domäne der niedergelassenen Fachärzte“, meinte Haack und ergänzte: „Eine Förderung dieses Leistungsbereiches ist nicht nur ein Gebot der Wirtschaftlichkeit, sondern auch des Patientenwunsches. Unsere Patienten wissen es sehr zu schätzen, vom Beginn bis zum Ende der Behandlung – und auch in Notfällen – vom Facharzt ihres Vertrauens versorgt zu werden.“ Dass es nach ambulanten Operationen im niedergelassenen Bereich deutlich weniger Infektionen, weniger Schmerzmittelbedarf und kürzere Arbeitsunfähigkeitszeiten gibt, hätten in den vergangenen Jahren Studien wiederholt belegt. Der BNC-Präsident erläuterte weiter: „Die Zahlen aus dem Ausland sprechen für das ambulante Operieren. So lange aber in Deutschland Krankenhäuser selbst Patienten akquirieren können, so lange Patienten am operativ tätigen niedergelassenen Facharzt vorbei ins Krankenhaus eingewiesen werden, so lange wird die Indikation zur stationären Aufnahme immer großzügig gestellt werden. Wenn Kliniken die stationäre Einweisung mit Begleiterkrankungen oder sozialen Gründen begründen, kann auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) daran nichts ändern. Diese Schlupflöcher lassen sich nur stopfen, wenn niedergelassene Fachärzte vor Routineeingriffen beurteilen, ob sich eine Krankenhauseinweisung nicht vermeiden ließe.“ Der Bundesvorsitzende des Deutschen Facharztverbandes (DFV) Dr. Thomas Scharmann ergänzte: „Gerade im ambulanten Operieren spiegelt sich die Leistungsfähigkeit der niedergelassener Fachärzte wider, deren hohe Qualität den Vergleich mit der Klinik nicht scheuen muss. Hier ist die Innovation zu Hause, hier operiert der Facharzt mit abgeschlossener Weiterbildung. Das in dem aktuellen Gutachten berechnete Einsparpotenzial überrascht uns niedergelassene Fachärzte nicht. Wir staunen nur, dass Politik und Kassen immer von Sparzwängen reden, aber die Spitzenergebnisse der niedergelassenen ambulanten Operateure beharrlich ignorieren.“ Über den BNC: Der BNC ist der Berufsverband der freiberuflichen Chirurgen in Deutschland, deren Interessen er durch einen Bundesvorstand sowie 25 regionale Landesverbände (ANC) vertritt. Er engagiert sich für die Aus- und Weiterbildung seiner Mitglieder und setzt sich für eine Förderung der ambulanten chirurgischen Behandlung sowie des interdisziplinären Austauschs ein. Der Verband führt hierzu auf Bundesebene den Dialog mit Politikern, Krankenkassen, Wirtschaft. Über seine Homepage bietet der Verband außerdem eine Suchfunktion an, über die Patienten nach einem spezialisierten niedergelassenen Chirurgen in ihrer Nähe suchen können: http://www.chirurgen-suche.de. Kontakt zum BNC: BNC Geschäftsstelle Wulfsdorfer Weg 7 22359 Hamburg Tel.: 040 60 32 91 10 Fax: 040 60 32 91 18 info@bncev.de http://www.bncev.de Pressekontakt: Antje Soleimanian Medizinjournalistin Tel.: 040 32596116 antje.soleimanian@bncev.de |
| 22.04.2010 | Gesundheitspolitischer Info-Dienst | Ambulantes Operieren: Widerspruch von der DKG Gesundheitspolitischer Info-Dienst 22. April 2010 Nr. 31/2010 / Seite 12 von 17 Heftige Kritik übt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) an dem Gutachten zum Ambulanten Operieren, das die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und der Bundesverband für Ambulantes Operieren (BAO) vorgelegt haben (Schütze-Brief Nr. 30/2010 vom 19. April). Bezweifelt wird vor allem das dort behauptete Einsparpotenzial, wenn mehr Operationen vom stationären in den ambulanten Bereich verlegt würden. Das Gutachten gehe an der Realität der Patientenversorgung in Deutschland vorbei. Es würden Annahmen konstruiert und daraufhin Szenarien entwickelt, die ein relevantes Potenzial für die Verlagerung von stationären Operationen in die ambulante Versorgung suggerierten. Es ist nach Ansicht der DKG „völlig abwegig, anzunehmen, dass etwa die Implantierung von Herzschrittmachern, die Entfernung von Gallenblasen oder die Operation von Leistenbrüchen unter den gegebenen Rahmenbedingungen in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung im angenommenen Umfang durchzuführen wären“. Im Gegensatz zu der Studie, die eine hohe Patientenzufriedenheit bei ambulanten Operationen feststellt, spricht die DKG von den allseits bekannten Beschwerden von Patienten über zu kurze Krankenhausaufenthalte und über Defizite der häuslichen ärztlichen Versorgung nach solchen Eingriffen. Bekannt sollte auch sein, dass in vielen Regionen inzwischen die erforderliche intensive hausärztliche Nachbetreuung über das KV-System nicht mehr sichergestellt werden könne. Dass Patienten für Operationen, die theoretisch ambulant möglich seien, die Sicherheit des Krankenhauses suchten, müsse ernst genommen werden. Es sei notwendig, alle Anstrengungen darauf zu richten, bestehende Defizite in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung zu beseitigen und offensiv die ambulanten Behandlungsmöglichkeiten der Kliniken zu erweitern. Die DKG verweist darauf, dass gerade bei den stationär durchgeführten Operationen, die theoretisch ambulant erbracht werden könnten, regelmäßig sehr intensive Überprüfungen durch die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) stattfänden. Die Krankenhäuser sähen sich seit Jahren einer stetig wachsenden Rechtfertigungsbürokratie bei diesen Leistungen ausgesetzt. Solche Operationen würden stationär erbracht, weil es dafür medizinische Gründe gebe. Abwegig und realitätsfremd sei die Vorgehensweise in dem Gutachten, die Vergütungen der stationären Leistungen der Krankenhäuser mit den ambulanten Vergütungen für stationäre Operationen zu vergleichen und daraus Einsparpotenziale für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) abzuleiten. Es dürfte selbstverständlich sein, dass die vollstationäre Leistungserbringung mit einer 24-Stunden-Rundum-Versorgung der Patienten nicht vergleichbar sei, so die DKG.
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| 19.04.2010 | Schütze-Brief • Gesundheitspolitischer Info-Dienst | Ambulantes Operieren: Hohe Patientenzufriedenheit Das Ambulante Operieren ist nach wie vor in Deutschland im Vergleich zu an- deren Ländern deutlich unterentwickelt. Nach Ansicht von Experten könnte in diesem Bereich ein Einsparpotenzial von mehr als 500 Mio. Euro gehoben wer- den. Die Krankenhäuser sind allerdings entschieden gegen eine Ausweitung.
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| 19.04.2010 | Online | Kassenärzte werben für ambulantes Operieren Kassenärzte werben für ambulantes Operieren. Die Kassenärzte machen sich für ambulante Operationen stark. Mit mehr chirurgischen Eingriffen in der Arztpraxis statt im Krankenhaus ließen sich bei hoher Qualität im Gesundheitssystem jährlich bis zu einer halben Milliarde Euroeinsparen, warb der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Andreas Köhler, in Berlin. Er sprach sich zugleich dafür aus, die Vergütungen der ambulanten Operateure anzuheben. |
| 20.04.2010 | DER TAGESSPIEGEL | Teure Bagatellen Viele Operationen könnten ambulant erfolgen - doch Patienten und Kliniken sperren sich Berlin - Ob Meniskus, Leistenbruch oder Nasenscheidewand: Für viele Operationen ist aus medizinischen Gründen längst kein stationärer Aufenthalt mehr nötig. Doch die Deutschen sind konservativ und ängstlich, sie lassen sich immer noch weit häufiger als Patienten vergleichbarer Länder zu Bagatelleingriffen ins Klinikum überweisen - und verschleudern dadurch Millionensummen. Gut eine halbe Milliarde Euro ließe sich durch die konsequente Förderung ambulanter Eingriffe einsparen, lautet das Ergebnis eines Gutachtens, das der Bayreuther Gesundheitsökonom Peter Oberender am Montag in Berlin präsentierte. Das sei noch vorsichtig geschätzt, betonte der Wissenschaftler, denn bei den 515 Millionen Euro habe man lediglich die Kostendifferenz bei 25 besonders häufigen Operationen berücksichtigt. Gleichzeitig ergab eine Studie der Münchner Ludwig- Maximilians-Universität, dass der Kostenvorteil keineswegs mit gesundheitlichen Risiken erkauft werden muss. Nur in jedem hundertsten Fall gab es demnach Komplikationen, die eine Nachbehandlung im Krankenhaus erforderlich machten. Und fast alle Befragten, die ambulant unters Messer kamen, zeigten sich im Nachhinein mit der Qualität ihres Eingriffs hochzufrieden. Die Ergebnisse überträfen "sogar noch die Erwartungen", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler. 97,5 Prozent der Patienten bewerteten ihre ambulante OP mit den Noten "sehr gut" oder "gut". 95,5 Prozent würden sich wieder einem ambulanten Eingriff unterziehen. 90,8 Prozent fühlten sich über Vorteile und Risiken der Operation aufgeklärt. Und 94,9 Prozent gaben an, sich auch nach dem Eingriff zuhause ausreichend betreut gefühlt zu haben. Dass Deutschland im internationalen Vergleich beim Anteil ambulanter Operationen dennoch "nicht mithalten kann", liegt aus der Sicht von Bayerns KV-Chef Axel Munte vor allem an fehlender Information. Deshalb sollen die Studien nun an alle Arztpraxen verschickt werden - in einfacher Fassung für Patienten und in ausführlicherer für die Mediziner. Viele Patienten fürchteten etwa, bei ambulanten Eingriffen nicht ausreichend betäubt oder in den Tagen danach mit dem Schmerz allein gelassen zu werden, sagte der Chirurg Axel Neumann vom Bundesverband für Ambulantes Operieren. Auch Hausärzte wüssten oft nicht genug über ambulante Alternativen und deren Qualität. Außerdem sei es nachvollziehbar, dass Kliniken das ambulante Operieren nicht förderten, solange es schlechter vergütet werde. Die dafür geeigneten Eingriffe erfolgen hierzulande nach KBV-Angaben nur zu knapp über 60 Prozent. In den USA liege der Anteil bei mehr als 80 Prozent. Besonders krass ist der Rückstand bei Operationen von Meniskusschäden am Kniegelenk. Zu 90 Prozent würden diese in anderen europäischen Ländern bereits ambulant operiert, berichtete Neumann. In Deutschland liege die Quote gerade mal bei 32,5 Prozent - und das bei einer möglichen Ersparnis von 290 Euro pro Fall. Allein bei Meniskusoperationen komme man somit auf ein jährliches Sparpotenzial von bis zu 38,9 Millionen Euro. Der Katalog der für ambulante Eingriffe empfohlenen Indikationen müsse dringend erweitert werden, forderte KBV-Chef Köhler. Zu den bisherigen 560 Positionen müsse man weitere 400 hinzunehmen. Bislang sei dies allerdings am Widerstand der Krankenhäuser gescheitert. Künftig sollten diese zumindest die Notwendigkeit einer stationären Bagatell operation begründen müssen, meinte der Gesundheitsökonom Oberender. Gleichzeitig müsse die Vergütung für ambulante Operationen steigen, drängte Köhler. Damit sie kostendeckend seien, müssten die Krankenkassen den Chirurgen pro Jahr 70 Millionen Euro mehr zur Verfügung stellen. Und auch für die "postoperative Betreuung" bedürfe es besserer Anreizstrukturen. Beides schmälere dann zwar die Kostenersparnis wieder etwas, zahle sich mittelfristig aber allemal aus. In Zeiten knapper Kassen müsse es "in unser aller Interesse sein, mit den Ressourcen schonend umzugehen", so sein bayerischer Kollege Axel Münte. "Deshalb appellieren wir an Politik und Krankenkassen, das ambulante Operieren stärker zu fördern." |
| 20.04.2010 | Die Welt | Gute Noten für ambulante Operationen erlin - Patienten, die sich ambulant operieren lassen, sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Gleichzeitig sind ambulante Eingriffe deutlich preiswerter als die, die im Krankenhaus durchgeführt werden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Kassenärzte in Bayern und einiger Krankenkassen. KBV-Chef Andreas Köhler zeigte sich positiv überrascht und erhob die Forderung, ambulantes Operieren stärker zu fördern und die finanzielle Ungleichbehandlung von Arztpraxen gegenüber Kliniken zu beseitigen. Nahezu jeder der 800 Patienten, die für die Studie in Bayern befragt wurden, bewertete den Eingriff mit der Note "sehr gut" oder "gut" und würde sich erneut ambulant operieren lassen. Auch die Betreuung nach dem Eingriff wurde positiv bewertet. In der Studie wurden zum ersten Mal Patienten systematisch zu den Ergebnissen medizinischer Regelversorgung befragt. Nach Angaben des Gesundheitsökonomen Peter Oberender geben die Krankenkassen pro Jahr bis zu 515 Millionen Euro zu viel aus, weil zu wenige Operationen ambulant stattfinden. Grund für den Unterschied ist, dass niedergelassene Ärzte weniger Geld für den gleichen Eingriff bekommen als Krankenhäuser. Die Kliniken hätten einen Anreiz, Patienten einige Tage bei sich zu behalten. Oberender empfahl eine Anpassung der Honorare. KBV-Chef Köhler sagte, die niedergelassenen Ärzte brauchten 70 Millionen Euro mehr, um kostendeckend ambulant operieren zu können. Unterm Strich könne dann noch immer Geld gespart werden. Er forderte, die Zahl der Operationen, für die festgelegt sei, dass sie "in der Regel ambulant" ausgeführt werden sollen, von jetzt 400 zu erhöhen. Die Kooperation mit Kliniken könne besser werden. phn |
| 20.04.2010 | Aachener Zeitung | Kassenärzte für mehr ambulante OP Verband sieht Einsparpotenzial und fordert gleichzeitig höhere Vergütung Berlin. Die Kassenärzte machen sich für ambulante Operationen stark. Mit mehr chirurgischen Eingriffen in der Arztpraxis statt im Krankenhaus ließe sich bei hoher Qualität im Gesundheitssystem jährlich bis zu eine halben Milliarde Euro einsparen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, gestern. Er sprach sich dafür aus, die Vergütungen der ambulanten Operateure anzuheben. Dafür müssten die Krankenkassen etwa 70 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr zur Verfügung stellen - was allerdings die potenziellen Einspareffekte wieder reduzieren würde. Aus Befragungen geht laut KBV hervor, dass 97,5 Prozent der Patienten den ambulanten Eingriff mit gut bis sehr gut beurteilten. Nur in 1,1 Prozent der Fälle war eine stationäre Nachbehandlung erforderlich. (dpa) |
| 20.04.2010 | Ärzte Zeitung | Ambulante Operationen stehen bei Patienten hoch im Kurs In Deutschland wird nach Auffassung der KBV noch zu wenig ambulant operiert. Dabei schätzen Patienten, Leistungserbringer und Kassen die ambulanten Eingriffe. Ambulante Operationen sind kostengünstiger und auch Patienten profitieren: Dennoch werden sie in Deutschland nicht gefördert. © Döring / imago BERLIN. Ambulante Operationen sind nach Auffassung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mehr als nur eine Alternative zur stationären Versorgung: "Neben Leistungserbringern und Kostenträgern profitierten aber vor allem die Patienten von einer Förderung der ambulanten Operationen", sagte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler. Patienten könnten sich an den Arzt ihres Vertrauens wenden und es bliebe ihnen ein Krankenhausaufenthalt erspart. Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) über zwei Quartale belegt, dass Patienten sehr zufrieden mit ambulanten Operationen sind. Demnach bewerteten 97,5 Prozent der etwa 2000 Befragten den Eingriff als sehr gut. 95,5 Prozent würden sich wieder einem solchen Eingriff unterziehen, 94,9 Prozent fühlten sich nach dem Eingriff ausreichend betreut. "Die Ergebnisse übertreffen unsere Erwartungen", sagte Köhler. "Dennoch wird die Möglichkeit der ambulanten Operation noch nicht ausreichend genutzt." Und das, obwohl diese aufgrund des medizinischen Fortschritts in Operationstechnik und Anästhesie an Bedeutung gewinnen würden. Für Patienten sei es aber schwierig, sich über die Qualität bei ambulanten Eingriffen zu informieren und deshalb fehle das Vertrauen in diese Versorgungsform. Der Anteil ambulanter Operationen sei niedriger als zum Beispiel in den USA - und das, obwohl nach Ansicht der KBV die Vorteile klar auf der Hand liegen: Zufriedene Patienten und ein Einsparpotenzial von bis zu 515 Millionen Euro pro Jahr. "Angesichts solcher Zahlen wäre es dringend erforderlich, das Motto ambulant vor stationär endlich konsequent umzusetzen", forderte der Chef der KV Bayerns Dr. Axel Munte. Politik und Kassen sollten endlich ambulante Operationen stärker fördern. Dies ist auch im Interesse des GKV-Spitzenverbands. Allerdings gebe es immer noch Grabenkämpfe zwischen ambulantem und stationärem Bereich. Denn auch Kliniken wollen aufgrund des eigenen Kostendrucks ambulante Operationen ausweiten. Man dürfe aber vor allem nicht den Blick auf die Patienten verlieren, betonte ein Sprecher des GKV-Spitzenverbandes. |
| 19.04.2010 | Facharzt.de | Studie: Enormes Einsparpotenzial im Gesundheitssystem möglich Die Patienten sind mit der Qualität von ambulanten Operationen sehr zufrieden. Das ergab eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). Eine stärkere Förderung ambulant durchgeführter Eingriffe könnte zudem ein Einsparpotenzial von jährlich bis zu 515 Millionen Euro für das Gesundheitssystem bringen, wie ein aktuelles Gutachten des Bayreuther Gesundheitsökonomen Prof. Peter Oberender zeigt. Im Rahmen einer Pressekonferenz am Montag in Berlin stellten die beteiligten Kooperationspartner – die KVB, der Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) – die Ergebnisse erstmals öffentlich vor. Anzeige „Die Studie der KVB und der LMU sowie das Gutachten im Auftrag des BAO belegen eindrucksvoll, dass das ambulante Operieren zwei wesentliche Vorteile hat: Es ist meist kostengünstiger und garantiert höchste Qualität. Außerdem freuen wir uns darüber, dass die Patienten, die sich für eine ambulante Operation entscheiden, diese Vorteile klar erkennen. Die Zufriedenheit der Patienten mit ambulanten Operationen ist sehr hoch“, sagte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV. Um die Vorteile ambulanter Operationen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, hat die KBV mit der KVB eine Patienten- sowie eine Fachbroschüre veröffentlicht. Dr. Axel Munte, Vorstandsvorsitzender der KVB, stellte die Ergebnisse zur Zufriedenheit der Patienten mit ambulanten Operationen und zum postoperativen Behandlungsverlauf vor. So haben 97,5 Prozent der Patienten den Eingriff mit ‚sehr gut’ oder ‚gut’ bewertet. 95,5 Prozent der Patienten würden sich, falls notwendig, wieder einer ambulanten Operation unterziehen. Zudem hatten 94,9 Prozent der Patienten das Gefühl, zuhause nach dem Eingriff ausreichend betreut zu sein. „Dies zeigt eines ganz deutlich: Die niedergelassenen Operateure und Anästhesisten bieten eine hohe Qualität“, erklärte Munte. Die standardisierte, kombinierte Arzt-Patienten-Befragung zu ambulanten Eingriffen an Gebärmutter, Leiste, Nase und Schulter gehört zu der Qualitätsmaßnahme „Ambulante Operationen“ im Rahmen des Programms „Ausgezeichnete Patientenversorgung“. Diese Maßnahme ist Bestandteil eines Vertrags, den die KVB mit der AOK Bayern, dem BKK Landesverband Bayern und der Signal IDUNA IKK abgeschlossen hat. Bei der Befragung haben die Patienten freiwillig und anonym die Prozesse in der Praxis sowie eventuell aufgetretene postoperative Komplikationen bewertet. Dr. Axel Neumann, Präsident des BAO, begrüßte die durchweg positiven Ergebnisse der neuen Studie. „Sie belegen die hohe Prozessqualität der untersuchten Eingriffe in vertragsärztlichen Praxen und Operationszentren und die daraus resultierende hohe Patientenzufriedenheit“, so Neumann. Nehme man noch die Ergebnisse des Gutachtens von Professor Oberender hinzu, dann zeigten sich die Vorteile des ambulanten Operierens deutlich. Neumann stellte dies bei der Pressekonferenz in Berlin exemplarisch am Beispiel arthroskopischer Operationen von Meniskusschäden am Kniegelenk dar. Während ein solcher Eingriff in anderen europäischen Ländern in durchschnittlich 90 Prozent der Fälle ambulant erbracht würde, liege die Quote in Deutschland derzeit nur bei 32,5 Prozent. „Verglichen mit den Kosten eines stationären Aufenthalts bei einer Verweildauer von einem Tag, könnten bei ambulanter Durchführung pro Fall rund 290 Euro eingespart werden. Allein bei Meniskusoperationen – je nach Berechnungsszenario – lassen sich durch die konsequente Verlagerung stationärer Eingriffe in den ambulanten Bereich jährlich 5,3 bis 38,9 Millionen Euro einsparen“, so Neumann. Im Rahmen des Gutachtens wurden die Kosten von 25 häufigen ambulanten Operationen aller Fachgebiete für den ambulanten und den stationären Sektor verglichen. So ergab sich ein potenzielles Einsparvolumen von knapp 515 Millionen Euro jährlich. „Angesichts solcher Zahlen wäre es nun dringend angezeigt, das Motto ,ambulant vor stationär’ endlich auch in Deutschland konsequent umzusetzen. In Zeiten knapper Kassen muss es in unser aller Interesse sein, mit den Ressourcen schonend umzugehen. Deshalb appellieren wir an Politik und Krankenkassen, das ambulante Operieren stärker zu fördern“, so das Fazit von KVB-Chef Munte. |
| 19.04.2010 | Nachrichtenagentur afp | Kassenärzte fordern mehr ambulante Operationen Berlin — Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat einen Ausbau ambulanter Operationen gefordert. Eine stärkere Förderung solcher Eingriffe, bei denen der Patient noch am selben Tag wieder nach Hause entlassen wird, könnte potenziell Einsparungen von jährlich 515 Millionen Euro für das Gesundheitswesen bringen, erklärte KBV-Chef Andreas Köhler unter Berufung auf ein Gutachten des Gesundheitsökonomen Peter Oberender. Angesichts der Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung sei es nötig, die Strategie "ambulant vor stationär" auch in Deutschland konsequent umzusetzen. Der Präsident des Bundesverbandes Ambulantes Operieren (BAO), Axel Neumann, nannte als Beispiel Operationen zur Diagnose und Behandlung von Meniskusschäden am Kniegelenk, die minimal-invasiv, dass heißt mit feinen Spezialinstrumenten über kleine Hauteinschnitte durchgeführt werden. Während ein solcher Eingriff in anderen europäischen Ländern in durchschnittlich 90 Prozent der Fälle ambulant erbracht würde, liege die Quote in Deutschland derzeit nur bei 32,5 Prozent. Verglichen mit den Kosten eines stationären Krankenhausaufenthalts bei einer Verweildauer von einem Tag, könnten bei einer ambulanten OP pro Fall demnach rund 290 Euro eingespart werden. Allein bei Meniskusoperationen ließen sich durch die konsequente Verlagerung stationärer Eingriffe in den ambulanten Bereich "jährlich 5,3 bis 38,9 Millionen Euro einsparen", so Neumann. Grundsätzlich sind die Patienten mit der Qualität von ambulanten Operationen zufrieden, wie eine in Berlin vorgestellte Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) ergab. 97,5 Prozent der Patienten haben danach den Eingriff mit "sehr gut" oder "gut" bewertet. Zudem hatten 94,9 Prozent der Patienten das Gefühl, zu Hause nach dem Eingriff ausreichend betreut zu sein. |
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